2.11.05

Engholm revidivus?

Bin ich eigentlich der einzige, den das ungute Gefühl an Björn Engholm beschleicht, wenn er an Platzeck denkt?
Wobei das ja nicht mal an sich schlecht ist, ich hab Engholm immer gemocht und er ist kultiviert und hat eine sehr, sehr gute Denkfabrik damals um sich geschart (in Schläfrig-Holstein, nicht als Müntedings). Aber als Vorturner ist er grandios gescheitert und zugleich verantwortlich für die Petersberger Beschlüsse, mit denen die Partei damals gegenüber den Rechtspopulisten eingeknickt ist in der Asylfrage.

Ansonsten muss und darf ich mal wieder auf eine sehr treffende Analyse von Wolfgang Münchau in der FTD hinweisen, in der er mit dem Blick aus London die Situation positiv beurteilt, die nun entstanden ist durch das Chaos in der SPD. Aber Münchau hat ja letzte Woche auch richtig und bissig über die vollkommen blödsinnigen Ideen der Koalitionsverhandlungen im Bereich Finanzpolitik geschrieben. Bravo, wenigstens einer. Selbst wenn es in der FTD ist.

Kritisiert wird ja gerade massiv, dass seit Mai nicht mehr regiert werde in diesem Land. Wie albern, das problematisch zu sehen! Mal ehrlich: Hat das irgendeiner von euch in der Praxis gemerkt? Hat eure Firma darunter zu leiden? Oder eure Familie? Im Gegenteil: Wie wohltuend, dass wir seit einigen Monaten verschont werden von hektischem Aktionismus. Zwar wäre es schön, wenn parallel zur Pause ein bisschen gedacht würde und nicht nur Posten verteilt - aber eine Atempause hat noch niemandem geschadet...

Kommentare:

  1. Ich dachte bei Platzeck auch an Engholm, aber eher weil ich die Idee hatte, dass da noch irgendwo alte Geschichten aus der DDR lagern, die zum Schlammwerfen allemal reichen.

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  2. Kann man gespannt sein. Auf jeden Fall wieder so ein weicher, sympathischer, inhaltlich indifferenter Mensch, gegen den und für den niemand wirklich was haben kann. Beide, Engholm und Platzeck, sind im Grunde Antipolitiker, scheint mir. Und das meine ich nicht in erster Linie positiv...

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  3. Marian Wirth6.11.05

    Ich bin neulich etwas erschrocken, als ich im DLF einen - offenbar uralten - O-Ton von Platzeck hörte: "Ich werde nie im Leben Berufspolitiker!"

    Naja, meinem Ortsverein ist es relativ egal, wer über uns Parteivorsitzender ist.

    Dass die Telefonzelle vor meiner Wohnung (die nicht in einem sozialen Brennpunkt, sondern in Rufweite vom ach so hippen Düsseldorfer Medienhafen entfernt liegt) innerhalb von zwei Jahren nun schon zum dritten (oder vierten?) Mal von allen Glasscheiben "befreit" wurde, macht mir mehr Kopfzerbrechen.

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