22.11.18

Ungefragt

Neulich bereitete ich mich auf ein Interview mit zwei Studentinnen vor, die über Berufseinstiege in Agenturen sprechen wollten. Zu den Fragen, die sie stellten, gehörten auch welche, die meinen eigenen Berufsweg betrafen. Fand ich spannend, denn so fiel mir auf, dass ich keine einzige Aufgabe in meinem bisherigen Leben über eine klassische Bewerbung übernommen habe. Wirklich nicht eine. Und eine Verabredung mit einer künftigen Arbeitgeberin habe ich sogar auf einer Serviette beim gemeinsamen Mittagessen getroffen, mit allen Konditionen und dem ganzen Drum und Dran.

Und weil sie das anregten, habe ich drei Tipps (und einen Bonus Tipp) für den Anfang der Berufstätigkeit gegeben. Die ich hier ungefragt noch einmal aufschreibe.

1.  Durchhalten

Die ersten Jahre sind nicht einfach. Ihr werdet denken, dass ihr nichts könnt. Das macht nichts. Das geht allen so. Und auch mir bis heute immer wieder. 

2. Fragen, fragen, fragen

Nur wer fragt, bekommt Antworten. Kommunikation in Firmen ist de facto eine Holschuld. Wer nicht fragt, wird als Arbeitsbiene eingesetzt. Wer neugierig ist, kann schnell wachsen. Wer Verantwortung übernimmt, macht Karriere. Fragen zu stellen, ist der erste Schritt, um Verantwortung zu übernehmen. Und Verantwortung zu übernehmen, ist der Schlüssel.

3. Dies ist kein Job, dies ist Leidenschaft

Lest, geht ins Museum, schaut Serien (mein Tipp für alle, die Kommunikation machen: Mr. Robot, die beste Fortbildung sozusagen, und eher The Bold Type als Mad Men), redet mit Menschen, engagiert euch in Vereinen, Parteien. Kreativität und Beratung sind eher eine Frage der Haltung als der Ausbildung. Denn die spannenden Unternehmen und Agenturen stellen mehr und mehr nach Haltung ein und nicht nach "Skills".

Bonus Tipp:

Wenn ihr irgendwann mal Führungsverantwortung übernehmen wollt, lernt reiten. Alles, was ich über Führung weiß, habe ich von meinem Pferd gelernt. Und ich bin mir sehr, sehr sicher: wer es schafft, mit Pferden umzugehen und zu reiten, kann auch führen.


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