Seit dem Studium der Theologie beschäftige ich mich intensiv mit Antisemitismus. Selbst bin ich in eher antisemistischen linken (auch links-christlichen) Kreisen aufgewachsen, der Israel-Boykott der 80er war in meiner Familie sehr präsent, eine sehr große Verbindung zu Christ*innen im Nahen Osten (oder wie es damals in meinen Kreisen genannt wurde: in Palästina) war allgegenwärtig. Und: ich war noch nie in Israel. Mit dem Judentum als Religion habe ich mich intensiv beschäftigt, auch mehr als einmal damit geliebäugelt, vom Christentum ins Judentum zu konvertieren, so wie es einige Menschen getan haben, mit denen ich über die Jahre eng verbunden war.
Auch hier im Blog habe ich über die Jahre sehr viel über Antisemitismus geschrieben, auch biografisch, auch politisch, auch theologisch. Mir ist es extrem wichtig, da klar zu sein. Und die Beziehung zu meinem besten Freund drohte mehr als einmal daran zu zerbrechen, dass ich Teile seiner Israelkritik als antisemitisch einordne. Mich leitet eine große Solidarität mit Israel als sicherer Hafen für Jüd*innen.


