13.1.12

Schulinspektion in Meiendorf

In Hamburg finden seit einiger Zeit Schulinspektionen statt. Dazu kommt ein Inspektionsteam in die Schulen. Zusätzlich werden Lehrerinnen und Eltern auch online befragt, wobei die Beteiligung oft keine repräsentativen Schlüsse zulässt, so dass die Ergebnisse nicht in den Bericht eingehen (oder nicht gewichtet werden oder so was). Am Gymnasium Meiendorf, das Primus besucht und für Tertius eine der Schulen ist, die ab Sommer in Frage kommen, bin ich ja im Elternrat (so heißt in Hamburg das Elternmitwirkungssgremium auf Schulebene). Der Elternrat hat im November einstimmig die Schulleitung gebeten, mindestens die Bereiche "Bildung und Erziehung" des Inspektionsberichts 2011 auf der Homepage der Schule zu veröffentlichen. Mir ist keine Antwort der Schulleitung bekannt, sie hat aber vorher mehrfach gesagt, dass sie das ablehnt.

Morgen ist "Tag der offenen Schule" am Gymnasium Meiendorf. Es werden sich also Familien über die Schule informieren, die überlegen, ihre Kinder da hinzuschicken. Und da es im Stadtteil (wahrscheinlich angesichts der sehr durchwachsenen Ergebnisse der Inspektion, immerhin sind gleich viele Aspekte im Bereich Bildung und Erziehung als "eher schwach" wie als "eher stark" bewerten worden) bereits Gerüchte und andere Rohrpost über das Ergebnis der Inspektion gibt - und da es sicher auch für Nicht-Hamburgerinnen spannend ist, wie so ein Inspektionsbericht aussieht -, binde ich die Teile mal hier ein, die der Elternrat gerne veröffentlich haben wollte.

UPDATE 24.1.2012
Ich habe mich entschlossen, den Bericht zumindest vorübergehend hier runterzunehmen. Heute bekam ich ein Schreiben der Schulleiterin, in der sie mir mit der Begründung "Sie verstoßen damit gegen Datenschutzbestimmungen" rechtliche Schritte androht, sollte ich ihn auf haltungsturnen.de nicht "unverzüglich entfernen". Das tue ich hiermit.

Da es mir aber einzig darum geht, dass sich an der Schule etwas ändert, dass die nun objektiv festgestellte schlechte Unterrichtsqualität sich verbessert, da ich da immerhin ein Kind habe und privatempirisch bestätigen kann, was im Bericht steht, werde ich an dieser Stelle die Schulleiterin nicht unnötig provozieren, denn darum geht es mir nicht. Ggf. werde ich den Bericht wieder einbinden, wenn ich den juristischen Sachverhalt klären konnte. Bis dahin werde ich in den Gremien weiter daran mitarbeiten, dass die Schule sinnvolle und nach vorne blickende Reformen umsetzt. Entschuldigt bitte.

Kommentare:

  1. Als der Materie aussenstehender liest sich der Bericht auf den ersten Blick wie ein extrem diplomatisches "Setzen, sechs", allerdings mit vereinzelten löblich erwähnten Anerkennungen.

    Da geht noch was, oder?

    Da verstehe ich dann auch, warum die Verantwortlichen den Bericht nicht auf der eigenen Webseite haben wollen. Diese Methode hat ja schliesslich die letzten 100 Jahre funktioniert.

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  2. Habe ich auch einmal erlebt, vor Jahren, hieß bei uns Evaluation. Das hatte man damals. Gab einen kurzen Kick nach Durchführung, dann nichts mehr. Gehört meiner Meinung nach zum Teil öffentlich gemacht, wurde nicht, verlangte auch kaum jemand.

    Ich warte ja schon lange darauf, dass Eltern mal ein Forum gründen parallel zur Schule, wo man sich über Lehrer und Unterricht austauscht. Öffentlich machen darf man als Schüler oder Eltern ja sehr viel, persönliche Meinung etwa. Wenn nicht alles mit VZ hinten am Absteigen wäre - gäbe es dann in einer Generation ElternVZ?

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  3. Sven: nein, gaaaanz so katastrophal ist es nicht. Vor allem wird deutlich, dass die Unterrichtsgestaltung sehr altbacken und nicht angemessen ist. Die Kinder lernen kaum Methodenvielfalt kennen und die Lehrerinnen arbeiten nicht zusammen. Also das "typische" Gymnasialproblem. Viele Gymnasien schneiden so schlecht ab.

    Herr Rau: Ich glaube, das gibt es schon und heißt Facebook. Und E-Mail. Wir führen an allen Schulen (zurzeit ja wirklich vier Schulen für vier Kinder) recht intensive Austausche mit anderen Eltern vor allem via E-Mail. Und dadurch geht es deutlich schneller als früher, dass wir uns zusammen tun können. Und ja, darum habe ich den Bericht auch veröffentlicht. :)

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  4. Anonym17.1.12

    Aber Zwangszusammenarbeit unter Lehrern - ist das sinnvoller? Und anhand welcher Stichprobe wurde denn der Unterricht beurteilt? Und wer sagt, dass die gesehenen Methoden nicht gerade für diese Lerngruppe und diese Lehrkraft und dieses Lernzieln genau die richtigen waren? Eine Kommission von Leuten, die 20 Minuten (so lange sind häufig die Besuchszeiten...) dem Unterricht beiwohnte? Ich weiß ja nicht, aber ich glaube nicht, dass diese Form der Schulevaluation den tatsächlich beteiligten - Schülern, Lehrern, am Rande auch den Eltern - viel bringt. Außer Stress und dergleichen. Lasst die Schulen mal machen, da geht was.

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  5. darf ich die Pdf der Schulinspektion bekommen?

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