Was immer das sein soll, aber heute bin ich bei dieser grauenvollen Retro-Retro-Sendung Die größten TV-Hits aller Zeiten hängen geblieben. Gerade ist die Sängerin da, die ich jeden Abend höre, wenn sie das Sandmannlied singt. Rund um den Schrott im Studio aber immer wieder die wunderbaren Kinderserien, an die ich mich sogar erinnern kann, obwohl ich kaum eine davon gesehen habe. Meine Eltern haben ja nicht nur den Kulturkampf gegen Computer auf meinem Rücken ausgetragen, sondern auch den gegens Fernsehen...
Komisch, wie präsent sie immer noch alle sind. Und wie viel besser die Augsburger Puppenkiste als die merkwürdigen Zeichentrickdinger rund um Urmel oder Jim Knopf, die sich meine Jungs heute fast jeden Tag geben.
26.2.05
Offensive
Endlich, endlich geht Joschka Fischer in die Offensive und legt auch unsere Partei etwas vor, mit dem man arbeiten kann. Vor allem auf den Monitor-Bericht bezieht sich ein Flugblatt mit vier Fragen und Antworten zur Visa-Debatte. Sehr sachlich und klar - nur leider wohl nicht geeignet, um die Masse der dumpfen SPD-Wähler zu erreichen. Das ginge nur, wenn die Mainstream-Medien endlich anfingen, seriös zu berichten.
Auch Fischer kam auf dem NRW-Parteitag heute Vormittag endlich aus seiner larmoyanten Art raus und kämpft und steht zu den politischen Dimensionen grüner Außenpolitik. Selbst die beim Sturmgeschütz zitierten Ausschnitte sind da doch sehr deutlich und gut. Wie schön, dass er und die Parteispitze langsam ihre Schockstarre verlieren...
EDIT 23:30 Uhr: Inzwischen haben die Grünen in NRW die Fischerrede auch online zur Verfügung gestellt.
via Nico Lumma
Auch Fischer kam auf dem NRW-Parteitag heute Vormittag endlich aus seiner larmoyanten Art raus und kämpft und steht zu den politischen Dimensionen grüner Außenpolitik. Selbst die beim Sturmgeschütz zitierten Ausschnitte sind da doch sehr deutlich und gut. Wie schön, dass er und die Parteispitze langsam ihre Schockstarre verlieren...
EDIT 23:30 Uhr: Inzwischen haben die Grünen in NRW die Fischerrede auch online zur Verfügung gestellt.
via Nico Lumma
gefühlt Sonntag
Es ist schon merkwürdig, wie sehr mich ein freier Tag gestern aus dem Zeitgefühl wirft. Trotz Aldi-Einkauf heute früh habe ich den ganzen Tag schon ein Sonntagsgefühl. Lustig. Vielleicht auch, weil ich nach langer Zeit mal wieder ein ganzes Wochenende allein mit der Raubtierbande bin. B ist gestern morgen nach München zu einer Freundin geflogen. Und obwohl ich ja auch sonst an den Wochenenden koche, gab es heute also nur ein typisches Papa-Essen: Bratwurst und Pommes, das Sauerkraut bewahren wir uns auf, bis die Mama wieder da ist, es lohnt sich nicht für meinen Mittleren und mich (die anderen beiden verweigern es standhaft).
Angetan war ich gestern übrigens von der Art, wie die Lufthansa mit der zurzeit rollstuhlfahrenden B umgegangen ist. Kann es sein, dass Fliegen die angenehmste Art zu reisen ist, wenn ich auf einen Rollstuhl angewiesen bin? Sonst beobachte ich dies Thema ja eher von weitem. Aber auch wenn wir froh sind, dass diese Einschränkung endlich ist und im Spätsommer spätestens beendet sein sollte - es schärft den Blick.
Angetan war ich gestern übrigens von der Art, wie die Lufthansa mit der zurzeit rollstuhlfahrenden B umgegangen ist. Kann es sein, dass Fliegen die angenehmste Art zu reisen ist, wenn ich auf einen Rollstuhl angewiesen bin? Sonst beobachte ich dies Thema ja eher von weitem. Aber auch wenn wir froh sind, dass diese Einschränkung endlich ist und im Spätsommer spätestens beendet sein sollte - es schärft den Blick.
25.2.05
Harald Schmidt Sprüche
Sehr freundlich vom Ersten. Zwar ein bisschen spät, erst im Laufe des nächsten Vormittags, aber immerhin:
Seit dieser Woche stellen sie jeweils die besten "Harald Schmidt"-Sprüche vom Vorabend zur Verfügung. Nett.
Seit dieser Woche stellen sie jeweils die besten "Harald Schmidt"-Sprüche vom Vorabend zur Verfügung. Nett.
erstes Blogseminar
Nun steht es also fest: Am 15. April werde ich das erste Blog-Seminar für PR-Menschen halten. Freu ich mich drauf. Obwohl ich eher zu denen gehöre, die ein bisschen Tempo aus dem Thema nehmen wollen, ist es doch für PRler wichtig, sich mit Blogs zu beschäftigen. Da gibt es ja noch nicht so viele, die schon praktische Erfahrung mit Blogs gesammelt haben. Ich bin gespannt, wie es sich anlässt und wie die Nachfrage sein wird. Als Bonbon kommt dann auch Nico Lumma für eine Einheit mit dazu, unter anderem um den Teilnehmern bei den ersten Schritten in ihrem eigenen Blog zu helfen, das wir gemeinsam einrichten werden.
Ekel
Dass mir die perverse Pseudotoleranz ein Gräuel ist, habe ich schon oft erwähnt (im letzteren Fall auch schon mit Verweis auf einen Artikel von Jörg Lau). Mit Marieluise Beck verbinde ich auch nur unangenehme Erinnerungen - allzu platte Verleugnung der Wirklichkeit beispielsweise, schräge Schönfärberei bei einer Landesmitglieder- versammlung, auf der sie gesprochen hat.
Beim Artikel von Jörg Lau im aktuellen Leben der Zeit (es hier einzuordnen, ist schon zynisch, wo es um feige Morde an Schwestern geht) stieg mir dennoch der Ekel hoch. Vor allem, wenn es stimmt (und es spricht viel dafür, nicht nur meine Privatempirie, sondern auch die Erzählungen von Nichten und Neffen aus Deutschlands wohl ausländerreichster Stadt), dass das Tragen von Kopftüchern unter jungen Frauen massiv zunimmt - genauso wie die Desintegration insgesamt.
Ich denke, dass nur eine klare Trennlinie gegenüber diesen Haltungen helfen kann. Keine Sonderrechte im Bereich Schule, null Toleranz für Stammes- und Familienrecht. Schwierig, ich weiß, vor allem für Grüne. Aber notwendig.
Beim Artikel von Jörg Lau im aktuellen Leben der Zeit (es hier einzuordnen, ist schon zynisch, wo es um feige Morde an Schwestern geht) stieg mir dennoch der Ekel hoch. Vor allem, wenn es stimmt (und es spricht viel dafür, nicht nur meine Privatempirie, sondern auch die Erzählungen von Nichten und Neffen aus Deutschlands wohl ausländerreichster Stadt), dass das Tragen von Kopftüchern unter jungen Frauen massiv zunimmt - genauso wie die Desintegration insgesamt.
Ich denke, dass nur eine klare Trennlinie gegenüber diesen Haltungen helfen kann. Keine Sonderrechte im Bereich Schule, null Toleranz für Stammes- und Familienrecht. Schwierig, ich weiß, vor allem für Grüne. Aber notwendig.
Gegenläufige Bewegungen in der Visa-Debatte
Einerseits geht manchen SPDisten offenbar der eine oder andere auf Grundeis. Das kann ich sogar verstehen, obwohl schon die rudimentäre Beschäftigung mit Krisen nahelegte, sich in so einer Situation nicht ausschließlich von Panik leiten zu lassen. Naja. Beck und Schartau jedenfalls hauen noch mal drauf und betreiben das Geschäft der Opposition. Besonders krass Kurt Beck. Der sagt laut SpOn zu Bild:
Was ja nun völlig absurd ist. HALLLLLOOOO! Es geht um Touristenvisa! Was hat das mit Jobs zu tun? Beck betreibt hier Panikmache vom Feinsten.
Andererseits beginnen unterdessen die ersten Mainstream-Medien mit der Differenzierung. Zwar nur Monitor, was weitgehend unter Ausschluss einer nicht per se kritischen Öffentlichkeit stattfindet, aber immerhin: Gestern haben sie eine Reihe von Fakten überprüft und - logo - nur heiße Luft gefunden. Bütikofer hat ebenfalls gestern in Berlin Mitte diese Punkte auch noch einmal aufgegriffen und sehr ruhig und vehement vertreten. Vielleicht sind wir mit der Politisierung durch Koch und dem ersten Nachfragen durch Medien ja doch noch auf einem Weg...
Unsere Wähler finden es nicht in Ordnung, dass Menschen zu uns kommen, die dazu kein Recht haben. Und die dann mit ihnen um die Jobs konkurrieren. (Beck, laut SpOn)
Was ja nun völlig absurd ist. HALLLLLOOOO! Es geht um Touristenvisa! Was hat das mit Jobs zu tun? Beck betreibt hier Panikmache vom Feinsten.
Andererseits beginnen unterdessen die ersten Mainstream-Medien mit der Differenzierung. Zwar nur Monitor, was weitgehend unter Ausschluss einer nicht per se kritischen Öffentlichkeit stattfindet, aber immerhin: Gestern haben sie eine Reihe von Fakten überprüft und - logo - nur heiße Luft gefunden. Bütikofer hat ebenfalls gestern in Berlin Mitte diese Punkte auch noch einmal aufgegriffen und sehr ruhig und vehement vertreten. Vielleicht sind wir mit der Politisierung durch Koch und dem ersten Nachfragen durch Medien ja doch noch auf einem Weg...
24.2.05
Roland Koch sagt, was er denkt
Immerhin: Einer sagt ganz klar, worum es politisch in der Visa-Debatte geht. Das muss man dem Koch lassen: Er versucht nicht den kreidefressenden Biedermann zu spielen,sondern sagt, was er denkt. ddp schreibt über eine aktuelle Stunde im hessischen Landtag:
Damit macht er noch einmal deutlich, was für die Regierungsparteien das Problem oder Nichtproblem ist: Für sehr viele Wähler der SPD (und ich war lange genug in der Partei, um zu behaupten: auch für viele, viele Mitglieder) gilt dieser Satz von Koch eben auch. Und für die meisten Grünwähler nicht. Es ist seit Weimar die Tragik der SPD, dass sie Verbessungen für Menschen erstrebt und durchsetzt, die die gar nicht haben wollen.
Klar ist, dass es absolute Sicherheit und absolute Freiheit nicht geben kann. Aber man muss sich irgendwie zwischen diesen Polen verorten, um im Zweifelsfall eine Orientierung für Entscheidungen zu haben. Ich mache das dann für mich am ehesten so (wobei 0 = möglichste Sicherheit und 10 = möglichste Freiheit):
0__________________________________x_10
Koch lehnte die im für die Visa-Erteilung maßgeblichen "Volmer-Erlass" festgeschriebenen Grundsatz "Im Zweifel für die Freiheit" ab. "Im Zweifelsfall hat die Sicherheit Vorrang", betonte der hessische Regierungschef. (Quelle: Yahoo-News)
Damit macht er noch einmal deutlich, was für die Regierungsparteien das Problem oder Nichtproblem ist: Für sehr viele Wähler der SPD (und ich war lange genug in der Partei, um zu behaupten: auch für viele, viele Mitglieder) gilt dieser Satz von Koch eben auch. Und für die meisten Grünwähler nicht. Es ist seit Weimar die Tragik der SPD, dass sie Verbessungen für Menschen erstrebt und durchsetzt, die die gar nicht haben wollen.
Klar ist, dass es absolute Sicherheit und absolute Freiheit nicht geben kann. Aber man muss sich irgendwie zwischen diesen Polen verorten, um im Zweifelsfall eine Orientierung für Entscheidungen zu haben. Ich mache das dann für mich am ehesten so (wobei 0 = möglichste Sicherheit und 10 = möglichste Freiheit):
0__________________________________x_10
Verlierer?
Es ist immer wieder davon die Rede, dass Simonis die Wahl am Sonntag verloren habe, dass die Wähler sie abwählen wollten. Diese Interpretation ist nicht überraschend, denn es sieht auf den ersten Blick ja so aus: SPD verliert enorm, Grüne stagnieren, FDP verliert verhältnismäßig genauso stark wie die SPD (!), CDU gewinnt enorm. Dennoch ist es falsch und wird durch Wiederholung nicht richtiger, selbst nicht, wenn ein so kluger und besonnener Mensch wie Björn das macht, dem ich sonst fast immer zustimmen kann. Dabei nicht:
Denn was nicht nur er dabei unterschlägt: Niemand, der SSW wählt in Schleswig-Holstein, käme auf die Idee, dass die nicht sozialdemokratisch seien. Sie sind es einfach durch und durch. Und das einmal anerkannt, hat das linke Lager über 48% bekommen, das rechte aber nur knapp über 46%. Nix Wahlverfälschung oder gegen den Wählerwillen.
Dazu kommt ja auch noch, dass der SSW eben anders ist als die dänische Mehrheit in Dänemark. Leute: Die haben gerade eine rechskonservative Regierung wieder gewählt, die sich von Kryptofaschisten dulden lässt und eine Menschenrechtspolitik betreibt, die gegen jeden EU-Konsens verstößt (mal von Italien abgesehen). Das ist nicht mehr das Bullerbü-Kuschelland, das auch Schweden nie war....
mein erster Gedanke, als ich sah, wie sie in der Wahlnacht auf die Tatsache reagierte, dass der Wähler zwar gern einen Wechsel gesehen hätte, ihr der dann aber doch erspart blieb - wegen 70 (oder 700 ?) Stimmen und einer Kuriosität im schleswig-holsteinischen Wahlsystem (Björn)
Denn was nicht nur er dabei unterschlägt: Niemand, der SSW wählt in Schleswig-Holstein, käme auf die Idee, dass die nicht sozialdemokratisch seien. Sie sind es einfach durch und durch. Und das einmal anerkannt, hat das linke Lager über 48% bekommen, das rechte aber nur knapp über 46%. Nix Wahlverfälschung oder gegen den Wählerwillen.
Dazu kommt ja auch noch, dass der SSW eben anders ist als die dänische Mehrheit in Dänemark. Leute: Die haben gerade eine rechskonservative Regierung wieder gewählt, die sich von Kryptofaschisten dulden lässt und eine Menschenrechtspolitik betreibt, die gegen jeden EU-Konsens verstößt (mal von Italien abgesehen). Das ist nicht mehr das Bullerbü-Kuschelland, das auch Schweden nie war....
Diskussion und Krisenmanagement
Dass ich die Diskussion um die Visa-Frage absurd finde, ist ja klar. Gerade im Zusammenhang mit der Blogger-Lynchjustiz im Fall Jordan ist doch aber erschütternd, wie auch Profimedien die ersten Wochen recht unreflektiert losgeschrieben haben. Ich bin weit davon entfernt, eine Medienkampagne zu wittern - das finde ich an vielen vor allem Linken in meiner Partei auch voll peinlich -, bin aber doch ein wenig ratlos, wie das passieren konnte. Ein Blick auf das, was Alphonso für eine Schweizer Zeitung rausrecherchiert hat, lohnt sich. Vor allem auch in den Kommentaren noch einmal präzisiert.
Nico Lumma beobachtet die Diskussion und fasst immer wieder aktuell zusammen.
Positiv aber merke ich, dass das grauenvolle Krisenhandling der Parteispitze und des Ministers dazu führt, einmal genauer über Kommunikation und Krisen nachzudenken - zumal ja bei uns in Hamburg gerade eine anrollt, die auch die Kreisverbände berührt und ihre Bezirksfraktionen. Schade aber, dass sich niemand von der Bundesorganisation zu meinem Vortrag am Montag in Berlin angemeldet hat. Zumal mein Coreferent ein richtiges Dickschiff im Krisenmanagement ist.
btw: Dass ausgerechnet die Wiwo meine Idee für eine Kabinettsumbildung aufgreift, betrübt mich dann doch....
Nico Lumma beobachtet die Diskussion und fasst immer wieder aktuell zusammen.
Positiv aber merke ich, dass das grauenvolle Krisenhandling der Parteispitze und des Ministers dazu führt, einmal genauer über Kommunikation und Krisen nachzudenken - zumal ja bei uns in Hamburg gerade eine anrollt, die auch die Kreisverbände berührt und ihre Bezirksfraktionen. Schade aber, dass sich niemand von der Bundesorganisation zu meinem Vortrag am Montag in Berlin angemeldet hat. Zumal mein Coreferent ein richtiges Dickschiff im Krisenmanagement ist.
btw: Dass ausgerechnet die Wiwo meine Idee für eine Kabinettsumbildung aufgreift, betrübt mich dann doch....
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