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9.11.07

Ein dunkler Tag für dieses Land

Wie gut, dass ich noch nicht gefrühstückt hatte, als ich die Hackfresse von Cherno Jobatey im Morgenmagazin sah, wo er ungefähr sagte (ich hatte eine Zahnbürte im Mund und keinen Stift zur Hand, darum nur ungefähr): Heute ist ja ein großes Datum in unserer Geschichte. Erst 1938 die Reichspogromnacht und dann 1989 der Fall der Mauer. Wie peinlich ihm diese bekloppte Aussage war, wurde deutlich, als er zwei weitere Male, bevor ich in den Frühstücksraum ging, auf das Verbrechen von 38 als Verbrechen hinwies. Trotzdem geht so was gar nicht - wenn es darauf ankommt, stößt der der heiterste Wecker der Nation (FAZ) einfach an seine Grenzen.

Und dann wird ausgerechnet am Jahrestag, der wie kaum ein anderer eben auch für Freiheit und den Anfang vom Ende des Spitzelstaates steht, der Spitzelstaat 2.0 beschlossen. Da hatte ich schon gegessen und konnte nur schwer an mich halten, weil ich mich professionell verhalten musste im Workshop mit einem Kunden. netzpolitik.org dokumentiert das Ergebnis der Abstimmung:
Die Vorratsdatenspeicherung wurde im Bundestag beschlossen. Hier gibt es das Abstimmungsverhalten:

Gesamt: 524
Ja: 366
Nein: 156
Enthaltungen: 2
und skizziert das weitere Vorgehen. Sicher, ich denke auch, dass das Gesetz nicht durchs Verfassungsgericht kommt. Aber dennoch ist dies ein dunkler Tag für unser Land. Und ein sehr dunkler für die SPD, bei der nur 7 (SIEBEN!!!!) Abgeordnete den Mumm hatten, die Freiheit verteidigen zu wollen. Wie skandierten meine anarchistischen und maxistischen Freunde immer, als ich noch in der SPD war (und erstmals nach den Petersberger Beschlüssen 1992 austrat, einem ähnlichen Desaster):

Wer hat uns verraten?
Sozialdemokraten.


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17.12.06

erstmals ruhig

Wenn es dunkel ist, sieht man nicht mehr, dass es irgendwo zwischen trüb und Frühling draußen ist, dass im Apflebaum direkt am Haus heute fünf Paare einer kleinen Meisenart gespielt haben, dass die Krokusse langsam ihre Blätter rausstrecken.

Wenn es dunkel ist, zünden wir drei Kerzen am Adventskranz an, legen eine Hufeisen-CD ein (ach ja, wie in den alten Zeiten, wie in den frühen 90ern), machen Waffeln und heißen Kakao, für uns beide Großen mit einem Schuss Amaretto.

Wenn es dunkel ist, könnte man fast glauben, es wird doch noch Advent. Dann lassen wir die Hektik der letzen Vorbereitungen und Basteleien und Mails und Kinder einmal beiseite. Um diese Zeit in einer Woche werden wir unseren Weihnachtsfreund da haben und versuchen, trotz allem Trubel, diese Ruhe zu finden, die wir heute schon mal erfolgreich gesucht haben....