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11.4.23

Sehr viel Arbeit

So wie die meisten Menschen finde ich es wunderbar, dass der Frühling so viele Feiertage und lange Wochenenden kennt. Dass es immer wieder diese Wochen gibt, in denen meine Kund*innen ihr Tempo runter- und einige Tage wegfahren. 

Denn die Kombination aus freiberuflicher und landwirtschaftlicher Unternehmertätigkeit ist so in dieser Jahreszeit besser möglich. Das Frühjahr braucht mich als Landwirt viel intensiver als beispielsweise der Sommer - weil ich ja „nur“ Pferde züchte, also nicht ernte. Jetzt ist die Zeit, in der die Weiden flott gemacht werden, die Zäune repariert oder neu gesetzt, die diesjährigen Stuten auf den Hengst vorbereitet und so weiter. Gestern hieß das: ein halber Tag auf den Weiden, ein halber Tag mit Besuch. Denn auch das muss ja hin und wieder sein. 

Ähnlich wie die Feiertagszuschläge in den Careberufen sind für mich die langen Feiertagswochenenden wirtschaftlich hilfreich. Nur dass ausgerechnet jetzt parallel auch noch ein Wahlkampf sein muss (Kommunalwahl bei uns Mitte Mai, ich kandidiere als Direktkandidat unserer kleinen Dörfer hier am Rand der Gemeinde für die Gemeindevertretung), ist ätzend. Dafür hab ich neben zwei Berufen irgendwie gerade nicht auch noch Zeit. 

Aber jetzt erstmal an den Schreibtisch. Ein Kampagnenkonzept für den Herbst für eine Kundin entwerfen. 

9.4.23

Zum Schämen

Aufgewachsen bin ich in der Friedensbewegung der 80er und mit den Ostermärschen. Ich war nie Pazifist, weil mir klar war, dass eine Revolution die Unterstützung bewaffneter Kräfte braucht. Ernesto Cardenal war ein Idol meiner Jugend (ich durfte ihn kennen lernen) und sein Weg an die Seite der bewaffneten Revolution seines Landes hat mich beeindruckt. Viele Menschen in meinem Umfeld waren in Nicaragua zum Arbeitseinsatz. 

Aber ich war gegen Waffen, bin es bis heute. Schwerter zu Zapfhähnen, sagt eines meiner Lieblingsbiere, Paxbräu aus der Rhön. 

Aber schon vor der Eskalation des Krieges gegen die Ukraine vor einem Jahr habe ich mich für die Ostermärsche von heute geschämt. Ihren Antisemitismus. Ihre Verbissenheit. Letztes Jahr sind sie dann endgültig durchgedreht. Haben uns am Wahlkampfstand als Kriegstreiber*innen beschimpft. 

Ich schäme mich nicht für mein Friedensengagement. Weder damals noch heute. Aber ich schäme mich für die, die heutzutage als Ostermarsch durch unsere Kleinstadt ziehen. 

8.4.23

Auftanken

Wir gehen fast nicht mehr in die Kirche. Seit Corona noch weniger. Und dass die Liebste auf den Bänken nicht sitzen kann und sich zurzeit nicht anstecken sollte, lässt es noch weniger zu. Es gibt aber Tage, an denen es mir wichtig ist. Und darum war ich dann allein im Karfreitagsgottesdienst. 

Es ist ja der mir allerwichtigste religiöse Tag, schrieb ich neulich was zu. Viele Jahre war ich in den Andachten zur Sterbestunde, bis mir die grotesken antisemitischen Improperien in ihrer mittelalterlichen Text- und Musikform, die der linke Pfarrer meiner Heimatgemeinde mit einer Schola zelebrierte, das final verleideten. 

Gestern darum der Morgengottesdienst, 9.30 Uhr in der sehr schönen Kirche in Fissau. Ohne Orgel, dafür mit Abendmahl. Karfreitag ist ja vor allem ein Genuss für Menschen, die sicher in der Liturgie sind und halbwegs singen können. 

Sehr angetan war ich von den modernen Improperien, die die Klage über „mein Volk“ nicht wie im Mittelalter auf die Juden bezog (weshalb es ja immer zu den Karfreitagspogromen kam durch aufgepeitschte Gottesdienstbesucher*innen) sondern auf das gesamte Gottesvolk. Kein Vorwurf des Gottesmords wie sonst üblich. Das war wunderbar. Und hat mir zusammen mit dem Abendmahl und den Liedern und Gebeten Kraft gegeben. 

26.4.11

Prioritäten

Denn es ist ja schon irgendwie ärgerlich, wenn der Pastor nicht nur den selbst für seine Verhältnisse (und hey, wir hatten wirklich nur sehr, sehr geringe Erwartungen, aus Gründen) langweiligst-denkbaren Ostergottesdienst abliefert, im Beipackzettel auffordert, das "Nizzänische Glaubensbekenntnis" zu beten, statt einer Predigt das mittelgut passende Buch, das er offenbar gerade ausgelesen hatte, paraphrasiert, eine Taufe im Stil eines "rapid baptism" runterreißt - und sich dann von der erwartbaren Kritik am Kirchenausgang dispensiert mit der Entschuldigung, er müsse eine Fähre erwischen, denn er habe sozusagen ab sofort Urlaub, er also sehr deutlich macht, wo seine Prioritäten so liegen in der Vorbereitung seiner beiden persönlichen Hauptereignisse des vergangenen Sonntags.

Und dann überzieht er auch noch eine gute Viertelstunde, so dass meine Großeltern warten mussten.

Und wie war euer Ostern so?

23.3.08

Der Herr ist auferstanden

Heute früh schien die Sonne. Passend zur Auferstehung nach Tagen mit Regen und Schnee. Und Zeit, Ostern zu feiern, zumal am Osterstrauß aus dem eigenen Garten nicht nur die Blätter, sondern auch die ersten Apfel- und Kirschblüten aufgehen.

der Osterstrauß sprießt

Vorm Aufstehen haben dann die Kinder begonnen, Eier zu suchen.

Eiersuchen im Bad

Aber weil es auch draußen welche gab (Frost und Sonne sei Dank), mussten sie sich dann doch anziehen.

Eiersuchen draußen

Und nun warten wir auf den Besuch. Die Tafel ist gedeckt und in ein paar Minuten kommt das Lamm in den Ofen, das dann den Nachmittag über in Niedriggarmethode vor sich hinbraten darf. Heute in der Variante mit Roquefort. Dazu Feldsalat und Spätzle...

der Besuch kann kommen
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