31.3.07

Sehr geehrter Herr Dohmen,

über Ihren offenen Brief an Hern Mehdorn habe ich mich wirklich geärgert. Nicht so sehr, weil ich es nicht auch schon so erlebt hätte, dass sowohl ein Problem mit einem Zug auftrat als auch die Informationen viel zu spät und zu spärlich kamen.

Sondern vielmehr, weil ich weder Ihre Schlüsse noch Ihre Ausgangsposition nachvollziehen kann.

Ich bin Vielfahrer mit einer BahnCard 100 (Netzkarte) und auch Vielflieger und Vielautofahrer. Und ich muss Ihnen sagen: Von diesen drei Verkehrsmitteln ist die Bahn nicht nur die mit Abstand pünktlichste, sondern auch die mit dem höchsten Komfort, was Arbeitsmöglichkeiten, Telefonverbindungen usf. angeht.

Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich auf der Strecke Hamburg-Frankfurt, die ich sehr regelmäßig fahre, weit häufiger pünktlich oder fast pünktlich ankomme, wenn ich Bahn fahre (und das in einer konkurrenzlosen Zeit). Das gelingt mit nie, wirklich nie mit dem Flieger oder dem Auto.

Was mich ärgert, sind die unterirdischen Züge, die auf den IC-Strecken ins Rheinland eingesetzt werden. Aber die Punkte, die Sie kritisieren, kann ich nicht nachvollziehen.

Von einem verunglückten Weg auf eine grundsätzliche Unfähigkeit zu schließen, hätte ich Ihnen echt nicht zugetraut, so wie ich Ihre Artikel bisher erlebt habe.

Herzliche Grüße,

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29.3.07

Nich HipHop

Schließ ich mich mal dem Herrn Knüwer an. Und angesichts der Tokio Hotel Invasion vor der Tür sind Kopfhörer und das Web doch was Feines. Wie gut das das hier kein Hip-Hop ist, denn sonst fände ich es vielleicht nicht gut:


Link: sevenload.com

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28.3.07

Das Grundsatzproblem männlich-brutaler Sprache

Nein, es hat nichts mit Freier Rede oder mit deftiger, unzensierter Sprache zu tun. Es ist einfach - klar ausgedrückt - scheiße, wenn einige (männliche) Blogger, die sich selbst zur Blogelite zählen, sprachlich und inhaltlich so sehr daneben greifen. Ich bin froh, dass rund um Kathy Sierra immer mehr davon nach oben gespült wird. Beispielsweise der bedrückende (und zugleich kämpferisch-ermutigende) Post von Michelle Malkin: A message to the techblogging elite

I sympathize and empathize greatly with Sierra. Death threats and misogynistic epithets and comments suck. But I find the response of the tech blogging elite rather underwhelming and unbecoming.
Es ist nicht einfach nur leichtfertig, es ist absolut verachtenswürdig, wie hier mit Frauen und überhaupt mit Menchen umgegangen wird. Erinnert mich sehr an das trollige Verhalten, das auch hier in manchen Ecken Klein-Bloggersdorfs um sich griff in den letzten Jahren, wenn jemand am Fluss saß und auf die Leichen wartete oder dauernd von Johurnaille oder Linkhuren sprach. Oder davon, dass jede meiner Kolleginnen ein williges Opfer männlicher Allmachtsfantasien sei (oder wie soll ich das bekloppte misogyne Ichf*ckeuchalle der marktfreien Groupies von Exrebellen interpretieren?).



Ich habe es - obwohl im persönlichen Gespräch immer mal wieder kritisierend - bisher hingenommen als albernes Stilmittel der (berechtigten) Kritik. Damit ist nun Schluss. Denn ich kann keinen wesentlichen Unterschied erkennen zwischen dieser sexualisierten, frauenfeindlichen, militärischen Sprache und den bei Malkin zitierten Passagen in liberalen US-Blogs. Igitt.





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Bill, Tokio Hotel, is really here



And no security. (Tokio Hotel is a teenager band phenomenon here in Germany, all our girls here in the agency - all around 30 btw - go crazy.)

Didn't know the music, they are doing yet, but had to listen all afternoon - they were just across the street here at Kampnagel. Look out of my office's window.....

27.3.07

Noch einmal zur Linie, die gelten muss

Ich war heute nicht viel online und habe nicht viele Kommentare gelesen in der Kathy Sierra Sache. Aber ihren Post mitsamt den Kommentaren und den von Chris Locke (vielleicht trage ich die Links noch mal nach, sonst beim Werbeblogger...). Mit der grossartigen Suw Charman habe ich ueber anonymes Bloggen diskutiert (via twitter), und mit Freunden und Kollegen ein bisschen gesprochen.

Was mir, auch zusammen mit dem "Ursula"-Kram heute, neben der Verachtung fuer die sexistischen und ekligen Drohungen bleibt, ist die Sicherheit, dass ich ab sofort auch geringere Verstoesse gegen das, was ich als Linie empfinde, nicht mehr hinnehmen werde.

Ich vbin als Mann nicht von Sexismus und Gewalt betroffen (bisher), aber als relativ exponierter Blogger in einer umstrittenen Branche lese ich ja schon auch das eine oder andere, was nur mittelviel Spass macht.

Meine Regel ist schon laenger, dass ich nicht mit anonymen Kritikern rede. Und meine Erfahrung ist ebenfalls schon laenger, dass Menschen, die sich bei Kritik hinter ihrer Anonymitaet verstecken, weit haeufiger die Grenze jeder Zivilisation hinter sich lassen.

Aber ich gehe heute einen Schritt weiter: Ich akzeptiere nicht mehr, wenn jemand sich einer sexualisierten oder militarisierten Sprache bedient - vielleicht sogar noch kokett versteckt hinter der Ausrede, das sei  ja nur seine pseudonymisierte Kunstfigur und gar nicht er selbst.

Wer so agiert, verabschiedet sich aus der Zivilisation. Und der Schritt von dieser Verrohung zu den echten Drohungen und Sexismen ist mir zu klein.

Fuer mich ist das die Grenze.

(Per Mail via Blackberry)

Kathy Sierra

Ich bin unterwegs und kann keine Links posten, beim Werbeblogger gibt es welche, ich hab heute frueh auch via twitter was erstes gesagt.

Aber ich bin schockiert und sauer, dass Beleidigungen und Drohungen vorkommen, die so sehr an die Substanz gehen.

Es bestaerkt mich in meiner klaren Position zu anonymem Bloggen: Ich kann Frauen verstehen, die anonym bleiben (wollen), weil sie vor genau so etwas Angst haben. Eine Angst, die real ist und aus dem "richtigen" Leben kommt.

Aber ich lehne anonymes Bloggen ansonsten vollstaendich ab. Es ist eine absurde und bigotte Unkultur und ich weigere mich zunehmend, mit Pseudonymen zu diskutieren, die nicht beispielsweise durch das eigene Blog ausgeloest werden.

Ich selbst bin in den letzten zwei Jahren und besonders im letzten halben Jahr auch oft in einer Weise attackiert worden, die ich als ueber die Linie empfunden habe. Schon das tat hin und wieder weh, wie ich hier ja auch geschrieben hatte.

Das, was mit Kathy passiert, ist aber eine andere Qualitaet als alles, was ich bisher erlebt habe, selbst mit den ueblichen schizoiden Psychopathen.

Die einzige fuer mich sinnvolle Konsequenz, die ich spontan sehe, ist, anonymes Bloggen noch weiter zu aechten als es das schon ist. Meinungen, zu denen ich nicht mit meinem Namen stehe, sind eh nichts wert.

(Mobil per Mail via Blackberry)

26.3.07

Suchen

Nur mal so gefragt:



  • Hat Albrecht Müller schon wieder ein Buch geschrieben? Oder was ist los, dass seit dem Wochenende dauernd und massenweise Google-Nutzer hier reinschneien (immerhin landen die in einem meiner Lieblingsbeiträge)?
  • Lustig an einer längeren Lektüreliste, wie ich sie (muss ich dringend updaten) am Rand führe, ist, dass ich richtig viele Treffer von - schätze ich mal - Schülern oder so habe. Meine liebste Suche heute: "stolz und vorurteil zusammenfassung kurz". War aber auch schon spät, da müssen die langsam auch ins Bett und mit den Hausaufgaben fertig sein. Obwohl sich das Buch mehr als lohnt, auch in voller Länge!
  • Immer wieder gern genommen, nachdem die eineinhalb Wochen, an denen die Leute von Spiegel intensiv da waren, vorbei sind, sind die Suchen nach "ihr wunschurlaub". Aber da gibts keine neuen Entwicklungen....





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25.3.07

Es war ein toller Tag



Frühling, nahezu Sommer (gefühlt allemal), langer Spaziergang mit den beiden kleinen Kindern, eins davon im Tandem auf unserem Teddy-Sofa.

Ich hab einen tierischen Sonnenbrand, ehrlich....

24.3.07

Erbfreunde

Ein alter Freund von mir sagte immer, die Franzosen seien nicht unsere Freunde, sondern unsere Brüder - denn Freunde könne man sich aussuchen. Ich bin trotzdem immer gerne da und nehme die Eigenarten hin (wie den abstrusen Umgang mit Ausländern und Fremdsprachen, von dem die Kollegen berichten, die erst seit ein paar Jahren in Paris leben und am Anfang besser im Indischen odeer Englischen waren als im Französischen).



Und so konnte ich auch damit umgehen, dass mich beim Landen gleich einer abfischen und für 70 EUR in die Stadt fahren wollte (das richtige Taxi war später nur gut die Hälfte). Es ist einfach schön, hin und wieder in eine Metropole zu fahren, so sehr ich die Provinzalität meiner Stadt genieße (und so abstoßend ich die Pseudourbanität Berlins finde).



Das Lusthansa-Team war gut drauf, der Pilot entschuldigte sich für die große Verspätung damit, dass - so wörtlich - "der Bodenservice hier in Paris unter aller Kanone" sei. Was alle, die direkt vorher durch die Sicherheitskontrolle mussten, unmittelmar nachvollziehen konnten.



Schade nur, dass in der Zwischenzeit jemand meinem Fahrrad, das am Bahnhof stand, eine Speiche durchgebrochen hatte. Aber das war unserem Speckgürtel in Hamburg.



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23.3.07

Kreativität

Ein Tag wie heute in Paris mit 15 Kollegen aus Europa und den USA ist ein echtes Highlight. Ich hab ja schon häufiger darüber gesprochen, dass ich am richtigen Platz bin (und dass ich in meinem ersten Leben wirklich genug Agenturen von innen gesehen habe, um diese hier zu genießen). Große Ideen aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen - und intensive Diskussionen, was warum funktioniert hat (und was warum nicht).

Intensiv, inspirierend und - ja auch - anstrengend. Insofern ist es auch egal, dass es draußen regnet. Ununterbrochen.

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