Meine Privatempirie über die Nutzung von Instant Messenging (Chat) jenseits von Jugendlichen zeitigt immer mal wieder erstaunliche Ergebnisse. Jetzt sprach ich mit einem Anwalt aus einer großen internationalen Sozietät - und obwohl da alles sehr konservativ und steif zugeht, sind sie Heavy Users von IM. Und das nicht nur intern, sondern auch und gerade mit Kunden.
Spannend fand ich typische Anwendungen:
* Weil bei vielen Kunden E-Mails dauerhaft archiviert werden (bei Banken beispielsweise), nutzt er IM gezielt, um sensible Fragen anzusprechen, weil die dann unterhalb des Überwachungsradars laufen.
* Bei Telefonkonferenzen mit Clienten und anderen Beiteiligten hat er eigentlich immer einen IM mit dem Clienten offen, um kurze Absprachen zu ermöglichen.
Gute Ideen!
Ich nutze IM ja auch zunehmend, um meine Mailbox sauber zu halten und um kurze Absprachen zu treffen. Manchmal sogar für längeren Klönschnack....
19.9.06
18.9.06
Da werden manche ganz schön hibbelig...
Wenn ich bedenke, wie sehr viele Medienhäuser gerade das Thema Video im Web (und in der Konsequenz vor allem auch Video für mobile Anwendungen, das ist ja das eigentlich spannende mittelfristig) beobachten, wie sehr sie intern damit experimentieren, wie stark es die Diskussion intern und mit ihren Kommunikatoren bestimmt, wird der eine oder die andere mit Sicherheit nervös und hibbelig angesichts dieser Lonelygirl15-Euphorie.
Was mich daran bewegt - mal abgesehen von meinem unbeholfenen Versuch heute vor zwei Wochen, mitzuspekulieren, was da dran sein mag (ja, auch ich lag daneben, klar) -, ist vor allem die enorme Begeisterung, die die Menschen entwickelt haben, die ihre Videos mochten (in unserem PR-Sprech: das engagement der community). Wenn man den MTV-Interviews der Macher glaubt (und dagegen spricht nichts), wurden sie selbst auch überrollt vom Erfolg.
Das Experiment des gemeinsamen Geschichtenerzählens und der Feedbacks der Fans, die Idee, dieses Feedback einzubauen, daraus die Geschichte weiterzuentwickeln - das ist schon toll. Und so radikal eben erst über diesen neumodischen Krams mit den Videoplattformen und so möglich. Wer will oder braucht da noch eine klassische Telenovela?
Von Anfang an beeindruckt (und deshalb auch meine anfängliche Fehleinschätzung, es könne wirklich Marketing sein) war ich von dem Fokus auf dieses Mädchen und seine Augen - im Grunde vom Kindchen- oder Lolita-Schema, das sofort diesen Beschützerinstinkt auslöst. Sehr schön schon letzte Woche zusammengefasst von Nils Jacobsen.
Meine Meinung dazu:
Hier haben wir wirklich und live beobachten können, wie das komische Web_2.0 Medien verändert (hat). An dieser Geschichte werde ich neue, "innovative" TV-Formate messen...
Was mich daran bewegt - mal abgesehen von meinem unbeholfenen Versuch heute vor zwei Wochen, mitzuspekulieren, was da dran sein mag (ja, auch ich lag daneben, klar) -, ist vor allem die enorme Begeisterung, die die Menschen entwickelt haben, die ihre Videos mochten (in unserem PR-Sprech: das engagement der community). Wenn man den MTV-Interviews der Macher glaubt (und dagegen spricht nichts), wurden sie selbst auch überrollt vom Erfolg.
Das Experiment des gemeinsamen Geschichtenerzählens und der Feedbacks der Fans, die Idee, dieses Feedback einzubauen, daraus die Geschichte weiterzuentwickeln - das ist schon toll. Und so radikal eben erst über diesen neumodischen Krams mit den Videoplattformen und so möglich. Wer will oder braucht da noch eine klassische Telenovela?
Von Anfang an beeindruckt (und deshalb auch meine anfängliche Fehleinschätzung, es könne wirklich Marketing sein) war ich von dem Fokus auf dieses Mädchen und seine Augen - im Grunde vom Kindchen- oder Lolita-Schema, das sofort diesen Beschützerinstinkt auslöst. Sehr schön schon letzte Woche zusammengefasst von Nils Jacobsen.
Meine Meinung dazu:
Hier haben wir wirklich und live beobachten können, wie das komische Web_2.0 Medien verändert (hat). An dieser Geschichte werde ich neue, "innovative" TV-Formate messen...
hirntote Überraschung
Entsetzen über rund sieben Prozent für Faschisten an der Ostsee - das kann ich verstehen. Aufgescheuchte Überraschung heucheln - das kann ich nicht verstehen. Denn dieses Ergebnis ist ja weder in der Höhe noch vom Zeitpunkt her überraschend. Und wer es jetzt flugs mit dem Versagen der Koalitionen begründet, hat sich entweder noch nie mit dem neuen Faschismus und seinen Strukturen und seiner Strategie beschäftigt, oder argumentiert wider besseres Wissen, weil es ja so schön bequem ist.
Immer wieder, auch jetzt, weise ich deshalb auf die Artikel von Toralf Staud hin, der nicht nur ein intimer Kenner der Materie ist, sondern seit Jahren auch leicht verständlich dieses Wissen aufbereitet - beispielsweise vorletzte Woche in der Zeit wieder einmal plastisch und eindrücklich. Wer jenseits der hirntoten Dummparolen etwas über die Hintergründe des enormen kulturellen und strukturellen Erfolgs der Faschisten im Nordosten wissen will, sollte das unbedingt lesen. Ebenso wie alles andere, was Staud in den letzten Jahren geschrieben hat.
Das, was da passiert, lässt sich mit den klassischen Mitteln bürgerlicher Politik weder beschreiben noch bekämpfen. Denn das, was wir, die wir in den 80ern in der Antifa-Arbeit steckten, damals schon gesehen haben, wurde von den Kadern (die in der zweiten Hälfte der 80er in den Ballungsräumen des Westens gearbeitet haben) unmittelbar nach 89 im Nordosten und in Teilen Sachsens umgesetzt: Das Gramschische Konzept der kulturellen Hegemonie. Während die Linke in diesem Land immer nur davon schwadroniert hat, aber durch ihre sektenähnliche Struktur nicht in der Lage (und wohl auch nicht willens) war, es umzusetzen - und während die Grünen zwar faktisch in ihrem Kernthema Ökologie eine kulturelle Hegemonie erreicht haben, sie aber politisch nicht nachhaltig kapitalisieren konnten -, ist es den Faschisten gelungen, Gramschis Konzept umzusetzen.
Wenn heute in diesen Gegenden oft die Wortführer bei Elternabenden, die Engagierten in Jugendhäusern oder die Handwerker, die sich um Ausbildung kümmern, fest in den faschistischen Strukturen verwurzelt sind und zugleich ein effizientes Netzwerk aus Hilfe, Agitation und Sympathie (!) schaffen, dann ist mit den ewig gleichen Parolen aus dem Politikbetrieb nichts auszurichten.
Im Kern braucht der neue Faschismus dort, wo er faktisch die Lufthoheit hat (und bei über 20% in manchen Gegenden kann man davon sprechen), nicht einmal mehr das Versagen der Regierungen als Folie. Es ist nur noch der willkommene Verstärker. Aber selbst wenn Hartz IV oder ähnliche Sach- und Wortungetüme (als PR-Mensch dreht sich mir jedes Mal der Magen um, wenn ich davon lese) nicht wären, würde das an ihren Erfolgen nichts ändern.
Ohne fatalistisch sein zu wollen: Wir werden in den Gegenden, die sie zu ihren Experimentierbuden auserkoren haben, noch lange und stabil mit Faschisten und weiter steigender Zustimmung zu ihnen leben müssen. Die Hoffnung, sie ließen sich entzaubern, ist ungefähr genauso dumm wie die Erklärungsversuche mit Hartz IV. Die rund 15 Jahre, die sie gebraucht haben, um ihre Strukturen krisensicher aufzubauen, lassen sich nicht mal eben wegwischen...
Immer wieder, auch jetzt, weise ich deshalb auf die Artikel von Toralf Staud hin, der nicht nur ein intimer Kenner der Materie ist, sondern seit Jahren auch leicht verständlich dieses Wissen aufbereitet - beispielsweise vorletzte Woche in der Zeit wieder einmal plastisch und eindrücklich. Wer jenseits der hirntoten Dummparolen etwas über die Hintergründe des enormen kulturellen und strukturellen Erfolgs der Faschisten im Nordosten wissen will, sollte das unbedingt lesen. Ebenso wie alles andere, was Staud in den letzten Jahren geschrieben hat.
Das, was da passiert, lässt sich mit den klassischen Mitteln bürgerlicher Politik weder beschreiben noch bekämpfen. Denn das, was wir, die wir in den 80ern in der Antifa-Arbeit steckten, damals schon gesehen haben, wurde von den Kadern (die in der zweiten Hälfte der 80er in den Ballungsräumen des Westens gearbeitet haben) unmittelbar nach 89 im Nordosten und in Teilen Sachsens umgesetzt: Das Gramschische Konzept der kulturellen Hegemonie. Während die Linke in diesem Land immer nur davon schwadroniert hat, aber durch ihre sektenähnliche Struktur nicht in der Lage (und wohl auch nicht willens) war, es umzusetzen - und während die Grünen zwar faktisch in ihrem Kernthema Ökologie eine kulturelle Hegemonie erreicht haben, sie aber politisch nicht nachhaltig kapitalisieren konnten -, ist es den Faschisten gelungen, Gramschis Konzept umzusetzen.
Wenn heute in diesen Gegenden oft die Wortführer bei Elternabenden, die Engagierten in Jugendhäusern oder die Handwerker, die sich um Ausbildung kümmern, fest in den faschistischen Strukturen verwurzelt sind und zugleich ein effizientes Netzwerk aus Hilfe, Agitation und Sympathie (!) schaffen, dann ist mit den ewig gleichen Parolen aus dem Politikbetrieb nichts auszurichten.
Im Kern braucht der neue Faschismus dort, wo er faktisch die Lufthoheit hat (und bei über 20% in manchen Gegenden kann man davon sprechen), nicht einmal mehr das Versagen der Regierungen als Folie. Es ist nur noch der willkommene Verstärker. Aber selbst wenn Hartz IV oder ähnliche Sach- und Wortungetüme (als PR-Mensch dreht sich mir jedes Mal der Magen um, wenn ich davon lese) nicht wären, würde das an ihren Erfolgen nichts ändern.
Ohne fatalistisch sein zu wollen: Wir werden in den Gegenden, die sie zu ihren Experimentierbuden auserkoren haben, noch lange und stabil mit Faschisten und weiter steigender Zustimmung zu ihnen leben müssen. Die Hoffnung, sie ließen sich entzaubern, ist ungefähr genauso dumm wie die Erklärungsversuche mit Hartz IV. Die rund 15 Jahre, die sie gebraucht haben, um ihre Strukturen krisensicher aufzubauen, lassen sich nicht mal eben wegwischen...
13.9.06
kurzweilige Bahnfahrt
Ich fahre ja gern Bahn, auch wenn ich oft froh bin, dass ich meinen iPod auf die Ohren stöpseln kann. Heute aber war die Rückfahrt aus Frankfurt extrem kurzweilig. Die ältere, vollschlanke Dame schräg gegenüber am Tisch, die meinen Nachbar so angepflaumt hatte, weil er sich partout in einem vollständig vollen Zug dahin setzen wollte, wo ihre Füße lagen (nämlich auf den Sitz neben mir), hatte irgendwann ihr Handy verloren und war völlig aufgelöst. Die vierte an unserem Tisch, ebenfalls Vielfahrerin mit einer BahnCard 100, und ich haben ihr dann ein bisschen geholfen, beispielsweise mal dies Handy angerufen (Mailbox) und dann - dieses UMTS-Babyfon sei Dank - im Web den Kundenservice ihres Providers rausgesucht. Zum Glück hatte sie ja noch ihr Schweizer Handy.
Jedenfalls telefonierte sie dann dauernd mit ihrem Mann in Italien, der sich um alles kümmern sollte (später erklärte sie lautstark, dass sie sehr emanzipiert sei). Als dann ihr Name fiel, hab ich sie schnell gegoogelt - und siehe da, wenn ich schlechte Serien sähe, kennte ich sie wohl. Sie aber taute langsam auf - und entschuldigte sich wortreich, dass sie vorhin so eklig zu meinem Nachbarn gewesen sei. Als ihr Mann sie anrief, um Entwarnung des Handys wegen zu geben, brach sie in Freudentränen aus, hätte ihre Nachbarin am liebsten geküsst und sich bei uns allen mehr als bedankt. Sie war richtig süß.
Zugleich aber auch erschütternd, wie das Schauspielerinnenleben in der Realität ist. Nicht mal die Reisekosten an den Drehort an der Nordsee für eine Serie hat die Produktionsfirma übernommen, weshalb sie eben nicht geflogen sei, sondern brav mit uns in der Bahn saß...
Jedenfalls telefonierte sie dann dauernd mit ihrem Mann in Italien, der sich um alles kümmern sollte (später erklärte sie lautstark, dass sie sehr emanzipiert sei). Als dann ihr Name fiel, hab ich sie schnell gegoogelt - und siehe da, wenn ich schlechte Serien sähe, kennte ich sie wohl. Sie aber taute langsam auf - und entschuldigte sich wortreich, dass sie vorhin so eklig zu meinem Nachbarn gewesen sei. Als ihr Mann sie anrief, um Entwarnung des Handys wegen zu geben, brach sie in Freudentränen aus, hätte ihre Nachbarin am liebsten geküsst und sich bei uns allen mehr als bedankt. Sie war richtig süß.
Zugleich aber auch erschütternd, wie das Schauspielerinnenleben in der Realität ist. Nicht mal die Reisekosten an den Drehort an der Nordsee für eine Serie hat die Produktionsfirma übernommen, weshalb sie eben nicht geflogen sei, sondern brav mit uns in der Bahn saß...
Frage des Tages
Seit wann ist eigentlich Hannover nicht mehr "Expo- und Messestadt", sondern nur noch "Messestadt"? Immerhin ein Fortschritt, was haben wir all die Jahre gelacht.
Ist mir heute auf dem Weg nach Frankfurt erstmals aufgefallen...
12.9.06
Ein klares Bekenntnis
Ich werde in diesen Tagen oft gefragt, ob ich mich wohl fühle bei Edelman. Ob ich am richtigen Ort bin, jetzt, einen guten Monat nachdem ich dort angefangen habe. Da muss ich nicht zögern: Ja!
Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich ein sehr kritisches Verhältnis zu PR-Agenturen habe, weshalb ich mir das hier auch lange überlegt hatte. Aber zum einen ist die Arbeit, die ich hier machen darf, spannend und toll - und zum anderen bin ich immer wieder beeindruckt von den klaren Positionen, die hier nicht nur möglich sind und gefördert werden, sondern in wirklich wichtigen Fragen auch von ganz oben und persönlich vorgetragen.
Ich frage mich oft, warum es europäischen Unternehmensführern oft so schwer fällt, so eindeutig und persönlich zu werden wie Richard Edelman in seinem heutigen Blogposting:
Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich ein sehr kritisches Verhältnis zu PR-Agenturen habe, weshalb ich mir das hier auch lange überlegt hatte. Aber zum einen ist die Arbeit, die ich hier machen darf, spannend und toll - und zum anderen bin ich immer wieder beeindruckt von den klaren Positionen, die hier nicht nur möglich sind und gefördert werden, sondern in wirklich wichtigen Fragen auch von ganz oben und persönlich vorgetragen.
Ich frage mich oft, warum es europäischen Unternehmensführern oft so schwer fällt, so eindeutig und persönlich zu werden wie Richard Edelman in seinem heutigen Blogposting:
"We should build public trust by demonstrating our commitment to diversity and tolerance, while refusing to accept words that are hurtful and discriminatory. We must be seen as agents of change, not defenders of a status quo that hides an ugly reality under the veneer of contrition."Lest bitte den ganzen Eintrag! Und: Ja, ich bin hier am richtigen Ort...
Auch ein Weg: negative Beachtung
Sehr spannend, was da seit letzter Woche bei OpenBC passiert. Und ein Lehrbeispiel, wie ich ein Problem zu einer Krise aufwerten kann. Insbesondere lohnt sich ein Blick darauf, wie die Mitarbeiterin von openBC agiert in diesem Forum - und auf welche patzige und wenig sensible Art sie mit der Kritik öffentlich umgeht.
Spannend wird der Fall vor allem dadurch, dass er nicht nur von Bloggern entdeckt und weitergedreht wird (nur mal als Beispiel Wolfgang Müller im CIO-Blog, das ja sehr viel verlinkt wird, obwohl es zu diesem merkwürdigen Netzwerk gehört), sondern auch im eskalieren und deeskalieren halbwegs transparent ist:
* Zum einen verstummt die Mitarbeiterin zunächst im Forum ausgerechnet nach einem Beitrag, der im Ton sehr -äh - ungewöhnlich war. Später schaltet sie sich mit einer bürokratisierten Formulierung noch einmal ein. Mir stellen sich da schon die Fragen, ob sie zum einen zunächst verstummen musste und zum anderen das später folgende Posting absgestimmter formuliert war. Jedenfalls ein ungünstiger Bruch in der Kommunikation.
* Zum anderen war ich sehr erstaunt über das kryptische Posting von Daniela im offiziellen Firmenblog, das mich (ich war ein paar Tage unterwegs und quasi nicht online) neugierig machte und auf das Problem gestoßen hat. Sie macht nichts klar, deutet nur an, weckt Fragen...
* Und zum dritten finde ich spannend, wie Patrick offen darüber spricht, dass Daniela ihn angerufen hat und was sie besprochen haben. So Recht er mit seinem Punkten, Thesen, Ideen oder so hat - tut man das? Fest steht jedenfalls: Es kann passieren, wenn ich im Gespräch nicht ausdrücklich darauf hinweise, dass dieses non blogable sei.
Update 14.9.: Patrick bittet mich, klarzustellen, dass er natürlich Danielas Zustimmung hatte. Das hatte ich auch eher angenommen, ehrlich gesagt (falls das anders wirkte, sei das ausdrücklich widerrufen). Trotzdem finde ich es falsch und würde es an seiner Stelle nicht posten und an ihrer Stelle nicht erlauben. Das hat nichts mit (mangelnder) Transparenz zu tun, denke ich, sondern damit, dass man sich auch off the records beraten können muss. / Update
Die Kritik und die Diskussion ist nicht mehr einzufangen - und wie immer in der Krisenkommunikation zeigt sich auch hier sehr gut: Die Fehler, die in den ersten Minuten gemacht werden, lassen sich nicht mehr korrigieren (was meine These stützt, dass sich durch Blogs und so die Krisenkommunikation nicht eigentlich ändert, sondern dass die Regeln auhc hier genauso gelten, wie im richtigen Leben). Die Geschichte dreht sich weiter. Heute haben mir mehrere Leute ungefragt erzählt, wie doof und unprofessionell sie das Rechnungswesen und das Beschwerdemanagement von OpenBC finden. Das hätten sie ohne diesen Forumsfaden nicht getan.
btw: Ich nutze OpenBC durchaus, habe zurzeit sogar eine bezahlte Mitgliedschaft. Allerdings bin ich so gut wie nicht aktiv in den Foren, in denen sich nach meinem Geschmack zu viele Menschen mit zu viel Zeit bei zu wenig Arbeit tummeln. Die für mich spannendste Funktion ist weiterhin, dass ich gucken kann, wer sich mein Profil anschaut - das ist für Neugeschäft möglicherweise interessant. Die ungefragten Kontaktwünsche von Menschen, die ich im richtigen Leben nicht kenne, nerven mich allerdings massiv. Lehne ich aber ohnehin ab.
Hinweis per IM von Christiane
Spannend wird der Fall vor allem dadurch, dass er nicht nur von Bloggern entdeckt und weitergedreht wird (nur mal als Beispiel Wolfgang Müller im CIO-Blog, das ja sehr viel verlinkt wird, obwohl es zu diesem merkwürdigen Netzwerk gehört), sondern auch im eskalieren und deeskalieren halbwegs transparent ist:
* Zum einen verstummt die Mitarbeiterin zunächst im Forum ausgerechnet nach einem Beitrag, der im Ton sehr -äh - ungewöhnlich war. Später schaltet sie sich mit einer bürokratisierten Formulierung noch einmal ein. Mir stellen sich da schon die Fragen, ob sie zum einen zunächst verstummen musste und zum anderen das später folgende Posting absgestimmter formuliert war. Jedenfalls ein ungünstiger Bruch in der Kommunikation.
* Zum anderen war ich sehr erstaunt über das kryptische Posting von Daniela im offiziellen Firmenblog, das mich (ich war ein paar Tage unterwegs und quasi nicht online) neugierig machte und auf das Problem gestoßen hat. Sie macht nichts klar, deutet nur an, weckt Fragen...
* Und zum dritten finde ich spannend, wie Patrick offen darüber spricht, dass Daniela ihn angerufen hat und was sie besprochen haben. So Recht er mit seinem Punkten, Thesen, Ideen oder so hat - tut man das? Fest steht jedenfalls: Es kann passieren, wenn ich im Gespräch nicht ausdrücklich darauf hinweise, dass dieses non blogable sei.
Update 14.9.: Patrick bittet mich, klarzustellen, dass er natürlich Danielas Zustimmung hatte. Das hatte ich auch eher angenommen, ehrlich gesagt (falls das anders wirkte, sei das ausdrücklich widerrufen). Trotzdem finde ich es falsch und würde es an seiner Stelle nicht posten und an ihrer Stelle nicht erlauben. Das hat nichts mit (mangelnder) Transparenz zu tun, denke ich, sondern damit, dass man sich auch off the records beraten können muss. / Update
Die Kritik und die Diskussion ist nicht mehr einzufangen - und wie immer in der Krisenkommunikation zeigt sich auch hier sehr gut: Die Fehler, die in den ersten Minuten gemacht werden, lassen sich nicht mehr korrigieren (was meine These stützt, dass sich durch Blogs und so die Krisenkommunikation nicht eigentlich ändert, sondern dass die Regeln auhc hier genauso gelten, wie im richtigen Leben). Die Geschichte dreht sich weiter. Heute haben mir mehrere Leute ungefragt erzählt, wie doof und unprofessionell sie das Rechnungswesen und das Beschwerdemanagement von OpenBC finden. Das hätten sie ohne diesen Forumsfaden nicht getan.
btw: Ich nutze OpenBC durchaus, habe zurzeit sogar eine bezahlte Mitgliedschaft. Allerdings bin ich so gut wie nicht aktiv in den Foren, in denen sich nach meinem Geschmack zu viele Menschen mit zu viel Zeit bei zu wenig Arbeit tummeln. Die für mich spannendste Funktion ist weiterhin, dass ich gucken kann, wer sich mein Profil anschaut - das ist für Neugeschäft möglicherweise interessant. Die ungefragten Kontaktwünsche von Menschen, die ich im richtigen Leben nicht kenne, nerven mich allerdings massiv. Lehne ich aber ohnehin ab.
Hinweis per IM von Christiane
8.9.06
so ist das ja immer
Kaum habe ich so ein Babyfon ins Büro, bei dem ich jede Menge Kompromisse machen musste, kommt genau das raus, was ich gewollt habe. Wieso passiert das immer mir?
User Generated Content
Einer der Gründe, warum wir immer schon gerne über Friedhöfe gegangen sind, vor allem in kleineren Orten, ist, dass anhand der Namen, dr Familiengräber, der Jahreszahlen und der Grabsprüche ganze Geschichten und Beziehungsgeflechte denkbar wurden und entstanden sind.
In früheren Zeiten waren die Grabsteine so ziemlich die einzige Form von User Generated Content, die es gab und zu der jeder irgendwie und irgendwann mal was beigetragen hat. Heute gibt es dafür Ebay. Beispielsweise dieses (ok, alte, schon lange abgelaufene) Angebot eBay: 1 Karte Rock am Ring 2006 wegen Exfreundin zu verkaufen, in dem es unter anderem heißt:
In früheren Zeiten waren die Grabsteine so ziemlich die einzige Form von User Generated Content, die es gab und zu der jeder irgendwie und irgendwann mal was beigetragen hat. Heute gibt es dafür Ebay. Beispielsweise dieses (ok, alte, schon lange abgelaufene) Angebot eBay: 1 Karte Rock am Ring 2006 wegen Exfreundin zu verkaufen, in dem es unter anderem heißt:
Ich dachte mir im Januar dieses Jahres: Hey cool, meine Freundin will zu Rock am Ring, klasse, das wird bestimmt cool. Das dachte ich bis vor einer Woche, sie sagte mir dann, hey ich liebe dich nicht mehr. Ich dachte mir nur: Scheiße, ich wär so gern zu Rock am Ring gegangen. Naja, jetzt fahr ich halt nicht mit. (ingo-king-1902)Eine halbe Lebens-, eine ganze Leidens- und ein Stück Beziehungsgeschichte scheinen auf. Und die Karte ging sogar knapp unter dem Einkaufspreis raus...
7.9.06
So gehen Jungs mit dem Scheiß um
Zynismus und guter Humor sind nun mal die einzige Möglichkeit, die grotesken Diskussionen zu ertragen. Wer es ernsthafter mag, ist bei Freiheit kann man nicht kaufen gut aufgehoben, das seit einiger Zeit zu meiner Pflichtlektüre gehört. Allemal besser als die unkritischen Medien. Dort habe ich auch den Link auf die sehr gute und sehr zurückhaltende Zusammenfassung von Bittner in seinem Zeit-Blog her, der nicht mal kommentieren muss, denn die Fakten rund um die schleichende Aushebelung der Freiheit durch die Regierenden sprechen für sich.
Aber zum Zynismus. Nico macht sich tiefschürfende Gedanken, auf die seine Kommentatoren ebenso substanziell antworten:
Aber zum Zynismus. Nico macht sich tiefschürfende Gedanken, auf die seine Kommentatoren ebenso substanziell antworten:
Woran kann man einen normalen unschuldigen Koffer von einem fiesen Terrorkoffer unterscheiden?Lesen!
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