12.10.12

Kinderschutz im Internet

Nicht nur ich bekomme heute Alarm von anderen Eltern, denke ich. Nach der - übrigens, wie ich finde, sehr, sehr guten und gerade nicht alarmistischen - Doku im ZDF über die Verbrechen an Kindern, die von Perversen über Chatportale angebahnt werden.
Bevor ihr auf den Link klickt: Eine Warnung davor, dass das wirklich harter Stoff ist. Ich finde es richtig so, aber wer Kinder hat, wird mehr als nur einmal schlucken und Angst und Ekel empfinden. Ausdrücklich also keine Anschauempfehlung!
Im Kern geht es darum, dass gerade in so genannten "Chatrooms" und gerade in denen, die explizit für Kinder angeboten werden, tatsächlich in eher hoher Zahl Erwachsene gezielt sexuelle Kontakte zu Kindern und Jugendlichen suchen und Verbrechen begehen. Meine Kinder davor zu schützen, ist mir wichtiger als nahezu alle anderen Dinge rund um Medienerziehung und Internet.

Das erste Problem, das ich sehe, wenn ich mir anhöre, wie (andere) Eltern auf solche Dokus und auf die eine oder andere alarmistische Aufklärung reagieren, ist jedoch, dass viele in eine Art Angststarre fallen. Oder - wie auch in einem Beispiel in der Doku, das dramatisch ist - aus Verzweiflung und Unwissenheit das Kind mit dem Bad ausschütten. Und das zweite Problem ist aus meiner Sicht, dass viele Eltern - und in der Doku ein Polizist in einer Schülerinnenfortbildung - Dinge zusammen mengen, die nicht zusammen gehören.

Welche Empfehlung kann ich anderen Eltern geben - basierend unter anderem auf dem, womit ich auch selbst gute Erfahrungen gemacht habe?

1. Unterscheidet zwischen Chatprogrammen und Chatportalen
In der Panik und Diskussion wird immer wieder leichtfertig von "Chat" geredet. Oder von Sozialen Netzwerken. Aber das ist so falsch. Programme wie Windows Live (in der Doku als MSN bezeichnet) oder Skype kann ich so einstellen, dass mich dort niemand finden kann. Ich habe mit meinen Kindern die Verabredung, dass sie dort die Menschen zufügen, die sie aus der Kohlenstoffwelt kennen. Aus einem Spiel o.ä. dürfen sie nicht in diese Programme wechseln, wenn sie die Gesprächspartner nicht aus der Kohlenstoffwelt kennen. Das haben sie auch verstanden, nachdem einem meiner Jungs mal von einem Betrüger, den er auf Skype zugelassen hatte, sein Account bei einem Online-Rollenspiel leergeräumt worden war. Glücklicherweise nur ein Eigentumsdelikt und nicht mehr - so haben sie es auf die nur halb harte Tour gelernt.

Die Gefahr ist immer dann am größten, wenn von einem Kanal auf den anderen gewechselt wird - also wie in der Doku beschrieben beispielsweise von knuddels.de in Skype oder Windows Live. Nur, wenn wir Eltern uns mit all dem beschäftigen, können wir unseren Kindern helfen, dies zu verstehen und zu vermeiden. Nur, wenn wir ihnen erlaubte Wege aufzeigen, mit ihren Freundinnen aus der Kohlenstoffwelt auch online zu sprechen, werden wir hier die Spielregeln und Grenzen mitgestalten können.

Chatportale verbiete ich meinen Kindern. Punkt. Es gibt für Kinder und Jugendliche unter 14 keinen Grund, warum sie dort sein müssten. Mit den Kindern in ihren Klassen können sie andere Kanäle nutzen, in Hamburg auch ein schulinternes System. Zugleich erlaube ich ihnen, auch dem Zehnjährigen, Skype, WhatsApp und Windows Live. An ICQ haben sie kein Interesse, das ist bei uns in der Gegend out.

2. Unterscheidet zwischen (anonymen) Chatportalen und (pseudonymen) Netzwerken
Ich sehe sehr vieles sehr kritisch, wenn es um Facebook geht - aber es wie in der Doku, und das ist meine einzige kleine Kritik an ihr, in einem Atemzug mit Chatcommunitys zu nennen, ist unfair und sachlich falsch und gefährlich. Das Besondere an Facebook und vergleichbaren Netzwerken, wenn es irgendwann mal wieder welche geben sollte, ist, dass die Chatkommunikation eingebettet ist in Profile und öffentliche oder halböffentliche Kommunikation.

Ja, auch dort gibt es Perverse, auch dort gibt es Fake-Profile. Aber die soziale Kontrolle ist größer. Alle Freundinnen meiner Kinder können sehen, mit wem sie noch so befreundet sind, chatten kann mit ihnen nur, mit wem sie befreundet sind, ich kann sehen, mit wem sie befreundet sind - und ich kontrolliere das auch. Alle Handlungen auf Facebook sind mit einem Profil verknüpft. Was immer ich - auch, wenn ich pseudonym unterwegs bin - dort mache, bekommen meine Kontakte mit oder können sie mitbekommen. In Facebook gibt es, anders als die angststarren Menschen, die es nicht kennen, behaupten, keine Anonymität. Zu unterscheiden zwischen Anonymität und Pseudonymität, ist wichtig. Und wird in der Diskussion und beim Schutz unserer Kinder immer noch massiv unterschätzt.

Wichtig ist es, die Kinder bei der Anmeldung bei Facebook zu begleiten - und mit ihnen durchzugehen, wie die Einstellungen der Privatsphäre aussehen, wer einen über die Suche finden darf, wer einem Nachrichten schicken darf, wer chatten darf und so weiter. Eltern, die dieses nicht mit ihren Kindern machen, verletzen ihre Aufsichtspflicht. Punkt. Wer also sein Kind nicht aktiv bei der ersten Nutzung von Facebook unterstützt, macht sich mitschuldig an den Verbrechen und Übergriffen.

3. Seid da und ansprechbar
Nicht alle Eltern haben die Chance, so viel online zu sein wie ich. Aber wer seine Kinder schützen will und auf eine Erziehung in diesem Bereich Wert legt, kann nicht sagen, er oder sie habe keine Lust dazu. Bedingung dafür, dass meine Kinder mit 13 auf Facebook "dürfen", ist, dass sie mich als Kontakt haben. Meine Zusage ist, dass ich sie dort öffentlich in Ruhe lasse, also nicht kommentiere oder like oder so. Sie nicht "peinlich mache".

Aber so bin ich immer einen Klick von ihnen entfernt. So können sie mich jederzeit anchatten, wenn ihnen etwas komisch vorkommt - also schon bevor es so weit gegangen ist, dass sie sich in irgendwas verstrickt haben. Sowohl auf Windows Live als auch auf Facebook haben sie dieses Angebot auch schon mehrfach angenommen. Und das, obwohl unsere Beziehung oft auch sehr angespannt ist, wie es zwischen pubertierenden Jungs und ihren Vätern so ist. Ich habe auf dem Smartphone den "Facebook Messenger" installiert, bin also auch für sie da, wenn ich nicht stationär online bin. Und da ich weiß, dass sie mich nur anchatten, wenn es wirklich brennt, haben sie auch Priorität.

Nur, wenn wir Eltern uns öffnen für die Kommunikationsbedürfnisse und Unterhaltungsbedürfnisse unserer Kinder und Jugendlichen, werden wir sie unterstützen können, wenn sie in schwierige oder bedrohliche Situationen kommen. Das ist so wie in der Kohlenstoffwelt. Und Thomas Pfeiffer, der ich ohnehin sehr schätze, hat in der Doku vollkommen Recht, wenn er zu einem vernünftigen Umgang mit dem Thema aufruft. Das Beispiel Bahnfahren trifft es: So, wie ich meinen Zehnjährigen nicht alleine zu seinen Verwandten an den Niederrhein mit der Bahn fahren lasse, so lasse ich ihn auch nicht alleine ins Internet. So wie meine Großen in der Lage sind, alleine an den Niederrhein zu fahren und anzurufen, wenn sie da ankommen, mich aber bitten, ihnen bei der Reiseplanung zu helfen, so begleite ich sie in Netzwerke und Programme hinein und gebe ihnen Hilfestellung, wenn sie es wollen und brauchen - aber lasse sie allein "fahren".

Allerdings habe ich - das muss als Einschränkung dazu gesagt werden - bisher nur mit Jungs Erfahrungen gesammelt, dass dies so funktioniert. Quarta ist noch zu jung. Sie ist gar nicht online ohne physische Aufsicht. Ob es mit Mädchen, die ungleich häufiger Opfer von Attacken Perverser sind als Jungs, genau so funktioniert, kann ich nur annehmen - aber nicht aus eigener Erfahrung bestätigen.

Wie macht ihr das? Oder an die, die unsicher sind: Überzeugt euch das? Hilft es euch?

Update 19.10.
Habe ich dann auch noch mal eine Vortragspräsentation zu gebastelt. Halte ich auch mal, wenn ihr wollt.

8.10.12

Persönliche Erklärung: Warum ich Petition 35009 nicht mitzeichne

Ich bin gegen das Leistungsschutzrecht, das die Bundesregierung durch den Bundestag bringen will. Darum spreche ich mit Abgeordneten, mit Menschen in Parteien, in Verbänden und teilweise sogar (so masochistisch bin ich veranlagt) mit Menschen aus Verlagen. Darum (ok, nicht nur darum) bin ich politisch aktiv. Darum bin ich froh über die Lobbyarbeit vieler Wirtschaftsverbände und einiger Internetaktivistinnen zu diesem Thema.

Aber ich zeichne die entsprechende Onlinepetition an den Bundestag nicht mit. Lange Zeit war ich hin- und hergerissen, das gebe ich zu. Denn ich teile das Anliegen und stimme dem eigentlichen Petitionstext zu. Ich halte es auch nicht für absurd, die Petition mitzuzeichnen. Aber dieses spricht für mich allzu sehr dagegen:

  1. Der Beginn der Begründung ist hahnebüchen. Darauf wies beispielsweise in einem krude formulierten Artikel bei politik-digital auch schon Matthias Spielkamp hin: Ja, dass hier eine Verfassungswidrigkeit angenommen wird, legt nahe, dass es wohl um Grundgesetzartikel gehen wird - aber die leuchten mir nicht ein. Zumal ich diese Verfassungswidrigkeit nicht so eindeutig sehe, dass ich sie als wichtigste Begründung sähe. Im Gegenteil: Diese Begründung entpolitisiert die Petition auf eine Weise, die ich schlimm finde.
  2. Dass es den Petentinnen nicht um eine politische Auseinandersetzung geht und nicht darum, die Abgeordneten zu überzeugen - was mein Verständnis von Petitionen ist: dass wir Bürgerinnen die Abgeordneten auf Themen und Argumente aufmerksam machen, die ihnen aus unserer Sicht offenbar aus dem Blick geraten sind; denn darum senden wir ja Petitionen und nicht Klagen oder Wahlvorschläge -, wird deutlich, wenn es um die Nutznießer der Gesetzesänderung geht: die (Groß-) Verlage. Die Hälfte der Begründung der Petition beschäftigt sich mit dem Beschimpfen der Verlage. Das hat seine Berechtigung - aber hier nichts zu suchen aus meiner Sicht.
  3. Auch aus Punkt zwei folgt für mich, dass diese Petition der Sache schadet, für die auch ich bin. Der Sache, diese Gesetzesänderung zu verhindern. Auch unter Abgeordneten, die im Prinzip auf "unserer" Seite stehen, wächst in meiner Wahrnehmung die Bereitschaft, der Bundesregierung hier zu folgen - auch und wegen der Formulierungen der Petition. Weil sie keine Argumente bringt sondern nur Parolen. Weil sie sie Gewichte falsch setzt - die Punkte, die Menschen nachdenken lassen, die sich nur am Rande mit dem Thema beschäftigt haben, kommen erst ab etwa der Mitte der Begründung und werden immer wieder durch Allgemeinplätze und halbrichtige Beschimpfungen unterbrochen.
  4. Angesichts der teilweise (aus meiner Sicht) absurden und apokalyptisch überzogenen Formulierungen der Begründung dieser Petition war schnell klar, dass sie nicht eine Schwelle für echte Aufmerksamkeit überspringen wird. Deshalb ist neben allen anderen Punkten diese Petition auch unpolitisch und strategisch dumm. Denn durch ihren Dilettantismus gibt sie den Anhängerinnen dieser Gesetzesänderung leichtfertig das Argument an die Hand, dass es nur sehr wenige seien, die hier ein Problem sehen - und dann auch noch überwiegend Spinner. Das stimmt nicht, wenn wir uns angucken, wie sich beispielsweise Verbände positioniert haben. Aber diesen Eindruck erwecken die Petentinnen. Und das ärgert mich beinahe mehr als ich ertragen kann.
  5. Die armselige Verzweiflung der Tweets einiger Petentinnen in den letzten eineinhalb Wochen zu dem Thema hat schließlich die Waagschale in die Richtung bewegt, in der sie für mich jetzt zum Stillstand gekommen ist. Auch wenn ich einige von euch persönlich und einige sogar intellektuell schätze: Hier kann ich euch nicht folgen.
Das Instrument der Petition hat sich schneller abgenutzt, als einige dachten. Und eine Petition als Guerillaaktion kann auch nur einmal wirklich funktionieren. Das war bei Zensursula der Fall, da war es schlau, politisch überraschend - und erfolgreich. Die grenzenlose Naivität, anzunehmen, dass so etwas auf so schlechte und unausgegorene und lieblose und wenig sorgfältige Weise einfach mal eben wiederholt werden kann, finde ich mehr als nur verblüffend.

Der Missbrauch - und so empfinde ich das hier - des Instruments Petition an den Bundestag für einen politischen Kampf, in dem andere Mittel zur Verfügung stehen (denn in vier der Fraktionen im Bundestag gibt es eine erkleckliche Anzahl von Abgeordneten, die gegen den Gesetzentwurf sind - was die Situation von Zensursula unterscheidet), ärgert mich. Er ist ein Symptom für das Unernsthafte, für das Verspielte an diesem Politikansatz, so wie auch die halbausgegorene Begründung der Petition. 

Nennt mich spießig. Aber mir ist das Thema Leistungsschutzrecht und Weiterentwicklung von Urheberinnen- und Verwertungsrechten von von Schutz- und Nutzungsrechten immaterieller Güter einfach zu wichtig als dass ich mich auf solchen zornigen Kinderkram einlassen mag. Dabei geht es mir, wie die fünf Punkte vielleicht in Ansätzen zeigen, nicht um formale Gründe - sondern um Inhalte und um politische Strategie. 

Meine Befürchtung und mein Vorwurf ist: Durch diese stümperhafte Petition 35009 ist es wahrscheinlicher geworden, dass das Gesetz ohne Schwierigkeiten den Bundestag passiert. Zumindest die Schwierigkeiten hätte es vorher gegeben. 

(Zynismus on)
Aber vielleicht habt ihr ja Recht und ich nicht - und dann ist es ohnehin egal (was ein weiterer Grund sein könnte, nicht mitzuzeichnen). Denn wenn es so eindeutig verfassungswidrig ist dieses Gesetz, wird es ja eh von Karlsruhe kassiert werden.
(Zynismus off)

28.9.12

Spitzers Flurschaden

Meine Weigerung, mich über Herrn Spitzer zu äußern, weiche ich jetzt auf. Dass ich mich über den massiven Flurschaden, den er unter Eltern anrichtet mit seinen TV-Auftritten (von denen ich keinen bisher in längerer als homöopathischer Dosierung online gesehen habe), entsetzt bin, ist der wesentliche Grund. Dabei geht es mir nicht um sein Buch. Das kenne ich nicht, ich habe nur die eine oder andere vernichtende Rezension darüber gelesen.

Zugleich sprach ich mit Menschen, die Herrn Spitzer als Redner auf Konferenzen zu anderen Themen erleben und ihn großartig finden. Und auch in diesem kurzen Backstage-Gespräch vor einem Doppelauftritt zweiter Professoren ist er mir sympathisch und hat er mit sehr vielem Recht.



Er mag sogar, alle Polemik einmal beiseite gelassen, mit vielen in seinem Buch Recht haben. Und - und hier beginnt dann der Übergang zum Flurschaden - er adressiert eine reale Angst meiner "Peergroup", also akademisch geprägter Eltern der oberen Mittelschicht.

Ich nehme ihm und anderen ab, dass es ihnen Ernst ist mit den Warnungen. Und anzunehmen, es wäre für die Entwicklung von Kindern (und für das Leben von Erwachsenen) nicht schädlich, wenn sie auf Sinneseindrücke wie Lesen (mit Bildern, die im Kopf entstehen und der unendlichen Langsamkeit der Geschichten, wenn ich sie lesen muss), Hören (ohne Bilder), Atmen (die Düfte der Stadt und des Landes), Laufen (Untergründe, Atemnot, Schweißgeruch), Verkriechen (Enge, Dunkelheit) verzichten, ist so grotesk wie eben ja eindeutig falsch. In all dem hat Recht, wer kritisiert, dass Kinder, Jugendliche, Erwachsene stundenlang "vor dem Computer sitzen".

Und ich verstehe sogar den volksgesundheitlichen Ansatz, eine (geringe) Mediennutzungszeit als allein gesund zu bezeichnen - jene berühmten "30 Minuten", mit denen wir Eltern immer wieder unbelegt als "gutes Maß" konfrontiert werden. Denn wenn dies hilft, dass Menschen, die ihre Kinder  - wie schon in meiner Kindheit übrigens teilweise - vor dem Fernseher parken, über ihr Verhalten nachdenken oder - und sei es durch ein schlechte Gewissen - deshalb einmal im Monat mit ihnen auf den Spielplatz gehen, ist viel erreicht. Und fast möchte ich sagen, dass der Kollateralschaden unter naiven Akademikerinnen  mir dann auch egal sein kann - wenn da nicht ihre Kinder wären, die darunter zu leiden haben. Und die durch ihre Eltern die Erfahrung eingeimpft bekommen, dass Erwachsene eben dies sind: naive Schwachköpfe, die angelogen werden wollen und zu doof sind, ihre Regeln (a) selbst zu befolgen - denn sie sind selbstverständlich immer online - oder (b) durchzusetzen oder technisch zu kontrollieren.

Ich bin der letzte, der für laissez-faire in der (Medien-) Erziehung plädiert. Aber ich bin der allerletzte, der absurde und sozial in ihrer Umgebung absonderliche Mediennutzungen gegen seine Kinder durchzusetzen versucht.

Vielleicht bin ich in einer privilegierten Situation (nein, nicht vielleicht - ganz bestimmt sogar). Denn alle meine vier Kinder und Jugendlichen haben Freundinnen, ein Fahrrad, das sie nutzen, einen (Leistungs-) Sport, ein Instrument und aktiven Zugang zu Büchern, den sie nutzen.

Aber ich lasse mir von anderen Akademikerinnen mit Kindern mit Freizeitstress doch kein schlechtes Gewissen machen, wenn meine Kinder in der Zeit, in der ihre fernsehen, ein MMORG spielen und dabei mit ihren Cousins sprechen, die es auch spielen.

Ich glaube, dass die Thesen von Spitzer und seine TV-Auftritte (Wobei ich es erschreckend finde, wie viele meiner Bekannten den im TV gesehen haben - was für absurden Medienkonsum die also haben müssen, um die Zeit jedenfalls bin ich in der Sauna und rede mit meiner Frau. Oder ich bin noch auf dem Hof nach dem Reiten. Aber das nur am Rande.) Menschen beunruhigen, die es besser wissen könnten. Die nicht gemeint sind oder sein müssten, falls das stimmt, was Spitzer da oben im Gespräch sagt.

Der Flurschaden, den er anrichtet, ist der, dass Menschen, die bisher eher mit schlechtem Gewissen wie ein Ochs vorm Berg vor der Internet- und Computernutzung ihrer (jugendlichen) Kinder standen, nun dieses schlechte Gewissen ablegen und entlastet werden. Dass der Fehler der letzten Elterngeneration mit den "Videospielen" sich wiederholt. Zumal diese Eltern, bei denen Spitzer auf offene Ohren stößt, zugleich nicht willens oder in der Lage sind, tatsächlich Maßnahmen zu ergreifen, um das durchzusetzen, von dem sie bei Stammtischen, Elternabenden und Grillfesten tönen, dass sie es richtig fänden.

Ich denke, dass ich gar nicht weit weg bin von Spitzer. Und auch nicht von den anderen Eltern in unserem Speckgürtel. Nur dass ich von der anderen Seite auf das Thema gucke, ähnlich wie auch im beruflichen Kontext.

Meine Frage ist, ob wir tatsächlich das Thema Medien- und Internetznutzung von den 2-15% pathologischen Fällen betrachten sollen - oder ob wir diese pathologischen Fälle sehr, sehr ernst nehmen müssen, ohne gleich alle zu betrafen oder allen zu unterstellen, dass sie schon halb auf dieser pathologischen Bahn seien.  Ob wir nicht lieber Koinzidenz und Begründung auseinander halten sollten.

Es gibt Studien, habe ich gehört, die zeigen, dass Menschen, die sehr aktiv auf Facebook sind, sich häufiger mit Freundinnen treffen als andere. Toll. Aber im Grunde sagt diese Studie doch nur, dass gesellige Menschen häufiger (auch) auf Facebook sind.

Es gibt mit Sicherheit Studien, dass unter Menschen mit suchtartigem Umgang mit dem Internet sozialer Abstieg und Vereinsamung und ein Nachlassen der Hirntätigkeit häufiger ist als unter anderen. Ja, Aber im Grunde sagt so eine Studie doch nur, dass Menschen mit Problemen häufiger Zuflucht in virtuellen Welten suchen. (Und ja, Spitzer hat Recht, dass dann dieses Symptom kuriert werden muss. Aber das sagt dennoch nichts - und zwar wirklich gar nichts - darüber aus, ob das eine aus dem anderen folgt. Oder gar was aus welchem.)

Ich bin nicht naiv und nicht euphorisiert. Aber ich gucke auf die Chancen und nicht (nur) auf die Risiken. Ich rede mit meinen Kindern über ihre Mediennutzung und auch über ihre Internet- und Spielgewohnheiten. Aber ich entscheide nicht allein und nicht einmal hauptsächlich, was für sie "Qualitätszeit" zu sein hat. Chillen? Lesen? Tanzen? Reiten? - Mir im Prinzip alles Recht. Solange es nicht heimlich passiert. Und sie hin und wieder schlafen, essen und sich bewegen.

***

Gestern Abend sprach ich mit meinem zehnjährigen Tertius ganz lange über Kunst und Stile. Er mochte den Kunstunterricht in der Grundschule nie, denn da sollten sie malen, was er weder mag noch kann, findet er. Aber gestern redeten wir bestimmt eine Stunde lang voller Begeisterung. Er liebt den Kunstunterricht, vor allem die aktuelle Aufgabe für die Studienzeit. Er erzählte, wie sehr ihn der "Schrei" von Munch mitnimmt, wie sehr der ihm Angst macht, je länger er ihn ansieht, wie sehr er reingezogen wird und wie die Details sich zu einem Monster verdichten. Und dann sprachen wir über Picasso. Ich erzählte ihm von meinem Erlebnis vor dem Guernica-Bild. Und er kannte es, aus dem Internet, denn er hatte zu Picasso in Büchern und online recherchiert. Am meisten beeindruckte mich, wie er mir den Kubismus erklärte, ich saß mit offenem Mund in seinem Zimmer auf dem Boden. "Das ist", sagte er, "wie ein Puzzle, wo die Puzzleteile nebeneinander gelegt werden und nicht so rund herum." Das stimmt genau, hätte ich nicht so beschrieben, aber es stimmt. Und die Frage, wie oft Picasso verheiratet war, konnte ihm keines der Bücher in der Schulbibliothek enthüllen. Er hat es aber rausgefunden.

Digitale Demenz sieht anders aus. Tertius verbringt täglich mehrere Stunden mit dem Internet. In der Schule, auf dem iPod und an seinem Computer.

21.9.12

Die letztgültige Erklärung des Julia-Schramm-Problems

Aus meiner Sicht ist das Problem rund um die Zugänglichkeit von Julia Schramms Schulhofprosa (ich habe reingelesen, das war das erste, was mir dazu einfiel, vielleicht lese ich noch mal weiter, weiß ich noch nicht, ich habe lange genug gebraucht, um zu lernen, dass ich Bücher nicht weiterlesen muss, wenn ich sie nicht mag, war echt schwer) "Klick mich" nicht etwa, dass sie bigott wäre oder so was. Dazu hat Stefan Niggemeier detailreich etwas gesagt, das in der Frage gipfelt:
Worin soll nun der Widerspruch zwischen diesen Äußerungen vorher und dem aktuellen Vorgehen von ihr und ihrem Verlag bestehen? Was genau ist die Heuchelei?
Witzigerweise weist er zwar schön nach, wie so genannten Journalistinnen durch ihren Hass auf Piraten blind für das Thema werden - scheint mir aber durch seinen Hass auf so genannte Journalistinnen (ok, etwas überspitzt der Pointe wegen) blind zu sein für das, was ich als das tatsächliche Problem empfinde. Und was zugleich aus meiner Sicht ein grundsätzliches Problem der Piraten ist, das immer und immer wieder durchkommt.

Dass Frau Schramm nicht mal versucht hat (oder dass es ihr nicht gelungen ist, etwas entsprechendes durchzusetzen, was ich aber unwahrscheinlich finde, da sie das bestimmt gesagt hätte irgendwo), anlässlich ihres eigenen Buches eine Lösung zu finden, wie immaterielles Teilen ihres Textes und der Wunsch, es auch auf Papier gegen Geld zu teilen, austariert werden können. Nichts. Keine Idee, keine Experimente, keine Anstrengung.

Dass ich weder Frau Schramm noch andere Piraten, die ich bisher kennen lernte oder mit denen ich arbeitete, politisch ernst nehmen kann (abgesehen davon, dass ich sie - und das schrieb ich ja auch schon oft in diesem Blog - mit ihren Fragen und Anregungen und ihrem Kulturbruch sehr ernst nehme), hängt eben genau damit zusammen. Ich empfinde das als Kindergartenniveau. Vorpubertär.

Etwas zugespitzt geht die Geschichte ja so: Ich finde, es muss sich was ändern rund um Urheberrecht und immaterielle Güter. Wir merken ja alle, dass es so nicht geht, vor allem werden Nutzerinnen zu Unrecht kriminalisiert. Aber huch, ich habe gar keine Idee, was man da machen könnte. Also schade, naja, dann eben nicht, dann muss mein Buch wohl einfach nach den Spielregeln erscheinen, die ich so doof finde. Doof, aber Pech.

Ihr seht: Mir geht es nicht um Bigotterie. Und ich finde auch, wenn jemand Frau Schramm viel Geld gibt für dieses Manuskript, soll sie das tun. Gönne ich Frau Schramm übrigens. Und bin mir sicher, dass es genug ängstliche Menschen über 45 gibt, die es kaufen werden.

Das Problem ist vielmehr - so sehe ich es -, dass sie unernsthaft ist und kindisch. Warum gibt es kein offizielles PDF oder - vielleicht noch charmanter - eine reine html-Variante des Buchs? Oder in Blogform. So dass es geteilt werden kann, wie es Frau Schramm und die Piraten - und ich auch, da stimme ich ihnen zu - sinnvoll fänden für Gedanken und Ideen und Texte und so weiter. Und daneben ein preiswertes E-Book. Und ein gedrucktes Buch für den hohen Preis, den der Verlag kalkuliert hat.

Die These von uns allen, die wir etwas ändern wollen in diesem Bereich, ist doch, dass es eben nicht stimme, dass das Verschenken von Inhalten und unterschiedliche Preise je nach "Hardware" des Buchs beispielsweise zu einem Zusammenbruch der kommerziellen Kulturproduktion führen werden. Frau Schramm hätte hier den Beweis (oder zumindest das Experiment) antreten können. Macht sie aber nicht. Und das nenne ich kindisch und vorpubertär (und hey, damit will ich keine Kinder beleidigen, sondern im Zuge ihrer Entwicklung kommt Biss und Konsequenz nun mal erst später, ich weiß das, denn einige meiner Kinder machen diese Phase gerade durch). Und dazu ist es nicht nur politisch kindisch - sondern auch politisch dumm. Denn jetzt haben die Verfechterinnen des Status Quo wie meine mir unerträgliche Parteifreundin Krummwiede ein tolles Scheinargument an der Hand: Seht, nicht mal die Piratin Schramm meint das Ernst. Es geht einfach nicht, was ihr naiven Utopistinnen euch vorstellt.

Darum bin ich auch ernsthaft böse auf Frau Schramm.

Die letztgültige Erklärung des Julia-Schramm-Problems ist also eine, die mir wirklich Sorgen macht: Sie wird einfach nicht erwachsen. So wie ihre Mitpiraten auch nicht, so weit ich es sehen kann. Kommt nach den Berufsjugendlichen der Generationen von Schröder/Trittin bis Gabriel nun eine politische Generation von Kindern?

17.9.12

Reiten und Führung

Der eine oder die andere weiß ja, dass ich ein begeisterter Reiter bin. Noch nicht so ewig, denn wie die meisten reitenden Männer, die ich kenne, war ich am Anfang Mit-Reiter meiner Frau und Turniertrottel für eines meiner Kinder. Vor rund 25 Jahren saß ich dann also erstmals auf einem Pferd, fein durch die Lüneburger Heide juckelnd. Und als wir vor fast genau sieben Jahren wieder anfingen, war ich dann auch recht bald wieder dabei, seit ziemlich genau einem Jahr habe ich mein eigenes Pferd, mein Riesenteddypferdchen, hier kuschelnd mit meinem Sohn:

Secundus kuschelt mit Vordís

Was ich über die Jahre beim Reiten gelernt habe (abgesehen von der Binsenweisheit, die sicher viele Eltern von reitenden Jugendlichen bestätigen können, dass Kinder, die reiten, oft etwas leichter oder besser oder ausgeglichener oder so durch die Pubertät kommen), ist vor allem eine schöne Kombination aus Demut und Führungsstärke. Eine Kombination also, die ohnehin sehr hilfreich ist und gut tut und zur Grundausstattung von Führungskräften dazu gehören sollte, wenn es gut läuft.

Das Faszinierende an der Freizeit (oder dem Arbeiten, je nach Belieben) mit Pferden ist ja, dass dieses Tier einerseits so sehr viel größer und gewaltiger und schwerer und kräftiger ist als ich. Selbst für unsere kleinen, netten Islandpferde gilt dies ja, noch viel mehr für die großen, die dazu auch oft noch schreckhafter sind. Und dass es andererseits so bereitwillig nach Führung und Anlehnung sucht und diese auch dankbar annimmt, wenn nicht irgendwas irgendwann einmal komplett falsch gelaufen ist mit dem Tier.

Ich bin beileibe kein guter Reiter. Aber mit ein bisschen Übung schaffe sogar ich, dass ein Pferd mir zuhört und macht, was ich will. Wenn ich es weiß. Also, was ich will. Denn genau das ist das Geheimnis. Und genau das ist es, was Reiten so sehr mit Führung gemeinsam hat.

Etwas holzschnittartig gesagt, braucht das Pferd klare Ansagen von mir. Keine groben, nicht mit Gewalt oder Kraft - aber klare Ansagen und die Sicherheit, dass ich es schon richtig machen werde. Wie sonst sollte es rückwärts gehen, obwohl es weiß, dass da irgendwann ein Zaun kommt. Wie sonst sollte es in einen Bach gehen, obwohl es nicht weiß, was da unter der Wasseroberfläche lauert.

Was mich immer wieder mit Erstaunen erfüllt, ist das große Bedürfnis meines Pferdes, es richtig zu machen, mir zu gefallen in gewisser Weise. Darauf einzugehen, was ich von ihm will, wenn es denn versteht, was ich will. Und genau das ist es, was ich erstmal lernen musste: Wie ich nicht nur weiß, was ich will - sondern auch noch ausdrücken kann, was ich will, auf eine Weise, die mein Pferd versteht. Denn der wunderbare Satz, dass man beim Reiten lernen müsse, nicht mit dem Kopf sondern mit dem Arsch zu denken, stimmt ja einfach.

Pferde sind gutmütige Tiere. Aber sie sind Fluchttiere. Ihr "natürlicher" Instinkt ist es, wegzulaufen, wenn etwas merkwürdig ist. Darum brauchen sie so viel Sicherheit, darum sprechen meine Reittrainerinnen von "Anlehnung", von der Kombination aus "Versammlung" und "Losgelassenheit", wenn sie beschreiben, was ich für mein Pferd erreichen soll. Und die Parallele zur Führung eines Teams, eines Unternehmens und so weiter schenke ich mir einfach, sie ist allzu offensichtlich.

Wenn ich dem Tier Sicherheit gebe und es mir vertraut, dass ich es nicht in die Irre führe, wenn ich vermittele, zu jedem Zeitpunkt gelassen zu wissen, wo es hin geht - dann wird es fast immer machen, was ich will. Wenn ich unsicher bin, wird es auch unsicher, verspannt sich, macht Fehler.

Zu lernen, dieses große, großartige, sensible, ängstliche Tier zu führen, ist für mich sehr beglückend gewesen. Dass ich mit Hintern und Schenkeln helfen kann und die Zügel nur noch brauche, weil ich die Hände ja irgendwo lassen muss. Mich zugleich auszuliefern (denn hey, wenn es will, kann mein Pferd immer noch machen, was es will, ich habe faktisch keine Chance gegen es, wenn es drauf ankommt) und zu wissen, dass ich mich nicht ausliefere. Gegenseitig zu vertrauen, obwohl Vertrauen in ein Tier an sich absurd ist. In einer Extremsituation, wenn das Pferd durchgeht, zu realisieren, dass nur eine paradoxe Intervention hilft, die Situation zu meistern (hier: treiben und es dazu zu bringen, dass es eher noch schneller wird, anstatt an den Zügeln zu reißen und Gegendruck aufzubauen).

Nicht alles das kann ich wirklich oder gar immer. Und die Angst da oben ist mir durchaus und immer noch vertraut. Wie bewundere ich dann meinen Sohn und seine Freundinnen, die auf ihren Pferden groß geworden sind und machen können, was sie wollen - draufspringen, turnen, tanzen, ohne Sattel und Zügel galoppieren. Denen ihre Tiere so vertrauen, weil sie genau von einander wissen, was sie machen, wollen und können.

Aber ich denke - und damit komme ich am Ende doch noch ein einziges Mal auf das Thema Führung zurück -, dass Reiten eine gute Übung für Menschen ist, die führen wollen oder müssen. Und dass Menschen, denen Führung leicht fällt oder die es zumindest können, wohl auch Reiten lernen können. Meine Vermutung wäre sogar, dass ich an der Art, wie sie sich beim ersten Kontakt mit Pferden "anstellen", zu einem guten Teil sehen kann, wie sie führen im "richtigen Leben". Und dass Übungen auf und mit Pferden für das Lernen von Führung mehr bringen als viele andere Kurse, die gerade modern sind.

Vielleicht sollte ich wirklich mal Managementkurse anbieten. Auf und mit Pferden. 

10.9.12

Hannover ist ein bösartiger anonymer Sumpf

Quelle: Das Internet.
Quelle: Hannover.
Quelle: Irgendwelche Leute.

Anders als der Qualitätsjournalismus ist "das Internet" der anonyme Sumpf, der aktuell beispielsweise Schuld am Unwohlsein von Bettina Wulff ist.

Wie Herr Exner in der von mir aus irgendeinem Grund immer noch abonnierten Regionalzeitung schreibt:
Kaum ein Stammtisch, kaum ein Friseurladen, kaum eine Redaktion, in dem die Spekulationen nicht herzlich willkommen geheißen wurden. Das Publizieren dieser heißen Geschichte überließ man allerdings dem Internet.
Das Internet hat viel zu tun.

In den letzten fünfzehn Monaten habe ich von mir namentlich bekannten Personen aus Hannover sowohl gehört, dass Frau Wulff ihren Mann bei der Ausübung eines Berufes kennen gelernt habe, der einen schlechten Leumund hat und als Gerücht zu hohen Absatzzahlen ihren Buches beitragen dürfte. Als auch, dass die frühere Bischöfin der Stadt mit einem früheren Freund lupenreiner Demokraten zusammen sei. Als auch, dass diese beiden letzteren tatsächlich und verbrieft in einem Auto gesessen haben, das dereinst von der Polizei angehalten worden war. Diese Person kennt übrigens alle die Personen persönlich, von denen sie berichtete, sagt sie. Interessant, oder?

Wäre ich Qualitätsjournalist, würde ich jetzt wahrscheinlich die oben als Überschrift dieses Artikels formulierte Aussage treffen. Da ich aber mindestens drei Leute aus Hannover persönlich kenne, die diese Gerüchte nicht verbreiten, lasse ich das.

***

Am Wochenende diskutierte und fragte ich, ob Frau Wulff (und der sie offenbar möglicherweise beratende Herr Spreng) nun besonders doof oder besonders clever ist. Im Kern also, ob es geniale Buch-PR auf Kosten ihrer eigenen Gefühle ist, oder ob sie wirklich glaubt, das Gerücht damit eindämmen zu können. Lustigerweise wollten die Menschen, mit denen ich sprach, beides für möglich halten. Was wiederum ja recht erschreckend ist. Und - aber das nur am Rande - ein echtes Reputationsproblem, das Frau Wulff da hat.

Dabei kann ich es gut verstehen, dass sie sich gegen Gerüchte wehrt, wenn sie nicht stimmen (was ich weder beurteilen kann noch für mich oder meine Meinung über sie und ihren Mann interessant oder relevant finde). Und ich finde es ekelig, wenn Menschen solche Gerüchte erfinden oder weitersagen. Zumal meine Reaktion (inhaltlich) ohnehin ein Schulterzucken war, als ich davon hörte.

Wie wenig der Weg hilft, den Frau Wulff gewählt hat, zeigt in Bezug auf "das Internet" der Kollege Henne in seinem Blog. Und wer am Sonnabend die Seite 1 der bei uns in der Stadt verfügbaren "Bild"-Zeitung sah oder heute die Seite 1 der sich seriös gebenden oben verlinkten Regionalzeitung, konnte sich schon da fragen, was sie eigentlich genau bezweckt. Dass die Bild sie auf der Titelseite als Hure bezeichnet, kann ja an sich nicht ihr Ziel gewesen sein, nehme ich an.

[Update]
Wobei alles in noch interessanterem Licht erstrahlt, da Frau Wulff auch noch eine PR-Agentur gründet. Böse Zungen bringen ja diesen Beruf mit dem aus den Gerüchten in Engführung, was ich aber nicht nachvollziehen kann als jemand, der lange in einer PR-Agentur arbeitete und nun in einer Kommunikationsagentur. Aber die Frage, ob ihr - äh - dum originelles Vorgehen gegen Gerüchte (oder ihr Limonademachen) eine Referenz sei, wage ich doch mit 'nein' zu beantworten.

***

Fun Fact: Ich habe  - ja, nur privatempirisch, nicht repräsentativ - eine Umfrage gemacht. Vor Sonnabend wusste nur eine Person in meiner Umgebung außer mir von den Gerüchten um einen möglichen anderen früheren Beruf der Frau Wulff als in ihrem Lebenslauf steht. Und auch diejenigen, die den ganzen Tag online sind, intensiv facebooken und alle ihre Infos aus "dem Internet" klauen ziehen, hörten davon erstmals aus Radio und Zeitung. Sogar Menschen mit überdurchschnittlichem politischen Engagement und scharfe Kritiker des Ex-Bundeshorsts Wulff. Einige von denen kennen sogar Menschen in Hannover, u know, diesem bösartigen Sumpf.

31.8.12

Bevor Facebook stirbt....

können wir ja doch noch ein bisschen was damit tun. Denn nicht erst die Diskussionen der letzten Wochen machen ja deutlich, dass der anfängliche euphorische Charme von Facebook langsam versiegt. Schon vor einem Jahr und einem Tag schrieb ich ja überaus weitsichtig, wie es kommen wird dermaleinst mit dem Tode Facebooks. Zwischendurch bauen wir noch ein paar Apps, ok?

Was mich an Facebook von Anfang an fasziniert hat, ist die Abbildung von Beziehungen. Vor allem die Cluster aus Gruppen von Menschen, die ich auf Facebook kenne - und die sich untereinander auf Facebook kennen. Neuestes Spielzeug für so etwas ist ganz aktuell Wolfram Alpha, eine Informationsmaschine, die Analyseergebnisse und Suchergebnisse bündelt und visuell aufbereitet und computerable macht. Die Bilder in diesem Post stammen von Wolfram Alpha - ich habe die Seite mit meinem Facebook-Account gefüttert:

die Cluster meiner Bekannten auf Facebook


Witzig, wie sehr sich Menschen, die ich kenne, einander zuordnen lassen. Der große Fleck da ist meine Frau beispielsweise, die anderen rechts davon sind Menschen aus meiner Familie. Ein Kirchencluster, recht unverbunden miteinander in rot, das politische passend in grün.

Und wie ich so bin zeigen dann ja auch tatsächlich die Menschen, die ich kenne. Beispielsweise, welchen Beziehungsstatus sie mir angeben (denn nur das kann Wolfram Alpha auswerten):

Beziehungsstatus meiner Bekannten

Oder auch, wie ich selbst Facebook nutze. Über welche externen Instrumente beispielsweise (oder auch Anwendungen, womit wir wieder bei den Apps wären, aber das ist - sicher nicht untypisch, aber dazu ein anderes Mal mehr - von der Menge her verschwindend gering) ich da was reinschreibe - und wann:

Tools, mit denen ich Facebook füttere

Scary? Ja. Aber eben der Preis für die tollen Möglichkeiten der Kommunikation, die mir so ein Netzwerk bietet.

Mehr noch als jede interne Statistik, die mir Facebook anbietet und die ich beruflich für Seiten, an denen ich beteiligt bin, nutze, helfen solche Visualisierungen und Statistiken, Facebook zu verstehen - und ebenso die Art, wie wir miteinander reden und schreiben. Wen wir kennen und wie das kommen mag. Wenn ich mir meine Statistiken ansehe, merke ich wieder: Ja, Facebook (und wie ich es nutze, was beileibe nicht extrem intensiv ist, denn mein Hauptinstrument ist und bleibt Twitter) bildet mein Leben in der Kohlenstoffwelt recht gut ab. So sind die Menschen, die ich dort kenne, auch. So bilden sie auch da Gruppen und Cluster, so ist der Rhythmus meines Tages.

Und das ist dann nicht mehr so scary. Sondern nur noch faszinierend.

22.8.12

Tätervolk

Ich kann als Deutscher nicht davon absehen, dass ich in ein Volk hineingeboren wurde, das einen singulären industriellen Massenmord organisiert hat und damit als Kollateralnutzen den "Kleinen Mann" groß machte und pamperte. Ich kann als Autofahrer nicht davon absehen, dass ich eine Waffe nutze, um von A nach B zu kommen, die andere, schwächere Verkehrsteilnehmerinnen allein durch ihre Benutzung gefährdet. Und ich kann als Mann nicht davon absehen, dass mein Geschlecht gewaltsam die Regeln gesetzt hat und weiter setzt und zugleich sehr viele Männer, wenn nicht sogar die meisten, ganz sicher auch ich immer wieder, im Alltag übergriffig sind gegenüber Frauen und Kindern.

Das heißt nicht, dass ich persönliche Schuld für den Holocaust habe, dass ich mit meinem Straßenpanzer Leute umbringe oder dass ich Frauen in Parks vergewaltige. Aber es heißt, dass ich damit leben muss, dass dies der reale Bezugsrahmen ist, in dem ich lebe und handele.

Nun gibt es Geschlechtsgenossen und sogar Frauen, die von einer "umgekehrten Diskriminierung" faseln. Aber das ist selbstverständlich Quatsch. Denn es kann nur Diskriminierung geben, nicht aber ihre Umkehrung. Und um bestehende Herrschaftsverhältnisse zu ändern, muss es ggf. eben eine Diskriminierung von zurzeit Privilegierten geben (siehe die Quotendiskussion). Sozusagen mein Pech. Womit ich leben kann. Und - siehe oben - eben auch muss, weil ich ja von der Realität nicht absehen kann. Aber das nur am Rande.

Nun bin ich selbst ja sozusagen in den Feminismus der 80er hinein aufgewachsen: meine Mutter war sehr aktiv in der feministischen evangelischen Frauenarbeit (so hieß das damals, Frauenarbeit), die zweite Welle feministischer Theologie gehörte zu meiner Lektüre und meinen Studien und meinen Gesprächen und Arbeitsgruppen an der Uni, ich habe eine Frau geheiratet, für die die Themen und Errungenschaften der 80er-Jahre-Feministinnen normal und selbstverständlich waren und sind. Vielleicht stand ich deshalb in der Vergangenheit oft so erstaunt davor, wenn junge Leute all diese Errungenschaften mit einer "hoppla, jetzt komm ich"-Attitüde einfach so über Bord werfen (wollten). Das begann (für mich sichtbar, keine Ahnung, ob es das vorher auch schon gab) mit dieser "Meedchen"-Popkultur in den 90ern (Zöpfchen, Röckchen, Weibchen etc), hat eine mich bestürzende Blüte in der jugendlichen Pornoikonografie getrieben und endet sicher nicht beim Kokettieren mit der Mischung aus Hilflosigkeit und Verführbarkeit und Prüderie (siehe Twilight, Panem etc). Muss ich nicht verstehen, betrifft mich persönlich allerdings auch eher weniger. Mit solchen Frauen (und Männern, die das toll finden oder ausnutzen) will ich zwar nichts zu tun haben, muss ich aber auch nicht, ich kenne genug andere.

Für mich als Führungskraft und als Vater (insbesondere auch als Vater jugendlicher Jungs) stellen sich aber dann doch Fragen. Und Aufgaben. Und ich denke, dass ich als Mann (bin ich nun mal) dabei den Bezugsrahmen Täter habe, wie oben angedeutet. Egal ob es mir gefällt oder nicht - ich kann nicht reden oder handeln, ohne zu bedenken, dass ich in einer historisch, körperlich oder organisatorisch privilegierten Situation bin, die ich aufbrechen oder auflösen muss. Ja, muss - wenn ich nicht der Meinung bin, dass alles super ist, wie es ist - mit all den Übergriffen.

Meine Beziehung zu Frauen, zu Kindern, zu "Untergebenen" ist - außerhalb des intimen Raumes beispielsweise meiner Ehe oder einer ähnlichen langfristig auf Vertrauen aufgebauten intimen Beziehung - immer notwendig eine asymmetrische. Also, materialistisch gesprochen, eine von Herrschaft geprägte, weil ich objektiv Teil der herrschenden Gruppe bin. Egal wie ich das persönlich sehe, ist es objektiv ein asymmetrischer Kontext, so lange wir in einer patriarchalischen Gesellschaft leben, ich erwachsen bin und Chef. Und in einer asymmetrischen Beziehung muss immer der stärkere Teil mehr Verantwortung übernehmen, mindestens auf der Beziehungsebene. Ich muss - immer mit der Gefahr, dass dieses paternalistisch wahrgenommen wird - für den anderen Teil mitdenken, mitfühlen und achtsam mit ihm sein.

Das ist, wenn es ganz praktisch wird, nicht so einfach.

Darum ist mir so wichtig, meinen Jungs zu vermitteln, dass beispielsweise in einer sexuellen Beziehung zu Mädchen nicht nur ein "nein" ein Nein ist - sondern auch das Ausbleiben eines "ja" als Nein zu interpretieren ist. Denn wir sind immer nur einen Schritt von einem Übergriff entfernt. Wenn sie das von einer Pornoikonografie geprägte Verhalten unter Jugendlichen aufbrechen wollen, müssen sie besonders achtsam, besonders explizit sein, die in so einer Kultur Schwächeren (Mädchen) stärken. Das ist aus meiner Sicht ihre Verantwortung, wenn sie keine Arschlöcher sein wollen (was ich einfach mal hoffe).

Darum finde ich beispielsweise Knotentänze von Führungskräften mit Mitarbeiterinnen auf Firmenfeiern so schlimm (und das ist die positivste Formulierung, zu der ich mich schweren Herzens durchringen kann). Wer kokettes Meedchengehabe (siehe oben) bei seinen Mitarbeiterinnen "ausnutzt", verstößt eklatant gegen jede Form von achtsamer Führung, ist sich offenbar der Asymmetrie in der Beziehung nicht bewusst (oder verstößt zumindest gegen jedes "gute Benehmen"). Vielleicht empfindet nicht jede einzelne Frau, mit der sich ein solcher Mann tanzend verknotet, dieses schon als übergriffig. Aber genug tun das. Und andere, die zuschauen, auch. Wenn ich - so ist zumindest auch mein Wunsch an meine Rolle als Führungskraft - organisationale Macht nicht als Beziehungsmacht ausleben und ausnutzen will, werde ich versuchen, die Sachebene von der Beziehungsebene zu trennen (so schwer das ist), werde ich auf der Beziehungsebene besonders achtsam sein müssen. Werde ich also jede Form von Macht auf dieser Ebene nicht nur vermeiden sondern aktiv verändern. Und angesichts der immer noch notwendig asymmetrischen Beziehung für uns beide dafür Verantwortung übernehmen. Weil ich kein Arschloch sein will.

Als Deutscher bin ich besonders - und auch weit mehr als der eine oder die andere angenehm findet - achtsam gegenüber nationaler Aufwallung und Chauvinismus. Als Autofahrer bin ich über das vom Gesetz für alle Verkehrsteilnehmerinnen vorgesehene Maß achtsam gegenüber anderen. Und als Mann versuche ich, die strukturell asymmetrische Beziehung zu Frauen und Kindern aktiv zu verändern - auch wenn ich dazu über das einigen erträgliche Maß hinaus zurückstecken muss, was mir längst nicht immer gelingt.

Und dass ich trotzdem oder vielleicht auch deswegen das Leben genieße, in diesem Land, mit diesen Menschen um mich herum, gerne Auto fahre (sorry to say), viel lache, trinke, tanze - das könnt ihr mir gerne glauben, selbst wenn euch das schwer fallen sollte.

Update 25.1.2013
Endlich kommt durch die Brüderle-Geschichte die Diskussion über dieses Themas breiter in Gang. Dazu habe ich auch was gebloggt und auch vier konkrete Punkte formuliert, was wir als Männer tun können. Hier lang bitte.

15.8.12

Noch mal zur Kackscheiße*

Immer wieder schleicht sich (auch) bei mir eine merkwürdige Form von Resignation ein, die dazu führt, dass ich weder mit den Augen rolle, wenn beispielsweise eine Lehrerin von sich als Lehrer spricht, noch selbst konsequent, beispielsweise in beruflichen E-Mails, weibliche und männliche Formen nutze, wenn Frauen und Männer gemeint sind. Obwohl ich weiß, dass das nötig wäre.

Wenn dann junge Frauen wie BMin Schröder aus mangelnder (historischer) Bildung oder warum auch immer ihre "danke, das betrifft mich nicht"-Sätze faseln, werde ich zwar noch mal wütend. Aber oft stehe ich etwas fassungs- und ratlos davor. Und nicht nur angesichts sexistischer Kackscheiße*. Sondern beispielsweise auch angesichts von Alltagsrassismus aus der "male white middleclass" Perspektive, in die auch ich immer wieder rutsche.

Da kam ein Artikel im Sprachlog von Anatol Stefanowitsch gerade Recht, der mit dem Hinweis auf wirkmächtige so genannte "Alltagstheorien" darauf hinweist, warum es so schwierig bis unmöglich ist, mit Menschen zu diskutieren, die "das betrifft mich nicht" sagen oder es "nicht böse" meinen oder etwas "einfach nur witzig" finden. Vier unbewusste und tief verwurzelte Punkte beschreibt er: dass ein Schaden immer "direkt und unmittelbar" sein müsse, schädliches Verhalten psychologische Ursachen habe, immer und nur durch "absichtsvolles Handeln" entstehe und immer einzelnen Individuen zugeordnet werden könne. Und er zeigt, dass diese Theorien nicht nur doof sind sondern auch falsch.
Bei unseren Diskussionen von Alltagsdiskriminierung sollten wir deshalb darauf achten, diese Alltagstheorien explizit einzubeziehen und deutlich zu machen, dass eine rosa Barbie-Elfe in pornographischer Posen allein [...] kein Mädchen in die Magersucht treiben und keine Frau dazu bringen wird, sich selbst nur an ihrem Potenzial als Sexobjekt zu messen oder auf eine anspruchsvolle Karriere zu verzichten. [...]
Dass diese Dinge aber im Zusammenspiel mit hunderten ähnlicher Erfahrungen daran mitwirken, dass sexistische, rassistische und andere diskriminierende Strukturen aufgebaut und fixiert werden. Und zwar unabhängig davon, ob das beabsichtigt oder auch nur fahrlässig in Kauf genommen wird, und unabhängig davon, ob der Schaden, den diese Strukturen anrichten, in jedem Fall sofort erkennbar ist.
Ringen um Verständnis | Sprachlog
Und dann rüttelt mich etwas wieder auf. So wie diese Woche der großartige, kleine, resignierte, ermutigende Artikel von Antje Schrupp, der so endet, wie ich hier auch ende. Bevor ich mir fest vornehme, wieder mehr auf Sprache zu achten. Und die mit ihrer Kackscheiße* nicht zu ignorieren sondern durch anders Reden (und hoffentlich Denken und Handeln) zu überwinden.
NEIN, ES GEHT NICHT UM MICH. Mir persönlich, danke schön, geht es gut. Ich habe persönlich überhaupt kein Problem mit männlicher Sprache und nicht mal mit sexistischer Kackscheiße wie rosa Lego oder Mädchen-Überraschungseiern. Das geht mir vollkommen hinten vorbei.
In meiner Welt gibt es genug interessante Dinge, interessante Menschen, mit denen ich sehr gut beschäftigt bin. Es fällt mir überhaupt nicht schwer, Leute, die bis heute nicht die minimalsten Grundkenntnisse davon haben, was feministische Reflektion in den vergangenen vierzig Jahren an Erkenntnisfortschritten gebracht hat, einfach zu ignorieren. Ich halte sie schlicht für ein bisschen dumm und gehe ihnen aus dem Weg.
Aber es geht eben nicht um mich. Es geht darum, in welcher Welt wir leben wollen.
Kein Bock mehr | Aus Liebe zur Freiheit


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* "Kackscheiße", "sexistische Kackscheiße" oder auch "rassistische Kackscheiße" sind als Kampfworte sehr umstritten und ich bin mir auch nicht so sicher, ob ich sie wirklich mag. Aber sie sind so herrlich unkorrekt und machen das eigentliche Problem, das ja auch Anatol mit den Alltagstheorien anspricht, wunderbar deutlich: Wer hier reflexhaft aufjault, wer hier zumacht (außer aus sprachästhetischen Gründen, das ist sicher noch mal was anderes), ist im Zweifelsfall auch nicht Adressat dieses Artikels - weil ich keinen Bock mehr habe, zu argumentieren. Seit mehr als 15 Jahren sind alle Argumente ausgetauscht. Hin und wieder kommen noch mal kleine gute Aspekte aus der nächsten Generation dazu, wie aktuell "Fleischmarkt" von Laurie Penny, das ich zurzeit lese. 
Aber: Ich bin einfach müde. Und bin da ganz bei Antje. Ich halte Leute, die heute noch mit Unverständnis auf den Alltagssexismus und Alltagsrassismus reagieren, "schlicht für ein bisschen dumm und gehe ihnen aus dem Weg" - zwar nicht real, denn das geht nicht als Mensch mit Kindern und einem Beruf, aber doch in Diskussionen. Sozusagen *plonk*.