1.6.11

Haben Sie manchmal Déjà-vus?

"Ich könnt' ja mal in der Küche nachsehn"

Angela Merkel war noch Generalin der CDU, da formulierte sie was von der Veränderung, die nötig sei, damit ihre Partei in Großstädten wieder eine Chance bekäme, so Modernisierung und so. Ob Siegmar Gabriel schon geboren war, weiß ich nicht (der wirkt ja immer so kindlich noch im Fernsehn), da probierte die SPD mit einer Probemitgliedschaft, mit Projektmitgliedschaften und mit so Kram rum, der Leute von draußen einbinden sollte, damit sie den Draht in die Bevölkerung nicht verliert. Unser Ortsvereinsvorsitzender Hans Peters fand das doof. Vom "Hamburger Kessel" erfuhr ich 1986 von Freunden, die vorbei kamen, weil sie gerade von Freunden davon gehört hatten, dass Freunde gerade eingekesselt worden waren.

Liegt es daran, dass ich alt werde? Oder mich schon damals mehr als der Durchschnitt für Politik interessierte? Oder ist es wirklich so, dass die beiden alten Volksparteien einfach immer wieder zyklisch die gleichen Ideen nicht umsetzen, von denen sie immer wieder zyklisch erkennen, dass sie nötig wären? Der dritte Dings fällt da raus, ja, ich weiß, da geht es mehr um die Facebook-Revolution, von der ich allenthalben hörte. Da hab ich mal in der Küche nachgefragt.

Mir zeigt es, auf die Schnelle runtergeschrieben, irgendwann vielleicht mal mehr, vor allem dreierlei:
  • Die beiden ex-großen Parteien diskutieren in einer politisch neuen Situation (dazu gleich) das, was sie auch früher diskutiert haben. Und darum werden sie weiter verlieren und am Ende scheitern.
  • Menschen haben sich verändert, eine neue Generation ist nachgewachsen - aber wenn es pressiert, haben wir uns immer schon zu organisieren gewusst. Das Heiligengeistfeld war überall. Spanien ist überall.
  • Die neue Situation ist entstanden, als sich zur Generation meiner Eltern (der Generation Kessel, Kalkar, Wyhl) und den versprengten Aktiven meiner Generation nun die Generation meiner Kinder gesellt. Drei Generationen gemeinsam, die mit CDU, SPD, Atom und Bahn nichts anfangen können.

Und die gleichen Leute, die die Aktiven in der Generation meiner Eltern verlacht haben und nicht ernst nahmen, sind jetzt überrascht, dass sie wieder da sind - und diffamieren sie als Wutbürger. Und ihre Kinder in meiner Generation, die heute die publizistische und politische Elite bilden, verstehen nicht, was da passiert, wenn unsere Kinder sich so organisieren wie unsere Eltern damals, nur mit einem neuen Medium. Und alle stehen sie erstaunt davor, dass aus diesem Dingens eine neue Volkspartei, eine Volkspartei Neuen Typs emporsteigt.

Und Sie? Haben Sie manchmal auch Déjà-vus?

1 Kommentar:

  1. Leider lernen die Politiker vom Schlage Merkels viel zu schnell, dass sie mit dem neuen Medium das Selbe machen können, wie mit früheren Problemen - sie regulieren es.

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