22.12.03

Hektik

Ich nehme mir jedes Jahr vor, dass dieses Mal die Adventszeit ruhiger wird. Und sie wird es nie. Mal wieder habe ich kaum einen Tag oder Abend die Adventskranz angehabt. Sicher hängt das auch damit zusammen, dass die halbe Familie Geburtstag hat, mich eingeschlossen.

Und selbstverständlich ist es dann wieder die Hektik, das Jahr in Powerpoint zusammen zu fassen und den Ausblick zu gestalten. Warum muss das eigentlich fast überall in den letzten Wochen vor Weihnachten sein - und nicht, sagen wir mal, im August?

Dennoch liebe ich diese Zeit. Und wenn wie gestern der Sturm über die Stadt fegt und der Regen gegen die Scheiben prasselt und keiner raus muss und es gemütlich wird und gut riecht und warm ist. Abends in die Sauna.

17.12.03

entschieden

Ich werde mich um einen aussichtsreichen Listenplatz für die Bürgerschaftswahl bewerben.
Jawoll.

16.12.03

Merkwürdig

war das Gefühl schon, als wir heute morgen unsere Unterschriften unter den Vertrag gesetzt haben, mit dem wir das Haus verkaufen, in dem wir noch leben und an dem wir doch auch hängen. Immerhin haben wir es wenigstens teilweise selbst zusammen geschraubt.

Dass es nette Leute sind, die dieses Haus wirklich zu schätzen wissen, macht es sehr viel leichter. Die Aussicht auf das neue - große - Haus ist ja auch toll.

Wobei: Auch komisch vor der Baugrube, wo noch vor einer guten Woche mein Elternhaus stand. Und die Birke, die immer vor meinem Fenster war, werden wir dann in zwei Jahren im Ofen haben.

14.12.03

wirklich nett

am Geburtstag ist ja, dass man das eine oder andere Buch bekommt, das ich zwar wirklich gerne lesen will aber mir nicht kaufen würde. Skandinavische Krimis wieder mal. Und dafür werde ich nun erstmal doch die Tante Jolesch beiseite legen.

Ich trau mich es ja kaum zu sagen, werde ich mir doch jede rudimentäre Wertschätzung einer Frau verscherzen, deren Bücherregale so faszinierend sind. Und nicht nur die. Dennoch muss es raus:

Es hat mich enttäuscht.

Ich liebe die Zeit, in der die Anekdoten spielen (obwohl es mal so gerade das Ende der wunderbar-dekadenten Periode ist, die all das hervorgebracht hat, was ich außer meiner Frau und meinen Kindern wirklich liebe). Ich weiß Sprachwitz zu schätzen. Selbst den Tonfall unserer Wiener Kollegen finde ich amüsant. Und doch ist die Tante Jolesch, tschuldigung, irgendwie langweilig. Zumindest jetzt gerade.

12.12.03

wenn du mal lachen willst

(außer für die Kaltmamsell, natürlich...) kannst du dich stundenlang mit den Kinder-Zufallssprüchen aufhalten, die einfach wirklich stimmen - bei den meisten kann ich nur wild nicken und daran denken, dass wir sie so oder ähnlich auch schon gehört haben.
Was solln das?

Irgendwie ne komische Sache, der Artikel von Peter Kümmel in der Zeit über Harald Schmidt. Auch wenn mich selbst das Ende seiner Show irgendwie getroffen hat (obwohl ich eigentlich fast nur auf Dienstreisen dazu komme, ihn zu sehen, weil er mir sonst einfach zu spät ist), bin ich mir nicht sicher, was Kümmel eigentlich will:

Ist das eine winselnde Hymne, ungeschickte Ironie oder der misslungene Versuch, den Intellektuellen zu mimen?

Alles das kann es sein, scheint mir. Dass es nicht klar ist, macht den Artikel tendenziell zu dem, was in der Überschrift steht: Zeitverschwendung.

11.12.03

Uff

Endlich! Während des Wahnsinns rund um Rinder war es nahezu unmöglich Bündner Fleisch zu bekommen. Da haben die uns selbst in den wenigen Schlachtereien, die es in dieser Stadt noch gibt, angeguckt, als ob wir bekloppt wären. ROHES RINDFLEISCH???

Naja, jede Hysterie legt sich wieder. Und heute gab es das sogar bei uns im Supermarkt. Verrückt, oder? Zum ersten Mal seit langem gibt es also meine Lieblingsvorspeise mit dem richtigen Fleisch: Avocado in Zitronensaft gewendet und abwechselnd mit originalem Emmentaler geschichtet, etwas Kresse, Balsamico und Olivenöl mit etwas Salz und etwas mehr Pfeffer - und oben drauf einen Hauch von Bündner Fleisch.
Campaigning

Spannender als die Wahlen selbst (mein Tipp: Arnie wird doch noch 2005 Präsident sein...) ist in usa ja Wahlkampf, finde ich. Neulich las ich im Medientenor [leider ist der Artikel nicht online] über Blogs im Wahlkampf, vor allem die lustigen Aktionen von Dean.

Nicht umsonst schlägt Peter Metzinger in seinem Buch vor, dass Unternehmen von NGOs und von amerikanischen Wahlkämpfern lernen sollen. Ich finde: deutsche Wahlkämpfer auch.

Sehr witzig auch die Idee, einen offenen Wettbewerb für einen Anti-Bush-Werbespot im Web zu machen. Und dass einer wie Georges Soros auf einmal als wichtigste Aufgabe seines Lebens entdeckt, Dabbeljus Wiederwahl zu verhindern, wäre hier wohl auch undenkbar...
ach ja

Da bin ich nun so gerne Verkäufer. Aber ich fühle mich immer wieder fremdgeschämt, wenn so was passiert und sich Leute, die eigentlich Dienstleister hätten sein wollen, so töffelig anstellen.

10.12.03

Wahl

Irgendwie scheint sich die halbe Welt in einem Zustand merkwürdig selbstreferenziellen Dauerwahlkampfs zu befinden - wie der spaßige Herr Dahlmann, die wunderbare Frau Sanders oder die unvermeidliche Lyssa. Wenigstens mein intellektualistisches Lieblingsblog der Kaltmamsell ist nicht davon infiziert (wie sollte es auch. Eben.).

Dabei geht es in Hamburg nun wirklich noch mal los.
Und weil es ja kein Geheimnis ist, dass ich bei den Grünen [peinliche Sache das: Heute mal wieder furchtbar unaktuell und noch ganz ohne Verweis auf die Neuwahlen] bin - und ja auch nicht immer in dem im Parteikosmos nicht vorgesehenen Zustand der passiven Mitgliedschaft verharren kann, wenn mich so viel aufregt - werde ich wohl den aussichtslosen Versuch unternehmen, mich um einen aussichtsreichen Listenplatz für die Bürgerschaft zu bewerben. So als Vertreter der bürgerlichen Zielgruppe ohne Kontakt zum Milieu. Ui, wie aufregend...