8.12.08

Nikolaus und Weihnachtsmann

Es hat  mich ja wieder gewundert, wie viele Nikoläuse als Weihnachtsmann verkleidet auf den Straßen waren. Und ich bin stolz, dass meine Jungs genau das erkannt haben, als sie beim Sky bei ihren Großeltern in Neustadt eigentlich den Nikolaus abgreifen wollten. Ob das an Rolf Zuckowski liegt?



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Und dann waren wir in der Kirche, weil es seit fast 30 Jahren Tradition ist, dass am Sonntag vor den Weihnachtskonzerten meiner alten Schule (und der Schule meiner beiden Großen) Chöre und Orchester im Gottesdienst mitmachen. Eigentlich gehört Pastor Christiansen ja zu den sehr wenigen genießbaren Predigern in unserer Ortsgemeinde. Aber noch nie hat mich so genervt, dass er immer so besoffen ob seiner eigenen (linken) Frömmigkeit ist, wie gestern. Es war (zumindest für mich) nicht zum Aushalten. Dass er immer erste den dritten guten Schluss findet, den er in seiner Predigt versteckt hat, macht es dann nicht besser.

Richtig geärgert aber habe ich mich, dass er - mal wieder, wie es so oft der Fall ist in der Szene, in der ich ja auch groß geworden bin, also bei den spirituell ambitionierten Linken in meiner Kirche - am Glaubensbekenntnis rumgeschraubt hat. Ich finde es unerhört, wenn ich als Gottesdienstbesucher gezwungen werde, meinen Glauben mit Worten zu bekennen, die ich zum ersten Mal lese, während ich sie spreche. Und wenn dann wie gestern die Auferstehung Jesu und auch die Auferstehung der Toten "vergessen" werden, weil sie verschwurbelt in irgendso ein mitten im Leben Dingens reingetextet wurden, könnte ich heulen.

Für mich war es schon vor vielen Jahren Augen öffnend, als nach einem Gottestdienst, den ich mitgestaltet hatte, jemand auf mich zukam mit genau dieser Beschwerde. Denn er hatte Recht - nicht umsonst haben sich unsere Kirchen auf gerade mal zwei Bekenntnisse wirklich einigen können (und sind die Ost- und die Westkirchen 381 schon am filioque des Nicänums zerbrochen). Daran zu rütteln und zu schrauben, gehört sich nicht. Jedenfalls nicht so aus dem Off.

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