16.2.12

Wahnsinn und Wertschätzung

Ein paar Splitter aus dem Alltag der digitalen Kommunikation.

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Eigentlich nur verlinkt, dieser wunderbare Text des mit großem Abstand besten Redners aus dem deutschen Digital-Konferenz-Fortbildungszirkus, Martin Oetting. In dem er den Begriff Fartbreeze prägt, um die Absurdität der Shitstorm-Krakeeler zu verdeutlichen. Damals, ihr wisst schon, als Sascha dieses Wort noch nicht popularisiert hatte, da gab es noch welche. Geht mal rüber zu Martin zum Lesen, kommt danach gerne wieder. Und vor allem: Glaubt keiner, die von einem Shitstorm faselt, wenn Kundinnen oder Spinnerinnen oder Süchtige oder Erleuchtete sich konzertiert beschweren und für drei Tage eine Facebook-Seite kapern. Und erinnert euch daran, dass es nur einen einzigen Fall weltweit gab, in dem eine Onlineerregung zu einem messbaren Umsatzrückgang führte. Und nicht mal da gab es eine einzige nachhaltige Wirkung. Damals, als in der arabischen Welt das Gerücht online aufkam, Philip Morris lasse die Zigaretten für den arabischen Markt in Israel produzieren. Glaubt dem Opa einfach mal, wenn er vom Krieg erzählt.

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Ich bin ja kein großer Freund von Fortbildungen zu "Social Media", wisst ihr ja schon. Aber wenn, dann gibt es ungefähr eine gute Institution, denke ich. Kein Wunder, dass Martin da auch immer mal wieder spricht. Ich auch übrigens. Und auch, wenn der eine oder die andere auch weitere Angebote sinnvoll finden mag - ob das sein kann, könnt ihr sehr einfach feststellen, wenn ihr mal fragt, wie die ihre Referentinnen und Lehrerinnen bezahlen. Kleinere oder mittlere dreistellige Summen werden ja oft noch unterschritten und auch das ist schon frech. Den Gipfel erlebte ich diese Woche, als ein Anbieter eines neu zu schaffenden Weiterbildungsportals im Agenturbereich doch allen Ernstes fragte, ob ich, wenn ich ohnehin einen Vortrag halte, nicht noch gleich eine elaborierte Kurzversion für sie machen könne, die würden sie dann aufzeichnen, so mit Kamera, und als Lehrfilm nutzen. Nein, ein Honorar gebe es nicht, ja, die Teilnehmerinnen am Portal müssen dafür bezahlen. Aber da seien ja auch Studentinnen dabei, das sei doch für mich interessant. Nö.

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Da kam diese Seminareinladung auf den Tisch. "Aus Kunden Fans machen" so ungefähr. Gemeint war Facebook. Und nicht etwas eine Verbesserung der Produktqualität. Kinners, das ist nicht euer Ernst, oder? Das ist ein bisschen 2010, doo. Andersrum wird ein Schuh draus: "Aus Fans Kunden machen". Das ist das Thema dieses Jahres. Und das macht auch echt Spaß.

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