2.11.11

Liebe Neo-Sozialisten in den Vorstandsetagen,

liebe Kampagnenjournalistinnen, liebe Spielerinnen im Casino Deutsche Börse, ihr habt es geschafft, mich erfolgreich zu re-radikalisieren.

Nun ist das Fass übergelaufen. Wenn ihr mit Zorn, Flucht, Häme und Drohungen auf Demokratie reagiert, stellt ihr euch außerhalb einer Zivilisation, die diesen Namen verdient. Wenn ihr nur ein Jahr, nachdem wir euch gerettet haben, Riesengewinne macht und trotzdem fordert, Risiken zu sozialisieren, dann seid ihr keine Leistungsträger sondern Bewohner der Hängematte, in der zu liegen ihr denen vorwerft, die euch füttern. Wenn ihr von uns fordert, euer gescheitertes Geschäftsmodell unter Artenschutz zu stellen und euch zu bezahlen, weil ihr staatstragend seid, und dann Kampagnen gegen die Hände führt, die ihr gereicht haben wollt, dann seid ihr Lügenpack.

Ich war in dieser Gesellschaft angekommen. Verdiene gut, habe viele Kinder, so wie einige von euch. Ich hatte der Revolution schon lange abgeschworen. Ich zahlte gerne Steuern.

Ihr aber habt es geschafft. Ihr habt den Liberalismus und den Ausgleich der Interessen getötet. Ihr habt neue Frontlinien gezogen. Ihr wollt offenbar beweisen, dass die Recht haben, die sagen, dass es keine Versöhnung zwischen oben und unten geben kann.

Wir in der Mittelschicht, gerade auch wir in der oberen Mittelschicht werden von euch vor die Entscheidung gestellt, wohin wir gehören. Und ich habe mich entschieden. Denn zu euch gehöre ich nicht. Und für euch werde ich mich nicht mehr schämen.

Wir sehen uns auf den Barrikaden.

(Sound of the day: Green Day für den Zorn. Und Bruce Springsteen für die Hoffnung)
(und weil die Frage kam: Anlass, nicht aber Ursache, für diesen Text sind die Reaktionen auf die Ankündigung des Referendums in Griechenland)

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