15.1.06

Wenn Werbung Chefsache ist

B liegt krank im Bett (und die Geschichte vom Arzt in der Notfallpraxis ist noch mal eine ganz eigene, die das Bloggen wert ist, denn manchmal fragt man sich ja doch, warum eigentlich jemand Arzt geworden ist, wenn er keine Menschen mag) und liest im örtlichen Käseblatt. Ich entdecke über Kopf diese Anzeige:


Und frage mich, wo das wohl sein mag, dieses Lokal. In der Nähe tendenziell, denn das "redaktionelle" Umfeld schreibt über den Nachbarstadtteil Volksdorf. Aber: Glanzleistung! Keine Adresse. Wirklich nicht. Klasse Anzeige. Und so zielführend.

14.1.06

Asien

Lustig: Als Don Alphonso mir von den bayerischen Asiatinnen erzählte, von denen er auch geschrieben hat dann, muss ich wohl etwas ungläubig geguckt haben. Gestern auf dem Flug nach München saß ich dann neben einer. Zufall?

11.1.06

Inder und Kinder

Gestern bin ich ein bisschen rumgelaufen und mit einem netten Berlinhasser weg gewesen. Was ich ganz spannend fand: Es waren morgens und am späteren Nachmittag erstaunlich viele Kinder in diesem Teil Kreuzbergs unterwegs. Und abseits der Hauptstraße ist es hier richtig nett mit Buchhandlungen, Naturkostläden und Vollkornbäckern.

Am erstaunlichsten aber finde ich die unglaubliche Menge an Indern, also indischen Restaurants. Fast so wie zu Hause die Italiener. In Hamburg und auch in München sind Inder ja meist eher gehobene Gastronomie, hier das Lokal um die Ecke. Und für einen Westdeutschen sind und bleiben die Preise erstaunlich. Wir waren bei einem in der Zossener Straße. Und hey: Wo könnte man drüben für unter fünf Euro essen?

10.1.06

Unternehmer für Marx

Meine eigene marxistische Phase habe ich ja ungefähr mit der Geburt unseres Ersten abgeschlossen (ob das Zufall ist?) und hinter mir. Dennoch zehre ich bis heute von dem theoretischen und analytischen Rüstzeug, das ich in der Zeit mir habe aneignen können.

Jetzt nicht dieser Vulgärmarxismus der DDR oder gar der romantische Marixmus der bigotten Westlinken - sondern der klassische Marixmus und seine moderne, stark anarchistisch geprägte Version. Da habe ich von einem Freund und Vordenker der Berliner Autonomen Gewerkschaftsszene der 80er sehr viel gelernt. Noch meine große theologische Examensarbeit über die Option für die Armen aus lutherischer Sicht im Fach Sozialethik habe ich mit großen Rückgriffen auf die Analysen von Jacob und anderen bestreiten können.

Spannend finde ich aber zu beobachten, dass viele klassische Unternehmer heute wieder links stehen, so wie ich auch den Eindruck habe, dass meine Position wieder deutlich links von der Mitte angesiedelt ist, ohne dass ich mich groß geändert hätte in meinen Überzeugungen. Aber nicht nur liberale Geister sehen diesen grotesten Siegeszug des Neoliberalismus (müsste man auch mal ein neues Wort finden angesichts der Anmaßung, diese Poll-Position mit dem Wort liberal zu verbinden) massiv kritisch, sondern eben auch die eigentliche Zielgruppe der Gehirnwäscher an den deutschen Hochschulen: eben die Unternehmer. Ich erlebe viele klassische Unternehmer in ihrem Zorn auf die Auswüchse des Kapitalismus. Der Arbeitsheld mag nur als Beispiel stehen, er drückt aus, was ich in meinem Umfeld jeden Tag höre und erlebe.

Insofern ist mir auf lange Sicht nicht bange. Sie werden wieder verschwinden, die Jünger des Bösen. Irgendwann.

9.1.06

Verbrecher und andere Autofahrer

Ich bin ja passionierter Bahnfahrer und sehr stolz auf meinen neuen Dienstwagen von Bombardier. Und nachdem mir so viele Menschen den Link auf jenen Artikel in der Zeit über Berlin-Hamburg-Pendler geschickt haben, sind mir heute morgen auch wirklich gleich drei Leute aufgefallen, die auch schon Freitag im Zug nach Hamburg saßen. Eine Frau saß sogar auf dem gleichen Platz.

Gestern aber, als wir auf dem Rückweg mit dem Transporter waren, nachdem wir ein paar Dinge in die Unterwochswohnung geschafft hatten, durfte ich mal wieder die PKW-Pendler erleben. Die meisten entspannt, viele Polen auf dem Rückweg nach Hamburg, viele davon mit Kindern (heute begann erst wieder die Schule). Aber kurz vor dem Kreuz mit der A1 überholt uns doch, als wir gerade auf der linken Spur mit knapp 160 andere Wagen überholten, ein großer VW mit LWL-WE und zwei Ziffern. Der Transporter zitterte richtig, so nah fuhr er an uns vorbei und so schnell. Wo er gefahren ist, weiß ich nicht so Recht - es muss irgendwie auf dem linken Drittel der Spur und dem Grünstreifen gewesen sein. Ich glaube, wir können allesamt froh sein, dass wir noch leben.

6.1.06

Laufen

Ob ich mit dieser Stadt je wirklich warm werden werde, weiß ich noch nicht. Erstmal muss ich mich ja ohenhin zurecht finden. Gestern nacht bin ich zu Fuß einmal quer durch den westlichen Teil von Kreuzberg vom Büro zur Wohnung gelaufen, das ging erstaunlich schnell und war ganz interessant - so wie mir überhaupt auffällt, dass zumindest die Mitte hier viel kleiner ist als ich bisher dachte. Immerhin.

Heute morgen dann einen auf dem Weg liegenden Vollkornbäcker entdeckt. Frühstück gerettet. Fein.

5.1.06

Hinter den Bergen

Anlässlich der netten Klum-Sache macht Verkäufer-Kollege Gerold Braun einen Vorschlag:
Neue Management-Methode - Management by Heidi
Kuhle Idee...

Freischwimmen

Vieles auf einmal: Die Familie am anderen Ort, die Wohnung noch leer bis auf das so ganz und gar unbedingt nötige, die ersten Tage noch ohne wirkliches Wissen und mit einer Mischung aus Beobachten und Einmischen in Besprechungen.

Sehr spannend und für mich eigentlich auch richtig. Ich lerne ohnehin nicht gut aus Papier, sondern über die Begegnung mit Menschen, über Reden, Zuhören, Fühlen. Der Nebeneffekt der Schwimmtherapie: Ich fühle mich erstaunlich heimisch schon. Und wenn ich mir noch ein paar Tage ein bisschen Ignoranz bewahren kann, wird es dazu auch noch ein weiterhin kreativer Start sein.

Das, was ich bisher kennen gelernt habe, macht mir Mut. Und dass ich mich auf meine Familie freue, macht mich wirklich so beschwingt, wie es eine gute Freundin voraus gesagt hat...