30.6.07

Meine Lieblingsnudeln



Am Wochenende zu kochen, gehört zu den Dingen, die mir einfach Spaß machen. Heute gab es meine allerliebsten Lieblingsnudeln - die nicht nur gut schmecken, sondern den großen Vorteil haben, dass die Lütte einfach auf die Kochinsel gesetzt werden kann, damit sie nascht. Denn alles, was an dieses Gericht gehört, mag sie:

Kirschtomaten, geviertelt, Parmaschinken, in feinen Streifen, Parmesan, mit einem geriffelten Käseschneider malträtiert, Basilikum auch in feinen Streifen - und alles so, wie es ist, unter Nudeln gemischt, auch Vollkornnudeln gehen bei diesem Essen gut (hatten wir heute). Wenn die Kinder nicht mitessen, reiben wir die Schüssel vorher noch mit Knoblauch ein.

Und die Reste versehen wir dann morgen mit einem Balsamico-Dressing und essen sie als Salat zum Grillen, falls es nicht regnet...

29.6.07

Jungen und Mädchen

Nach langer Zeit mal wieder ein Hinweis auf einen Artikel in der Zeit, der es mir angetan hat. Heute morgen auf dem Weg zur Arbeit habe ich ihn im Zeit-Audiomagazin auf dem Fahrrad gehört - und tatsächlich online gefunden. Ha.

Thema: Wie mag es kommen, dass Mädchen Kleidchen anziehen und mit Puppen spielen, während Jungen jeden Stock in eine Waffe verwandeln, obwohl sie gleich behandelt werden. Das Beispiel der Familie aus Bonn, das geschildert wird, erinnerte mich in den meisten Details an unser Zuhause...

Mein Verdacht bei unserer Tochter, warum sie so auf rosa steht, war ja immer, dass sie sehr schnell geschnallt hatte, dass allein die rosa Sachen sicher sind vor ihren drei großen Brüdern, also rosa ganz bestimmt "mir" ist.

Ähnlich wie es mir damals mit Rogges Jungsbuch ging, ist es auch hier wieder so: Das, was wir Eltern intuitiv ahnen, obwohl wir aufgeklärte Feministen sind, bestätigt sich wieder - es ist gut, wenn Kinder mit Rollen experimentieren. Denn sehr entspannend und beruhingend (und durch Privatempirie gedeckt) ist vor allem dieses:
Wer als Kleinkind seine Welt besonders klar in männlich/weiblich aufteilte, konnte später lockerer mit den Kategorien umgehen. Das entspricht der Alltagswahrnehmung. Männer und Frauen, die früh in eine sichere Geschlechtsrolle gefunden haben, müssen sich nicht mehr ständig ihrer sexuellen Identität durch präpotentes oder püppchenhaftes Gebaren versichern. Sie können sich auch vom Rollenklischee abweichendes Verhalten erlauben. (Die Zeit)
Alle Eltern und alle, die genervt sind von rosa Mädchen: Lesen!

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27.6.07

Das heißt nicht Pedant, das heißt Pedant

Heute haben Sebastian und ich eine sehr interessante gegenseitige gegenseitige Schlussredaktion via Twitter und Skype gemacht - Ausgangspunkt war dieser Beitrag von Sebastian im fring-Blog und mein eleganter Einwurf bei Twitter...
Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach 16:19
http://faql.de/numerus.html#status
Sebastian Keil 16:19
betterknower
Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach 16:20
hihi
16:20
aber bei stati dreht sich mir alles um, tut mir leid
Sebastian Keil 16:20
jetzt muss ich mal kurz alle blogs öffnen und checken, wo ich wohl
stati geschrieben habe...
Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach 16:20
fring
Sebastian Keil 16:21
guck jetzt nochmal
Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach 16:23
sieht ja bekloppt aus, aber das hier: Selbstrededend drei Worte
vorher ist ja auch nicht schlecht.
Sebastian Keil 16:23
och meno
Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach 16:23
hihihi
16:24
du weißt doch: das heißt nicht Pedant, das heißt Pedant
16:24
sagte ein Freund von mir immer
Sebastian Keil 16:24
siehe twitter
Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach 16:26
nee, absolut nicht: http://en.wikipedia.org/wiki/Declination
16:26
http://en.wikipedia.org/wiki/Declension
16:26
typischer Fall von False Friends
Sebastian Keil 16:31
mmh, touche. aber ich hab weder im english studium noch in den
staaten Deklination von latein gehabt
Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach 16:32
hihi
16:36
(im Übrigen hab ich nur Glück gehabt: ich hab Deklination
vorsichtshalber nachgesclagen, bevor ich getwittert hab, weil ich bei
Fremdwörtern immer vorsichtig bin - dass declination ein false friend
ist, wusste ich gar nicht vorher, wieder was gelernt)
Sebastian Keil 16:37
soweit ist es schon, recherche vorm twittern. und da sag noch einer,
blogger wären keine journalisten
Sebastian Keil 18:32
ich würde ja sagen, er stellt den laptop auf die kochinsel, but thats
just me
Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach 18:34
oh, kakke, du hast Recht.
Sebastian Keil 18:34
puh, da bin ich aber froh, dachte schon, das wäre regional
Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach 18:35
ich hab im Duden nachgeguckt, der kennt keine Varianten.
18:35
warte, ich schreib ein Update....
18:39
update: http://luebue.blogspot.com/2007/06/frher-war-alles-komplizierter.html
Und das, wo wir irgendwie Konkurrenten oder so was sind, und trotzdem das hier parallel posten....

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Früher war alles komplizierter

Ich erlebe an meinen Kindern, wie sehr sich Kommunikation verändert hat. Meine beiden Großen nutzen wie selbstverständlich MSN und Mail und das Internetz. Wenn mein Zweiter beispielsweise was backen will (eines seiner Hobbys), dann guckt er auf einer seiner Lieblingsseiten nach neuen Rezepten, stellt das den* Laptop auf die Kochinsel und legt los. Wenn mein Größter vom Training kommt, guckt er noch kurz, wer von seinen Freunden online ist und redet mit ihnen - und das, wo er nicht gerne telefoniert. MIr ist das lieber, als wenn er SMS verschickt, aber ich bin in so was ja auch irgendwie geizig.

Seit meine Liebste mit mir über einen Instant Messenger verbunden ist, bekomme ich viel mehr an Kleinigkeiten mit vom Alltag zu Hause, inzwischen pingt mich auch mein Großer an, wenn er online geht. Und anders als beim Handy beispielsweise sehe ich ihn und bin nur einen Klick entfernt, wenn er eine Frage hätte oder ihm etwas komisch oder gefährlich vorkommt. Das beruhigt uns beide (nur mal so zum Vorurteil, dieses Netz sei für Kinder gefährlich), zumal wir klare Regeln vereinbart haben, wann und was ich an seinen Aktivitäten kontrolliere - und wo seine Privatsphäre auch vor mir halt macht.

Gerade habe ich mich über "früher" unterhalten - wie wir vor dem Telefon gesessen haben und auf Anrufe warteten, aufgeregt, was denn wohl käme. Ich glaube, meine Abneigung gegenüber dem Telefon kommt da her. Oder noch früher, wenn mein Vater meine Mutter von Langenhorn aus mit dem Fahrrad in Horn besuchte, ohne zu wissen, ob sie da ist. Telefon gab es nicht.

Ich finde es besser heute. Wirklich.

* Nun steht es in der Korinthenkakkmeisterschaft 1 : 1 zwischen dem Pöbler und mir. Ätzend. Er hat Recht, Laptop ist männlich und nur männlich lt. Duden....

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26.6.07

Früher war alles besser

Da fuhren wir am vergangenen Sonnabend im vollgepackten 22er rüber ins Stadion, um endlich mal wieder in ein Konzert zu gehen, und haben auf dem Weg jede Menge netter Leute in unserem Alter kennen gelernt, die um und auf uns standen oder saßen. Selbst der Busfahrer war ein ungewollter Komiker, der immer wieder betonte, dass der Bus ja "leider nicht aus Gummi" sei.

Am besten war aber die Hochzeitsgesellschaft, die wir an jeder Ampel wieder einholten: Vorne weg ein Geländewagen mit geöffneter Heckklappe, in der ein Kerl mit professioneller Kamera saß und den Geländewagen dahinter filmte, in dem auf der Rückbank (immerhin war es kein Defender) das Brautpaar saß. Der Bäutigam wiederum hatte eine Digicam am Auge und filmte den Filmer, während die Braut gelangweilt aus dem Fenster sah.

Meine Fantasie war ja, dass einer der beiden Filme bestimmt für YouTube oder Sevenload war. Und ich erinnerte mich an den Freund, der nach seinen ausschweifenden Urlaubsfahrten immer erstmal den Film sehen musste, den er gedreht hatte, um zu gucken, wo er denn überall war.

Zu meiner Zeit hat man sich wenigstens am Tag der Hochzeit seiner Braut gewidmet. Und noch heute lege ich hin und wieder das Macbook weg, wenn ich zu Hause bin, weil ich so altmodisch bin, dass ich mit meiner Süßen nicht nur chatte, wenn wir uns gegenüber auf den Sofas sitzen, sondern hin und wieder sogar rüber auf ihres komme und rede und so. Wer hätte das gedacht.

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22.6.07

Hilfe, ein Kunde (2)

Neulich hatte ich ja schon mal über mein fantastisch erfolgloses Online-Gespräch mit Alice/ Hansenet geschrieben. Nun ist es noch besser gekommen:


Also, zum Mitschreiben:
  • Ich mache die "Live Online-Beratung" auf, die mein Telefon- und Internetdingens anbietet.
  • Da darf ich was reinschreiben.
  • Dann meldet sich eine Frau mit einem (echten) Namen.
  • Die schickt eine vorkonfigurierte Nachricht.
  • Dann frage ich noch mal und muss rund 25 sec. auf eine Antwort warten.
  • Und dann bekomme ich eine absurde Nullantwort aus dem Textbaukasten der hirnamput standardisierten Sorte.
So weit, so schlecht. Ich mein: Geht's noch???

Haaalllloooooo! Es geht um eine Live Online-Beratung (so inklusive Deppenbindestrich wörtlich auf der Website) - und ich werde mit dem Hinweis auf eine kostenpflichtige Telefonhotline abgespeist? Die hätte ich auch so anrufen können.

Ich schließe also das Fenster und versuche es noch mal. Mit - ähäm - mittelgroßem Erfolg.


Aber immerhin mit dem Hinweis auf eine kostenfreie Nummer.

Kennt jemand einen zuverlässigen, preiswerten Dingens in Hamburg, bei dem ich DSL- und Festnetzflat mit einer gedeckelten Flat zu Mobilnummern bekomme? Und der empfehlenswert ist?

21.6.07

Co-Creation

Einerseits ist es so, dass Marken, Menschen, Unternehmen, Politiker, Parteien und so weiter und so weiter immer wieder versuchen, ihre Bild- und Emotionswelten möglichst einheitlich und geschlossen zu präsentieren. Andererseits geht das nicht mehr. Nenn es Co-Creation, Highjacking, Spoof oder welches Buzzword auch immer - mit viel Liebe und oft genug mit eigenen Interessen stellen Fans ihr eigenes "Werbe"material her und drehen Geschichten und Themen weiter...

Wieder einmal ist es der amerikanische Wahlkampf, der es wie in einem Brennglas deutlich macht, was da auch auf uns andere Kommunikatoren nach und nach zukommt:



Die "Schwierigkeit" für die Obama-Kampagne ist ja nun, dass die Macher dieses Videos (obwohl sie vor allem für ihre Politiksatire-Seite werden wollen) wirklich Obama-Fans sind und deshalb auch ein im Grunde durchweg positives Video gedreht haben - obwohl es den einen oder die andere mit etwas - äh - prüderen Haltungen verstören dürfte.

Gelassenheit ist ja nicht wirklich einfach in so einem Fall, denn was soll die Kampagne machen? Gut finden geht nicht, schlecht finden auch nicht. Ich finde es klasse.


via PR Blogger


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19.6.07

Kein Wunder

Manchmal wundere ich mich überhaupt nicht, dass das mit der Schule so ist, wie es ist. So mühsam und so - hmm - gestaut. Wenn den jungen Wilden schon in der Ausbildung jede Motivation genommen wird. Wenn praxisfern theoretisiert wird. Wenn es von Anfang an so schwerfällig ist.

Wen wundert da noch, dass viele Lehrerinnen und Lehrer schon halb ausgebrannt anfangen, wenn sie dann fertig sind? Nein, da wollte ich nicht tauschen.

Ich erlebe Schule ja jetzt wieder von Innen - als Mitglied im Elternrat und Beobachter dessen, was meinen beiden Großen passiert. Und von Weitem über Familie und Freunde, die in Schulen arbeiten.

Irgendwas läuft das gewaltig schief - von der Ausbildung angefangen über die Arbeitsorganisation bis hin zum "Reform"tempo. Mein Eindruck ist, dass es eher eine Systemfrage als eine der persönlichen Leistung einzelner Kollegen ist. Und wenn dann die Lehrer, die ich als Vater als besonders toll erlebe, auch besonders umstritten unter Eltern sind, dann wird mir klar, wie sehr gerade wir Eltern ein weiterer Belastungsfaktor sind. Selbst wenn wir keine Psychopathen sein und den Lehrerinnen unserer Kinder nicht mit Schlägen drohen sollten...

Ich denke, es wird wirklich Zeit für einen radikalen Systemwechsel, denn das fünfgliedrige Schulwesen kann nicht mehr.

18.6.07

Nicht flach, aber einsam

Es gibt ja viele Gegenden in SchläfrSchleswig-Holstein, die sind zwar nicht halb so flach, wie Auswärtige denken, aber dafür doppelt so einsam. In einer waren wir am Wochenende - wenige Minuten von der Ostsee entfernt.



Und heute spüre ich wieder einmal, wo ich überall Muskeln habe oder haben sollte, wenn ich weiter reiten will. Und die Kolleginnen freuen sich über meinen leicht schwankenden, etwas - äh - breitbeinigen Gang. Da unser Pferd immer noch krank ist, reite ich zurzeit noch weniger als sonst, da macht so ein Halbtagesritt sich unmittelbar bemerkbar.

Aber es war toll in einer großen, netten Gruppe auf einem Islandhof einzufallen, reichlich zu essen, reichlicher zu trinken, viel zu feiern und richtig viel zu reiten. Könnte ich häufiger machen.

Und danke unseren Sponsoren....

14.6.07

Mitten in Europa

Ich war diese Woche wirklich zum ersten Mal in New York, wenn auch nur für ein paar Stunden. Und am auffälligsten war für mich: Das ist sehr europäisch (was mir dann auch die europäischen Kollegen, die dort leben, bestätigten).

Den frühen Morgen habe ich damit verbracht, ein paar Blocks auf und ab zu laufen, einmal zwischen Park Ave und Broadway. Vorbei an geschlossenen Geschäften, an Ständen mit Kaffee und Snacks, Zeitungsläden. Aus dem Hotel hatte ich mir eine Zeitung mitgebracht und mich ein paar Minuten im Madison Square Park auf eine Bank gesetzt und die Menschen an mir vorbei ziehen lassen. Ganz unhektisch übrigens.

Allein der Lärm hat mich gestört, aber der stört mich überall.

Rund eine halbe Stunde mit dem Zug außerhalb von Manhatten war es dann ganz anders - eine Kleinstadt wie aus dem Bilderbuch mit verkehrsregelnden Polizisten auf jeder zweiten Kreuzung. Holzhäusern, Fachgeschäften, Starbucks. Und nicht mehr wie Europa. Witzig.

12.6.07

Meet and Greet

OK, ein bisschen - hmmm - komisch ist es schon, mal eben zu einem Meeting auf die andere Seite des Teiches zu fliegen. Aber es hat sich gelohnt - gleich geht es wieder nach Europa... Vor allem, den Abend mit Kollegen in einem wirklich guten Restaurant zu verbringen und einander von der Arbeit und dem je eigenen Ansatz und den jeweiligen Erfahrungen zu berichten (und Umlaute zu vermeiden an der franzoesischen Tastatur in der Air France Lounge).

Die Fahrt raus zum Kunden und dann zum Flughafen jeweils mit verschiedenen Kollegen wieder zum Austausch genutzt. Steve Rubel zum ersten Mal im richtigen Leben getroffen und uns lange unterhalten. Gestern im Dunkeln vom Flughafen auf die leuchtende Stadt zugefahren. Und morgen um sechs, wenn alles klappt, wieder in Paris...

8.6.07

Die Bundeswehr wird gerade im Inneren eingesetzt

Das ist auch eine Art, Fakten zu schaffen: Die Polizeieinheit der Bundeswehr (die Feldjäger, Link auf den entsprechenden Wikipediaartikel) wird bei den Polizeieinsätzen rund um den G8-Gipfel in Heiligendamm gerade zur Unterstützung der Polizei eingesetzt.



Wer immer also meinen latenten Alarmismus rund um das Thema Freiheit bisher als Panik und übertrieben abgetan haben sollte, möge sich dieses Videodokument angucken, in dem der Autor auch versucht, mit den Feldjägern zu sprechen.



Mutmaßlich ohne Rechtsgrundlage werden hier Fakten geschaffen und am demokratischen Konsens, dass die Bundeswehr zur äußeren Landesverteidigung und zum Katastrophenschutz da sei, ansonsten aber nicht im Inneren eingesetzt werden dürfe, vorbei gehandelt. Dieses Thema ist in der politischen Diskussion kontrovers, eine Mehrheit für einen solchen Einsatz ist aber bisher glücklicherweise nicht absehbar.



Mich würde schon mal interessieren, wie dieser Einsatz zustande kommt, wer ihn zu verantworten hat und wie die Rechtsgrundlage dafür aussieht.



via Twitter / Martin Röll



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Nicht mehr plazen

Ich habe plazes, diesen Service, der anzeigt, wo ich bin, wenn ich online bin und den Service aktiviert habe, fast von Anfang an genutzt, mag die Gründer und fand das Instrument immer lustig. OK, viele fanden es merkwürdig und auch unheimlich - aber neben kleinen auch beruflichen Erlebnissen hat es mir zunächst einfach Spß gemacht.



Witzig fand ich, als einmal ein Kunde meinte, als er mich anrief, er habe vorher in meinem Blog geguckt, ob ich im Büro bin, ob es sich also lohne, den Anruf zu versuchen. Und ein vielversprechender Neukontakt kam zustande, weil jemand sich in einem Hotel wiederfand, das ich auch oft nutze und sehr mag und das ein bisschen speziell ist.



Nun ist Schluss. Die mehr als holperige Umstellung auf den neuen Plazer (die Software, die mich bei plazes anmeldet) habe ich ertragen, auch wenn sie weder kommunikativ noch technisch akzeptabel war. Dass das Programm nach Abauf der Betaphase instabil war und mehr Probleme als Freude machte, fand ich schon nicht mehr gut. Aber dass es in den letzten Tagen entweder gar nicht funktionierte oder ich nicht mehr in der Lage war zu verstehen, was ich da tun muss, hat mir den Rest gegeben.



Da ich es nicht brauche, ist es nun also weg - vom Rechner verschwunden und auch aus diesem Blog.



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7.6.07

Wer allzu voreilig nach Distanzierungen ruft...

... sollte sich zunächst die ausführlichen Analysen zur Medienberichterstattung von den G8-Protesten ansehen, wie sie beispielsweise der Spiegelfechter und Stefan Niggemeier (er mit Bezug auf die imho durch Fahrlässigkeit von der dpa zu verantwortenden Krieg-Ente) geschrieben haben.

Dass Falschmeldungen passieren bzw. wie die Arbeitsbedingungen der Kollegen sind, hat Christiane Link schön beschrieben, die ja auch länger bei der dpa war. Meine eigene größte Falschmeldung hat ja sogar zu Voscheraus Rücktritt geführt.

Aber wie sehr manche Journalistendarsteller faktenfrei argumentieren, wenn es an ihre eigenen Vorurteile geht, ist ja gerade bei fantasievolleren Formen von zivilem Ungehorsam nicht neu. Wie intelligente Leute da immer wieder drauf reinfallen, überrascht mich jedes Mal.

Meine Lieblingsgeschichte dazu ist ja, dass der Programmchef eines Radiosenders damals bei den Castorprotesten verfügt hatte, dass sie in seinem Programm nicht vorkommen dürfen - denn er führe gerne Bahn und halte alle, die Bahngleise blockierten, für Verbrecher, denen er keine Plattform geben werde. Auch eine Haltung zum Journalismus.

UPDATE:
Traurig, dass ich es sagen muss: Selbstverständlich halte ich Gewalt für kein auch nur irgendwie oder auch nur in Ansätzen verständliches oder zu rechtfertigendes Mittel der Auseinandersetzung. Der Artikel von Bernd Ulrich in der Zeit ist nicht gut - aber in einem hat er Recht: Gewalt korrumpiert die politischen Ziele. Und es kann nie eine gemeinsame Aktionsplattform mit Menschen geben, die Gewalt sinnvoll finden oder gar ausüben.
ABER: Bei alles Ablehnung von Gewalt nutzt auch das aufgeregte Gackern nichts, wenn die Darstellung der Gewalt entweder manipuliert oder übertrieben wird.


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Hilfe, ein Kunde

Vor gefühlten hundert Jahren hatte ich mit einem Freund, der das auch hätte schrauben können, die Idee, reale Verkäufer über eine Chatanwendung zu entwickeln und sowohl die technische Umsetzung als auch die eigentliche Realisierung in einer Art "Chat-Center" anzubieten.

Wir waren etwas zu spät für die Blase damals, haben es dann auch zügig abgeblasen wieder. Und es hätte auch nicht geklappt, denn andere Leute, die etwas Vergleichbares (ok, nicht so gut wie wir, aber die gleich Grundidee) auf die Spur gesetzt hatten, gingen ganz schnell wieder hopps.

Heute hab ich erstmals seit Jahren versucht, einen solchen Chat zu nutzen, den ja immer mehr Unternehmen angeblich einsetzen. So auch mein Telefon- und Internetz-Anbieter Alice aka Hansenet. Das Ergebnis war - äh - ernüchtend:

Cicero

Latein wird ja in dem Moment spannend, in dem man die holperige Sprache Caesars hinter sich lässt und über das Kleine Latinum hinaus kommt. Elegante Reden von Cicero, Lyrik von Horaz und anderen. Ich hatte außerdem einen Lehrer, der brillante Stehgreifreden in gutem Latein halten konnte.

Cicero haben wir recht viel gelesen damals. Und jetzt habe ich es wieder getan - allerdings nicht auf Latein, das kann ich nicht mehr gut genug. Robert Harris hat einen faszinierenden Roman über Ciceros Aufstieg ins Konsulat geschrieben, mit dem eleganten Kunstgriff, Ciceros Sekretärsklaven als Ich-Erzähler auftreten zu lassen. Ohne dass ich mich in den letzten Jahren wirklich und intensiv an Ciceros Reden hätte erinnern können, kam mir das alles wunderbar vertraut und bekannt vor. Es war ein merkwürdiges Gefühl, aber schön, es hatte was von nach Hause kommen.

Und da Harris' Buch gefällige Alltagsliteratur ist, ging es schnell und entspannt. Sein erstes Römer-Buch (Pompeji) habe ich mir nun im Original als Audiobook vorgemerkt und werde es mit meinem Abo Mitte des Monats einlösen...

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5.6.07

Best Ager

Das ist sooo geil, wirklich. Und nicht nur, weil ich auch gerade an lustigen Projekten für Best Ager arbeite. The Zimmers fanden The Who wahrscheinlich auch schon gut, als sie noch jung waren. Jetzt sind sie alt:



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3.6.07

Spontan und doch dicht an perfekt

Ich bin beeindruckt. Und das nicht nur als politischer Mensch, sondern auch als PRler. Das, was das Spreeblickteam aus dem Boden gestampft hat, ist dicht an der Perfektion einer Social Media Kampagne:
  • Ein Blog, in das ich per SMS oder per Anruf posten kann.
  • Ein Twitter-Feed, in den die Textbeiträge dann im Volltext einlaufen und also auch per SMS empfangen werden können.
  • Ein Widget, also einen Container mit den Inhalten des Blogs, den ich in mein Blog einbauen kann (hab ich auch getan, am linken Rand hier).
  • Das Ganze frei für alle mit einer nur reaktiven Moderation.
Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster - aber das wird noch eine ganze Zeit als herausragendes Beispiel für den intelligenten und effizienten Einsatz von Web 2.0 für eine Aktion zwischen Kampagne und Bürgerjournalismus sein. Ich verneige mich vor euch ganz ohne Neid und mit umso mehr Freude.

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1.6.07

Mauer



An was erinnert mich nur dieser absurde antidemokratische Schutzwall in der "Weißen Stadt am Meer", jenem ältesten Seebad dieses Landes?

Tolles, bedrückendes, mich richtig zornig machendes Foto von Alexander Svensson.

via Robert Basic

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