1.3.07

Wie Voscherau damals meinte, ich sei an seinem Rücktritt schuld

Das war wirklich lustig. Und hat uns ne Menge Ärger eingebracht. Meine Bischöfin hat sich sogar für mich bei ihm entschuldigt. Ich musste jedenfalls gerade dran denken, seit er wieder als Kandidat ventiliert wird. Jedenfalls hat Henning Voscherau mir damals, 1997, auf dem Adventsempfang der Bischöfin in der Katharinenkirche gesagt, die Aktion, für die ich verantwortlich war, habe ihn "einige Prozent gekostet". Da er sein persönliches und viel zu hohes Wahlziel (da merkte man schon den Realitätsverlust, der durch diese Äußerung mir gegenüber ja noch mal unterstrichen wurde) aber nur ganz, ganz knapp verfehlt hatte, hieß das ja, dass ich Schuld war, oder? Klasse! Denn ich mochte ihn nicht, seit er in den 80ern als Fraktionschef in einem Konflikt in unserem Distrikt (= Ortsverein; damals war ich noch in der SPD) sehr massiv Partei für seinen "Freund", unseren unterirdischen Vorsitzenden und Bürgerschaftsabgeordneten, genommen hatte. Ungefragt.

Das war passiert:

Ich war damals Redakteur beim Evangelischen Rundfunkdienst in Hamburg. Und ein Sendeformat, das wir hatten, war die Gretchenfrage - Prominente beantworten die echte Gretchenfrage ("Wie hältst du es mit der Religion?"). Mein Praktikant, selbst engagiertes SPD-Mitglied, hatte die mit Voschi gemacht. Und dabei fiel der Satz, er, eben Voschi, würde nie der Kirchensteuern wegen aus der Kirche austreten.

Das war der Hammer! Denn Voscherau war noch nie in der Kirche gewesen. Wir hatten einen Scoop! Und den hat unsere befreundete Nachrichtenagentur epd auch gleich bundesweit unters Volk gebracht. Umstritten war der Nachsatz, den wir dazu interpretierten, dass Voschi leider bei dieser Äußerung verschwiegen hätte, dass er ja auch nicht auszutreten brauche, weil er noch nie drin gewesen sei. Das hat er zwar auch nicht gesagt. Aber einige Minuten vorher hat er durchaus darüber geredet, dass er aus einer alten sozialdemokratischen Familie stamme und seine Eltern ihn nicht haben taufen lassen. Knapp über grau also. Und ja, dafür war ich verantwortlich, denn es war mein Prakti.

Als ihm das dann in einer Bundestagsdebatte als Heuchelei vorgeworfen wurde vom politischen Gegner, war es überregional eine kleine Notiz wert. Und hat ihn, so meinte er dann nachher zu mir, wenn ich ihn richtig verstanden habe, das Amt gekostet. Meine fünf Minuten, in denen ich in die Geschichte eingegriffen habe.





Und indem ich das jetzt wieder hochziehe und über dieses A-Blog weltweit zum Thema mache, helfe ich Nico, seinen einzigen verbliebenen Gegenkandidaten aus dem Weg zu räumen.

Cool

1 Kommentar:

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