Ehrlich gesagt habe ich den Eindruck, dass die Wahlen in Berlin und in Mecklenburg* für unsere politische Zukunft die größere Zäsur waren als die Wahlen in Sachsen-Anhalt. Oder zumindest dass das Zusammenspiel beider Daten zeigt, wie die Parteien sich in dieser für unsere Demokratie so kritischen Phase neu sortieren. Vor allem das Agieren der CDU nach allen drei verlorenen Wahlen hat alles Restvertrauen zerbrochen, das Demokrat*innen in sie haben konnten oder zumindest haben wollten. Für die CDU ist es nun zu spät.
Haltungsturnen
Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz.
11.10.26
23.9.26
Solidarität ohne Komplizenschaft
Seit dem Studium der Theologie beschäftige ich mich intensiv mit Antisemitismus. Selbst bin ich in eher antisemistischen linken (auch links-christlichen) Kreisen aufgewachsen, der Israel-Boykott der 80er war in meiner Familie sehr präsent, eine sehr große Verbindung zu Christ*innen im Nahen Osten (oder wie es damals in meinen Kreisen genannt wurde: in Palästina) war allgegenwärtig. Und: ich war noch nie in Israel. Mit dem Judentum als Religion habe ich mich intensiv beschäftigt, auch mehr als einmal damit geliebäugelt, vom Christentum ins Judentum zu konvertieren, so wie es einige Menschen getan haben, mit denen ich über die Jahre eng verbunden war.
Auch hier im Blog habe ich über die Jahre sehr viel über Antisemitismus geschrieben, auch biografisch, auch politisch, auch theologisch. Mir ist es extrem wichtig, da klar zu sein. Und die Beziehung zu meinem besten Freund drohte mehr als einmal daran zu zerbrechen, dass ich Teile seiner Israelkritik als antisemitisch einordne. Mich leitet eine große Solidarität mit Israel als sicherer Hafen für Jüd*innen.
10.9.26
Nehmt sie endlich Ernst!
Nun ist also der vierte Tag nach der Wahl in Sachsen-Anhalt. Das Ergebnis ist in etwa so, wie zumindest ich es erwartet habe. Auch, wenn ich von vielen Menschen in meinem Umfeld vorher der Panikmache bezichtigt wurde.
19.7.26
Erschütterung
Dies erschüttert mich in der Causa Spahn besonders als Vater, Großvater und vor allem als Kommunikator, der darauf spezialisiert ist, Strategie in Emotion zu verwandeln: wie er da unmittelbar vor Beginn der Sommerpause reinstolpert.
Zumindest gehe ich nicht davon aus, dass dies alles einem großen Plan folgt, auch wenn das mein allererster Impuls war.
22.3.26
Dummheitsvermutung
Es gibt keine Unschuldsvermutung jenseits von Gerichtsprozessen. Wenn jemand in einem Medienbericht oder in Social Media davon faselt, entsteht bei mir sofort eine Dummheitsvermutung. Das ist jedenfalls die positivste Reaktion. In vielen Fällen wäre eine Bosheitsvermutung wahrscheinlich angebrachter.
16.3.26
Wir leben für das Islandpferd
14.11.25
Mein Rassismus, meine Blindheit, meine Härte
![]() |
| Bild erzeugt mit Gemini |
Wer mich etwas kennt, weiß, wie wichtig mir diese grundsätzliche Haltung ist. Und das unabhängig davon, dass ich es richtig finde, die grotesk krude Ausdrucks(un)fähigkeit des Kanzlers politisch zu nutzen. Und dass ich kopfschüttelnd vor den Erklärungsverrenkungen seiner Parteileute stehe, die so tun, als würden sie nicht verstehen, wieso es so krude und so grotesk ist. Zumal es ja nicht nur so merkwürdig aus der Zeit gefallen ist – sondern auch eine Haltung und ein Denken zeigt, das sich zu eigen macht, wer ihn erklärend verteidigt oder es damit abtut, dass doch klar sei, was er gemeint habe.
21.9.25
Zeit für Populismus
Nachdem ich mich seit Wochen oder eher Monaten darüber ärgere, wie die Partei, zu der ich gehöre, agiert, wie sich Kommunikation und Politik entwickeln, wie sehr mich meine Partei gerade verliert; und nachdem ich immer mehr Nachrichten von anderen Parteimitgliedern bekomme, denen es auch so geht (und die mir schreiben, weil ich einer der wenigen bin, zumindest bei mir in der Gegend, die es laut sagen), fasse ich einmal zusammen (wie immer in einer Art Beta-Version, einer v0.8, unfertig, laut denkend, offen für Diskussionen), wo ich die Rolle der Grünen und wo ich laute und kraftvolle grüne Politik sehe für die nächsten Jahre. Ich weiß noch nicht, wie ich dafür in der Partei werben und kämpfen kann, ich weiß gerade nicht, wo sich diejenigen in der Partei vernetzen und treffen, die in diese Richtung denken – aber es einmal laut zu sagen, wo ich gerade stehe, kann ja vielleicht helfen, andere zu finden, mit denen sich zusammen loslaufen lässt.
Denn es ist Zeit für einen neuen grünen Populismus
19.9.25
25.8.25
Ein doppelter Abschied
Tatsächlich bin ich sehr froh, dass Robert Habeck zum Abschied aus dem Bundestag dann noch mal ein typisches Interview (diesmal mit der taz) gegeben hat. Denn sein Abschied macht mir nochmal deutlich, wo er mich verloren hat und wieso ich mich innerlich verabschiedet habe. Obwohl mich sein Stil kulturell und intellektuell elektrisiert. Da war es wieder, was mich so anzieht. So sehr, wie seit Björn Engholm niemand mehr in der Politik. Und zugleich stößt mich fast jeder politische Schluss, den er dabei heute zieht, zurück. Finde ich fast alles, was er politisch nach vorne formuliert, falsch. Was übrigens nicht ein Jota wegnimmt von seinen Leistungen oder davon, dass er meines Erachtens wirklich sehr viel und sehr Gutes als Minister bewirkt hat. Teil der Tragik ist, dass er ein großartiger Minister war, der dieses Land sehr positiv verändert hat - und zugleich aus meiner Sicht im Wahlkampf und in dem, was er als Ausrichtung der Partei vererbt hat, wirklich sehr falsch lag.


