28.2.07

Der Weg ist frei

Nico leidet aus der Ferne:
In den 90ern wurde viel publiziert zum Thema Niedergang der Großstadtpartei und ich hatte immer gehofft, dass derartige Texte auch bei meinen Hamburger Genossen gelesen werden würden, zumal ich in den 90ern dort in Wahlkampfzeiten als Student arbeiten durfte. (lummaland)
Und ich kann ihn verstehen, dafür habe ich als Schüler und auch noch als Student lange genug auch in dieser Partei gelitten. Aber ein Gutes hat die offenkundige totale Unfähigkeit der Hamburger SPD (und mein Gott, ja, ich kenne da noch genug Leute, um diese - politische - Unfähigkeit immer wieder zu erleben):



Sie macht den Weg frei für die wirkliche linke Großstadtpartei, die es in Hamburg noch gibt. Ich finde ja, wir sollten Krista Sager als Bürgermeisterinkandidatin nominieren. Oder eigentlich noch lieber Katja Husen, die zwar besser ist aber wohl leider noch zu unbekannt....



(heute in Stuttgart)



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26.2.07

Blogmarketing und Kommentarspam

Ich bin, das weiß er auch, etwas zurückhaltend, wenn Klaus Eck zur Promotion des eigenen Blogs immer mal wieder empfiehlt: Kommentieren Sie mehr. Selbst wenn es nicht zu Kommentarspam führt (also zu sinnfreien Kommentaren, die allein der Platzierung meines Links dienen), ist die Grenze fließend. Einen unangenehmen Beigeschmack bekommt es aber erst Recht, wenn die Kommentare halbwegs passen, aber doch allein zur Promotion der eigenen Seite eingesetzt werden.



Beispiel:



An einem alten Beitrag (aus dem Dezember), in dem es nur in der Überschrift um Kinder ging, hat letzte Woche auf einmal jemand mit dem Hinweis auf die im Impressum privat wirkende Seite stegosaurus-info.com wirres Zeug kommentiert. Kam mir komisch vor, ein ganz leichter Spamverdacht regte sich in mir, aber ich hab mir nicht wirklich weiter was dabei gedacht. Bis ich heute jemanden mit der Google-Suche nach eben dieser Seite aus meinen Referern gefischt habe. Und doch stutzig wurde.



Denn auffällig viele Blogs und vor allem Kommentarfeeds (!) waren bei entsprechender Suche zu finden. Und überall der gleiche Tenor, immer von anonymen Frauen (anonym heißt für mich: Der Name ist weder mit einer Mail- noch (besser) mit einer Webadresse verlinkt). Besonders apart aber die Doppelung dieser Kommentare:
17.01.2007

Birgit schrieb:

Dann schau mal hier:

link

Ist ein wirklicher cooler Saurier. Zwar für Kinder in 3d animiert, aber trotzdem so plüschig süß.

Grüße

Birgit



17.02.2007

Wenemann schrieb:

Lustige Dino-Videoclips und leicht verständliche Informationen und vor allem keine Werbung. Es könnte aber mehr Ausmalbilder geben.

(Kessel Buntes)
und:
Neulich habe ich diese Dino Website für Kinder gefunden. Dort findet man wunderbare 3D-Animationen zur Lebensweise, Aussehen und dem Skelett-Aufbau der Saurier.

link

#2 ben



Hi Ben,



Danke für den nützlichen Link. Soetwas werbefreies habe ich schon lange gesucht. Die Anis sind jedenfalls schön gemacht. Es könnte aber ein paar mehr Ausmalbilder zum ausdrucken geben.

#2.1 John

(Blog TXT)
Birgit und Kara sind die häufigsten Namen, die meisten Beiträge, an denen sie kommentiert, sind recht alt.



Ich denke: Das ist so nicht ok. Einerseits geht die Anonymität nicht, andererseits ist in vielen Fällen (nicht in allen) der Anknüpfungspunkt zum Eintrag sehr gewollt.



Die Alternative? Inhalte und Geduld, wie neulich geschrieben. Oder Keyword-Advertising....



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Flatrate ist in

Überall gibt es Flatrates inzwischen. Unseren Telefonanschluss haben wir inzwischen mit drei Flats ausgestattet: Internet, Festnetz und Mobil. Zusammen kommt allerdings ein höherer Betrag raus als das, was
shape and beauty Botox to go in Berlin jetzt anbietet. Vielleicht sollten wir wechseln, ich bin ja nicht mehr der Jüngste (und nur nicht mehr zum Frisör gehen, wird das auf Dauer nicht kaschieren können):
Die Beautycard von „shape and beauty“
– Schönheit im Abonnement.

Unsere Flatrate gegen Falten – schon ab 600,- Euro erhalten Sie:
  • ein Jahr ärztliche Beratung
  • ein Jahr Behandlung (Gesicht) mit Vistabel®, so oft Sie es benötigen
(shape and beauty)
Wers braucht....

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24.2.07

Wenn ich der "Spiegel" wäre....

... würde ich nicht mit dem Prämienpartner Ihr Wunschurlaub zusammen arbeiten. Was habe mich mich heute über die geärgert (und der Mitarbeiterin und ihrer Vorgesetzten versucht zu verstehen zu geben, dass das meiner Meinung nach nahe am Betrug ist, was sie da tun). Der Reihe nach:

Da abonniert einer beim Spiegelverlag eine weitere Zeitschrift - und bekommt einen übertragbaren Gutschein für einige Tage in einem guten Hotel, einzulösen bei eben jenem Partner Ihr Wunschurlaub. Klasse, dachte der, und schenkte mir diesen Gutschein.

Nun entspricht die Gesamtanmutung der Seite dieses Urlaubsdingens schon mal so gar nicht dem Niveau des Verlags - zumindest im Firefox werden keine Umlaute dargestellt und die Navigation innerhalb des Angebots ist oft fehlerhaft. Mal davon abgesehen, dass die einfach so Passwörter, die man sich selbst aussucht, per Mail an einen schicken (das machen ja viele Amateure).

Aber ok, wir wollen in den Märzferien ein verlängertes Wochenende machen, also haben wir geguckt - und tatsächlich, es sollte gehen, wie das Fenster angibt, in dem ich eine Buchungsanfrage stellen kann:



Abgeschickt. Und auch wirklich rufen die vom Wunschurlaub sehr bald bei uns an - um mit leicht vorwurfsvoll-bedauerndem Ton zu erklären, dass das so nicht gehe, weil sie ja drei bis vier Wochen Bearbeitungszeit brauchen. Also Mitte März gehe gar nicht.

Ich bin erstmal nur irritiert, denn im Internet war es ja eindeutig möglich, ab 6.3. zu reisen, wir wollen sogar ein paar Tage später los. Aber meinen Einwand lässt sie nicht gelten. Das geht nicht, sie seien ja kein Last-Minute-Anbieter. Basta.

Naja, ich erkläre etwas deutlicher, dass ich vorhabe, das Angebot anzunehmen, das sie mir im Web gemacht haben...

Was mich wirklich ärgert, ist die himmelschreiende Unprofessionalität, die auch die später eingeschaltete Vorgesetzte an den Tag legte. Vielleicht hätte ich klein beigegeben, wenn sie zerknirscht und entschuldigend aufgetreten wären oder mir ein Angebot gemacht hätten. Aber: Sie haben erst bestritten, dass es irgendwo stünde und dann erklärt, das sei egal, denn es gehe nicht. Immerzu wollten sie mir erklären, wie ihre Abläufe sind.

Das interessiert mich als Kunde aber nicht. Klar kann ich verstehen, dass das offenbar schwer ist. Wenn man den Webauftritt anschaut, ist klar, dass da die eine Hand nicht weiß, was die andere tut. Die Vorgesetzte verstieg sich zur Ausrede, da werde gerade was überarbeitet. Aber wenn ein Kunde dann auf der Zusage besteht, die ihm im Web gemacht wird - dann macht man sich, wenn man halbwegs normal veranlagt ist, eben daran, es möglich zu machen. Und mir kann keiner erzählen, dass es nicht denkbar ist, wenn denn gewollt und mal abgewichen von der Bürokratie, eine Buchung innerhalb von acht Werktagen plus zwei Wochenenden zu bewältigen.

Mal sehen, wie es ausgeht, wenn mich am Montag jemand anrufen wird, der oder die wirklich was zu sagen hat dort. Aber ganz ehrlich: Wenn ich der "Spiegel" wäre, würde ich mit so einem Unternehmen nicht zusammen arbeiten, tut mir leid.

UPDATE 26.2.:
Und tatsächlich - heute morgen hat mich dann jemand angerufen, der was zu sagen hatte und zugesagt, sich darum zu kümmern. Heute im Laufe des Tages soll ich eine Mail bekommen. Bin ich gespannt...

UPDATE 14.3.:
Ich habe lange gezögert, das endgültige Update zu verfassen, aber es muss sein: Ja, die Mail kam, ebenso der Anruf eines Menschen, der wirkte, als ob er was zu sagen hätte dort und sich entschuldigte für eine Mitarbeiterin, die noch nicht lange da gewesen war. Einfaches googlen erbrachte übrigens ein höchstens durchwachsenes Kundenecho, das unsere bisherigen Erfahrung deckt....

Wir sind nun in den letzten Tagen nicht gefahren, weil sie uns kein Hotel - geschweige dann in der Klasse, die versprochen war - anbieten konnten, das uns gefielt. Das einizge, das am Ende von denen kam, war eines, bei dem wir mit der Verpflegung, die wir über sie hätten buchen müssen, bei nahezu dem gleichen Preis gewesen wären, wie wenn wir es direkt beim Hotel gebucht hätten. Und dann noch nicht mal mit irgendwelchem Firlefanz. Nee, nicht gut.

Mal sehn, was und ob wir mit dem Gutschein machen werden.

Einzig positiv bisher: Sobald man massiv wird, behandeln sie einen nett und übertrieben zuvorkommend. Alles wurde möglich, Anrufe waren extrem freundlich, kleinster Kritik unsererseits wurde sofort nachgegangen. Warum eigentlich nicht gleich so?

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Tut mir leid, Martin

Vor allem für deinen Jungen...

23.2.07

In the future everyone will be world-famous for 15 minutes

Laut Wikiquote ist dies die originale Formulierung von Andy Warhol, die so oft halb richtig zitiert oder abgewandelt wird, wenn von den kulturellen Implikationen des Web 2.0 die Rede ist.



Gestern von 20 Jahren ist er an den Folgen seiner Gallen-OP gestorben.



Ich weiß nicht, woran es liegt - aber auch bei Warhol ist es so, dass ich zu dem, was ich über ihn und von ihm an Theorie gelesen habe, mehr Zugang hab als zu seinem Werk. Ähnlich geht es mir mit viele Ikonen des letzten Jahrhunderts, Beuys beispielsweise und Nono. Einzig mit Ligeti war es immer anders, zu dessen Musik habe ich sofort gefunden, allerdings habe ich ja sowohl ihn als auch einige seiner (spannenden) Hamburger Schüler kennen gelernt, als ich mich noch intensiver mit aktueller Musik beschäftigt habe.




Was mich fasziniert, ist, wie sehr sich die Utopien und Vorhersagen emanzipatorischer Medien- und Kunsttheoretiker des letzten Jahrhunderts in dem spiegeln, was ich in meinem Umfeld mit den Möglichkeiten dieses Mitmachwebs erlebe. Und wie gleichzeitig das passiert mit all dem immer noch existenten Megafonkram.



Obwohl latent ausgelutscht, illustriert dieses Zitat von 1968 doch sehr gut, wie sich in einem vierzigjährigen Prozess (und nicht etwa in einer Revolution) mindestens in einer (auch für uns Kommunikatoren) spannenden Subszene die pyramidale Kultur in eine kleinteilige, demokratischere, eher in Wolken organisierte gewandelt hat.



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22.2.07

Lass sie schreien

Etwas, was nahezu jeder langjährige Blogger, den ich kenne, nahezu jedem Anfänger sagt, der ihn fragt, ist: Kümmere dich nicht darum, was deine Leser wollen. Jedenfalls ist das - holzschnittartig - das, was hinter Aussagen zu Spaß oder Machen, was ich will steckt. Das gilt auf jeden Fall für Privatblogs. Das gilt, da bin ich überzeugt, auch für ein Blog, mit dem ich mich als Marke aufbauen will.

ABER, und da unterscheide ich mich von einer Reihe anderer Berater, es gilt am Ende auch für Blogs im Zusammenhang mit Unternehmen. Oder, wie Glenn Wolsey heute schreibt:
My advice for the first 6 months of running your blog, is to forget about the readership statistics, and focus on creating and posting stacks of quality content to help build up your archives. (Glenn Wolsey)
Dazu sagt nicht nur mein Kollege Steve Rubel "Amen", sondern dem stimme ich auch voll und ganz zu.

Ich sehe durchaus, wie neulich auf PR 2.0 geschrieben:
Diese Lernphase wird Unternehmen oft nicht zugestanden.
Aber die Ruhe sollte ich mir trotzdem nehmen, wenn ich ein Blog starte. Ziele setzen, ja. Aber die muss und werde ich mir nicht von außen diktieren lassen.
Goals are important. Without goals you are just going with the flow, with goals, you have something to work towards, something lying up ahead in the future to aim at. (Glenn Wolsey)
Den Erfolg oder Misserfolg beispielsweise eines Corporate Blogs kann ich nicht von außen sehen oder messen. Er misst sich einzig und allein daran, ob die Ziele, die ich vorher gesetzt habe, erreicht sind.

Diese Ziele sind oft nicht die, die erfahrene Blogger vermuten oder unterstellen. Darum geht lautstarke Kritik aus den üblichen Blogs über Blogs und Blogger auch einerseits so oft an diesen Blogs vorbei - und ist andererseits so vielen auch egal. Eines der typischen Missverständnisse, die einer, der in beiden Welten lebt, zwar sehen und benennen kann, aber nicht ändern...



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21.2.07

Straßenfußball



Durch Zufall entdeckt - ein Bild meines Großen auf der Klassenreise im letzten Herbst, das auf der Seite seiner Schule steht. Einer seiner Klassenlehrer macht gute Fotos, finde ich.

Irgendwas hab ich verpasst, nur was?

Seit heute früh schneit ungewöhnlich viel Laufkundschaft rein, die nach diesem Gedicht von W. H. Auden sucht. Und dann entweder bei meinem Eintrag dazu landet oder beim wesentlich spannenderen Hinweis dazu, dass es eigentlich gar kein Trauergedicht war, den ich damals von der Kaltmamsell bekommen hatte....

Nur: Warum ist das heute ein so häufiger Suchbegriff? Sonst ist es etwa ein- oder zweimal am Tag, dass jemand mit dieser Frage hier aufschlägt, heute Vormittag alle paar Minuten.

Andererseits landet kaum jemand hier, der nach einem sich Grün gebenden PRler sucht. Hihi.

UPDATE
Okok, durch Zufall bin ich nun über das Textsyndikat gestolpert. Und was lese ich da?
W.H. Auden hätte heute seinen 100. Geburtstag gefeiert.
Aha! Wieder was gelernt.

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Don't Call Us. We Call You.

Verkaufen ist ja mein großes Lebensthema. Und ja, auch PR ist imho Verkaufen - oder sollte es sein. Und der Aufbau einer neuen Disziplin ist sehr viel Verkaufen (oder mit leicht ironischem Unterton: Evangelisation). Ich war mein ganzes Leben bisher Verkäufer. Und ja, mein Buch übers Verkaufen mit meinen Erfahrungen und Thesen dazu werde ich nun endlich fertig stellen und rausbringen. Versprochen.

In meinen Jahren als expliziter Verkäufer habe ich gute und weniger gute und richtig schlechte Verkaufsschulungen gesehen und erlitten. Neben diesem Gerhinwäschekram a la NLP, den ich ohnehin gefressen habe, hab ich immer gegen so genannte Cold Calls gekämpft. Zumal diese Unsitte und dieses Ohrspamming nicht nur bei verzweifelten Vertriebsleitern oder Geschäftsführern immer noch absurd beliebt ist ("Wieviele Anrufe machen Sie am Tag?").

Bei Roland Kühl fand ich (erst) heute diesen guten Werbefilm eines Coldcallhassers und Autors, der in viereinhalb Minuten zusammenfasst, warum Cold Calls nicht nur nervig, ätzend und oft verboten sind - sondern auch dumm und kontraproduktiv:



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