8.11.05

Respekt, das falsche Wort zur falschen Sache

Sein Blog ist eindeutig im Rahmen der falschen Zeitung. Es hat eindeutig den falschen Titel. Es ist mir in vielen Punkten politisch unangenehm. Aber wenn Leon de Winter über die Auseinandersetzung zwischen "dem" Islam und unserer Werte- und Gesellschaftsordnung schreibt, kann ich sehr oft nur mit dem Kopf nicken und ihm zustimmen. So wie in einem Posting aus der letzten Woche. De Winter setzt sich kritisch mit einer Reportage aus dem Krieg in Paris auseinander und kommt dann auf eines der Grundprobleme zu sprechen, das immer wieder in der Auseinandersetzung mit Moslems und mit ihren Verstehern entsteht: Die Rolle des Respekts. Er schreibt:
Respect? Civility - yes. Politeness - yes. But respect? There is a terrible misunderstanding about 'respect' among Muslim immigrants all over Europe. In Western societies people don't pay respect for your ethnicity or religion. You have to earn respect by participating as an individual in the exhausting race for success - as a businessman or scientist or lawyer or mailman. As a Muslim, you are not getting it per se. (de Winter)

Ich denke, dass die Forderung nach "Respekt" eine weitere perverse Seite des absurden Begriffs von Ehre ist, den der unaufgeklärte Teil des Islam vertritt (und damit nahezu alle Traditionalisten unter den Einwanderern und alle, die ihre Töchter und Schwestern und Frauen zwingen, Kopftücher zu tragen). Sowohl das Konzept von Ehre als auch die Idee von Respekt ist unverträglich mit jeder Form von Gesellschaft, in der ich leben möchte.

Was mich ärgert, ist, wenn gerade in meiner Kirche und in meiner Partei und in meinem sozialen Umfeld sich so oft so unreflektiert so viele positiv auf diese Forderung nach Respekt beziehen. Gerade angesichts der Krawalle in Paris kann ich nur hoffen, dass die Synode der EKD, die gerade tagt, da eine klare Grenze zieht. Immerhin hat sie das Thema Toleranz - das, wie meine Frau immer zu sagen pflegt, mit "z" endet.

aufmerksam geworden auf das Posting durch einen Kommentar an Lilas guten Gedanken zu Paris und Gaza

Kommentare:

  1. Isch gebe Sie da völlig recht.

    btw - scheint mir wir sind in gleicher partei
    und Kirche :-)

    - Grussregierung.

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  2. auch-einer9.11.05

    das mit dem respekt ist so eine sache. da wo ich herkomme und so wie ich spreche, bedeutet respekt ein gefühl, das der untergeordnete gegenüber dem vorgesetzten empfinden mag, eine mischung aus angst und untertänigkeit. ein tübinger student in der mündlichen diplomprüfung würde mit dem wort respekt seine gefühle gegenüber der prüfungskommission zutreffend beschreiben.

    eigentlich täte es im umgang miteinander auch der ganz gewöhnliche anstand. ja, ich weiss, sekundärtugend, damit könnte man auch. kann man gerade nicht, weil anstand nichts zweitrangiges oder formales, aufgesetztes, sondern eine haltung ist. anstand ist die unmittelbare anwendung des satzes "behandle andere so, wie du selber gern behandelt sein möchtest" und kann deswegen eben nicht zu verbrechen befähigen.

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