20.10.05

Naja, und was soll daran Paid Content sein?

Bei der Überschrift war wohl mehr der Wunsch Vater des Gedanken:

Akzeptanz von Paid Content im Internet steigt.

Das jedenfalls hat das Anzeigenmarketing des Stern rausgefunden und vermeldet. Und erklärt stolz, dass 5,7 Mio Deutsche inzwischen im Web was kaufen würden.

Und damit geht es schon los: Nicht alles, was ich im Web kaufen kann, würde ich wirklich unter der Rubrik Content einordnen - zumal nicht, wenn ein Medienprodukt davon spricht. Da sind ja meistens andere "Inhalte" gemeint, auf die sich die Hoffnung Paid Content richtet, als die bejubelten Hochlichter der Zahlungsbereitschaft:
So laden nach den Ergebnissen der stern-Studie 62 Prozent der Zahlungsbereiten Softwarepakete aus dem Internet, 53 Prozent beschaffen sich Testberichte/Warentests in digitaler Form, für 47 Prozent gehören Musik-Downloads zur Webnutzung, und 34 Prozent laden Filme oder Videos auf ihre Festplatten.
(aus der PM des Stern)

Die Testberichte sind die einzigen klassischen "Medieninhalte", die in der Top-Liste auftauchen. Und das wundert mich nicht - dürfte sich das doch fast vollständig auf die Stiftung Warentest beziehen, die so etwas wie die Kirche der Kunden darstellt.

Ohne die Studie im Detail zu kennen: Allein nach der Pressemitteilung zu urteilen, scheint mir eher das Gegenteil der Fall zu sein: Paid Content spielt keine Rolle im Web. Und wird es auch nicht. Anders als Läden beispielsweise.

Kommentare:

  1. Einige ignorieren Konjunktive und verwechseln auch mal das Realitätsbewusstsein der Befragten mit dem was man als Befragter gerne hätte..

    So ging das auch mal bei einer Studie eines Autoreifenherstellers. Auf der PK wurde gesagt, de jungen Leute würden gerne mit Zeitverträgen arbeiten, tatsächlich aber haben die gesagt, dass sie damit rechnen, dass es nur noch Zeitverträge gibt.

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  2. Hmm, also ich würde zumindest Musik und Filme definitv als Content bezeichnen.

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  3. Ja, grundsätzlich wären Musik und Filme sicher "Content" - aber in der Studie ging es um Musik und Filme, die verkauft werden über Läden im Internet.
    Und auch, wenn man darüber streiten könnte, ob nicht der zu verkaufende Inhalte meines örtlichen Supermarktes recht eigentlich "Content" eben desselben wäre, ist es nicht wirklich dasselbe wie die hochfahrenden Täume des Content Business in der Bubble 1.0, die hier (schlecht) recyclt werden, finde ich...

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  4. Anonym22.11.05

    Ich glaube ja eher, dass die Leute nur für das bezahlen, was sie nicht kostenfrei kriegen. Aber zum Glück gibt es im Netz mittlerweile fast alles "für umme". Beispiel Stiftung Warentest: Alle Testberichte der "test" und von noch etwa 100 anderen Zeitschriften gibt es auf www.testberichte.de und das völlig gratis.

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