1.12.11

Jetzt aber endlich mal typisieren, bitte


Für die meisten von euch wird es Eulen nach Athen sein. Für die anderen wird es Zeit, es jetzt zu tun. Manchmal fehlt ja nur der Anstoß. Oder es ist nicht klar, wie wichtig das ist. Wir erleben das gerade mit dem 5-jährigen Sohn von Freunden.

Er wird jetzt auf eine Transplantation von Knochenmark vorbereitet. Nächste Woche wird die dann beginnen. Das mit der Isolation, dem Zelt, der Grausamkeit für ein kleines Kind und das zu Weihnachten - das erspare ich euch. Mir geht es um einen anderen Punkt:

Es war unmöglich, aus den Millionen von Spenderinnen in Europa und Nordamerika eine wirklich gute und wirklich passende Spende herauszufinden. Wochenlang wurde gesucht, dann ein Spender gefunden, der so halbwegs passt, sozusagen am unteren Rand dessen, was man wagen mag für die Transplantation. Denn hier kommt man mit Verwandtschaft und so weiter nicht weiter. Es sind unglaublich viele Merkmale, die Knochenmark aufweist - und je mehr davon mit dem Jungen übereinstimmen, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass er das Mark annimmt und also überlebt.

Obwohl ich selbst typisiert, also als Spender eingetragen bin, war mir das so nicht bewusst. Dass es so schwierig ist, eine Spenderin zu finden. Dass es für ihn keine gibt. Und sie es jetzt trotzdem versuchen werden. Denn er soll leben.

Jede einzelne, die sich typisieren lässt, erhöht die Chance für einen Menschen zu leben. Jede einzelne, die es nicht macht, tut genau das nicht. Es ist nur wenig. Und kann so viel sein. Denn seine Geschwister mitzunehmen oder den Weihnachtsbesuch ins Gästezimmer zu lassen, das können nur wir, die wir sein Umfeld bilden. Das andere könnt ihr auch. Hier.

Kommentare:

  1. Sehr kluger Abschlusssatz. Ich werde es jetzt einfach mal tun.

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  2. Danke für deinen Aufruf an all die noch nicht eingetragen potentiellen Spender!! Ich selbst habe mich vor einigen Jahren bereits typisieren lassen und ermutige seither meinen Bekanntenkreis, weil es Leben rettet, weil es für den Einzelnen keinen Akt darstellt und weil wir alle, wenn wir einmal betroffen sein sollten, froh wären, würde es mehr potentielle Spender geben. Alles Gute!

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  3. Na ja, SO nötig scheint es das deutsche Gesundheitssystem nicht zu haben: Leute wie ich dürfen nicht spenden - weder Blut noch Knochenmark.
    http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2010/10/warum-ich-noch-nie-blut-gespendet-habe.htm
    Ich dürfte, wenn auch in Deutschland - wie in Großbritannien - die Spenden auf CJD getestet würden.

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  4. Ich kann dem nur beipflichten! Frank und ich haben uns schon vor ca. 10 Jahren typisieren lassen und sind in der DKMS Datenbank aufgenommen. Bisher sind wir aber noch nie angeschrieben worden. Wenn es aber eines Tages soweit ist, sind wir beide sofort bereit. Und so soll es ja sein.

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