Als wir das letzte Mal gebaut hatten, war uns klar, dass wir das nie wieder tun werden. Aber wie es so ist (und genau wie bei Geburtsschmerzen): Man vergisst es über die Jahre oder verklärt es gar. Und so haben wir es dann ja noch einmal gewagt.
Insgesamt: Wunderbar. Aber wenn wiedermal Wasser durch die Decke kommt und der Dachdecker sich am Kopf kratzt, wenn die Scharniere leider gar nicht geeignet sind für die großen, schweren Fenster, die nach außen öffnen (und deshalb nach ein paar Wochen leider völlig kaputt) und wenn wir uns nicht so recht ausmalen wollen, was noch alles sein wird - dann kommen die Erinnerungen.
Es ist ein Doppeltes: Einerseits nervt es und zehrt massiv an der Kraft. Andererseits sagt die Erfahrung, dass es vorbei geht und wir uns schon in wenigen Jahren gar nicht mehr daran erinnern werden...
heute in Berlin
14.9.04
13.9.04
Urologe
Nachdem B neulich an einen Urologen überwiesen wurde, obwohl ich immer dachte, dass das so was wie ein Männerarzt sei, hat mich doch mal genauer interessiert, was denn mit Uro... gemeint sein mag.
Und klar: Uros ist der Harn. Dass Ura der Schwanz ist, soll mich dann eigentlich weder irritieren noch zum Lachen bringen, oder?
Und klar: Uros ist der Harn. Dass Ura der Schwanz ist, soll mich dann eigentlich weder irritieren noch zum Lachen bringen, oder?
12.9.04
wohlig erschöpft
Ein Wochenende ist viel zu kurz für ein intensives Familienseminar. Aber mit einer Mischung aus Erschöpfung und Befriedigung sind wir zurück gefahren. Es ist wirklich etwas Besonderes: Warum auch immer - wieder war es so, dass auf dem Osterberg lauter freundliche und viele faszinierende Menschen waren.
Es ging dieses Mal ums faire Streiten. Hoffentlich bleibt etwas davon. Jedenfalls ist mir so eine Auszeit dort mehr Wert als mancher Urlaub.
Es ging dieses Mal ums faire Streiten. Hoffentlich bleibt etwas davon. Jedenfalls ist mir so eine Auszeit dort mehr Wert als mancher Urlaub.
8.9.04
Mauer
Also nun bin ich ja doch froh, dass DIE PARTEI noch nicht an der Regierung ist (abgesehen davon, dass ich mich doch sehr frage, was die mit Berlin machen wollen). Denn heute geht es nach Erfurt, diesmal vor deutliche weniger Zuhörern einen Vortrag halten. Ich freu mich auch drauf - das erste Mal, dass ich in der Gegend bin (abgesehen von der einen Kur der Kinder in Bad Kösen, aber das ist ja nicht sooo direkt da). Und Erfurt soll ja wirklich schön sein. Ich bin gespannt. Ein weiterer Vorteil an der "Provinz": Für relativ weniger Geld bekommt man ein sehr gutes Hotel.
Nürnberg und Frankfurt, die auch noch auf dem Speiseplan stehen, reizen mich dagegen nicht; Nürnberg nur eine gute Stunde, Frankfurt zwar mit der Moderation eines spannenden Podiums, aber es ist eben Frankfurt. Brrrr.
Wie schön, dass wir am Wochenende dann mal wieder auf ein Familienseminar auf den Osterberg fahren...
Nürnberg und Frankfurt, die auch noch auf dem Speiseplan stehen, reizen mich dagegen nicht; Nürnberg nur eine gute Stunde, Frankfurt zwar mit der Moderation eines spannenden Podiums, aber es ist eben Frankfurt. Brrrr.
Wie schön, dass wir am Wochenende dann mal wieder auf ein Familienseminar auf den Osterberg fahren...
7.9.04
PARTEI
Die Titanic hat eine Partei gegründet, die sich nicht scheut, wirklich und ehrlich populistisch zu sein. Und da sie Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative heißt, ist es schon ok, wenn sie sich DIE PARTEI abkürzt.
Im Programm steht wie üblich viel Blabla. Und wenn man dann glaubt, man müsste dringend aufhören, weiter zu lesen, kommt ein wirklich guter Vorschlag:
Die Neugliederung des Bundesgebietes ist der einzige Fall, in dem das Grundgesetz (Artikel 29) einen Volksentscheid vorsieht. Wir streben die Verringerung der Anzahl der Bundesländer auf maximal acht durch einen solchen Volksentscheid an. Die fünf Länder Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Branden-burg und Mecklenburg-Vorpommern sollen dabei zu einem starken Ost-Bundesland zusammengefaßt werden. Um wirtschaftliche Impulse zu erzeugen, soll dieses neue, starke Bundesland eine Sonderbewirtschaftungszone (SBZ) bilden. Niedrige Steuersätze, flexible arbeitsrechtliche Regelungen und eine entbürokratisierte und gestraffte Verwaltung sollen den Aufschwung vorantreiben.
Diese Sonderbewirtschaftungszone (SBZ) soll auch baulich vom Rest der Bundesrepublik getrennt werden. Auf diese Weise soll unserer modernen, fortschrittlichen und zukunftsweisenden Idee einer solchen Zone Nachdruck verliehen werden.
Im Programm steht wie üblich viel Blabla. Und wenn man dann glaubt, man müsste dringend aufhören, weiter zu lesen, kommt ein wirklich guter Vorschlag:
Die Neugliederung des Bundesgebietes ist der einzige Fall, in dem das Grundgesetz (Artikel 29) einen Volksentscheid vorsieht. Wir streben die Verringerung der Anzahl der Bundesländer auf maximal acht durch einen solchen Volksentscheid an. Die fünf Länder Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Branden-burg und Mecklenburg-Vorpommern sollen dabei zu einem starken Ost-Bundesland zusammengefaßt werden. Um wirtschaftliche Impulse zu erzeugen, soll dieses neue, starke Bundesland eine Sonderbewirtschaftungszone (SBZ) bilden. Niedrige Steuersätze, flexible arbeitsrechtliche Regelungen und eine entbürokratisierte und gestraffte Verwaltung sollen den Aufschwung vorantreiben.
Diese Sonderbewirtschaftungszone (SBZ) soll auch baulich vom Rest der Bundesrepublik getrennt werden. Auf diese Weise soll unserer modernen, fortschrittlichen und zukunftsweisenden Idee einer solchen Zone Nachdruck verliehen werden.
absurd
Über Kai Pahl stieß ich jetzt erst auf eine Diskussion um diese seichte deutsche Popmusik. Lustig: Nur wenige Tage vorher bin ich erstmals beim Durchblättern auf MTV über ein Video von Virginia Jetzt! gestolpert (Ein ganzer Sommer. Und noch lustiger: Es hat mir sogar gefallen. Aber ich finde ja auch Chris de Burgh gut. Hust).
Sind die Rechts? Ist das Rechts? Also jetzt nicht diese Band im Speziellen - aber die ganze Richtung?
Ja, denke ich. Nicht nur nach den Erfahrungen mit dem jugendlichen Verwandten. Man muss sich nur mal die Kommentare in einer Diskussion bei SUB durchlesen, auf die auch Kai gelinkt hat - in ihrer unbefangenen Naivität (und die sind nur rund zehn Jahre jünger als ich!) und Inhaltsfreiheit sind sie sehr unbehaglich.
Ein paar Zitate:
von SUB:
ich sehe e snicht ein, mich einer politischen Leitidee zu unterstellen, die nur noch vage mit links oder rechts oder gar liberal angegeben werden kann. (Hervorhebung von mir)
von einem D: Das einzige was mich tröstet ist, das eine junge Generation heranwächst die auch andere Betrachtungen ausserhalb der Guido-Knopp-Wir-sind-_komplett_-scheisse Welt findet. (Dass Knopp ausgerechnet so etwas vorgeworfen wird, höre ich zum ersten Mal - ich würde ihm genau das Gegenteil vorwerfen)
von spalanzani: selbst wenn Pop eine Gesinnung formen könnte, wäre eine Gesinnung eine Gesinnung, die führt erst einmal zu gar nichts und also auch zu nichts schlimmem. Die kann man erstmal ertragen und mit dem moralisch aufgeblasenen alarmistischen Texteschreiben (oder gleich dem Knüppelschwingen) erst wieder anfangen, wenn die möglicherweise falsch Gesinnten etwas wirklich falsches tun. (Muss man sich wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen!)
Nun bin ich ja kein politischer Hitzkopf mehr, gelte in meiner Partei manchen als geradezu rechtsradikal, werde von Kryptomarxisten in Diskussionen als Junkersknecht beschimpft - und doch wird mir bei diesem Tonfall latent Angst und Bange. Wie muss es erst meinen früheren Kampfgenossen gehen?
Eines jedenfalls habe ich damals gelernt - und das gilt imho noch heute und gerade auch für diese neuen Rechten unter den jungen Leuten: Es gibt kein "unpolitisch". Wer sich selbst für unpolitisch hält, spielt immer den Rechten zu. Denn unpolitisch ist rechts.
Ich könnte kotzen.
Sind die Rechts? Ist das Rechts? Also jetzt nicht diese Band im Speziellen - aber die ganze Richtung?
Ja, denke ich. Nicht nur nach den Erfahrungen mit dem jugendlichen Verwandten. Man muss sich nur mal die Kommentare in einer Diskussion bei SUB durchlesen, auf die auch Kai gelinkt hat - in ihrer unbefangenen Naivität (und die sind nur rund zehn Jahre jünger als ich!) und Inhaltsfreiheit sind sie sehr unbehaglich.
Ein paar Zitate:
von SUB:
ich sehe e snicht ein, mich einer politischen Leitidee zu unterstellen, die nur noch vage mit links oder rechts oder gar liberal angegeben werden kann. (Hervorhebung von mir)
von einem D: Das einzige was mich tröstet ist, das eine junge Generation heranwächst die auch andere Betrachtungen ausserhalb der Guido-Knopp-Wir-sind-_komplett_-scheisse Welt findet. (Dass Knopp ausgerechnet so etwas vorgeworfen wird, höre ich zum ersten Mal - ich würde ihm genau das Gegenteil vorwerfen)
von spalanzani: selbst wenn Pop eine Gesinnung formen könnte, wäre eine Gesinnung eine Gesinnung, die führt erst einmal zu gar nichts und also auch zu nichts schlimmem. Die kann man erstmal ertragen und mit dem moralisch aufgeblasenen alarmistischen Texteschreiben (oder gleich dem Knüppelschwingen) erst wieder anfangen, wenn die möglicherweise falsch Gesinnten etwas wirklich falsches tun. (Muss man sich wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen!)
Nun bin ich ja kein politischer Hitzkopf mehr, gelte in meiner Partei manchen als geradezu rechtsradikal, werde von Kryptomarxisten in Diskussionen als Junkersknecht beschimpft - und doch wird mir bei diesem Tonfall latent Angst und Bange. Wie muss es erst meinen früheren Kampfgenossen gehen?
Eines jedenfalls habe ich damals gelernt - und das gilt imho noch heute und gerade auch für diese neuen Rechten unter den jungen Leuten: Es gibt kein "unpolitisch". Wer sich selbst für unpolitisch hält, spielt immer den Rechten zu. Denn unpolitisch ist rechts.
Ich könnte kotzen.
6.9.04
dliB
Irgendwas läuft verkehrt bei Bild. Nun lese ich sie seit fast fünf Jahren nicht mehr täglich, hatte also etwas den Überblick verloren - und neigte doch dazu, sie dem Grunde nach zu verteidigen. Bin halt ein Boulevard-Mensch und liebe immer noch den Boulevardjournalismus, wenn er denn noch Journalismus ist. Seit einiger Zeit verfolge ich nun etwas ausführlicher das BILDblog, eine Art Watchblog, das regelmäßig Geschichten der Bild nachrecherchiert.
Heute nun im Tagesspiegel ein furioser Artikel über die Bild und ihren Unterhaltungschef von Ulrike Simon, die ich ohnehin immer gerne lese. Das ist es wohl, was die Bild heute von der Bild damals unterscheidet. Röbel war ja sogar noch Chefredakteur, als ich sie täglich las. Muss mich mal umhören, ob wenigstens die Ausbildung noch so gut ist wie damals. Allerdings: wie sollte sie?
Beruhigend aber, dass sie nicht mehr kampagnenfähig ist, wie Kai-Hinrich Renner feststellt. Wird ihm auch nicht noch mehr Freunde bei Springer gemacht haben, wie so oft, wenn er mal wieder Interna rausfindet...
Heute nun im Tagesspiegel ein furioser Artikel über die Bild und ihren Unterhaltungschef von Ulrike Simon, die ich ohnehin immer gerne lese. Das ist es wohl, was die Bild heute von der Bild damals unterscheidet. Röbel war ja sogar noch Chefredakteur, als ich sie täglich las. Muss mich mal umhören, ob wenigstens die Ausbildung noch so gut ist wie damals. Allerdings: wie sollte sie?
Beruhigend aber, dass sie nicht mehr kampagnenfähig ist, wie Kai-Hinrich Renner feststellt. Wird ihm auch nicht noch mehr Freunde bei Springer gemacht haben, wie so oft, wenn er mal wieder Interna rausfindet...
Hut
Dass die Globalisierung ein alter Hut ist und sich in den letzten Jahren nicht wirklich etwas qualitativ, sondern nur quantitativ verändert hat, versuche ich schon lange in aufgeregte Diskussionen einzubringen. Schön, wenn man damit nicht allein dasteht. Und doppelt schön, wenn das von Albrecht Müller kommt. Auf seiner Blog-ähnlichen Seite NachDenkSeiten veröffentlicht er das entsprechende Kapitel seiner Buches: Denkfehler 2: Die Globalisierung ist ein neues Phänomen.
Er beschreibt da ausführlich, was er gleich am Anfang so zusammenfasst:
Wenn ich heute vor dem Hintergrund meiner persönlichen Erfahrungen mit internationalen Wirtschaftsbeziehungen, die Millionen anderer Deutscher an anderen Orten und in anderen Berufen ganz ähnlich machten wie ich, in den Gesang der Globalisierungsbeschwörer hineinhorche, dann wird mir seltsam zumute. Ein Déjà-vu nach dem anderen.
Selbst wer ihm nicht zustimmt in seinen Schlussfolgerungen (die ich noch nicht kenne übrigens), sollte mindestens dieses Kapitel lesen, um die Debatte wenigstens ein bisschen zu versachlichen.
Ich habs mir nun doch bestellt, da die Ausschnitte, die ich bisher gesehen habe, weit besser sind, als die scheinbare Positionierung als Anti-HartzIV-Kampfschrift vermuten ließe. Hätte mich bei dem klugen Kopf auch gewundert...
Er beschreibt da ausführlich, was er gleich am Anfang so zusammenfasst:
Wenn ich heute vor dem Hintergrund meiner persönlichen Erfahrungen mit internationalen Wirtschaftsbeziehungen, die Millionen anderer Deutscher an anderen Orten und in anderen Berufen ganz ähnlich machten wie ich, in den Gesang der Globalisierungsbeschwörer hineinhorche, dann wird mir seltsam zumute. Ein Déjà-vu nach dem anderen.
Selbst wer ihm nicht zustimmt in seinen Schlussfolgerungen (die ich noch nicht kenne übrigens), sollte mindestens dieses Kapitel lesen, um die Debatte wenigstens ein bisschen zu versachlichen.
Ich habs mir nun doch bestellt, da die Ausschnitte, die ich bisher gesehen habe, weit besser sind, als die scheinbare Positionierung als Anti-HartzIV-Kampfschrift vermuten ließe. Hätte mich bei dem klugen Kopf auch gewundert...
Polemik?
Ja, eine Polemik mag ich normalesweise. Wenn sie charmant oder wenigstens ätzend ist. Aber was Susanne Mayer diese Woche in der Zeit unter der Überschrift Solidarität: mangelhaft zum an sich hinreichend strittigen Thema der Privatisierung von Lernen und Schule und Bildung von sich gibt, ist irgendwie nicht mal polemisch, sondern nur beknackt. Also wirklich, is doch so.
Das Problem ist dabei unter anderem, dass der Artikel in den Kernthesen (Frauen, arbeitet gefälligst! Wer sich um seine Kinder kümmert, ist ein Arsch! Wer seinen Kindern neben Wissen auch noch Bildung vermitteln will, ist unsolidarisch!) erwartbar und nach dem, was ich sonst so von ihr gelesen habe, im Grunde wohl auch ernst gemeint ist.
Cui bono?
Das Problem ist dabei unter anderem, dass der Artikel in den Kernthesen (Frauen, arbeitet gefälligst! Wer sich um seine Kinder kümmert, ist ein Arsch! Wer seinen Kindern neben Wissen auch noch Bildung vermitteln will, ist unsolidarisch!) erwartbar und nach dem, was ich sonst so von ihr gelesen habe, im Grunde wohl auch ernst gemeint ist.
Cui bono?
3.9.04
Feind
Über Pickings.de stieß ich auf einen mehr als spannenden Artikel von Leon de Winter in Cicero. Er beschreibt ein Thema, das ich ahnte, aber nicht so benennen konnte: Das Böse, den Feind, der deshalb ein Feind ist, weil er uns als Feind sieht. de Winter kritisiert in ruhiger Sprache und in der Sache überzeugend (und ich wundere mich sehr über den Kommentar von Robert John für Pickings dazu), wie "wir" kaum in der Lage sind, die Gefahr zu erkennen, weil das Denkmodell Feind nicht mehr existiert - oder wenn dann zusammengeschrumpft ist zu einer, um den ich mich nicht genug bemüht habe.
Ich selbst hatte die ganzen drei Jahre, in denen beispielsweise in Kirchengemeinden immer wieder Veranstaltungen waren nach dem Motto der Islam und was man von dieser tollen und friedlichen Religion wissen sollte - meist von Nicht-Experten durchgeführt - ein schlechtes Gefühl oder vielmehr eines, dass hier etwas ganz gewaltig nicht stimmt.
de Winters Idee ist auch deshalb spannend (und leuchtet mir zunächst ein, muss ich aber noch weiter nachdenken), weil er eben gerade nicht monokausal simplifiziert wie die Vertreter der sozioökonomischen Theorie vom Terror, sondern auch an die Wurzeln der Religion geht.
Weitergedacht schließt dieses Thema an die Überlegungen zu Open Source religion an, die ich von Douglas Rushkoff habe: Erst die Öffnung einer Religion durch die Moderne hin zu Open Source holt sie aus der dunklen Ecke heraus, in der sie sonst immer das Böse als Zwilling hat - durch das armselige Gläubige vs. Ungläubige Schema.
Ich selbst hatte die ganzen drei Jahre, in denen beispielsweise in Kirchengemeinden immer wieder Veranstaltungen waren nach dem Motto der Islam und was man von dieser tollen und friedlichen Religion wissen sollte - meist von Nicht-Experten durchgeführt - ein schlechtes Gefühl oder vielmehr eines, dass hier etwas ganz gewaltig nicht stimmt.
de Winters Idee ist auch deshalb spannend (und leuchtet mir zunächst ein, muss ich aber noch weiter nachdenken), weil er eben gerade nicht monokausal simplifiziert wie die Vertreter der sozioökonomischen Theorie vom Terror, sondern auch an die Wurzeln der Religion geht.
Weitergedacht schließt dieses Thema an die Überlegungen zu Open Source religion an, die ich von Douglas Rushkoff habe: Erst die Öffnung einer Religion durch die Moderne hin zu Open Source holt sie aus der dunklen Ecke heraus, in der sie sonst immer das Böse als Zwilling hat - durch das armselige Gläubige vs. Ungläubige Schema.
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