27.5.08

Ich bin mir nicht ganz sicher ob ich beruhigt oder beunruhigt sein soll

Ich bekomme einen Anruf meine Bank. Nein, das an sich beunruhigt mich nicht (meistens nicht zumindest).

Sagt mein Berater, er hätte einen Anruf des Kreditkartenabwicklungsdingens bekommen. Die hätten den Verdacht, dass mit meiner Kreditkarte irgendwie Unfug oder Missbrauch oder so was getrieben würde, seien ein bisschen alarmiert. So lange dachte ich noch, dass ich das klasse fände. Die kümmern sich. Obwohl ich ja weiß, dass ich die Karte bei mir habe. Aber wer weiß.

Es sei nämlich so, dass es eine - ja zugegebenermaßen, es gehe nur um 5 EUR - aber jedenfalls eine verdächtige Transaktion gegeben hätte, die nicht in mein übliches Transaktionsprofil passe. Wie bitte?

Ja, mir ist klar, dass ich mich durch den Gebrauch von Kredit- und Bezahlkarten in bestimmten Bereichen transparent mache. Aber das saß doch.

Hintergrund war, dass einer meiner Jungs sich bei einem Multiplayer-Onlinespiel angemeldet hat und von seinem Taschengeld einen Monat Premiumdings kaufen wollte, was wir über meine Kreditkarte abgewickelt haben. Und das passt anscheinend nicht in mein Profil, oder was?

Mit einem Schlag ist mir das ganze bedrohliche Gläsernsein aufgefallen, das normalerweise, wiewohl prinzipisch bekannt, unter der Oberfläche bleibt. Sitzt da einer in Frankfurt und kontrolliert in Echtzeit die Transaktionen, die ein Computer als verdächtig ausspuckt? Oder ist der Empfänger der Zahlung verdächtig, weil so viele Kinder die Kreditkarten ihrer Eltern dafür nutzen und die die Zahlung dann platzen lassen? Oder ist der vielleicht unseriös (habe ich nichts von gelesen bisher)?

Es bleibt ein mulmiges Gefühl der Bedrohung. Durch meine Nutzung der achso praktischen Karte. Und durch die Bank(en).

Kommentare:

  1. Anonym27.5.08

    Ja, das Verhalten der Bank/des KK Unternehmens kann ich nachvollziehen:

    Im Fall eine KK Betrugs wird (durch die Gauner) mit der ersten Transaktion geprüft ob die Karte evtl. gesperrt ist. Danach werden dann die "richtigen" Transaktionen gestartet.
    Die KK Unternehmen sind mittlerweile so erfahren, daß sie schon die Testtransaktionen erkennen. Im Einzelfall gehts natürlich in die Hose und der Sohn ist der pöse Pube ;-)

    Frank Sommer

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  2. Anonym27.5.08

    Mich rief vor einigen Wochen mein Kreditkartenunternehmen auch an:
    Die: “Wo sind sie gerade?”
    Ich: “In Frankfurt”
    Die: “Herr xxx, wir haben hier Transaktionen in Höhe von mehreren tausend EUR vom vergangenen Tag aus New York auf Ihrem Kreditkartenkonto”
    Ich:”Ich bin vor einer halben Stunde gelandet”

    Man muss dazu sagen: Vorher lagen meine ABrechnungen jahrelang zwischen 200 und 1.000 EUR / Monat

    Das fand ich ja schon nett, dass da offenbar ein Auge auf Mißbrauch geworfen wird. Bei 5 EUR ist es aber schon etwas merkwürdig.

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  3. Ist mir schon vor Jahren so passiert: Anruf von ner Lufthansa Tochterfirma (Die damals das Clearing für meine KK durchführten): "Wie war Ihr Aufenthalt in Hong Kong?"

    "Ich war noch nie in Hong Kong!".

    "Okay, dann sperren wir Ihre KK. Da sind ca. 30.000$ aufgelaufen.."

    Kurz darauf bekam ich ein Schreiben mit einer Auflistung von Buchungen, die nicht von mir waren, und ich musste eine eidesstattliche Versicherung unterschreiben, dass das wirklich nicht von mir war... Wenige Tage später ne neue KK bekommen und einige Wochen später erfahren, dass der nette Tankwart meiner Stammtanke festgenommen wurde...

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  4. Anonym28.5.08

    Wen das überrascht, der wir dnoch überraschter sein, dass es das auch bei ec-karten gibt:
    http://www.datenschutzbeauftragter-online.de/datenspeicherung-bei-kartenzahlung/

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  5. Anonym28.5.08

    So ist das halt, wenn der Terrorist zum Gesetzgeber wird!

    http://www.heise.de/tr/Die-Technologie-die-Eliot-Spitzer-den-Job-kostete--/artikel/105850

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  6. Anonym28.5.08

    http://www.heise.de/tr/Die-Technologi
    e-die-Eliot-Spitzer-den-Job-
    kostete--/artikel/105850

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  7. Ich kann das Verhalten der Bank auch nachvollziehen und mir ist auch klar, dass ich via Kartenzahlungen "überwacht" werde und mich sehr transparent mache. Und ich sehe auch die Vorteile unter dem Aspekt Sicherheit.

    ABER: Am Ende läuft es darauf hinaus, dass Sicherheit für mich nur ein Sekundärziel ist. Und das ist mir bei diese Gelegenheit wieder einmal deutlich geworden.

    Die Offenheit, in der meine Bank mit mir drüber gesprochen hat, war davon abgesehen verblüffend. :-)

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  8. Kand.in.Sky28.5.08

    und die Konsequenz?
    Kreditkarten abschaffen? Oder lieber noch eine anschaffen?

    #k.

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  9. eher noch weitere zu denen, die wir haben, dazu anschaffen. Ich finde das KOnzept der Data Pollution sehr viel besser als das der Vermeidung von Spuren.

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  10. die aktuellen fraud prevention systeme arbeiten mit algorythmen, die bestimmte verdächtige transaktionsmuster (wie z.b. die schon erwähnte prüfabbuchung) erkennen. diese werden, wenn erkannt,ebenfalls automatisch mit dem tatsächlichen nutzungsverhalten abgeglichen. dabei werden z.b. eigenheiten berücksichtigt wie durchschnittliche monatliche buchungshöhe, auslandsbuchungen, bislang ungenutzte buchungswege (online). erst wenn dies eine auffälligkeit ergibt, wrid ein alert erzeugt, den sich ein mensch ansieht. der ruft dann im normalfall beim ki an und klärt die buchung.
    (den kollegen, der den hong kong urlauber anrief, kenn ich übrigens :))

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  11. Anonym29.5.08

    @ http://www.heise.de/tr/Die-Technologie-die-Eliot-Spitzer-den-Job-kostete--/artikel/105850

    Weiss wer wie es in der Schweiz damit aussieht, was die Banken alles machen und wieviel von dieser Transaktionsanalyse sie durchführen?

    Wäre interessant zu wissen, weil da läuft einem ja ein Schauer den Rücken runter wenn man das liesst.

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  12. naja...sicher fühlt man siche ein bissl überwacht. Dennoch: Im Internet grassiert der KK-Betrug und die KK-Anbieter müssen sich was einfallen lassen. Das fond ich gar nicht so schlecht. Die vergleichen automatisiert die Transaktionen von den üblichen und bei besonderen Abweichungen halten sie Rückfrage. Besser wäre allerdings beim Kunden und nicht bei der Bank...

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  13. @Jens oh, spannend - und das leuchtet ein, ja. Bleibt dennoch ein mulmiges Gefühl, dass ich mich auf dieses einlasse.

    Wohlgemerkt: Ich kritisiere nicht die Bank oder die Kreditkartenfirma - sondern mache meinem Unbehagen Luft. Dass ich diese Form der Kontrolle/ Überwachung/ Sicherheit in Kauf nehme, weil ich Kreditkarten benutze, ist ja eine meistens eher unbewusste Entscheidung.

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  14. Beispiel: Du schickst Deinen Sohn jeden Morgen zu Kiosk die Zeitung kaufen. Eines Tages ruft Dich der Kioskbesizter an, weil Dein Sohn nicht nur die Zeitung, sondern auch Zigaretten gekauft hat. Ist das Überwachung oder Fürsorge?
    Ich wäre mal etwas weniger neurotisch, nur weil es Daten sind, sondern froh, das die Bank das macht.

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  15. Nur dass es in diesem Fall nicht der Zeitungsverkäufer ist der dich anruft, sondern ein in dunkle Klamotten gekleideter Mann der deinem Sohn immer hinterher rennt wenn dieser einkaufen geht...

    Also ich finde das klingt anders als in der Originalversion von Thomas Wanhoff.

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  16. Bei Kreditkarten lässt es sich ja noch nachvollziehen, dass ein gewisser Schutz nötig ist, weil sonst viel Geld verschwinden kann. Wie aber ist es bei Kundenkarten? Was wird da alles gespeichert?

    Zum Beispiel auf der Lotto-Kundenkarte, die helfen soll, Spielsucht zu verhindern oder zu erkennen.

    Finde das Beispiel mit dem Kiosk spannend. Es drückt genau den Zwiespalt aus, den ich auch fühle. Ist irgendwie wie früher beim Aufwachsen in der Kleinstadt, wo die Verkäuferinnen meine Eltern schon mal darauf hingewiesen haben, dass die Tochter gerade da war und so viel eingekauft hat, als ob sie ne Party planen würde...

    Mehr dazu unter www.blog.nn-online.de/reporter

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