16.5.07

Amt und Würde

Am Offline-Wochenende in Familie habe ich nicht nur den mit großen Abstand besten und geistlich bewegendsten Konfirmationsgottesdienst seit langem erlebt, sondern auch mal wieder in größerer Runde theologisch diskutiert. Anlass war ein Thema, zu dem ich bis dahin noch gar keine Meinung hatte: Die Scheidung von Margot Käßmann. Am Ende haben wir intensiv und sehr kontrovers darüber gesprochen, ob sie Bischöfin bleiben sollte oder hätte zurücktreten müssen. Ich denke, sie hätte ihr Amt aufgeben müssen:

Neben der persönlichen Tragödie, die schon schwer (auch geistlich und seelsorglich schwer) genug ist, belastet die Scheidung ihr Amt und die Amtsführung der Pastoren in ihrer Landeskirche.

Mir geht es nicht darum, sie als Frau zu verurteilen, ganz und gar nicht. Scheitern ist immer scheiße, scheitern in so einem persönlichen Bereich, wo Scheitern theologisch nicht vorgesehen ist, ist ganz besonders schlimm für die, die scheitern in ihrem persönlichen Lebensentwurf. In der Diskussion war dies der Punkt, an dem wir uns wirklich uneinig waren: Wie schaffe ich es, - holzschnittartig gesagt - dieses Scheitern so und als Sünde zu benennen, ohne die Person zu verurteilen. Es überrascht mich immer wieder, wie schwer dies evangelischen Christen oft fällt, obwohl dies der Kern lutherischer Theologie ist.

Mir geht es eher darum, ob die Bischöfin Käßmann das unbedingte "Lebenslänglich" der Ehe glaubhaft vertreten kann. Gerade in einer der großen und strahlkräftigen lutherischen Kirchen halte ich das für ein echtes Problem. Was sollen die Pastorinnen und Pastoren in den Dörfern, die mit den Menschen um deren Ehen kämpfen, sagen, wenn ihnen auf ihrem Weg ein wichtiges Fundament entzogen wird: das eigene Vorbild. Eine Bischöfin ist eben nicht nur Person, sondern auch Amt (etwas, das auch meine Bischöfin lange nicht hat für sich sehen wollen, hatte ich damals, als ich noch nahe genug war, den Eindruck).

Was wäre es für ein großartiges geistliches Zeichen gewesen, wenn ihre Kirche die dann ehemalige Bischöfin auf ihrem schweren und schmerzhaften Weg begleitet hätte. Diese Chance nimmt sie ihr.

Es gibt für eine lutherische Kirche nun mal keine Wahlfreiheit, ob eine Ehe ein Leben lang halten soll oder nicht. Und bei allem Wissen, dass sie scheitern kann, gibt es kein "entschulden" dieses Scheiterns, sondern ein "entschulden" der Scheiternden. Das Eiern in den Stellungnahmen und Erklärungen in dieser zentralen Frage finde ich schwer erträglich und auch für Frau Käßmann eine persönliche Zumutung.

Ich kann die Menschen verstehen, die sich von ihr vor den Kopf gestoßen fühlen, nachdem sie selbst um ihre Ehe gekämpft und den ja auch schweren Weg zu einem Neuanfang und Zusammenbleiben gefunden haben.

Großen Schmerz und großes Bedauern empfinde ich, wenn ich sehe, wie eine von mir sehr geschätzte Theologin und Frau in das Muster verfällt, die Tatsache, dass sie das Amt führt, für wichtiger zu halten als das Amt selbst. Das kennen wir aus der Politik und oft auch aus der Wirtschaft. Und diese Nuancen Unterschied wären es, die Kirche glaubwürdig(er) machen könnten.

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Kommentare:

  1. Genau wegen solcher Diskussionen wenden sich die Menschen von der Kirche ab. Frau Kaessmann ist eine gute Bischoefin und wird es auch als geschiedene Bischoefin bleiben. Und gerade weil ich sie fuer eine gute Bischoefin halte, bin ich mir sicher, dass sie fuer diesen Schritt gute Gruende hat und nicht leichtfertig eine Ehe aufgibt. Es steht zudem niemandem zu, darueber zu urteilen. Wir kennen die Gruende ja nicht einmal.

    Das Leben laeuft nicht so gradlinig wie sich das manche Kirchenverantwortlichen vorstellen. Auch nicht das Leben einer Bischoefin und ich halte auch nicht dass jede Ehe zu retten ist. Ich waere sehr froh, wenn die Not der Menschen in solchen Situationen mehr beruecksichtigt wuerde als theologische Diskussionen zu fuehren, die in der "realen Welt" keiner mehr versteht.

    Ich kann die hohen Scheidungszahlen auch nicht nachvollziehen, aber das Verurteilen der Geschiedenen als Suender genauso wenig.

    Ich halte es fuer ein gutes Zeichen, dass die Kirche so entschieden hat und faende sehr schade, wenn Frau Kaessmann zurueck getreten waere.

    Wer ohne Suende ist....

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  2. Jetzt verstehst Du vielleicht, Wolfgang, dass ich Religion für menschenfeindlich halte.

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  3. Christopher K17.5.07

    Sehr d'accord. Das für mich Lustige beim Lesen war, daß ich jeden Absatz vom Sinninhalt her vorrausahnte. Und ja, an diverse "Führungspersönlichkeiten" aus Politik/Wirtschaft mußte ich auch denken. Es ist eben nicht gute Führungsqualität (Leadership), wenn man am Amt klebt. Ein aktuelles Problem unserer Gesellschaft: die Anführer legen eine miese Performance hin. Durch die Bank weg.

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  4. Gewiss, eine gute und fundierte Argumentation. Kann ich in jedem Satz nachvollziehen.

    Doch die lutherische Kirche hat ja weniger Schwierigkeiten mit Scheidung als die katholische.

    Und "Bis dass der Tod Euch scheide" erscheint angesichts von Scheidungsraten mit Tendenz zu 50% und sog. "Lebensabschnittspartnern" in diesen modernen Zeiten hinfällig.

    Und was wollen wir unseren Kindern denn ethisch vorleben? "Ehe bis zum letzten Schuss"? Zusammenbleiben, "auf Teufel komm raus"? Davon habe ich genug Ehen in der Generation meiner Eltern erlebt.

    Die entscheidende Frage ist, wie man auch in einer solchen Situation fair, verantwortlich und ehrlich miteinander umgeht.

    Wie wäre es mit dem keinesfalls zynischen Standpunkt, dass Kirche den sich verändernden Gesellschaften anpassen muss und mit einer geschiedenen Bischöfin eben ein solches Zeichen setzt.

    Da passt doch auch gut der Ansatz "Krisen-PR" - den Fall Kässmann könnte man doch auch positiv verkaufen. Oder?

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  5. @Kaltmamsell: ehrlich gesagt, nein, immer noch nicht, was aber vielleicht auch daran liegt, dass ich mir ein Leben ohne Religion weder vorstellen kann noch erstrebenswert finde.

    @Christiane: Schade, dass du meinen wichtigsten Punkt nicht siehst - nämlich, dass es eben nicht um die Verurteilung als Sünder geht, sondern darum, Sünde als Sünde benennen zu können ohne den Menschen zu verurteilen.

    Ob Frau Käßmann eine gute Bischöfin ist, kann ich nicht beurteilen, da höre ich ganz unterschiedliches übrigens. Ich mag sie sehr und schätze ihre gradlinige Theologie extrem. Vielleicht bin ich deshalb enttäuscht: Ich hätte ihr ein konsequenteres Verhalten zugetraut.

    Meine Erfahrung ist nicht, dass eine konsequente Haltung dazu führt, dass sich Menschen abwenden, die nicht ohnehin schon mindestens innerlich fort sind. Dagegen erlebe ich oft, wie Menschen mit einer innigen Beziehung zu Gemeinde und zu ihrer Religion sich abwenden und in einer Art innere Immigration gehen, weil es den sichtbaren Vertretern der Kirche(n) an geistlicher Strahlkraft mangelt.

    Ich selbst bin heilfroh, dass unser Staat Ehescheidungen zulässt. Und ich bin heilfroh, dass unsere Kirche, anders als die katholische, nicht den Menschen, der scheitert, dafür verurteilt, sondern ihn in seinem Schmerz und seinem Scheitern begleitet.

    Ich glaube auch nicht, dass jede Ehe zu retten ist oder gar gerettet werden sollte oder könnte - aber ich kenne keinen Fall, den ich aus nächster Nähe gesehen oder begleitet habe, in dem die Trennung nicht (auch) unglaubliches Leid für mindestens einige der Beteiligten bedeutet hätte.

    Meine auch hier im Blog ja oft geäußerte Überzeugung ist, dass die Tatsache, dass eine Trennung keine denkbare Option ist (was nicht heißt, dass sie nicht passieren kann), dazu führt, dass ich achtsamer mit meiner Beziehung und mit den Menschen, an die ich mich für dieses Leben gebunden habe, umgehe.

    Ich bin fest überzeugt, dass die Kirche am Unbedingten der lebenslangen Ehe festhalten muss, wenn sie glaubwürdig und menschenfreundlich sein will. Gerade auch aus pragmatischen Gründen und nicht etwa "nur" aus abstrake theologischen. Eine Religion, die nicht sperrig ist zur Realität, sondern kuschelig affirmativ, hat imho keine Existenzberechtigung, sondern ist das, was ihrer Kritiker jeder Religion (fälschlich) vorwerfen: Opium und menschenverachtend und systemstabilisierend.

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  6. Fuer mich ist nicht jede Scheidung eine Suende, auch wenn die Kirche das so sieht. Jemand, der sich nach Gewalt durch den Ehepartner von ihm trennt (um mal ein Beispiel zu nennen), begeht keine Suende, wenn er sich scheiden laesst. Daran glaube ich einfach nicht. Das ist fuer mich unmenschlich.

    Fuer mich kommt es sehr auf den Einzelfall an. So lange ich die Beweggruende von Frau Kaessmann nicht in allen Details kenne, kann ich nicht ihren Ruecktritt fordern. Den Grundsatz "Bischoefe duerfen sich nicht scheiden lassen" finde ich zu kurz gedacht. Geht es nicht eher um die Verantwortung fuer die Ehe?

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  7. Nein, auch für mich ist nicht jede Scheidung "Sünde" - wohl aber ein Scheitern. Und auch eine Trennung nach Gewalt ist nicht schmerzfrei, aber bestimmt für das Opfer schmerzärmer als zu bleiben. Selbstverständlich.

    Ein Mensch kann nicht leben, ohne immer wieder Schuld auf sich zu laden. Alles andere anzunehmen, wäre unmenschlich. Immer wieder kommt er in Situationen, in denen es keine "gute" Lösung gibt. Und ich habe nur sehr wenige Menschen erlebt, die eine Trennung als durchweg gut empfunden haben, selbst wenn sie die treibende Kraft waren.

    Aber mir geht es hier einerseits nicht um die Frage, ob eine Scheidung gut oder böse, richtig oder falsch ist - das kann nur in jedem konkreten Fall von den Betroffenen beurteilt werden, wenn überhaupt.

    Aber aus den Konkretionen auf das Allgemeine zu Schließen oder gar keine Schlüsse mehr zu ziehen, ist der Ausverkauf der Ethik, so wie es in den letzten fünfzig Jahren die angelsächsische Tradition des Utilitarimus teilweise betrieben hat.

    Die Zumutung der Religion ist meines Erachtens, ein Symbol für "das Richtige" an sich zu sein - im Wissen darum, dass das selten gelingt und immer wieder scheitert. Aber aus dem Scheitern zu schließen, dass die "Regel" nicht gelte, ist intellektuell und geistlich armselig, finde ich (und dicht am naturalistischen Fehlschluss).

    Eine Bischöfin ist nicht nur Frau, sondern ihr Amt ist auch Symbol, im Grunde wie eine "Corporate Personality".

    Und deshalb denke ich: Wenn eine Synode (u.a. das Wahlgremium für Bischöfe) eine geschiedene Bischöfin wählt (wie in Lübeck), ist das absolut ok. Aber so wie ich denke, dass sie zurücktreten würde, wenn sie auf einmal buddhistisch würde, so sollte sie auch zurücktreten, wenn ihr Leben mit der Verkündigung in Konflikt gerät.

    Ich persönlich kann gut damit leben, dass sie Bischöfin bleibt und hätte sie auch als Krichenleitung nicht zum Verzicht aufgefordert. Aber wünschte mir, sie hätte es von sich aus getan.

    Die Stärke der lutherischen Kirchen ist historisch, dass sie nicht jeder gefälligen Mode hinterher gelaufen sind. Nicht umsonst sind es ausschließlich lutherische Kirchen gewesen, die als Landeskirchen der Versuchung der Deutschen Christen widerstanden haben und so genannte "intakte Kirchen" geblieben sind. Diese Sperrigkeit gilt es m.E. zu bewahren in einer Zeit, die geistlich arm ist.

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  8. Da sind wir jetzt aber ziemlich Dicht an einer Diskussion von Moral und Ethik überhaupt - wohl dem Grundanliegen des "Haltungsturners".

    Mit dem Begriff "Sünde" kann ich nichts (mehr) anfangen. Und hie und da ist mir in den Kommentaren zu Käßmann zu viel "Moralin" im Spiel.

    "Richtig" und "falsch" zu unterscheiden fällt mir - je länger ich darüber grübele - zunehmend schwerer. Habe mich gerade neulich vom Kantschen "Kategorischen Imperativ" verabschiedet.

    Wie war das nochmal? Cuius regio, euis religio? Oder: Wie viel Moral (v)erträgt diese Gesellschaft noch?

    Ich meine, wir haben grundsätzlich eine heftige ethische Krise in diesem unserem Staate, die manchen durchaus berechtigt in dem Glauben stärkt, sich vom Diktat der Wasserprediger guten Gewissens verabschieden zu können.

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  9. Im Zusammenhang mit unserem Gedankenaustausch möchte ich auch auf einen interessanten Artikel in der letzten "chrismon" hinweisen. Siehe: http://www.chrismon.de/vorbilder.php

    Luther und Melanchthon haben Philipp dem Großmütigen (1518 - 1567) demnach nach einigen Bedenken gar die Zustimmung zu einer "Zweitehe vor Gott" gegeben - allerdings unter der Maßgabe, davon nicht viel Aufhebens zu machen.

    Interessant für mich war auch, dass Bigamie offenbar im AT erwähnt und im NT nicht ausdrücklich verboten ist.

    Worüber regt man sich also heute auf?

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  10. christian m.21.5.07

    Für mich, der ich mich als einen von einer Konfession unabhängig spirituell bewußten Menschen sehe, ist die Zeit, in der mir von außen gezeigt werden muß welches Leben "richtig" und welches Leben "falsch" ist, vorbei. Ich denke es ist gleichzeitig Fluch und große Chance unseres Zeitalters, daß ich zwar eine große Eigenverantwortung für mein Handeln aufbringen muß, mit der auch viele überfordert sind, aber gleichzeitig als ein (innerlich) erwachsener Mensch, selber zu entscheiden habe, was für mich persönlich richtig und falsch ist. Und wenn ich dabei eine Hilfe benötige mir diese auch holen kann. Ich mißtraue den Monopolisten für Wahrheit, auch wenn sie es noch so gut meinen. Wir brauchen keine Erzieher mehr, wir sind selber groß. Ein schöner Satz aus der Konstruktivistenszene: "Wer die Wahrheit kennt ist ein Lügner !"

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  11. Ich sehe die (ethische) Krise auch, sehe die Ursachen aber unter anderem darin, dass es eben immer weniger ethisch stringente Vorbilder gibt - eben weil sich beispielsweise die Kirchen immer mehr auf gefällige Wischiwaschi-Positionen einlassen.

    Selbstverständlich kann es nicht darum gehen, anderen eine bestimmte Position aufzuzwingen oder vorzuschreiben - und selbstverständlich geht es nicht um "Wahrheit". Wohl aber darum, glaubwürdig zu vertreten, was einer selbst glaubt und für wahr hält (was nicht das gleiche ist, wie eine Wahrheit zu verkünden).

    Ich denke, die spannende Herausforderung ist heute, den Spagat zu schaffen zwischen einer liberalen Auffassung von "Wahrheit" und ihrer "Durchsetzung" (also dem Konsensprinzip, vgl. Rawls) und andererseits dem Bekennen der je eigenen "Wahrheit", um anderen ein Angebot zu machen, um ins Gespräch zu kommen über gelingendes Leben.

    Meine Erfahrung ist, dass das geht. Und dass es (ebenso wie es immer wieder Menschen gibt, die des Papstes wegen aus der evangelischen Kirche austreten) immer wieder zu Fragen kommt, wenn einer offen zu seinem Glauben steht.

    Platt gesagt: Jeder Glaubende steht heute in einer permanenten missionarischen Situation, womit ich meine, dass er in einer Umgebung, in der er mit seinem jewieligen Glauben in der Minderheit ist, zu einem Ansprechpartner wird. Und um zum Ausgangspunkt des Posts zurückzukommen: Diese missionarische Situation erfordert imho ein Mindestmaß an Übereinstimmung von Reden und Leben (damit eben keine wasserpredigenden Weintrinker rauskommen, sondern weinpredigende Weintrinker). Das sehe ich für die hannoversche Kirche an einer bestimmten Stelle nun gefährdert. Und das finde ich leichtfertig von der Bischöfin.

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  12. christian m.22.5.07

    Als ein Immer-Noch-Kirchenmitglied halte ich eine offizielle Haltung der Kirche für die EINE Ehe (und bitte keine zweite) für sehr problematisch. Glaubwürdigkeit, auch die von Frau Käsmann, macht sich doch nicht im Beibehalten von (erstarrten) Lebensformen fest. Vielmehr fände ich es besonders wichtig, wenn die Kirche die Menschen an ihre Verantwortung erinnert, wenn sie darauf hinwirkt sich Entscheidungen wie die Trennung oder Scheidung nicht leichtzumachen und es vielleicht auch nochmal zu versuchen. Aber auch eine Trennung/Scheidung kann, bei allem Schmerz für die Beteiligten, sehr verantwortlich und "erwachsen" umgesetzt werden und damit auch eine Vorbildfunktion haben. Für mich ist es nicht die Scheidung als solches, oder was auch immer, es ist die Haltung, mit der ich etwas mache. Das müssten Sie doch verstehen Herr Haltungsturner ;-) Was den Widerspruch des Verhaltens von Frau Käsmann mit der Haltung ihrer Amtskirche betrifft, so erlebe ich, soweit ich es mitbekomme, hierzu in der Kirche keine einheitliche Haltung. Auch die evangelische Kirche erlebe ich hier noch mehr auf der Suche nach ihrer ethischen Haltung, als die katholische. Diese Suche nach einer verantwortlichen Ethik macht doch erst die Lebendigkeit und Attraktivität einer Kirche aus - auch Menschen, die ihre individuellen Antworten schon gefunden haben, aber bitte nicht allgemeinverbindliche Vorgaben.

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  13. @christian: Ja, dieses Suchen macht die Lebendigkeit aus und, ja, es gibt keine einheitliche Haltung.

    Wenn es die gäbe, müsste ich ja nicht meine ausbreiten. :-) In einem solchen Meinungsbindungsprozess wird es viele Meinungen und Haltungen geben.

    Meine ist, dass ich es für hilfreicher für die Strahlkraft der Kirche gehalten hätte, wäre sie zurückgetreten, dass ich es aus seelsorglichen und theologischen Gründen besser fände.

    ABER: Ich fordere nicht ihren Rücktritt! Ich kann "damit leben", wie es ist, werder das eine noch das andere entfremdet mich persönlich von meiner Kirche (das machen ganz andere Sachen, aber nicht zu knapp) und meinem Glauben.

    Traurig allerdings machen mich Argumente, die in die Richtung gehen, dass sie durch ihre Scheidung geradezu lebennah oder lebensnäher werde. Das stimmt einfach nicht. Denn wenn die Liebe stirbt, ist es nicht lebens- sondern todesnah. Und wenn einer oder eine scheitert mit ihrem Lebensentwurf, dann ist das nichts, was mich freut.

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