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26.5.23

Gewaltlosigkeit ist Gewalt

Bei all den überaus absurden rhetorischen Verrenkungen der letzten Wochen, in denen die Gesetzesbrecher*innen innerhalb der Regierung und von der parlamentarischen Opposition, all diese Radikalen, die wider jedes Wissen sagen, dass wir mit dem Umbau, der Wärmewende, der Dekarbonisierung noch Zeit haben, in denen diese also behaupten, gewaltfreier Widerstand sei Gewalt und Opposition sei organisiertes Verbrechen, musste ich öfter an die radikalen Äußerungen der CSU-, CDU-, vieler SPD- und FDP-Leute während der Auseinandersetzungen in den 80ern um Pershings, Startbahn West, Brokdorf, Kalkar und Wackersdorf denken.

Die Irren unserer Zeit stehen dabei ja wirklich in der Tradition von Friedrich Zimmermann, der mir auch das Vorbild von Olaf Scholz zu sein schien, als der Innensenator in Hamburg war. Zu Zimmermann hat Heinz Rudolf Kunze damals ja ein tolles Lied geschrieben. Aus Mastodon fischte ich dann gestern den Hinweis auf einen anderen intensiven Text von ihm. Damals war er einfach ein wirklich guter Texter. 1984 schrieb und performte er seine Variationen über einen Satz des Bundesinnenministers aus dem Monat Juli des Jahres 1983. Und dem ist auch heute nichts hinzuzufügen.

Mutloses Abwinken
ist Mut
Tatenloses Zusehen
ist Tat
Rechtloser Zustand
ist Recht
Hoffnungslose Anpassung
ist Hoffnung
Rettungslose Verzweiflung
ist Rettung
Skrupelloser Zynismus
ist Skrupel
Schonungslose Ausrottung
ist Schonung
Erbarmungsloses Dreinschlagen
ist Erbarmen
Gnadenlose Zukunftsvernichtung
ist Gnade
So hätten sie's gern
gewaltloser Widerstand
ist Gewalt
widerstandslose Gewalt aber
Ist nur Widerstand
gegen die Gewalt der Gewaltlosen

Und ein ärmelloses Hemd
ist ein Norwegerpullover
Und George Orwell
ist Walt Disney


23.3.12

Das Hirn eines Penners

Und dann ist hier noch der völlig unkorrekte aber großartige Kurzfilm, den mein Freund Marco vor rund 20 Jahren gedreht und nun endlich ins Internetz gestellt hat. Und den ich euch nicht vorenthalten will, weil er (erwähnte ich das?) großartig ist.

29.2.12

Tilt Shift

Ich bin ein großer Fan von Keith Loutit, einem, wenn nicht dem, der Pioniere der Tilt-Shift-Ästhetik, die reale Szenen in eine Art Miniatur Wunderland verwandelt. Mal etwas kurz gesprungen und fast falsch, in jedem Fall aber allzu holzschnittartig erklärt. Dass diese Ästhetik über so was wie Instagram für alle Amateure zugänglich ist, macht es noch faszinierender.

Über Facebook (und leider ohne wiederzufinden, über wen) stolperte ich über ein ganz großartiges aktuelles Projekt von Loutit. Zurücklehnen und die knapp sechs Minuten genießen.

30.8.11

Was im Internet toll ist

... sind die Seiten, die wirklich sinnvoll sind. Elegant gestaltet, wahr und wahrhaftig. Wie diese (klick auf das jeweilige Bild, gehe zur jeweiligen Seite) -



oder diese -



oder diese -



oder diese -



(und weiter im Text, aber das musste mal gesagt werden).

9.1.11

Fotoshooting im Schnee mit Pferden

Bei uns um die Ecke wohnt die sehr gute (Pferde-) Fotografin Karen Diehn. Und am ersten Januarwochenende hat sie einige von uns auf dem Hof als Laienmodels eingesetzt. Es ist schon ein gewaltiger Unterschied, wenn jemand Fotos macht, die etwas davon versteht. Von Gruppenfotos -

eine Gruppe im Schnee

über "Wendybilder" -

Secundus und Gjosta zwei grinsende Sportler
Sæla und ihre Reiterin

bis hin zu Bewegungsfotos, bei denen der Schnee spritzt, -

Galopp II

Tilberi im Galopp

oder eben Fotos mit besonderer Haltung (und ohne störende Menschen) -

unsere drei Pferde

(alle Fotos, anders als sonst bei den von mir veröffentlichten und abweichend von der Lizenz, unter der dieses Blog erscheint, mit "klassischem" Copyright, also all rights reserved. Karen lebt vom Fotografieren, bitte respektiert das, darum sind diese Fotos auch nicht bei Facebook, wo man der Plattform ja weitreichende Rechte einräumt)

Wir überlegen, unser Jahresfoto im Herbst auch mal von Karen machen zu lassen, alle Menschen und Tiere unserer Familie.

9.11.10

Dekonstruktion

Das ist ein unglaublich inspirierendes Video über die faszinierende Künstlerin Kim Rugg. Gerade als jemand, der immer in oder mit Medien gearbeitet hat und Sprache und Worte liebt, sogar auf Papier, finde ich die Ergebnisse ihrer Dekonstruktion von Inhalten, ohne die Form zu verlassen, irrwitzig und - ja tatsächlich - inspirierend.
Der Nebenaspekt, den sie in einem kurzen Nebensatz auch selbst anspricht ("... which could be done in 2 seconds with photoshop, I don't use photoshop") und der für mich sehr viel an dieser Kunst ausmacht, ist, so denke ich, dass sie faktisch die alte Handwerkskunst des Setzens auf Produkte anwendet, die aus einem digitalen Satz produziert wurden. Und das auf eine ganz und gar nicht reaktionäre Art und Weise, also geradezu als Kritik an der - ich nenne es mal - "Manufaktum"-Welle.



(danke, @kosmar, für den Link und Hinweis auf Twitter)

9.5.08

ciberaBlog » Blog Archive » Picassos Guernica in 3D

Markus Trapp macht via Twitter (na klar) auf ein 3D-Kunstprojekt aus Picassos Guernica aufmerksam:
Pablo Picassos unvergleichliches Bild Guernica wird in diesem digitalen Kunstprojekt um eine dritte Dimension erweitert. Beeindruckend und verstörend zugleich.

ciberaBlog » Blog Archive » Picassos Guernica in 3D
Für mich ist es eines der großartigsten und - ja auch - verstörendsten Gemälde überhaupt, wie ich letztes Jahr zum 70. Jahrestag der Ausradierung des Dorfes durch deutsche Soldaten geschrieben hatte. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich diese Installation wirklich mag, oder ob die aufgebrochene Dimensionalität der kubistischen Formen (sagt man das so??) nicht eigentlich verliert dadurch. Dennoch, ein beeindruckendes Werk, auch in der Fassung von Lena Gieseke:

29.1.08

Brutale Betonarchitektur, wundervoll

Ich glaube, ich hab schon häufiger gesagt, dass ich den Flughafen Bonn gerne mag. Zumindest den alten Teil (und bis sie dieses superalberne neue Pictogramsystem eingeführt hatten). Wahrscheinlich gehöre ich zu den ein oder zwei Leuten in meiner Generation, denen das so geht.

Flughafen Köln I

Aber ich bin nun mal ein Freund dieser wunderbaren Betonarchitektur, für die ich irgendwann einmal die Stilbezeichnung Brutalism gelesen habe (keine Ahnung, ob das eine korrekte Bezeichnung ist). Schon das Detail da oben, die Waben in der Deckenkontruktion, haben es mir immer wieder angetan. Heute war ich erstmals in der Lufthansa-Lounge:

Flughafen Köln III

Sie liegt recht weit oben unter dem Dach, mit mehreren (Beton-) Treppen auf die höhere Ebene. Der nackte Beton rückt einem richtig nahe, die Glaselemente in den Waben im Dach geben ein diffuses Licht. Und die Säulen persiflieren die Funktion eines Flughafens, indem sie noch mehr fast als die Deckenkontruktion die sakralbauten der Gotik ironisch zitieren:

Flughafen Köln II

Für mich ein Kunstwerk unter den quasi öffentlichen Bauten der Nachkriegszeit. Da bin ich immer wieder gerne. Und weil die anderen Airlines vom gräßlichen, gesichts- und geschichtslosen Neubauterminal fliegen, fast ein Grund, Germanwings oder Lufthansa zu wählen, finde ich...

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