12.10.05

1822direkt, SWK-Bank, Onspeed

Nach meinem Eintrag gestern zu meinen neuen Werbekunden oder zumindest werbenden Kommentaren auf Unternehmen habe ich eine Reihe von Fragen erhalten, was es damit auf sich habe. Darum hier eine kurze Zusammenfassung dessen, was ich bisher rekonstruieren kann.

Am 5.10.2005 sind zwischen 7:54 Uhr und 8:36 Uhr vier werbende Kommentare bei jeweils inhaltlich nicht völlig absurden Postings erschienen. Die Art und Weise war anders als bei den gewöhnlichen Spam-Kommentaren, die ja eher willkürlich sind und mich bisher meistens verschont haben. Auffällig war, dass es zwei Blogger.com-User waren, die kommentiert haben - wobei die SWK-Bank von beiden beworben wurde. Einer der User ist mit einem Fakeblog eines Webhosters für Kleinunternehmen verknüpft.

Da ich die Hinweise für Werbekunden, die ich veröffentlicht und verlinkt habe, ernst meine, habe ich den beiden beworbenen Unternehmen, die über ein Impressum ihrer Seiten angeschrieben werden können (SWK und 1822direkt) jeweils eine Rechnung geschickt.

Die 1822direkt hat durch ihren Leiter Vertriebssteuerung auch sofort per Mail geantwortet. In dieser Mail ist die Drohung mit rechtlichen Schritten gegen mich gefallen - und die Unterstellung, ich hätte den werbenden Kommentar selbst verfasst und eingestellt. Der folgende und andauernde Mailwechsel war im Ton freundlicher, in der Sache eher nicht. Es stellte sich aber heraus, dass mein Gesprächspartner die Unterstellung gebracht hatte, obwohl er laut eigener Aussage Weblogs durchaus kenne.

Gerade im Fall der 1822direkt betrübt mich der Vorfall und auch die Reaktion etwas, da ich über Freunde und Bekannte bisher nur Gutes über diese seriöse Direktbank gehört hatte, die zur Frankfurter Sparkasse gehört. Einen spammenden SEO zu beschäftigen, passt da eher nicht ins Bild.

Da der Leiter Vertriebssteuerung betont, die Spam-Kommentare weder getätigt noch beauftragt zu haben, stellen sich mir doch ein paar Fragen:
(1) Wie kommt jemand dazu, eine seriöse Direktbank über Spam-Kommentare in einem eher nicht so bedeutenden Blog bewerben zu wollen?
(2) Wieso weiß das beworbene Unternehmen davon laut eigener Aussage nichts?
(3) Ist es denkbar, dass ein durchgedrehter SEO dies macht, ohne einen Auftrag für nicht definierte Maßnahmen zur Suchmaschinenoptimierung oder anderer Web-Präsenz-Steigerung bekommen zu haben?
(4) Was sagt das alles über die Führung von Dienstleistern aus?

Ich denke, dass es sinnvoll wäre - zumindest für ein seriöses Unternehmen wie die 1822direkt -, einmal die Dienstleister unauffällig darauf zu überprüfen, ob einer zufällig auch die SWK-Bank und Onspeed auf der Kundenliste hat. Und dann ggf. dort mal etwas energischer nachzufragen, ob die was mit diesem Spam zu tun haben. Hilfreich sind solche Aktionen nie. Und wenn ich weiß, wer konkret die Spam-Kommentare abgegeben hat, werde ich auch gerne dem die Rechnung schicken und die anderen stornieren.

Ich werde weiter berichten....

UPDATE
Inzwischen hat der Leiter Vertriebssteuerung der 1822direkt, Jan Weilbacher, ausdrücklich gesagt, dass "das Unternehmen, das für uns die Suchmaschinenoptimierung vornimmt", den Kommentar und damit die Werbebuchung nicht vorgenommen hat.

Zugleich hat die 1822direkt "diesen Gesamt-Vorgang vorsorglich an das zuständige Polizeikommissariat in Hamburg zur Anzeige gebracht" und also, wenn ich das richtig verstehe, wie angekündigt rechtliche Schritt gegen mich eingeleitet.

Ich werde weiter berichten....

UPDATE II, 13.10.:
Nun hat die SWK-Bank mich wissen lassen, dass sie die Rechnung der Staatsanwaltschaft übergeben habe. Der Geschäftsführer war auch nicht bereit, inhaltlich mit mir zu sprechen. Dafür habe ich mit jemandem aus der IT der anderen Bank gesprochen, der von einem Kunden auf meinen Eintrag aufmerksam gemacht wurde und sich sehr interessiert zeigte. Insgesamt bin ich gemeinsam mit der 1822direkt auf einem besseren Weg inzwischen: Mir scheint glaubhaft, dass sie nicht selbst kommentiert haben, ich lasse die Rechnung an sie fallen, sie ändern die Anzeige dahingehend, dass sie sich gegen den Kommentator richtet. Also wenn ich das jetzt alles richtig verstanden hab. Die Fragen oben bleiben für mich stehen.

Ich werde weiter berichten....

UPDATE III, 14.10. in einem eigenen, neuen Beitrag...

UPDATE IV, 25.4.2006, wiederum in einem eigenen Beitrag, nachdem sich ein Affiliate-Dingsbums gemeldet hat. Fazit: Die Banken sind nicht die Bösen, sondern der Bube sitzt in den USA. Wie schon vermutet. Und wird gesperrt...

Kommentare:

  1. Anonym12.10.05

    Das kommt davon, wenn man aus Sch***** Geld machen will. Klingt hart, ist aber so.

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  2. Anonym12.10.05

    Ja, merkwürdig. Ihc habe auch nie das geschäftsmodell von Banken verstanden. Also wie die aus Sch*** Geld machen.

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  3. Ich kapiere es noch nicht so richtig, wieso leiten die rechtliche Schritte gegen dich ein? Mit welcher Begründung? Weil du nicht mit Werbespam zugemüllt werden willst, weil du nicht kostenlose Werbefläche für die sein willst (Schließlich bist du ja nicht Deutschland.

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  4. Wenn man an das schlechte im Menschen glaubt, dann kann die Bank glauben, dass der haltungsturner da selber was dran gedreht hat. Und wie soll man sich gegen etwas wehren, was man nicht gemacht hat? Schließlich kann jeder, der der Bank einen reindrücken will, diese "Anzeigen" schalten.

    Iss halt kompliziert, denn die andere Position ist genauso schlüssig.

    Mit Plakaten, die unzulässig auf Telefonkästen oder Plakatwände geklebt werden ist das einfacher. Denn um den Veranstalter zu schaden drucke ich nicht erst aufwändig Plakate. Mit Pixeln ist das schon einfacher.

    Und das, wo die Banken doch ansonsten "online" so klasse finden und jedem aufs Auge drücken wollen. ;-)

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  5. Zumindest kann man doch über die IP die Identität der Kommentierenden eingrenzen und somit eine Forderung an die angeschriebenen Unternehmen erhärten. In der Regel wählen sich Internetunternehmen oder Onlinebanken nicht über einen normalen Telekommunikationsanschluss ein, sondern über ihr eigenes Firmennetzwerk, dort gibt es dann auch Nameserver und statische IP's. Dann kann man alles wasserdicht machen und entspannt dem folgenden harren.

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  6. nee, nee - dass sie das nicht direkt und selbst waren, ist schon klar. Ich kann durchaus sehen, wann jemand von einer der Banken guckt, um was es hier geht (und welche der Banken nicht mal guckt offenbar). Selbst mit dem bisschen, was mir mein Statistiktool auswirft.
    Und die einschlägigen Kommentar-Spammer nutzen meistens unspezifische IPs oder verschleiern sie. So wie man es ja auch bei Recherchen macht. :-)

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