Bei den Lead-Awards dieses Jahr war ich besonders enttäuscht von dem, was dort an Online-Projekten vorgestellt und prämiert wurde. Vor allem im Zusammenspiel von Bild und Wort und in der Vernetzung von freien Ressourcen im Web habe ich da nichts gesehen, was mich überzeugte.
Da ich mit einem Kollegen, den unter anderem auch die sehr ambitionierte SoulAgency betreibt, häufiger über spannende Ideen und Entdeckungen spreche, stoße ich doch hin und wieder auf Formate, die all das ausspielen. Eines davon habe ich entdeckt, als Siegfired Hirsch in seinem RSS-Blogger drauf hinwies: Eine Fotocollage, die sich der Tags und ihrer Bilder bei Flickr bedient - das Projekt von Lydia Sparrow im bornmagazin.
Überhaupt ist das bornmagazin herausragend in seiner Schlichtheit und Konsequenz. Und wo ich mal dabei bin, weise ich auch auf das tolle Projekt Unterstanding Vorn hin, das zum Vorn Magazin gehört. Immer noch mag ich auch den Assoziations-Blaster.
Was alle diese Projekte gemeinsam haben (und was sie radikal von dem Kram unterscheidet, der bei den Lead-Awards prämiert wurde): Sie nutzen die Möglichkeiten aus, die kooperative Plattformen im Web eröffnen. Tatsächlich: Auf diese Weise kann Bloggen, Taggen und so weiter Journalismus und Sprache erweitern.
29.4.05
Ach ja, die ersten Rückzugsgefechte...
Ich mag die Zeitschriften aus dem Hause Rommerskirchen ohnehin nicht. Was nichts macht, muss ich ja auch nicht. Im Mitgliederblatt meines Berufsverbandes ist neben den Stellenanzeigen, die spannend sind, um einen ersten Eindruck von der Konjunktur zu bekommen, meist vielleicht ein Artikel drin, dessen Inhalt ich nicht vorher schon an manchen Stellen gelesen habe.
Ich frag mich ja immer, wieso das so ist. Vor allem aber, ob es nicht eigentlich den meisten Journalisten so gehen müsste, die immerhin davon leben, dass sie hin und wieder ein bisschen was mitbekommen...
Was Katharina Skibowski im Editorial von Insight schreibt, ist aber nun wirklich mal wieder typisch: Inaktuelle Rückzugsgefechte unter Absehung von Recherche. So wirkt es jedenfalls. Thomas Mrazek sagt dazu das Nötige.
Dazu kommt es mir aber so vor, als verstehe Skibowski nicht so wirklich, was das Besondere - und das für viele, auch für viele PR-Menschen, Faszinierende - an Blogs ist. Denn wenn sie zum Beispielfall Medien Tenor schreibt:
dann ist das schon witzig. Genau das macht es doch aus: Eben dass Alphonso anders als viele andere Journalisten regelmäßig eben diesen Link nicht nur aufsucht, sondern auch hin und wieder damit schnelle Treffer landet, macht die eine oder andere Geschichte bei ihm spannend.
Dass außerdem genau dieser Fall Medien Tenor bei vielen PR-Profis anders als seinerzeit Jamba ein wirkliches Nachdenken über Blogs ausgelöst hat, scheint die Kollegin noch nicht gehört zu haben. Mir soll es Recht sein, denn er führt - und das wird durch so krude Kommentare eher unterstützt - dazu, dass die Auslastung auch des zweiten Durchgangs meines Seminars Weblogs verstehen sehr gut sein wird. Fein.
via Klaus Ecks PR-Blogger
Ich frag mich ja immer, wieso das so ist. Vor allem aber, ob es nicht eigentlich den meisten Journalisten so gehen müsste, die immerhin davon leben, dass sie hin und wieder ein bisschen was mitbekommen...
Was Katharina Skibowski im Editorial von Insight schreibt, ist aber nun wirklich mal wieder typisch: Inaktuelle Rückzugsgefechte unter Absehung von Recherche. So wirkt es jedenfalls. Thomas Mrazek sagt dazu das Nötige.
Dazu kommt es mir aber so vor, als verstehe Skibowski nicht so wirklich, was das Besondere - und das für viele, auch für viele PR-Menschen, Faszinierende - an Blogs ist. Denn wenn sie zum Beispielfall Medien Tenor schreibt:
Er vergaß allerdings zu erwähnen, dass der Link, den er zu der Insolvenzmeldung setzte, für jeden erreichbar ist und man sich über alle (!) Insolvenzen in Deutschland, die bis zu zwei Wochen vor Anfrage angemeldet worden sind, informieren kann. So investigativ, wie er gerne gewesen wäre, war Don Alphonso also nicht ? er hatte den richtigen Link und ein sehr schnelles Medium. (Skibowski)
dann ist das schon witzig. Genau das macht es doch aus: Eben dass Alphonso anders als viele andere Journalisten regelmäßig eben diesen Link nicht nur aufsucht, sondern auch hin und wieder damit schnelle Treffer landet, macht die eine oder andere Geschichte bei ihm spannend.
Dass außerdem genau dieser Fall Medien Tenor bei vielen PR-Profis anders als seinerzeit Jamba ein wirkliches Nachdenken über Blogs ausgelöst hat, scheint die Kollegin noch nicht gehört zu haben. Mir soll es Recht sein, denn er führt - und das wird durch so krude Kommentare eher unterstützt - dazu, dass die Auslastung auch des zweiten Durchgangs meines Seminars Weblogs verstehen sehr gut sein wird. Fein.
via Klaus Ecks PR-Blogger
28.4.05
Spur der Zerstörung
Wir haben seit mehreren Monaten eine Haushaltshilfe, weil es B in der Schwangerschaft wirklich schlecht geht. Zum Glück neigt sich die nun dem Ende zu. Das Schwerste ist dieses Gefühl der Entmündigung.
Nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Es ist toll, dass es diese Haushaltshilfen gibt. Es ist toll, dass dabei die Solidargemeinschaft hilft. Wir wüssten nicht, was wir machen sollten, wenn es diese Hilfen nicht gäbe.
Familie und Haushalt sei für sie, sagt sie immer wieder, eben nicht nur ein Job, sondern etwas, was ihr Freude mache und wo sie Verantwortung übernähme - und wo auch eine Menge Herzblut drin stecke. Dass es nicht so läuft, wie es soll, ist schon schwer genug. Aber im Laufe der Zeit kommt einfach auch so viel zusammen, was kaputt geht.
Mal sehen: Eine sehr teure beschichtete Pfanne, die überhitzt wurde. Ein Bügeleisen, das mit Kunststoff in Berührung kam. Gerade heute eine neue Hose, die nun ein Loch hat. Der Spinat, der der langsam altersschwachen Pumpe der Spülmaschine den Rest gab. Hab ich noch was vergessen?
Es ist so schwer, heutzutage gutes Personal zu bekommen ;-)
Nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Es ist toll, dass es diese Haushaltshilfen gibt. Es ist toll, dass dabei die Solidargemeinschaft hilft. Wir wüssten nicht, was wir machen sollten, wenn es diese Hilfen nicht gäbe.
Familie und Haushalt sei für sie, sagt sie immer wieder, eben nicht nur ein Job, sondern etwas, was ihr Freude mache und wo sie Verantwortung übernähme - und wo auch eine Menge Herzblut drin stecke. Dass es nicht so läuft, wie es soll, ist schon schwer genug. Aber im Laufe der Zeit kommt einfach auch so viel zusammen, was kaputt geht.
Mal sehen: Eine sehr teure beschichtete Pfanne, die überhitzt wurde. Ein Bügeleisen, das mit Kunststoff in Berührung kam. Gerade heute eine neue Hose, die nun ein Loch hat. Der Spinat, der der langsam altersschwachen Pumpe der Spülmaschine den Rest gab. Hab ich noch was vergessen?
Es ist so schwer, heutzutage gutes Personal zu bekommen ;-)
Noch mehr Hirn nötig
Obwohl auch das nicht reichen wird. Ich dachte ja erst an einen schlechten Scherz. Aber war es wohl nicht. Den einzig richtigen Kommentar zu der perversen Idee des hessischen Justizministers schreibt mit meiner vollen Zustimmung der wahre Dicki:
EDIT 29.4.:
OK, mit der Vermutung, es werde ein Scherz sein, lag ich nicht so verkehrt. Nur war es kein Scherz, sondern die Kombination aus einem akut unvermögenden Pressesprecher (Stefan Fuhrmann) und einer ungelassenen Presse. Es geht um ein großes "L", das aus einem Adjektiv zur näheren Bestimmung von Suchtkranken ein Substantiv als weitere Zielgruppe machte.
Was da passiert ist, beschreibt quirinus gestern Nachmittag. Dort auch eine schöne Einschätzung, wie es zu der Aufregung kommen konnte:
Wo Recht zu Unrecht
Recht genannt wird und ein Landesjustizminister der Bock ist, den man zum Gärtner gemacht hat, bewegen wir uns Schritt für Schritt in eine neue - d.h. in dieser Form noch nicht dagewesene - Diktatur.
EDIT 29.4.:
OK, mit der Vermutung, es werde ein Scherz sein, lag ich nicht so verkehrt. Nur war es kein Scherz, sondern die Kombination aus einem akut unvermögenden Pressesprecher (Stefan Fuhrmann) und einer ungelassenen Presse. Es geht um ein großes "L", das aus einem Adjektiv zur näheren Bestimmung von Suchtkranken ein Substantiv als weitere Zielgruppe machte.
Was da passiert ist, beschreibt quirinus gestern Nachmittag. Dort auch eine schöne Einschätzung, wie es zu der Aufregung kommen konnte:
Der grüne Fraktionvorsitzende im hessischen Landtag, Tarek Al-Wazir, hat es so gesagt: "Das Grundproblem ist [...], dass man ihm einen solchen Vorschlag durchaus zutrauen kann." Das mag richtig sein. Doch es gilt erst recht und zweifellos für einen Bundesinnenminister, der Sprayer mit Hubschraubern jagen will. (quirinus)
Wieder mal Stramm
Ich habe nur diesen einen Band von ihm, weiß nicht mal wirklich, was er noch geschrieben hat. Aber die Liebesgedichte DU von August Stramm sind einfach grandios. Umso mehr freue ich mich, wenn Lyrikmail mal wieder eines in meine Mailbox befördert, so wie in der lyrikmail Nr. 1021 gestern.
Siede
Meine Schwäche hält sich mühsam
An den eigenen Händen
Mit meinen Kräften
Spielen deine Knöchel
Fangeball!
In deinem Schreiten knistert
Hin
Mein Denken
Und
Dir im Auggrund
Stirbt
Mein letztes Will!
Dein Hauch zerweht mich
Schreivoll in Verlangen
Kühl
Kränzt dein Tändeln
In das Haar
Sich
Lächelnd
Meine Qual!
August Stramm
(1874 - 1915)
27.4.05
lax und fix
Ich bin ja immer wieder überrascht, wie viele Leute ihre WLANs ungeschützt lassen. Jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass all die Netze, die ich in den letzten Wochen zufällig angesteuert habe, von Anhängern der offenen Zugänge waren. Im Hotel hier in München beispielsweise waren es ja nach Standort bis zu drei weitere Netze, die neben dem (geschützten) des Hotels zur Verfügung standen. Am Ort unseres Vortrags- und Infotages blitzt immer mal wieder ein ungeschütztes Telekom-Netzwerk auf, bei Freunden und Verwandten haben immer wieder Nachbarn einfach so Netze.
Es ist schon vorgekommen, dass ich erst recht spät merkte, dass ich in einem fremden Netzwerk angemeldet bin. Und etwas unsicher bleibe ich auch - einerseits haben Menschen fast schon selbst schuld, wenn sie so flusig mit ihren Netzwerken umgehen. Andererseits weiß ich ja nicht, ob sie wirklich eine Flatrate haben und ich sie nicht schädige.
Schön aber ist so oder so, dass ich an mehr und mehr Orten fix ins Internet komme und Mailen und Bloggen kann. Nur bei der Bahn muss mal wieder alles geändert werden. Für mich eher zum Nachteil, finde ich.
Es ist schon vorgekommen, dass ich erst recht spät merkte, dass ich in einem fremden Netzwerk angemeldet bin. Und etwas unsicher bleibe ich auch - einerseits haben Menschen fast schon selbst schuld, wenn sie so flusig mit ihren Netzwerken umgehen. Andererseits weiß ich ja nicht, ob sie wirklich eine Flatrate haben und ich sie nicht schädige.
Schön aber ist so oder so, dass ich an mehr und mehr Orten fix ins Internet komme und Mailen und Bloggen kann. Nur bei der Bahn muss mal wieder alles geändert werden. Für mich eher zum Nachteil, finde ich.
26.4.05
Reisebüro wechseln
Ich denke, wir sollten mal das Reisebüro wechseln. Man glaubt es ja erst, wenn man das erste Mal selbst betroffen ist - aber in den letzten Wochen und Monaten ist es allzu vielen Kollegen passiert: Auch ich hatte vom Reisebüro den falschen Ausdruck für meine Flüge nach München bekommen. Immerhin geht der, für den ich gebucht wurde, nicht früher, sondern später. Trotzdem ist es super ärgerlich. Gerade heute, wo ich einen engen Zeitplan in München habe! Immerhin nicht mehrere Stunden später, aber doch so viel, dass es mich wirklich stört.
Wenn man es nicht selbst macht....
Wenn man es nicht selbst macht....
25.4.05
Ob das wirklich hülfe?
Grandios: Wallström
Eine Zeitlang war es nicht online, warum auch immer. Ich dachte schon, die EU-Gegner hätten es ihr dann doch zu bunt getrieben in ihrem Blog. Aber seit Margot Wallström wieder online ist, bleibt sie außerdem noch dichter an ihren Themen.
Für mich ist sie auch deshalb sehr spannend, weil sie nicht nur die eigentliche starke Frau in der ansonsten eher blassen EU-Kommission ist (und nicht umsonst als Vizepräsidentin für Kommunikation und für die Verfassung zuständig), sondern entweder selbst schreibt, oder von ihrer Referentin sehr, sehr authentisch schreiben lässt (was auch ok wäre, finde ich).
Ihr Posting heute ist wieder ein gutes Beispiel für das, was ich an ihrem Blog mag: Zwar springt es erratisch zwischen Themen hin und her, ist aber immer auf der Höhe dessen, was in ihrem Beritt diskutiert wird. Hübsch ihre Entgegnung auf eine entgleitende und absurde Diskussion in Schweden um ihre künfitge Rolle in der Sozialdemokratie. Hübsch auch deshalb, weil sie zeigt, wie ein Blog einer politischen Spitzenkraft sein kann und warum es lesenswert sein kann, wenn es Positionen in Geschichten packt.
Wenn diese Frau zuständig ist für die Kommunikation der EU-Kommission, ist das einerseits voller Komik - andererseits ja durchaus ermutigend...
Für mich ist sie auch deshalb sehr spannend, weil sie nicht nur die eigentliche starke Frau in der ansonsten eher blassen EU-Kommission ist (und nicht umsonst als Vizepräsidentin für Kommunikation und für die Verfassung zuständig), sondern entweder selbst schreibt, oder von ihrer Referentin sehr, sehr authentisch schreiben lässt (was auch ok wäre, finde ich).
Ihr Posting heute ist wieder ein gutes Beispiel für das, was ich an ihrem Blog mag: Zwar springt es erratisch zwischen Themen hin und her, ist aber immer auf der Höhe dessen, was in ihrem Beritt diskutiert wird. Hübsch ihre Entgegnung auf eine entgleitende und absurde Diskussion in Schweden um ihre künfitge Rolle in der Sozialdemokratie. Hübsch auch deshalb, weil sie zeigt, wie ein Blog einer politischen Spitzenkraft sein kann und warum es lesenswert sein kann, wenn es Positionen in Geschichten packt.
Wenn diese Frau zuständig ist für die Kommunikation der EU-Kommission, ist das einerseits voller Komik - andererseits ja durchaus ermutigend...
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