31.5.07

Unser schönster Baum



Ich habe ihn schon geliebt, als er noch mitten unter anderen Bäumen im Vorgarten meiner Eltern stand. Ein paar Wochen im Jahr wissen wir, warum wir ihn damals, als wir dieses Haus gebaut haben, gerettet haben, unbedingt retten mussten. Er ist einfach wunderschön.

Ich weiß nicht mal, wie er heißt. Aber die Blüten liebe ich, wenn sie in der Abendsonne leuchten.

Blüten unseres schönsten Baumes

Jeden Tag, wenn ich nach Hause komme, begrüßt er mich.

Heiligendamm

Ganz normale Menschen fahren hin aus unserem Umfeld, denen wir es gar nciht zugetraut hätten. Busse, die organisiert sind. Seit Tagen, Nico hat auf der Fahrt nach Dänemark davon berichtet, wir haben es am Pfingstwochenende auf der Rückfahrt aus dem Emsland auch gesehen, läuft der Polizei-Massenausflug an die Ostsee.

Ausgerechnet nach Heiligendamm. Ich mag es da. Oder mochte es, als ich noch da hin durfte, als noch nicht dieser absurde antiwasweißich Schutzwall da war. Jedes Mal, wenn wir in unserem Lieblingsort an der Ostsee sind, in Kühlungsborn, laufen wir rüber.

Ohne ein besonderer Freund von attac zu sein - dieses Mobilisierungvideo, das ich bei Sebastian gefunden habe, gefällt mir. Denn so kann es nicht weiter gehen. Schon gar nicht, wenn die legitimen und richtigen Proteste benutzt werden, um diesen Staat von oben zu zerstören.



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Vorläufiges Ende des Rechtsstaats

[In meiner engsten Familie gibt es mehrere Polizisten, einer ist auch Hundeführer. Das hat meine Haltung zu diesem Beruf verändert, vor allem meine Meinung zum Gewaltmonopol des Staates, das ich richtig finde, obwohl ich weiterhin gegen die Bewaffnung der Polizei bin.]

Meine Liebste fragte mich vorhin dann gleich, ob wir nicht doch eine Auswanderung nach Island ins Auge fassen sollten. Ich mein, mein Arbeitgeber hat da zwar keine eigene Niederlassung, aber durchaus eine Partneragentur. Die Aussicht auf nie mehr Sommer ist schön. Andererseits schlachten die da Wale. Auch nicht so toll.

Heiko weist aus Kopenhagen auf einen kleinen und gerade deshalb so ungeheuerlichen Vorgang aus der letzten Woche in Hamburg hin:

Ein Kunstaktivist wird nicht nur unter mir fadenscheinig vorkommenden Gründen festgenommen, sondern dokumentiert das auch noch auf Video und in einem Gedächtnisprotokoll vergangene Nacht auf indymedia. Besonders apart ist die Begründung der Festnahme, die er zwar nicht wörtlich zusammenfasst, aber inhaltlich ist es durch den Film gedeckt:
Auf die Frage, was denn jetzt los sei, werde ich darauf hingewiesen, dass G8-Gipfel ist. Und ich ja Protest gemacht habe. Ich Widerspreche nicht und gebe zu, dass es sich auch um Protest handelt und weise auf Artikel 5 des Grundgesetzes hin.
Ich bin vorläufig festgenommen und meine ganze Ausrüstung ist beschlagnahmt. (Eigenbericht des Opfers)
Zwei Interpretationen drängen sich mir auf, und beide sind gleich bedenklich und markieren für mich einen weiteren Wendepunkt für den Rechtsstaat:
  • Entweder die Polizistin und der Polizist wissen nicht, was sie tun und reagieren individuell völlig über, denn eine Festnahme ohne explizite inhaltliche Begründung geht nicht - dann ist es ein Zeichen größter Verunsicherung des Rechtsempfindens aufgrund einer Panik schiebenden politischen und polizeilichen Führung rund um den G8-Gipfel.
  • Oder der Hinweis, dass der Protest gegen den G8-Gipfel gerichtet sei, ist die Begründung für die Festnahme - dann ist es ein noch größerer Skandal, weil es die Bankrotterklärung des Rechtsstaates ist, wie wir ihn bis letztes Jahr kannten.

Beides ist nicht mehr im Rahmen dessen, was ich erträglich finde. Die nächsten zwei Wochen können ja heiter werden. Ich kann jeden verstehen, dessen Vertrauen in diesen Staat und seine Sicherheitsorgane schwindet.

UPDATE: Frank Hamm macht auf eine für die FTD ungewöhnlich subversive Umdichtung des alten Hits Maschendrahtzaun aufmerksam, die einem das Lachen im Halse stecken bleiben lässt....

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30.5.07

Doch, genau so wollte ich es wissen

Heute mal ein an sich recht guter und ausgewogener Beitrag in einem Holzmedium (so, meint der Autor, würden wir Blogger Zeitungen nennen. Aber mal ehrlich: das klingt doch soooo 1999, oder? Wer sagt das hier draußen denn noch so?): Die Süddeutsche über Blogs und Journalismus und Journalisten und Blogger und bloggende Journalisten. So weit, so gut. Und der viel zu seltene Hinweis, dass mit Praschl einer der großartigsten Alt-Blogger überhaupt ja doch inzwischen ganz klassischer Chefredakteur ist, das Magazin verschweige ich aus Achtung vor ihm.

Nur am Ende, da vergaloppiert sich der Kollege Feldmer etwas, wenn er über eines der Bunte-Blogs schreibt:
Und im sogenannten Star-Blog von Ruth Moschner konnte man kürzlich lesen, dass die frühere Big Brother-Moderatorin während einer Burda-Veranstaltung Götterspeise mit Waldmeistergeschmack garniert mit Ingweräpfeln gegessen habe.

Moschner weiter: "Klingt banal, schmeckte aber göttlich und tröstete mich ein wenig darüber hinweg, dass ich nicht das Meet and Greet mit meinem Lieblingskoch Jamie Oliver gewonnen habe." So genau wollte man das alles im Grunde doch wieder nicht wissen.
Äh, doch - genau so wollte ich es wissen, wenn ich denn wüsste, wer diese Frau Moschner ist. Denn genau so was ist der Grund, warum ich mehr Blogs als Medien lese.

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29.5.07

Twitter Topics And Demographics

Not sure what this means, but isn't it interersting, that much more tweets are about work than about the weather? And much more are about home than about job? See this screenshot from TweetVolume:



via - of course - Twitter: oliverg about an hour ago


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28.5.07

Originelle Auffassung von Kundenservice

Dieses Pfingstwochenende waren wir mit einem Teil der weiteren Großfamilie gemeinsam in der Jugendherberge Meppen, eine rubinene Hochzeit feiern. Vorweg: Es war klasse, weitgehend trocken und richtig schön.

Der Zivi in der Jugendherberge war auch ziemlich gut - er hat immerhin den Laden alleine geschmissen. Denn zu unserem leichten Erstaunen sind die Herbergseltern unmittelbar nach unserem Einchecken am Freitags Abend in den Urlaub gefahren. Hinterlassen haben sie ein nahezu ausgebuchtes Haus, einen Zivi, eineinhalb Küchenkräfte - und das war es.

Also gab es nahezu nie einen Ansprechpartner, war die Logistik beim Essen nur bedingt ausgeklügelt (immerhin haben wir so beim dreiviertelstündigen Anstehen nach Frikadellen und Kartoffelbrei einen anderen Gast näher kennen gelernt, der das gleiche im vergangenen Jahr in Emden erlebt hatte, scheint also bei Jugendherbergen Methode zu haben) und war das, was an Personal da war, heillos überfordert.

Da fiel nahezu nicht mehr ins Gewicht, dass die Zimmer extrem dreckig waren, als wir sie bezogen, aber das war ja auch noch bevor die Hausleitung geflüchtet war....

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Fahrradmülleimer



Das Emsland ist ohnehin eine klasse Fahrradgegend: Flach, super ausgeschildert, kurze Strecken, die wir sogar mit den Kindern (ok, die Lütte und ihr jüngster Vetter im Anhänger, aber die anderen schon alle auf eigenem Rad) absolvieren konnten.

Sehr angetan aber hatte mir der Müll-Fangkorb. Wenn auch die Treffsicherheit vieler Radfahrer augenscheinlich nur so mittelgut war.

25.5.07

Schein und sein

Ich hatte irgendwann mal nur sparsam irritiert geguckt, als mich jemand, nachdem ich gesagt hatte, dass ich endlich zu sauberem Strom gewechselt sei, fragte, ob ich zu diesen Heftigwerbern mit dem lekkeren Strom gegangen sei. Und nun reden wir gerade über gute Menschen und so und da sagt jemand, dass Nuon ja Ökostrom sei. Konnte ich mir nicht vorstellen, weil ich das noch nie gehört hatte. Und tatsächlich: Sie verzichten auf Atomkraft, aber das war's. 60% kommen aus ganz normalen CO2-Schleudern. Besser als Vattenfall also (unser lokaler Quasi-Monopolist), aber eben seeehr weit weg von Ökostrom.



(Nur mal als Vergleich, was mein Stromanbieter macht: 100% erneuerbare Energien)



Spannend also: Die massive Werbung führt bei überdurchschnittlich intelligenten Menschen mit einem ethischen Anspruch (so welche waren das, mit denen ich sprach) zu einem völlig verzerrten Bild dessen, was sie tun. Denn lecker finde ich deren Strom nun wirklich nicht.



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Endlich mal wieder nominiert

Nachdem ich sehr zu meinem Kummer aus der Liste der weltbesten Blogberater, die der weltbeste Obergockelblogger vor hunderten von Jahren zusammengestellt hatte, geflogen war, freue ich mich umso mehr, endlich wieder zu einem diesmal auch wirklich schmeichelhaften Award nominiert worden zu sein:



Und mal ganz ehrlich: Da kann ich nur gewinnen! Ich weiß nur nicht, wie ihr für mich stimmen könnt. Da ist bestimmt ganz viel Schiebung im Spiel, wie immer bei diesen Mädchendingens. Ha.

22.5.07

Ugly People

Ich mein, ich hab ja einige Jahre auf der Uhlenhorst in quasi Spucknähe zur Alster gewohnt. Aber so was ist mir da nie aufgefallen. Das muss eine neuere Mode sein. Und hey, ich war Student, da war ich durchaus zu solchen Zeiten draußen...

Auf dem Weg um die Alster vom CCH nach Winterhude, wo die Abendveranstaltung der ad:tech stattfindet, bin ich Horden häßlicher Menschen begegnet. Nun ist Laufen ja an sich schon mal schrecklich und macht Menschen durch und durch unästhetisch. Aber an einem schwülen Abend und in Massen wird das unerträglich. Rotglühende, verschwitzte, verkniffene Menschen beiderlei Geschlechts.

Kann mir mal einer erklären, was daran entweder gesund sein soll oder gar Spaß macht? Brrrrr.

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