27.1.08

ausgekocht

Ich hätte ja gedacht, dass Ronald Koch den Schneid hätte, beim ersten Fernsehauftritt heute abend von allenÄmtern zurückzutreten. Aber naja. Weg ist er. Und nur ein Drittel trägt seine Rassismusanwandlungen mit. Gut so.

Was ich interessant finde - Ciciero-Chefredakteur Wolfram Weimer hat das heute abend in Phoenix thematisiert -, ist das, was sich strategisch aus der neuen Fünfparteienlandschaft ergibt: Wenn es den Grünen (disclosure: da bin ich weiterhin Mitglied) gelingen sollte, sich neu als Zünglein an der Waage zu positionieren - also sich zur CDU hin zu öffnen -, würde sich die Blockbildung vermeiden lassen.

Ich persönlich denke ja auch, dass sich die Grünen weiterentwickeln müssen. Und wenn ich so Vögel wie den Spitzenkandidaten in meinem Wahlkreis anschaue, ist das noch ein weiter Weg. Aber jenseits ideologischer Scheuklappen wäre es eigentlich ganz einfach - ich glaube ja nicht, dass die grünen Kernfragen (aus meiner Sicht zurzeit: Energiepolitik, Bürgerrechte und Schule) mit der SPD einfacher umzusetzen wären als mit der CDU.

Gerade weil die Grünen die eigentlichen Verlierer dieses Wahlabends sind (und die Reaktionäre, die sich Linke nennen, und die FDP die Gewinner), ist nun der Punkt gekommen, an dem sich die Befreiung aus der babylonischen Gefangenschaft der Blockbildung lohnen könnte.

Nun erst Recht wird die Wahl in Hamburg spannend. Vor allem, nachdem ich die grottigen Großplakate der CDU heute gesehen habe.

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Kommentare:

  1. Wieso sollte Koch schon jetzt zurücktreten? Das kommt logischerweise frühestens, wenn das Ergebnis da ist. Sollten die Linken nicht reinkommen, wird er wieder Ministerpräsident, oder?

    Ich dachte immer, der von Beust im Hamburg sei ganz gut - täuscht das?

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  2. ja, das täuscht. Der tut nix, der will nur spielen. Und das, was seine Leute tun, ist recht unterirdisch.

    Und zum Rücktritt: Wer über 10 Prozentpunkte verliert mit so einem Wahlkampf, der sollte soviel Anstand haben, zurückzutreten. So wenig ich Henning Voscherau mag - diesen Anstand hatte er (obwohl die SPD dann noch einmal weiterregieren konnte).

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  3. Zum Rücktritt: Na ja, entscheidend ist ja nicht, wer einen alles nicht wählt - sondern wer einen wählt. Im Moment sieht es so aus, als hätte die CDU (mit Koch) die meisten Stimmen geholt. Deren Wähler würde er enttäuschen, wenn er vorzeitig aufgibt.

    Die 10 Prozent haben übrigens auch die Ursache, dass die SPD bei der letzten Wahl so dermaßen unterirdisch abgeschnitten hat. Hoistorisch gesehen ist's in Hessen ja immer eher knapp.

    Übrigens: Ich finde Koch auch unterirdisch und finde, dass er den Denkzettel verdient hat. Nicht, dass hier einfalscher Eindruck entsteht.

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