12.1.10

Selbst in der Inszenierung authentisch



Niemand, der sich ein bisschen mit Kommunikation oder mit Politik beschäftigt, dürfte auf die Idee kommen, dass Bilder wie dieses Schnappschüsse aus dem "echten Leben" sind. So wie auch niemand ernsthaft geglaubt haben wird, Obama habe selbst getwittert. Trotzdem - und das bewundere ich an der Inszenierung des US-Präsidenten seit seiner Wahlkampagne - wirkt er auch in der Inszenierung authentisch und konsistent.

Schon die Bilder mit den durchgelaufenen Schuhen aus der Wahlnacht waren großartig, aber dieses hier ist von dem, was ich bisher gesehen habe, doch der Gipfel an Emotionalität. Vor allem die Mischung aus Nähe (fist-bump) und Distanz (die Hand in der Tasche), aus Professionalität (die Mitarbeiter in gebührendem Abstand und mit Unterlagen) und Menschlichkeit (ein kurzer Moment des Innehaltens), aus unten (custodian) und oben (POTUS) - die Inszenierung ist so übertrieben, dass sie uninszeniert wirkt.

Dies Bild schlägt unter PR-Gesichtpunkten den Plastiktruthahn von Bush Jr um Längen, oder, Frank?

1 Kommentar:

  1. Ich kann Dir nur zustimmen: Unsere Politiker kommen meist nicht sehr authentisch rüber. Das zeigen auch die inszenierten Pressebilder, die auf diesen Fototerminen entstehen. hr-online hat dazu gerade eine schöne Bildergalerie mit den Mitgliedern der hessischen Landesregierung veröffentlicht: http://bit.ly/cKUmgH

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