habe ich gerade gelesen oder gehört
John Maddox Robbert: Senatus Populusque Romanus I -
John Katzenbach: Der Fotograph -
Wolfram Fleischhauer: Das Buch in dem Welt verschwand -
Constantin Floros: Gustav Mahler, Bd III Die Symphonien -
John Grisham: The Confession -
Ken Follett: Die Tore der Welt -
Thomas Nipperdey: Deutsche Geschichte 1866-1918 Bd II -
Ildefonso Falcones de Sierra: Die Pfeiler des Glaubens -
Tina Uebel: Last Exit Volksdorf -
Stephenie Meyer: Bis(s) zum Ende der Nacht -
Ken Follet: Die Säulen der Erde -
Ken Follett: Sturz der Titanen -
Ildefonso Falcones de Sierra: Die Kathedrale des Meeres -
Stephenie Meyer: Bis(s) zum Abendrot -
Wolfgang Hohlbein: Das Paulus-Evangelium -
Stephenie Meyer: Bis(s) zur Mittagsstunde -
Donna Leon: Das Mädchen seiner Träume -
Donna Leon: Schöner Schein -
Stephenie Meyer: Bis(s) zum Morgengrauen -
Robert Harris: Lustrum -
Robert Harris: The Ghost -
Frank Schätzing: Limit -
John Katzenbach: Der Täter -
Philip Pullmann: Der Goldene Kompass -
Stieg Larsson: Verblendung -
Faye Kellerman: Arglist -
Petra Oelker: Tod auf dem Jakobsweg -
Dan Brown: The Lost Symbol -
Erich Schütz: Judengold -
Frank Schätzing: Ein Zeichen der Liebe (gekürzt) -
Henning Mankell - Der Mann am Strand (gekürzt) -
Stig Larsson: Vergebung -
Cornelia Funke: Potilla -
Astrid Lindgren: Madita -
Petra Oelker: Der Klosterwald -
Astrid Lindgren: Ferien auf Saltkrokan -
Donna Leon: Feine Freunde -
John Grisham: A Time To Kill -
Taavi Soininvaara: Finnischer Tango -
Tove Nilsen: Nachtzuschlag -
Chris Anderson: Free -
Volker Kutscher: Der nasse Fisch -
Donna Leon: Lasset die Kinder zu mir kommen -
John Katzenbach: Das Rätsel -
Charlotte Thomas: Die Madonna von Murano -
John Grisham: The Associate -
Jane Austen: Emma -
Cornelia Funke: Tintentod -
Wolfgang Schorlau: Die blaue Liste -
Cornelia Funke: Tintenblut -
Arto Paasilinna: Das Jahr des Hasen -
Arto Paasilinna: Die Rache des glücklichen Mannes -
Cornelia Funke: Tintenherz -
Christopher Paolini: Eragon 3 -
Henry James: Die Aspern-Schriften -
Per Olov Enquist: Der Besuch des Leibarztes -
Philip Kerr: Dark Matter -
Charlotte Thomas: Die Lagune des Löwen -
Dan Brown: Deception Point -
Donna Leon: Wie durch ein dunkles Glas -
Walter Moers: Der Schrecksenmeister -
Max Kruse: Urmel im Vulkan -
Joan Aiken: Der Schmuck der Lady Catherine -
Max Kruse: Urmels toller Traum -
Dan Brown: Digital Fortress -
John Katzenbach: Der Patient -
Stella Blomkvist: Mord in Thingvellir -
Yrsa Sigurdardottir: Das gefrorene Licht -
Max Kruse: Urmel aus dem Eis -
John Grisham: The Summons -
Aake Edwardson: Zimmer Nr. 10 -
Astrid Lindgren: Die Brüder Löwenherz -
Leena Lehtolainen: Im dunklen See -
John Grisham: The King of Torts -
Jane Austen: Die Abtei von Northanger -
Jane Austen: Die Liebe der Anne Elliot -
John Grisham: The Last Juror -
John Grisham: The Street Lawyer -
John Le Carree: Tinker, Tailor, Soldier, Spy -
Gabriele Keiser: Apollofalter -
Olof Franzen: Meisterdetektiv Agaton Sax -
Astrid Lindgren: Karlsson vom Dach -
Robert Harris: Pompeji -
Robert Harris: Imperium -
Christopher Paolini: Eragon 2 -
Faye Kellerman: Serpent's Tooth -
Chris Anderson: The Long Tail -
Thomas Schmid: 33 Bazi- Geschichten -
Astrid Lindgren: Wir Kinder aus Bullerbü -
Christopher Paolini: Eragon 1 -
Petra Oelker: Mit dem Teufel im Bunde -
Astrid Lindgren: Karlsson vom Dach -
Dan Brown: Angels and Demons -
Rick Levine et al.: Das Cluetrain Manifest -
Dan Brown: The Da Vinci Code -
Tanja Kinkel: Die Schatten von La Rochelle -
John Grisham: The Pelican Brief -
John Grisham: The Rainmaker -
John Grisham: The Runaway Jury -
Philip Kerr: Der Tag X -
John Grisham: The Testament -
Robert Bolt: Oblong Fitz Oblong -
John Grisham: The Broker -
John Katzenbach: Die Anstalt -
Tanja Kinkel: Venuswurf -
Ingrid Kampaas: Fein gesponnen ist die Lüge -
Hakan Nesser: Schwalbe, Katze, Tod -
Minette Walters: Das Echo -
Hakan Nesser: Der Tote vom Strand -
Hakan Nesser: Sein letzter Fall -
Henning Mankell: Die fünfte Frau -
Karl May: Winnetou II -
Petra Oelker: Der Tote im Eiskeller -
Henning Mankell: Mittsommermord -
Petra Oelker: Die englische Episode -
Karl May: Winnetou I -
Minette Walters: Das Echo -
Tim Krabbé: Das goldene Ei -
Henning Mankell: Vor dem Frost -
Viveca Lärn: Weihnachten auf Saltön -
Jane Austen: Emma -
Jane Austen: Gefühl und Verstand -
Cornelia Funke: Drachenreiter -
Martha Grimes: Die Frau im Pelzmantel -
Martha Grimes: Gewagtes Spiel -
Donna Leon: Verschwiegene Kanäle -
Jane Austen: Stolz und Vorurteil -
Astrid Lindgren: Die Brüder Löwenherz -
Jonathan Safran Foer: Alles ist erleuchtet -
Heribert Prantl: Kein schöner Land -
Michael Ende: Die unendliche Geschichte -
William Goldman: Die Brautprinzessin -
Giles Blunt: Blutiges Eis -
Michael Ende: Momo -
Leena Lehtolainen: Wie man sie zum Schweigen bringt -
Karlheinz Moosig: Streiten, aber fair -
Albrecht Müller: Die Reformlüge -
Tatjana Ustinowa: Dass du nicht mehr lebst -
Mario Soldati: Briefe aus Capri -
Dietrich Dörner: Die Logik des Misslingens -
Kerstin Ekman: Die letzten Flöße -
Wolfgang E. Müller: Protestantische Ethik -
Anne Holt: Das achte Gebot -
Leena Lehtolainen: Die Todesspirale -
Dirk Olbertz: Das Blog-Buch -
Florian Illies - Anleitung zum Unschuldigsein -
Jesper Juul/ Helle Jensen: Vom Gehorsam zur Verantwortung -
Per Olov Enquist: Der Besuch des Leibarztes -
Anne Holt: In kalter Absicht -
Faye Kellerman: Das Hohelied des Todes -
Henning Mankell: Die Brandmauer -
Friedrich Torberg: Die Tante Jolesch -
C.S. Mahrendorff: Der Walzer der gefallenen Engel -
C.S. Mahrendorff: Und sie rührten an den Schlaf der Welt -
Hope Mirrlees: Flucht ins Feenland -
Steinunn Sigurdardottir: Gletschertheater -
Anna Jansson: Und die Götter schweigen -
Janko Röttgers: Mix, Burn & R.I.P. -
Jacques Berndorf: die Eifel-Krimis -
Leena Lehtolainen: Weiss wie die Unschuld -
Oswald Metzger: Einspruch! -
Zeruya Shalev: Mann und Frau -
Jens Reich: Es wird ein Mensch gemacht -
Christofer Frey: Die Ethik des Protestantismus -
Gidon Kremer: Zwischen Welten -
Aake Edwardson: Das vertauschte Gesicht -
Holger Afflerbach: Das entfesselte Meer -
Frank McCourt: Ein rundherum tolles Land -
Frank McCourt: Die Asche meiner Mutter -
Eric S. Raymond: The Cathedral and the Bazaar
meine Musik
"der Haltungsturner"
(Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach)
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"der Haltungsturner"
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In meinem politischen und religiösen Umfeld gibt es - wie neulich schon beschrieben - die unselige Tendenz, aus falsch verstandener Toleranz* bei Einwanderern oder Anhängern anderer Religionen etwas zuzulassen, was im eigenen (soziologischen, kulturellen, religiösen) Milieu nicht geduldet würde. Krassestes Beispiel dafür ist und bleibt für mich der Antijudaismus unter muslimischen oder muslimisch geprägten Einwanderern. Ich hätte vor Zorn heulen können, als ich diese Woche den sehr berührenden Zeit-Artikellas hörte, der das soziale Jahr einer Berlinerin mit familiären Wurzeln in Palästina beschrieb, das sie in Israel verbringt. Bevor Lora nach Israel fuhr, hatte sie mit viel Unverständnis zu kämpfen (was an sich noch nicht zornig macht, denn die Angst, in ein von Terror und Krieg bedrohtes Land zu gehen, kann ich verstehen). Aber:
Lora musste den Satz sagen: »Juden sind doch ganz normale Menschen – mit denen du normal reden kannst.« Sie kennt dieses israelfeindliche Klima in den Straßen von Neukölln. Sie selbst hörte, wie sich Jugendliche auf Arabisch über die Israelis lustig machten, als sie in einem Gefangenenaustausch an der Grenze zum Libanon vier Hisbollah-Kämpfer freiließen und dafür zwei tote Soldaten zurückbekamen. »Du Jude!«, sagt Lora, sei in Neukölln ein gängiges Schimpfwort. Und das arabische Satellitenfernsehen hetzt auch in Loras Fernseher in Berlin gegen Israel.
Das ist etwas, das nicht toleriert werden darf. Rassismus und Antijudaismus gehören zu den Dingen, die bei uns nicht nur gesellschaftlich geächtet sind, sondern von denen ich denke, dass wir sie auch aktiv bekämpfen müssen. Ein erster Schritt muss eine klare und auch klar benannte Null-Toleranz-Haltung sein, wenn solche Sprüche öffentlich fallen. Und dazu gehört auch, dass es keine Toleranz für eine politische Verharmlosung des Problems geben darf, zu der in Sachen Menschenrechte und Einwanderung engagierte Menschen hin und wieder neigen.
Die Angst vor Beifall von der falschen Seite darf nicht dazu führen, blind zu werden. Niemals.
* denn wie meine Süße immer sagt: "Toleranz endet mit Z". Oder wie ich immer sage: "Toleranz an sich ist keine christliche Tugend". Ich mag das Konzept von Toleranz nicht so sehr, weil es ein indifferentes Desinteresse inkludiert, denke ich, wenn man es konsequent betrachtet. Was ganz und gar nicht gegen die historische Errungenschaft der (religiösen und politischen) Toleranz spricht, die aber in einen bestimmten historischen Kontext gehört imho.
Heute ist Aschermittwoch. Und auch wenn es wieder nicht geklappt hat, dass ich mir ein Aschekreuz abgeholt habe in einer katholischen Kirche, weil ich gleich morgens früh einen Kundentermin hatte (der es aber Wert war, aber das ist eine andere Geschichte), ist es doch traditionell der Beginn der Fastenzeit - was für uns Evangelen Sieben Wochen Ohne heißt. Fast von Anfang an bin ich dabei, mich hat es schon fasziniert, als es noch als kleine Aktion in Hamburg begann und ich zu Hause lebte und wir den Fastenbrief mit der Post bekamen und gemeinsam gelesen haben.
Am Anfang standen Fernsehen, dann bald Alkohol auf dem Verzichtsplan. Später dann ambitioniert nciht nur Süßigkeiten sondern auch Knabberkram, als ich merkte, dass ich das Süßigkeitenfasten mit Chips & Co umging. Es gab durchaus schmerzhafte Situationen: Der Besuch in Amsterdam mitsamt einer Besichtigung von Heinecken war nur so mittelgut in der Fastenzeit (und für meinen Freund, mit dem ich unterwegs war, auch nur so mittelverständlich). Der USA-Austausch fiel auch in eine Alkohol-Fastenzeit. Und die Altersuntergrenze von 21 war für die anderen, mit denen ich unterwegs war, nur eine theoretische, weshalb ich wieder die religiös motivierte Spaßbremse war.
Mit den Kindern zu fasten ist ja traditionell nicht mal erlaubt, wir stellen es ihnen frei, sie machen in der Regel nicht oder nicht lange mit, manchmal gelingt es in der Karwoche, immerhin.
Und dieses Jahr werde ich auf Süßigkeiten verzichten, was mir schwer fällt, schon heute schwerer als gedacht. Aber so soll es ja auch sein - damit es nicht nur ein gesundheitliches sondern auch ein spirituelles Erlebnis wird.
Einerseits bin ich ja froh, in Norddeutschland zu leben, denn bei aller Freude an Traditionen konnte ich Karneval oder Fasching nie wirklich etwas abgewinnen.
Andererseits ziehen die Klassiker immer. Und darum heute Quartas zweites Faschingsfest im Kindergarten, dieses Mal ganz und gar draußen, darum das Kostüm über dem Schneeanzug:
Und Tertius ist ebenfalls heute unterwegs, auch ein Klassiker, ich erinnere mich noch gut daran, als ich als Indianer ging:
Nein, ich hab nicht geheult, aber er ist wunderschön erzählt, wirklich großartig. Und nachdem ich neulich zum ersten Mal seit Ewigkeiten nach einer Folge Gilmore Girls in einen Werbeblock gerutscht war (Super-RTL war noch eingestellt, weil meine Jungs da was gesehen hatten, und nachdem der DVD-Player aus war, sprang dieser Sender an), hatte ich schon jede Hoffnung aufgegeben, dass es Werbung gebe, für dich ich mich nicht fremdschämen müsste.
Sozusagen eine in einem wunder-wunderschönen Mädchenkurzfilm versteckte Markenbotschaft.
Ich war immer eher emotionslos in der Diskussion, ob ARD und ZDF online aktiv sein dürfen und wie sehr. Die Positionen der Privatfunker und der Printmedien konnte ich sogar verstehen, was möglicherweise nicht ganz unwesentlich daran lag, dass ich beides schon selbst gemacht hatte, dass ich VPRT und BDZV kannte und auch wusste, dass sie nicht unrecht haben mit ihrer Kritik.
Umso mehr war ich verwundert, als ich auf der Domainpulse 2009, die ich als Moderator die beiden Tage begleitet habe (also disclosure: der Veranstalter, die denic, ist dafür mein Auftraggeber gewesen), die Podiumsdiskussion erlebte, auf der neben Vertretern dieser beiden Verbände auch der Verantwortlich des ZDF, Robert Amlung, und ein Verfassungsrechtler, Prof. Holznagel aus Münster, saßen. Selten hat eine Diskussion, die an sich mir nichts Neues geliefert hat an Argumenten oder Einsichten, doch so sehr meine Meinungsbildung beeinflusst.
Nach diesem Tag bin ich der Meinung, dass ARD und ZDF auf dem richtigen Weg sind. Und das eigentlich nicht einmal, weil neue Argumente dazu kamen, sondern aufgrund der Art, wie die Gegner auf dem Podium agiert haben. Das war nicht mal schwach (sobald das Video online ist, werde ich es verlinken oder einbauen, je nachdem, was möglich ist - es soll bald auf YouTube stehen). Und so wenig von Selbstkritik oder Erkenntnis in die Veränderung der Mediennutzung angekränkelt, dass es mich doch sehr faszinierte.
Wie schwach die Argumentation der werbefinanzierten Medien ist, wurde für mich an dem Beispiel deutlich, das ihre Vertreter als besonderen Skandal der gebührenfinanzierten Medien darstellten: Dass eine Art Community für den Kinderkanal in der Planung sei, werbefrei und moderiert. Aus zwei Gründen ist das Beispiel falsch gewählt und entlarvend:
Einerseits kann es ja durchaus zum Auftrag der öffentlich-rechtlichen Medien dazu gehören, eine solche Community zu betreiben, wenn es der Medienerziehung und dem Heranführen von Kindern an diese Kommunikationsform geht - und es beispielsweise eine gesellschaftliche Übereinkunft gäbe, dass es so sei.
Und andererseits sind es ja gerade die Publikationen der Mitgliedsunternehmen des BDZV, die immer wieder mehr oder weniger berechtigt auf Mobbing und ähnliche Probleme in Communitys hinweisen, die für Kinder geschaffen wurden und werbefinanziert sind (naja, finanziert, nicht direkt, aber jedenfalls sich über Werbung finanzieren wollen). Hier beißt sich die Katze durchaus in den Schwanz.
Die gesamte Art der Argumentation empfand ich - beispielsweise im Eröffnungsstatement des BDVZ-Vertreters mit dem wenig originellen Vergleich zu öffentlich-rechtlich ausgegebener Unterwäsche (jaja, wollt ihr gar nicht genauer wissen) - latent nervend gewöhnungsbedürftig.
Und außerdem werde ich in vier Wochen auf einem Podium sitzen, wo ein von mir sehr geschätzter prominenter Altvorderer die These vertreten wird, dass gerade im Informationsüberfluss die Qualitätsmedien mit ihren Qualitätsjournalisten eine wichtige bis unverzichtbare Gatekeeperfunktion haben. Also Medien wie das Handelsblatt oder der Spiegel oder die Süddeutsche oder oder oder.
Und ich könnte dann genüßlich auf die oben (ja, da eben gerade) verlinkten Entschuldigungen verweisen oder auf die Selbstoutung des Scherzbolds, der es den Herren Gatekeepern eingebrockt hat, dass ihre Qualitätsmethoden auffliegen.
Oder ich lasse es und freue mich im Stillen. Mal sehen. Wenn nicht noch was passiert in der gleichen Richtung. Wie beispielsweise die Sache mit dem vielleicht wünschenswerten (was weiß denn ich und was interessiert's mich) aber eben nicht stattfindenden Kuranyi-Rauswurf. Oups!
Schon komisch, oder? Dass sie im Dampfbad, als ich da drin bin, erst den langsamen Satz aus Mahlers Fünfter spielen, dieses wundervolle Schmalzding, das auch die Musik zu Tod in Venedig ist, und dann einen Satz aus Mozarts Klarinettenkonzert nachlegen. Woher kennen die im Hotel meinen Musikgeschmack? Das kann kein Zufall sein...
60 Jahre DDR - wenn alles anders gekommen wäre, dann hätte es dieser Tage vielleicht folgende Ausgabe der “Aktuellen Kamera” gegeben. Oder ist es tatsächlich anders gekommen?
In einer Kurzdiskussion auf Twitter zwischen Mirko Lange, Tapio Liller und Torsten Herrmann ging es heute morgen um die Frage, wann wir denn verlernen, authentisch zu sein. Ob nciht Kinder eigentlich authentisch wären und Erwachsene das verlernen. Und auch wenn es zunächst einleuchtend klingen mag, denke ich, dass das nicht stimmt. Darum versuche ich einmal aufzuschreiben, was mir dazu durch den Kopf geht.
Der Unterschied von Unmittelbarkeit und Authentizität
Kinder, vor allem Kleinkinder, sind unmittelbar. Anhänger des (Vorsicht, Polemik!) rousseau'schen Kindheitsfetisch mögen das für den nicht nur natürlichen sondern auch erstrebenswerten Urzustand halten. Aber im Grunde ist diese kindliche Unmittelbarkeit doch nur eins: Ein ungefiltertes Reagieren auf direkte Reize. Ja, das kann man "natürlich" nennen, aber Natürlichkeit ist ja kein Wert an sich (anders als Authentizität).
Aber Kinder sind nicht wirklich authentisch - oder werden es höchstens im Laufe ihrer Kindheit. Denn um authentisch zu sein, reicht es nicht, unmittelbar zu sein (ich wäre mir nicht mal wirklich sicher, ob es dafür notwendig ist), sondern ich muss auch "bei mir sein". Das aber lernen Kinder nun wirklich erst nach und nach.
Ich denke, dass oft Authentizität mit Unmittelbarkeit verwechselt wird. Aber am Beispiel Höflichkeit kann der Unterschied sehr einleuchtend beschrieben werden, scheint mir: Dass ich höflich bin (mal angenommen, ich wäre es), kann sehr wohl authentisch sein, selbst wenn es zu Formulierungen führt, die beispielsweise nicht wahrhaftig oder wahr sind, wenn ich mit anderen Menschen spreche. Aber Höflichkeit könnte aithentisch zu mir gehören, weil "ich so bin", um es mal einfach auszudrücken. Wäre ich unmittelbar, würde ich sagen, was mir als erstes in den Sinn kommt - so wie Kinder es oft auch tun - ohne Rücksicht auf Verluste. Das kann durchaus authentisch sein, wenn Unmittelbarkeit "zu mir gehört". Muss es aber nicht.
Verlieren wir Authentizität durch "Verbildung"?
Nein, ich denke nicht. Das wäre Quatsch. Parallel zu Bildung und zur Aneignung von Kulturtechniken lernen wir sicher auch - wenn es gut läuft - zielgerichtet zu handeln. Und das kann - muss aber nicht - dazu führen, dass wir nicht (mehr) authentisch sind. Und manchmal mag es sein, dass wir Authentizität neu lernen müssen, weil es uns durch das Leben und die Schule und die Erziehung ausgetrieben wurde. Das denke ich auch, ja.
Aber andererseits lernen wir uns im Laufe unserer Entwicklung auch erst kennen, kommen von der Unmittelbarkeit der frühen Kindheit in eine Phase, in der wir uns selbst suchen und - hoffentlich - finden. Identität. Und authentisch werden wir, wenn unser Verhalten, unser Reden, unser Schreiben mit dem übereinzustimmen beginnt, was wir sind und gefunden haben auf dieser Suche. Würde wirklich jemand beispielsweise Jugendliche als authentisch bezeichnen, die Rollen ausprobieren und Grenzen testen?
Authentisch sind nur reife Menschen
Insofern denke ich, dass nur wirklich "erwachsene" Menschen auch authentisch sein können, dass es ein Zeichen von Reife und von Kultur (und damit eben oft auch Bildung) ist, wenn jemand authentisch ist. Denn "bei mir sein" erfordert in vielen Lebenssituationen eben dies: Selbstbewusstsein, Rückgrat und Persönlichkeit.
Vieles "Unverbildetes", was im vulgären Sprachgebrauch als authentisch gelobt wird, ist in Wirklichkeit doch nur unreife Unmittelbarkeit. Und hat mit Authentizität nichts zu tun, denn wie soll jemand, der neben sich steht, "bei sich" sein?
Ich bin ein großer Freund von Traditionen. Zwar bin ich kein großer Freund von Grünkohl, dafür aber von Boßeln (wobei ich nie ganz sicher bin, was daran wichtiger ist: Das Gehen, der Bollerwagen oder die Regeln, die jedem nach jedem Wurf einen Kurzen erlauben, denn entweder hat man ihn verdient oder man bekommt ihn zum Trost). Terminlich sind Wochenenden bei mir der diversifizierten Familieninteressen wegen immer schwierig, aber mein Freund Djure hat so was tolles geplant, dass es mindestens annonciert werden muss:
Ich bin mit der Planung der Kohlfahrt inzwischen noch ein Stückchen weitergekommen und würde gerne in die verbindliche Anmeldung einsteigen. Und so würde die Sache dann aussehen: Termin: 14. März 2009 Treffpunkt: Bei uns vor der Haustür in Büppel, Am Wiesengrund 9, 26316 Varel
Also: Wer immer mitmachen kan - anmelden, wird bestimmt toll. Und vielleicht sind ja auch dank der Hamburger Schulferien keine Spiele, Turniere oder so was und wir können doch auch kommen.
40 Tage nach dem eigentlichen Weihnachtsfest endet mit dem heutigen Tag traditionell Weihnachten: Tag der Darstellung des Herrn. Also werde ich heute abend unseren Herrnhuter Stern abnehmen und einmotten, bis das neue Kirchenjahr am ersten Advent wieder beginnt. Traditionell ist er immer das letzte Übrigbleibsel der weihnachtlichen Deko, wenn der Rest schon wieder in den Kartons verschwindet.
Ein Jahr haben wir versucht, den Baum so lange stehen zu lassen, aber schon der 6. Januar stellt eine große Herausforderung an das natürliche Material dar, 2. Februar geht gar nicht, was irgendwie schade ist. Andererseits fühlt es sich ja nun auch schon länger nicht mehr wirklich wie Weihnachten an.
Dennoch bleiben wir bei der Tradition, die heute selbst in vielen lutherischen Kirchengemeinden nciht mehr bekannt ist. Und der 40-Tag-Rhythmus bei hohen Festen hat ja auch etwas beruhigendes.