28.4.08

Schon wieder ein Lieblingsrestaurant in einer anderen Stadt

Nachdem die Seite meines Lieblingsrestaurants in Venedig nicht mehr online ist (Schock - hoffentlich gibt es das noch, wenn ich da diesen Sommer hinfahre), nun eines in Warschau, wo ich vergangene Woche war. Mein Kollege und Freund Marshall hat schon drüber gebloggt:
Last night, one of them suggested dinner at U Kucharzy (”The Chefs”), and then told us, with what we suspected was more than an ounce of hyperbole, that it might be the best restaurant in Poland.

On Tap » The Best Restaurant in Poland
Jedenfalls auch für mich eines der großartigsten gastronomischen Erlebnisse seit langem. Schon der Eingang war sehr schräg: unauffällig eine Seitentür, dann ein verwohnter Flur mit zu lauter Klaviermusik aus den Lautsprechern, ein etwas speckiger, dicker Kerl, der uns warten lässt, bis ein vielleicht einsechzig großer Mann mit langem Bart und zu großem Zweireiher uns an unseren Tisch bringt, vorbei an der Auslage des Desserts, vorbei an vielen Tischen, die kreuz und quer in offenen Räumen standen, vorbei an der Zapfanlage und dem Weinschrank - bis zu unserem Tisch unmittelbar neben den etwa zehn Gasherden. Alle Tische hier übrigens sind in der Küche untergebracht. Und serviert wird direkt aus Töpfen und Pfannen von den Köchen selbst.


U Kucharzy (view from our table)


Das Essen? Solide polnische Kost mit köstlichem Fleisch und rote Beete als warmes Gemüse. Die Vorspeisen spektakulär - ich hatte beispielsweise Schwein in Aspik, Marshall eine Pastete - und der Nebentisch ließ uns sein Beef Tartar probieren, was - wie ich später herausstellte - die Spezialität des Restaurants war. Ebenfalls im Laufe des Abends stellte sich heraus, dass eben dieser Nebentisch mit dem Besitzer des Lokals und seinen Freunden belegt war, die uns in ein amüsantes Gespräch verwickelten.

The owner

Ich fühlte mich die ganze Zeit wie in ein anderes Menschenalter versetzt. Irgendwie Wien oder Prag um 1920 oder so. Irrwitzig dekadent, eine sehr bohemienartige Stimmung, ein Publikum, das zwischen Business und nachlässiger Eleganz changierte. In der Ecke ein Flügel mit einem uralten Pianisten, der Filmmusik spielte.

Hier meine Rezension noch am gleichen Abend via Seesmic:



Schade, dass ich nicht noch einen Tag da war, ich wäre glatt noch einmal hingegangen...

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