1.12.06

Also doch kein Logo

Wirklich peinlich: Das neue Logo, das ich noch vor zwei Tagen halbwegs gelobt hatte, hat der Bundesvorstand der Grünen nun zurück gezogen. Immerhin erfahre ich es aus Hennings Blog, der fast live vom Parteitag in Köln schreibt.

Mich ärgert das. Beides: Sowohl der Dilletantismus, ein Logo erst großspurig anzukündigen und dann damit durchzufallen - als auch die Neigung meiner Partei, sich über die absurdesten Dinge in die Haare zu bekommen wie ein Logo, während der politische Mainstream gerade eine andere Republik zu erschaffen sucht mit einer hysterischen und mehr als absurden Debatte um Scheinsicherheiten.
EDIT 2.12.: Henning weist in einem Kommentar zu seinem Eintrag darauf hin, dass sie immerhin nur eine halbe Stunde über das Logo diskutiert haben....

Ich könnte kotzen.

Kommentare:

  1. Wie gut, dass ich meinen kurzen Gast-Besuch auf dem Parteitag schon vor der Logo-Diskussion beendet habe :-) Kann dir aber ansonsten nur zustimmen. Logo gar nicht schlecht, Strategie des Bundesvorstands unprofessionell und wie hoch die Wogen jetzt kochen, typisch Grün. Aber damit muss man als Partei-Mitglied wohl einfach leben (können)

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  2. Christiane2.12.06

    Ich habe mit halbem Ohr im Radio gehört, dass die Basis nicht akzeptieren wollte, dass das Logo vom Vorstand ohne Absprache mit der Basis durchgepeitscht werden sollte. Ich muss sagen, wenn das stimmt, finde ich das sehr sympathisch, dass es es gekippt wurde. Ich halte nichts von Vorstandsbeschlüssen, die die Basis zum Stimmvieh degradiert, die nur noch abnicken darf.

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  3. Also vom basisdemokratischen Aspekt her finde ich das auch gut, daß es gescheitert ist.

    "Wir" hätten das mit dem Umbra nicht geschafft...

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  4. Ja, damit habt ihr schon Recht, ihr beiden, finde ich - aber so ganz ohne Basisbeteiligung war der Prozess auch nicht, die Landesvertreter waren informiert und involviert, und dass ein neues Logo entworfen wird, konnte jeder in der Partei wissen (das lief ja schon lange, war nur durch die Neuwahlen verschoben worden).

    Und dass darum sofort wieder eine bittere Grundsatzdebatte von manchen geführt wird, ärgert mich. Logos lassen sich am Ende auch nicht basisdemokratisch entwickeln. Und wäre eine Scheindemokratie ("hier haben wir drei Entwürfe, stimmt ab") wirklich besser?

    Spannender finde ich da schon die Frage, die in den Kreisverbänden diskutiert wird gerade, ob das "Bündnis 90" nicht lieber ganz verschwinden sollte. Oder bei uns in Hamburg, ob das "GAL" nicht aufgegeben werden sollte. Ist aber auch Bauchnabelschau...

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  5. thorsten3.12.06

    Ob "Bauchnabelshow" oder nicht: Es gibt auch so was wie eine "Parteiidentität" - und für die ist ein Logo eben wichtig.
    Abgesehen davon ist dieser Logo-Durchpeitsch-Versuch nur symptomatisch für ein in den letzten Jahren immer weiter um sich greifendes Vorgehen des Bundesvorstands, bei dem Beschlüsse - im übrigen vor allen Dingen wichtige, politische Entscheidungen fernab einer "Nabelschau" - im Vorfeld der über sie befindenden Versammlungen so festgezurrt werden, dass es nur noch zu einem Abnicken kommt.
    Und entschuldige mal: Die "Landesvertreter" (meint: Landesvorsitzende?) als Vertreter der "Basis"...? Dass ich nicht lache...

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  6. Also, für mich ist so ein Logo auch total wichtig. Gerade bei einer Partei. Und wirklich - daß die sich nicht darüber einigen können! Dilettanten!

    (plonk)

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