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31.5.23

Gerste

Jetzt ist ein bisschen Ruhe vor dem Sturm. Die ersten Silageschnitte sind drin, das erste Pferdeheu ebenfalls. Der Raps ist verblüht, die Ackerbohnen und selbst der Mais machen die letzten Flächen langsam grün. Und das Wintergetreide dominiert das Bild. 

In dieser Zeit, im Übergang von Frühling und Frühsommer, liebe ich vor allem die Gerstenfelder. Bei der Fahrt übers Land kann ich mich daran kaum sattsehen. Da liegen sie mit ihrem weichen Pelz, der sich im Wind leicht bewegt und die Fläche fast glitzern lässt. Noch ist alles in einem frischen hellen Grün, fast sinnlich, vor allem, wenn ich aus einem Stück Buchenwald komme, diesem warmen, lichten, halbschattigen Ort der Kühle, dann in die flirrende offene Landschaft, wo es wogt und changiert. 

Das Herz will fast zerspringen vor Freude über das Leben. Für einen Moment ist alles vergessen, was Ärger macht oder traurig, wo Arbeit wartet und der Rücken schmerzt. 

Jedes Jahr am Anfang, wenn der Raps in voller Blüte steht, denke ich, es kann nicht mehr schöner werden. Und dann kommt diese Zeit mit der Gerste. 

Hach. 

11.5.23

Gold

Ich finde wenig so schwer in Worte zu fassen wie Düfte. Vielleicht habe ich darum auch nicht so gute Dufterinnerungen. Ja klar, wenn ich etwas wiederrieche, erinnere ich mich. Aber wenn ich im Winter an Raps denke, habe ich nur Honig in der Nase, weil das die völlig unzureichende Beschreibung ist, die ich dafür kannte. 

Ist das eigentlich normal, im Sinne von: geht das vielen so, dass sie Gerüche nicht imaginieren können?

Jedenfalls Raps, unser Gold. In diesen Wochen ist es nicht nur wunderschön anzusehen - sondern jeder Schritt vor die Tür, jedes Öffnen eines Fensters bringt den ganz besonderen Duft heran. Für mich riecht es gelbgold. So riecht gelbgold. So intensiv wie englische Rosen, aber eben nicht zartrot sondern massivgelb.

Massiv, weil es irgendwie schwer riecht. Schwer, blumig, auch etwas nach Honig, nach Nektar, ein bisschen wie der Geschmack, wenn wir als Kinder an den Blüten der Taubnesseln lutschten. Aber immer noch bleibt es ungelenk beschrieben.

Eines aber ist toll damit: in diesen Tagen riecht es überall, im ganzen Landkreis, immerzu danach.

Der Kopf meines Pferdes vor einem Rapsfeld, aus dem Sattel aufgenommen


4.5.23

Morgengang

Ich mag jede Jahreszeit. Seit ich aber mit Klima, Wetter und dem Land lebe, seit ich jeden Morgen nicht nur die Tiere versorge, sondern die Herden kontrolliere, seit mein Morgengang drei Kilometer über die Wiesen ist - seitdem liebe ich am Frühling, dass jeder Morgen anders ist. 

Den einen Tag beginne ich mit einer Sonne, die schon Kraft hat. Den nächsten mit Wolken vorm Mund und eisigen Fingern. Am einen Morgen zieht der Nebel durchs Moor. Den anderen liegen die Junghengste entspannt auf dem Heu. Und am dritten sind die Weiden weiß vor Raureif. Da ist der Tag, an dem es Bindfäden regnet und nicht richtig hell ist. Und der, an dem es nach Sommer riecht. 

Und an der Senke, wo sich dieser natürliche Teich bildet, riecht es immer nach Fuchs. Wie gut, dass die Hühner eine Wohngemeinschaft mit den Ziegen bilden. 

Unsere Weiden im Morgennebel


25.4.23

Es geht los

Dies ist die Zeit im Jahr. Wenn es gerade anfängt. Und die ersten leichten Aromen wie Honig an der einen oder anderen Stelle überraschend herwehen. Ein paar Tage noch – dann ist das Gold des Nordens da. 

Eine erste Rapsblüte im grünen Feld

Und dann fahre ich mit dem Rad in die Kleinstadt und ein leichter warmer Hauch vom ersten Raps streift mich. Meistens ist der Wind stärker, aber wenn er ein paar Sekunden pausiert, ahnen wir schon den Mai, diesen wunderbaren Monat hier bei uns in der Nähe der Ostsee. 

24.4.23

Erster Sonnenbrand

Meine Beine und Füße und ein Teil des Strandkorbs und der Blick auf den noch nicht so grünen Garten.

Wenn nicht der Wind gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich gemerkt, wie groß die Kraft der Sonne bereits war. So hatte ich vergessen, Sonnencreme aufzulegen, als sie im Laufe des Tages richtig rauskam. Viel geschafft, viel gegrillt (einige neue Sorten Grillkäse ausprobiert), viel geritten, ein bisschen Rad gefahren.

Und im Strandkorb gesessen. Auch, wenn die Kirsche über mir es trotz Sonne immer noch nicht geschafft hat.

Kirschbaum, der über mir ist, aber die Blüten sind immer noch nicht ganz geöffnet.



19.4.23

Neues Leben

Die Fohlen brauchen noch ein paar Wochen. Anfang Mai ist die erste Stute dran, die anderen beiden werden im Laufe des Mai folgen. Wobei das bei Pferden ja immer so eine Sache ist. Letztes Jahr war es zum Termin, zu dem das Fohlen "fertig" sein sollte, so kalt, dass sie gemeinsam noch vier Wochen gewartet haben. War vielleicht auch gut, die beiden sind groß und kräftig, für Jährlinge wirklich.

Aber es geht trotzdem los mit dem neuen Leben auf dem Hof. Die Henne, die die letzten Wochen überwiegend verschwunden war (weshalb ich mir schon dachte, dass sie irgendwo gut versteckt brütet) kam nun mit neun Küken um die Ecke. Mal sehen, wie viele sie davon durchbringt.

Es sind nicht neun Küken zu sehen, sondern einige verstecken sich. Aber jedenfalls die Glucke mit ihren Kükem im Unkraut.


15.4.23

Erste Farben

Ich mag jede Jahreszeit. Aber die ersten Farben auf dem Hof, die mag ich besonders. Hier im Norden regnet es ja gerade nicht durch. Der Vorteil des leichten Windes. Und lustigerweise ziehen auch die Regengebiete zumindest tagsüber oft an uns vorbei. Die Seen, zwischen denen wir liegen, tun uns gut. Nachts regnet es auch gerade genug. 

Jedenfalls Farben. Wunderbar. 




3.4.23

Endlich hören wir das Gras wachsen

Eigentlich ist mir das Wetter ja fast egal. Hat alles seine Vor- und Nachteile. Nicht zu verwechseln mit dem Klima allerdings. Aber hier in Ostholstein sind wir auch im Klimawandel bisher eher wetterbegünstigt. Hatten ganz gute Ernten und viel Heu letztes Jahr.

Aber in dieser Jahreszeit gucken wir mit den Pferden immer etwas bang aufs Wetter. Denn es wird Zeit, dass das Gras wächst. Sie müssen von den Winterweiden auf das neue Gras. Denn es ist gestriegelt und nachgesät. Und obwohl es noch meistens was geworden ist, bin ich um den Monatswechsel zu April immer etwas hibbelig.

Neues Gras, gewachsen

Aber nun wächst es. Obwohl es die letzten Tage auch immer sehr kalt war, ist das Gras gekommen. Jeden Morgen beim Gang über die Weiden ist mehr zu sehen. Das macht mich glücklich.

Und darum konnten wir auch endlich die Stuten umweiden. Was nötig war, weil wir ein anderes Stück, hinter der Winterweide, für den Hengst brauchen, der diese Woche kommen wird, um diese Saison bei uns zu decken.

Die Stuten rennen auf die neue Weide

8.4.10

Wenn die Müdigkeit einsetzt

Gibt es eigentlich diese legendäre Frühjahrsmüdigkeit wirklich? Frag ich mich gerade, wenn ich die Timeline bei Twitter ansehe, die ich verfolge - "tired" scheint eines der beliebtesten Worte zu sein. Dass ich müde bin, überrascht ja nicht, jetzt, wo langsam alles im neuen Haus an seinem Platz zu sein beginnt und das Tempo privat ein bisschen zurück gefahren werden kann (so weit das geht mit vier Kindern). Aber überall, wo ich hinsehe: Müdigkeit, Erschöpfung, frühes Insbettgehenwollen.

Dabei kommen doch jetzt die langen Tage, auf die wir uns so gefreut haben. Ein bisschen Sonne. Die leichte Jacke. Das Rad.

Oder liegt es an den vielen kurzen Wochen? Dass diese Zeit sich so zwischen Alltag und Freizeit anfühlt, der Körper und Geist nicht recht weiß, was Sache ist?

ich glaub, ich muss mal wieder früher ins Bett. Denn ausschlafen ist nicht mit Kindern und einem jungen Hund. Obwohl das Morgenrot toll ist diese Tage und für das eine oder andere versöhnt...

3.5.09

Anbaden

Irgendwie musste es heute sein, obwohl es viel kälter als die letzten Tage war.

bei 11 Grad anbaden? Aber ja!

Aber Secundus war ein Harter und ist reingegangen.

Ja, ich spring!

Und nach eineinhalb Zügen wieder rausgekommen.

nach zwei Zügen raus

Die Angler in ihren Gummisachen haben nur gestaunt und sich die ganze lange Zeit, die er überlegte, ob er es wagen soll, gefragt, ob er wirklich so verrückt ist. Und ich bin irgendwie stolz auf ihn. Wo sie doch am Freitag das offizielle Anbaden am Neustädter Strand verpasst hatten der Radtour wegen.

Ich merke, dass ich selbst aus dem Alter raus bin, mich mit so was beweisen zu müssen. Das letzte Mal am ersten Maiwochenende war damals, 1995, als ich mit der Examensgruppe inBlåvand war und der eine Teil noch im Wintermantel durch die Dünen stapfte und ein paar von uns anderen wirklich schon in die Nordsee gingen.

Nun also Secundus. Auch gut. Und nass waren wir anderen auch, aber eher wegen des Regens...

12.4.09

... ist wie ein neues Leben

Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.

Und es war ein schöner Tag, was nach dem grauenvollen Gottesdienst am Morgen nicht zu erwarten war. Am faszinierendsten aber war doch, dass der Garten sich österlich verhalten hat. -

Nicht nur, dass die Kirsche heute im Laufe des Vormittags angefangen hat zu blühen und wir ihr beim Erblühen zugucken konnten, alle Bäume und Büsche sind gerade heute explodiert und hatten am Ende des Tages signifikant mehr Blätter als am Morgen.

Wie das neue Leben aus der Erde steigt, wenn der Winter zu Ende geht und diese merkwürdige Übergangszeit, in der die Natur im Wartestand ist (wer hat das neulich so schön im Blog geschrieben, ich hab diese Formulierung irgendwo gelesen Edit: Markus Siepmann wars, auf Twitter), das ist wie Ostern. Viel mehr als die Eier und das Suchen und sehr viel mehr als ein blutleerer und geistlich armer Gottesdienst.

Ich fühle mich erfüllt.

25.5.08

Wenn alles blüht

Die richtigen Frühlingsblüher sind vorbei, aber wir haben glücklicherweise sieben riesige Rhododendren als Hecke in unserem Garten. Und da früher einmal eine Gartenarchitektin diesen Garten angelegt hat, blühen die wunderbar nacheinander.

Rhododendron

Jetzt ist die schönste Zeit, denn die ersten verblühen, die mittleren sind die schönsten - und die späten beginnen gerade.

unsere Rhododendronhecke

Insofern genieße ich die Wochenenden doppelt (und selbst das Räumen und Mähen macht Spaß). Es ist die vielleicht schönste Zeit bei uns.

Fühling im Garten

2.5.08

Am Ende eines Tages voller Gartenarbeit

Es ist die schönste Zeit des Jahres (obwohl ich ja eigentlich immer jede Zeit als die schönste des Jahres empfinde). Aber nach einem Tag voller Gartenarbeit mit Bäumeschneiden, Vertikutieren, Rasenmähen, Pflanzen Pflanzen und so weiter ist es schön, einmal einfach nur die Kinder beim Spielen zu beobachten. So wie Quarta beispielsweise.

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31.5.07

Unser schönster Baum



Ich habe ihn schon geliebt, als er noch mitten unter anderen Bäumen im Vorgarten meiner Eltern stand. Ein paar Wochen im Jahr wissen wir, warum wir ihn damals, als wir dieses Haus gebaut haben, gerettet haben, unbedingt retten mussten. Er ist einfach wunderschön.

Ich weiß nicht mal, wie er heißt. Aber die Blüten liebe ich, wenn sie in der Abendsonne leuchten.

Blüten unseres schönsten Baumes

Jeden Tag, wenn ich nach Hause komme, begrüßt er mich.

28.5.07

Fahrradmülleimer



Das Emsland ist ohnehin eine klasse Fahrradgegend: Flach, super ausgeschildert, kurze Strecken, die wir sogar mit den Kindern (ok, die Lütte und ihr jüngster Vetter im Anhänger, aber die anderen schon alle auf eigenem Rad) absolvieren konnten.

Sehr angetan aber hatte mir der Müll-Fangkorb. Wenn auch die Treffsicherheit vieler Radfahrer augenscheinlich nur so mittelgut war.

22.5.07

Ugly People

Ich mein, ich hab ja einige Jahre auf der Uhlenhorst in quasi Spucknähe zur Alster gewohnt. Aber so was ist mir da nie aufgefallen. Das muss eine neuere Mode sein. Und hey, ich war Student, da war ich durchaus zu solchen Zeiten draußen...

Auf dem Weg um die Alster vom CCH nach Winterhude, wo die Abendveranstaltung der ad:tech stattfindet, bin ich Horden häßlicher Menschen begegnet. Nun ist Laufen ja an sich schon mal schrecklich und macht Menschen durch und durch unästhetisch. Aber an einem schwülen Abend und in Massen wird das unerträglich. Rotglühende, verschwitzte, verkniffene Menschen beiderlei Geschlechts.

Kann mir mal einer erklären, was daran entweder gesund sein soll oder gar Spaß macht? Brrrrr.

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6.5.07

Morgendämmerung

Heute früh, als um kurz vor fünf unsere Lütte das erste Mal wach war und ich am offenen Fenster in den noch sehr dämmerigen Garten schaute, konnte ich die Extrem-Frühaufsteher wie meinen Kollegen Steve Rubel verstehen, denn es war wunderschön.

So viele Vögel habe ich selten auf einem Haufen gehört, es war ein unglaubliches Zwitschern, vor allem aber nicht nur von Amseln. Eine gute Stunde später war es dann nahezu ruhig. Aber diese ersten Minuten im Morgengrauen, die ich sonst glücklicherweise immer verpasse - habe ich unglaublich genossen....

29.4.07

In der Sonne



Letzte Sonne im Garten genossen, während die Kartoffeln im Dampfgarer waren, der Spargelbruch durchzog, das Brot im Ofen vorprogrammiert war und die Kohle im Topf durchglühte. Die Kinder in und unter den Büschen, die Vögel laut. Beinahe wirkte es warm.

Inzwischen ist alles verputzt und die Kinder sind wieder verschwunden. Noch aufräumen und dann ein vegetarischer Abend. Ganz langsames Aufatmen.

25.3.07

Es war ein toller Tag



Frühling, nahezu Sommer (gefühlt allemal), langer Spaziergang mit den beiden kleinen Kindern, eins davon im Tandem auf unserem Teddy-Sofa.

Ich hab einen tierischen Sonnenbrand, ehrlich....

19.3.07