30.10.09

Meine letzte Mail an die Kolleginnen

Ihr Lieben,

(so habe ich die meisten Mail an alle begonnen in den letzten dreieinhalb Jahren, wenn ich nicht “liebe Kolleginnen” gesagt habe, worauf mich witzigerweise nie jemand angesprochen hat, weshalb ich es jetzt auflöse, denn ich liebe ja nicht nur Meedchenfilme, sondern bin auch umfassend in feministischer und – wie das die Generation nach mir genannt hat – Gendertheorie ausgebildet worden, wodurch ich an Stellen, an denen oft die männliche Form inkludierend gemeint ist, die weibliche eben so verwende. Und zugleich mache ich mit dieser überflüssigen Erklärung, die die meisten von euch sich ohnehin schon selbst gegeben haben, von meiner bekannten Klugscheißerart Gebrauch.)

dies ist meine letzte @all-Mail. Und obwohl ich mich, wie ihr euch vorstellen könnt, denn sonst würde ich das ja nicht machen, sehr freue auf das, was vor mir liegt, bin ich auch ein bisschen traurig, euch alle zurück zu lassen. Denn in den gut drei Jahren bei Edelman habe ich mich fast jeden Tag wohlgefühlt. Wir haben gemeinsam so viele tolle Dinge für Kunden gemacht, noch mehr tolle Dinge für Kunden entworfen, die sie nicht machen wollten – und immer wieder auch sehr viel Spaß zusammen gehabt.

Ich habe viel von euch gelernt. Und das sage ich ganz ohne Koketterie, denn ich war, als ich kam, ja kein “PRler” im eigentlichen Sinne.

Dennoch ist es wirklich nur ein halbes Tschüss, denn wir sind über Facebook und Twitter (und wo immer noch zukünftig, mein Tipp: bestimmt foursquare) so eng vernetzt wie es vor einiger Zeit noch undenkbar gewesen wäre. Da ich das, was ich predige, auch lebe, werdet ihr mich über die gefühlt hundert Kanäle, die ich geöffnet habe, immer erreichen, außer an dem einen Tag in der Woche, an dem ich weitgehend offline sein werde, weiterhin, meistens. Oder so.

Als Abschiedsgeschenk habe ich schon gestern meinen ersten echten Rant geschrieben und damit heute eine wunderbare, absurde, höllisch lustige Diskussion ausgelöst, von der alle, die sich mit Social Media beschäftigen, viel lernen können. Und die Drohungen und Beschimpfungen mit der richtigen Gelassenheit zu ertragen, ist eine der Sachen, die ich gleich im ersten halben Jahr bei Edelman gelernt habe.

Alles Gute für euch.

1 Kommentar:

  1. Eine Ära geht zu Ende!! Selbst ich, die gar nicht mehr da ist, fühlt mit. Alles Gute für Dich, Wolfgang!

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