31.5.07

Unser schönster Baum



Ich habe ihn schon geliebt, als er noch mitten unter anderen Bäumen im Vorgarten meiner Eltern stand. Ein paar Wochen im Jahr wissen wir, warum wir ihn damals, als wir dieses Haus gebaut haben, gerettet haben, unbedingt retten mussten. Er ist einfach wunderschön.

Ich weiß nicht mal, wie er heißt. Aber die Blüten liebe ich, wenn sie in der Abendsonne leuchten.

Blüten unseres schönsten Baumes

Jeden Tag, wenn ich nach Hause komme, begrüßt er mich.

Heiligendamm

Ganz normale Menschen fahren hin aus unserem Umfeld, denen wir es gar nciht zugetraut hätten. Busse, die organisiert sind. Seit Tagen, Nico hat auf der Fahrt nach Dänemark davon berichtet, wir haben es am Pfingstwochenende auf der Rückfahrt aus dem Emsland auch gesehen, läuft der Polizei-Massenausflug an die Ostsee.

Ausgerechnet nach Heiligendamm. Ich mag es da. Oder mochte es, als ich noch da hin durfte, als noch nicht dieser absurde antiwasweißich Schutzwall da war. Jedes Mal, wenn wir in unserem Lieblingsort an der Ostsee sind, in Kühlungsborn, laufen wir rüber.

Ohne ein besonderer Freund von attac zu sein - dieses Mobilisierungvideo, das ich bei Sebastian gefunden habe, gefällt mir. Denn so kann es nicht weiter gehen. Schon gar nicht, wenn die legitimen und richtigen Proteste benutzt werden, um diesen Staat von oben zu zerstören.



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Vorläufiges Ende des Rechtsstaats

[In meiner engsten Familie gibt es mehrere Polizisten, einer ist auch Hundeführer. Das hat meine Haltung zu diesem Beruf verändert, vor allem meine Meinung zum Gewaltmonopol des Staates, das ich richtig finde, obwohl ich weiterhin gegen die Bewaffnung der Polizei bin.]

Meine Liebste fragte mich vorhin dann gleich, ob wir nicht doch eine Auswanderung nach Island ins Auge fassen sollten. Ich mein, mein Arbeitgeber hat da zwar keine eigene Niederlassung, aber durchaus eine Partneragentur. Die Aussicht auf nie mehr Sommer ist schön. Andererseits schlachten die da Wale. Auch nicht so toll.

Heiko weist aus Kopenhagen auf einen kleinen und gerade deshalb so ungeheuerlichen Vorgang aus der letzten Woche in Hamburg hin:

Ein Kunstaktivist wird nicht nur unter mir fadenscheinig vorkommenden Gründen festgenommen, sondern dokumentiert das auch noch auf Video und in einem Gedächtnisprotokoll vergangene Nacht auf indymedia. Besonders apart ist die Begründung der Festnahme, die er zwar nicht wörtlich zusammenfasst, aber inhaltlich ist es durch den Film gedeckt:
Auf die Frage, was denn jetzt los sei, werde ich darauf hingewiesen, dass G8-Gipfel ist. Und ich ja Protest gemacht habe. Ich Widerspreche nicht und gebe zu, dass es sich auch um Protest handelt und weise auf Artikel 5 des Grundgesetzes hin.
Ich bin vorläufig festgenommen und meine ganze Ausrüstung ist beschlagnahmt. (Eigenbericht des Opfers)
Zwei Interpretationen drängen sich mir auf, und beide sind gleich bedenklich und markieren für mich einen weiteren Wendepunkt für den Rechtsstaat:
  • Entweder die Polizistin und der Polizist wissen nicht, was sie tun und reagieren individuell völlig über, denn eine Festnahme ohne explizite inhaltliche Begründung geht nicht - dann ist es ein Zeichen größter Verunsicherung des Rechtsempfindens aufgrund einer Panik schiebenden politischen und polizeilichen Führung rund um den G8-Gipfel.
  • Oder der Hinweis, dass der Protest gegen den G8-Gipfel gerichtet sei, ist die Begründung für die Festnahme - dann ist es ein noch größerer Skandal, weil es die Bankrotterklärung des Rechtsstaates ist, wie wir ihn bis letztes Jahr kannten.

Beides ist nicht mehr im Rahmen dessen, was ich erträglich finde. Die nächsten zwei Wochen können ja heiter werden. Ich kann jeden verstehen, dessen Vertrauen in diesen Staat und seine Sicherheitsorgane schwindet.

UPDATE: Frank Hamm macht auf eine für die FTD ungewöhnlich subversive Umdichtung des alten Hits Maschendrahtzaun aufmerksam, die einem das Lachen im Halse stecken bleiben lässt....

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30.5.07

Doch, genau so wollte ich es wissen

Heute mal ein an sich recht guter und ausgewogener Beitrag in einem Holzmedium (so, meint der Autor, würden wir Blogger Zeitungen nennen. Aber mal ehrlich: das klingt doch soooo 1999, oder? Wer sagt das hier draußen denn noch so?): Die Süddeutsche über Blogs und Journalismus und Journalisten und Blogger und bloggende Journalisten. So weit, so gut. Und der viel zu seltene Hinweis, dass mit Praschl einer der großartigsten Alt-Blogger überhaupt ja doch inzwischen ganz klassischer Chefredakteur ist, das Magazin verschweige ich aus Achtung vor ihm.

Nur am Ende, da vergaloppiert sich der Kollege Feldmer etwas, wenn er über eines der Bunte-Blogs schreibt:
Und im sogenannten Star-Blog von Ruth Moschner konnte man kürzlich lesen, dass die frühere Big Brother-Moderatorin während einer Burda-Veranstaltung Götterspeise mit Waldmeistergeschmack garniert mit Ingweräpfeln gegessen habe.

Moschner weiter: "Klingt banal, schmeckte aber göttlich und tröstete mich ein wenig darüber hinweg, dass ich nicht das Meet and Greet mit meinem Lieblingskoch Jamie Oliver gewonnen habe." So genau wollte man das alles im Grunde doch wieder nicht wissen.
Äh, doch - genau so wollte ich es wissen, wenn ich denn wüsste, wer diese Frau Moschner ist. Denn genau so was ist der Grund, warum ich mehr Blogs als Medien lese.

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29.5.07

Twitter Topics And Demographics

Not sure what this means, but isn't it interersting, that much more tweets are about work than about the weather? And much more are about home than about job? See this screenshot from TweetVolume:



via - of course - Twitter: oliverg about an hour ago


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28.5.07

Originelle Auffassung von Kundenservice

Dieses Pfingstwochenende waren wir mit einem Teil der weiteren Großfamilie gemeinsam in der Jugendherberge Meppen, eine rubinene Hochzeit feiern. Vorweg: Es war klasse, weitgehend trocken und richtig schön.

Der Zivi in der Jugendherberge war auch ziemlich gut - er hat immerhin den Laden alleine geschmissen. Denn zu unserem leichten Erstaunen sind die Herbergseltern unmittelbar nach unserem Einchecken am Freitags Abend in den Urlaub gefahren. Hinterlassen haben sie ein nahezu ausgebuchtes Haus, einen Zivi, eineinhalb Küchenkräfte - und das war es.

Also gab es nahezu nie einen Ansprechpartner, war die Logistik beim Essen nur bedingt ausgeklügelt (immerhin haben wir so beim dreiviertelstündigen Anstehen nach Frikadellen und Kartoffelbrei einen anderen Gast näher kennen gelernt, der das gleiche im vergangenen Jahr in Emden erlebt hatte, scheint also bei Jugendherbergen Methode zu haben) und war das, was an Personal da war, heillos überfordert.

Da fiel nahezu nicht mehr ins Gewicht, dass die Zimmer extrem dreckig waren, als wir sie bezogen, aber das war ja auch noch bevor die Hausleitung geflüchtet war....

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Fahrradmülleimer



Das Emsland ist ohnehin eine klasse Fahrradgegend: Flach, super ausgeschildert, kurze Strecken, die wir sogar mit den Kindern (ok, die Lütte und ihr jüngster Vetter im Anhänger, aber die anderen schon alle auf eigenem Rad) absolvieren konnten.

Sehr angetan aber hatte mir der Müll-Fangkorb. Wenn auch die Treffsicherheit vieler Radfahrer augenscheinlich nur so mittelgut war.

25.5.07

Schein und sein

Ich hatte irgendwann mal nur sparsam irritiert geguckt, als mich jemand, nachdem ich gesagt hatte, dass ich endlich zu sauberem Strom gewechselt sei, fragte, ob ich zu diesen Heftigwerbern mit dem lekkeren Strom gegangen sei. Und nun reden wir gerade über gute Menschen und so und da sagt jemand, dass Nuon ja Ökostrom sei. Konnte ich mir nicht vorstellen, weil ich das noch nie gehört hatte. Und tatsächlich: Sie verzichten auf Atomkraft, aber das war's. 60% kommen aus ganz normalen CO2-Schleudern. Besser als Vattenfall also (unser lokaler Quasi-Monopolist), aber eben seeehr weit weg von Ökostrom.



(Nur mal als Vergleich, was mein Stromanbieter macht: 100% erneuerbare Energien)



Spannend also: Die massive Werbung führt bei überdurchschnittlich intelligenten Menschen mit einem ethischen Anspruch (so welche waren das, mit denen ich sprach) zu einem völlig verzerrten Bild dessen, was sie tun. Denn lecker finde ich deren Strom nun wirklich nicht.



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Endlich mal wieder nominiert

Nachdem ich sehr zu meinem Kummer aus der Liste der weltbesten Blogberater, die der weltbeste Obergockelblogger vor hunderten von Jahren zusammengestellt hatte, geflogen war, freue ich mich umso mehr, endlich wieder zu einem diesmal auch wirklich schmeichelhaften Award nominiert worden zu sein:



Und mal ganz ehrlich: Da kann ich nur gewinnen! Ich weiß nur nicht, wie ihr für mich stimmen könnt. Da ist bestimmt ganz viel Schiebung im Spiel, wie immer bei diesen Mädchendingens. Ha.

22.5.07

Ugly People

Ich mein, ich hab ja einige Jahre auf der Uhlenhorst in quasi Spucknähe zur Alster gewohnt. Aber so was ist mir da nie aufgefallen. Das muss eine neuere Mode sein. Und hey, ich war Student, da war ich durchaus zu solchen Zeiten draußen...

Auf dem Weg um die Alster vom CCH nach Winterhude, wo die Abendveranstaltung der ad:tech stattfindet, bin ich Horden häßlicher Menschen begegnet. Nun ist Laufen ja an sich schon mal schrecklich und macht Menschen durch und durch unästhetisch. Aber an einem schwülen Abend und in Massen wird das unerträglich. Rotglühende, verschwitzte, verkniffene Menschen beiderlei Geschlechts.

Kann mir mal einer erklären, was daran entweder gesund sein soll oder gar Spaß macht? Brrrrr.

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Ein Held nicht nur meiner Jugend

Heute hat der großartige Zeichner Hergé Geburtstag. Nicht wirklich, weil er 1983 gestorben ist, aber er wird im Prinzip 100.

Ich liebe bis heute seine Tim und Struppi-Abenteuer, als sie neu übersetzt und handgelettert rauskamen, hab ich sie mir endlich schenken lassen, inklusive dem schrägen und latent rassistischen "Tim bei den Sowjets", mir feht nur noch "Tim und die Alphakunst" (warum eigentlich?)...

Meine Jungs, zumindest die beiden großen, zunehmend auch der dritte, obwohl der noch nicht lesen kann, haben mit meinen Timm und Struppis ihre ersten Leseschritte gewagt, für mich waren die Bände früher ein Hauptgrund, in die Bücherhalle zu gehnen (neben so dünnen Büchern wie Tolstois Krieg und Frieden und so). Mit ihnen habe ich Stunden bei Bs Bruder zugebracht.

Ja, ich weiß - Tim ist aus heutiger Sicht alles andere als politisch vertretbar, zumindest seine frühen Abenteuer. Tim in Afrika ist eine krude und rassistische Geschichte, die allzusehr an die Weißenromantik Karl Mays erinnert. Aber trotzdem ist es ein toller Comic, der mehr noch als Asterix meine Begeisterung für diese Literaturform geweckt hat (Ich mein, Asterix war unter uns Bildungssnobs ein Selbstgänger, die frühen Bände auch unbetritten um Klassen besser als Tim und Struppi. Aber Hergé war eben ein richtiger Comic-Autor).

Bis heute lese ich bestimmt einmal in der Woche in einem der Bände. Und ich liebe sie noch immer. Vielleicht auch wirklich immer mehr...

19.5.07

Schwerpunkte und Untertitel

Als latent bigotter Print- und Broadcast-Verweigerer fällt mir absurde Berichterstattung nur selten auf, jetzt an vier zusammenhängenden "freien" Tagen mal wieder ein bisschen mehr. Und darum, zum Dauerbeschuss Israels aus dem Gazastreifen und zur dort eskalierenden Gewalt zwischen palästinensischen Gruppen, ein Hinweis auf Lilas Ausruf Nu, ich wußte es. In den Kommentaren dort auch noch einmal ausführlicher zur Berichterstattung in deutschen Medien, die ich aber im Großen und Ganzen ebenfalls als nicht ausgewogen empfunden habe (mal abgesehen vom wirklich kaum entschuldbaren und absurden Klopser meiner Regionalzeitung - "Siedler" -, auf den Lila hinweist)...

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18.5.07

Schaafa Sämpf

Am Wochenende haben wir auf der Konfirmation auch einen der durchgeknallten Cousins meiner Süßen getroffen, der ebenfalls seines Patenamtes entledigt wurde. Und der hat ein paar CDs der Band mitgebracht, die sein Bruder (Doktor Sämpf) und er (Tim Rakete) mit ein paar Freunden betreiben. Eine Coverband, die auf sehr charmante und sehr - äh - männliche schwenzelsche Art Lieder umschreibt, so dass die dann beispielsweise Super Puper, keiner stinkt wie meiner heißen. Auf ihrem myspace-Profil ist nur ein Video zu sehen, aber immerhin:



Video bei myspace.com/schaafasaempf

Ich muss mir mal die CDs schicken lassen, glaub ich...

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16.5.07

Amt und Würde

Am Offline-Wochenende in Familie habe ich nicht nur den mit großen Abstand besten und geistlich bewegendsten Konfirmationsgottesdienst seit langem erlebt, sondern auch mal wieder in größerer Runde theologisch diskutiert. Anlass war ein Thema, zu dem ich bis dahin noch gar keine Meinung hatte: Die Scheidung von Margot Käßmann. Am Ende haben wir intensiv und sehr kontrovers darüber gesprochen, ob sie Bischöfin bleiben sollte oder hätte zurücktreten müssen. Ich denke, sie hätte ihr Amt aufgeben müssen:

Neben der persönlichen Tragödie, die schon schwer (auch geistlich und seelsorglich schwer) genug ist, belastet die Scheidung ihr Amt und die Amtsführung der Pastoren in ihrer Landeskirche.

Mir geht es nicht darum, sie als Frau zu verurteilen, ganz und gar nicht. Scheitern ist immer scheiße, scheitern in so einem persönlichen Bereich, wo Scheitern theologisch nicht vorgesehen ist, ist ganz besonders schlimm für die, die scheitern in ihrem persönlichen Lebensentwurf. In der Diskussion war dies der Punkt, an dem wir uns wirklich uneinig waren: Wie schaffe ich es, - holzschnittartig gesagt - dieses Scheitern so und als Sünde zu benennen, ohne die Person zu verurteilen. Es überrascht mich immer wieder, wie schwer dies evangelischen Christen oft fällt, obwohl dies der Kern lutherischer Theologie ist.

Mir geht es eher darum, ob die Bischöfin Käßmann das unbedingte "Lebenslänglich" der Ehe glaubhaft vertreten kann. Gerade in einer der großen und strahlkräftigen lutherischen Kirchen halte ich das für ein echtes Problem. Was sollen die Pastorinnen und Pastoren in den Dörfern, die mit den Menschen um deren Ehen kämpfen, sagen, wenn ihnen auf ihrem Weg ein wichtiges Fundament entzogen wird: das eigene Vorbild. Eine Bischöfin ist eben nicht nur Person, sondern auch Amt (etwas, das auch meine Bischöfin lange nicht hat für sich sehen wollen, hatte ich damals, als ich noch nahe genug war, den Eindruck).

Was wäre es für ein großartiges geistliches Zeichen gewesen, wenn ihre Kirche die dann ehemalige Bischöfin auf ihrem schweren und schmerzhaften Weg begleitet hätte. Diese Chance nimmt sie ihr.

Es gibt für eine lutherische Kirche nun mal keine Wahlfreiheit, ob eine Ehe ein Leben lang halten soll oder nicht. Und bei allem Wissen, dass sie scheitern kann, gibt es kein "entschulden" dieses Scheiterns, sondern ein "entschulden" der Scheiternden. Das Eiern in den Stellungnahmen und Erklärungen in dieser zentralen Frage finde ich schwer erträglich und auch für Frau Käßmann eine persönliche Zumutung.

Ich kann die Menschen verstehen, die sich von ihr vor den Kopf gestoßen fühlen, nachdem sie selbst um ihre Ehe gekämpft und den ja auch schweren Weg zu einem Neuanfang und Zusammenbleiben gefunden haben.

Großen Schmerz und großes Bedauern empfinde ich, wenn ich sehe, wie eine von mir sehr geschätzte Theologin und Frau in das Muster verfällt, die Tatsache, dass sie das Amt führt, für wichtiger zu halten als das Amt selbst. Das kennen wir aus der Politik und oft auch aus der Wirtschaft. Und diese Nuancen Unterschied wären es, die Kirche glaubwürdig(er) machen könnten.

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11.5.07

Strategie - und nun ein verlängertes Wochenende

Zwei lange Tage intensiv an Strategien und Ideen gesessen, weggeschlossen in Berlin, sehr effektiv und inspirierend. Und nun - zugleich mit der Bitte, hier nichts unordentlich zu machen - für drei volle Tage Internetzentzug. Konfirmation am Niederrhein, Freunde besuchen, viel auf der Straße. Drückt die Daumen, dass es trocken bleibt, dann können wir viel draußen sein und vielleicht sogar ein bisschen reiten....

9.5.07

Die Meisterstaffel



Noch etwas erschöpft, aber glücklich, auch wenn sie den Hamburger Rekord der C-Schüler um neun Sekunden verfehlt haben: Die Staffel, in der mein Großer mitgelaufen ist hat die anderen geradezu deklassiert - der Zweite hat über eine Minute Abstand gehabt.

Die Zeit: 10:20,2 Minuten. Fantastisch! Glückwunsch!

8.5.07

Jakobinismus, Leseempfehlung

Martin Recke von der befreundeten Konkurrenz auf der anderen Alsterseite schreibt heute einen fulminanten Beitrag über Kritik und Terror, den ich wärmstens empfehlen kann:
In den Unternehmen herrscht weiter Aufbruchstimmung, bestimmt die Lust am Internet, an der Kommunikation mit dem Konsumenten das Bild. Zu Bedenkenträgern sind indes die Blogger geworden. (....) (W)as ist Authentizität anderes als hochselektive Wahrnehmung, als der zum Prinzip erhobene blinde Fleck? Jede Beobachtung hat ihren blinden Fleck. Blogger jedoch machen diese Art von Blindheit, die ins Extrem getriebene selektive Wahrnehmung zum Prinzip. (....) Hinter dem wortreichen Gestus der Allwissenheit, hinter der aufs Höchste gesteigerten Subjektivität steckt die blanke Realitätsverweigerung. (Martin Recke auf dem Fischmarkt)
Er meint nicht "die" Blogger, sondern den kleinen Ausschnitt an Bloggern, die nicht repräsentativ für die "Szene" sind, aber eine relativ hohe Wahrnehmung haben, einen Teil des "short head" vor dem "long tail", um mal im Jargon zu formulieren.

Mir geht es weiterhin so, dass ich Blogs liebe, das schreibe ich hier ja auch immer wieder. Ich habe in der zurückliegenden Woche vieles gelernt, vor allem über Monstranzen, die zu hinterfragen einfach wichtig ist. Und darüber, dass eben längst nicht mehr überall wie da, wo ich herkomme, das Wort gilt, das ich gebe.

Das, was Martin als Jakobinismus beschreibt, ist ein Muster, das nicht nur in dem skurril bei ihm verbundenen Musikvideo anklingt, sondern das ich sehr gut aus meiner Zeit in linksradikalen christlichen Bewegungen kenne - ich nenne es moralischen Rigorismus, andere nennen es Selbstgerechtigkeit, Luther nannte es das cor incurvatum, also die eigentliche und ursprünglich Sünde, aus der ein Mensch nicht aus eigener Kraft herausfinden kann, sondern nur aus Gnade.

Dass ich vor gut zehn Jahren aus dieser Verspannung entkommen konnte, ist teils Gnade, teils meinen Kindern geschuldet (und damit dem Eintritt in die Ernsthaftigkeit des Lebens, der die scheinbare Ernsthaftigkeit des Schattenboxens abgelöst hatte). Und ich bin am klassischen Marxismus (nicht an diesem romantischen Frühkram, i-bäh!) genug geschult, um die Lebenssituation nicht zu gering zu schätzen, wenn ich Muster und Motive sehe.

Es mag altklug klingen, aber ich bin mir sicher, dass der eine oder andere sich beruhigen wird und dem Jakobinismus und moralischen Rigorismus abschwören wird, wenn er erstmal "in Arbeit" kommt, mal was auf die Beine stellt oder für mehr als sich selbst Verantwortung übernehmen muss. Und das Tolle daran ist, dass das noch mehr Spaß macht. Mir jedenfalls.

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7.5.07

Zum ersten Mal seit Jahren...

So wie es aussieht, werde ich dieses Jahr wohl wirklich zum ersten Mal seit Jahren nicht zum Trendtag gehen. Vielleicht gucke ich mal kurz im Second Life vorbei, wenn ich den Link wiederfinde. Aber ich werde wohl keine Zeit finden, auf die andere Alsterseite zu fahren. Irgendwie schade, mit so einer Tradition zu brechen, aber irgendwie auch klasse, was die Alternative ist - mit Arbeit zugedeckt zu sein, die Spaß macht.

(Was auch der Grund ist, warum es hier zurzeit etwas flauer zugeht, tschuldigung.)


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6.5.07

Morgendämmerung

Heute früh, als um kurz vor fünf unsere Lütte das erste Mal wach war und ich am offenen Fenster in den noch sehr dämmerigen Garten schaute, konnte ich die Extrem-Frühaufsteher wie meinen Kollegen Steve Rubel verstehen, denn es war wunderschön.

So viele Vögel habe ich selten auf einem Haufen gehört, es war ein unglaubliches Zwitschern, vor allem aber nicht nur von Amseln. Eine gute Stunde später war es dann nahezu ruhig. Aber diese ersten Minuten im Morgengrauen, die ich sonst glücklicherweise immer verpasse - habe ich unglaublich genossen....

4.5.07

next07 Rückblick

Nicht den ganzen Tag, aber doch ausführlich war ich gestern auf der next07 bei den Kollegen von SinnerSchrader. Nicht nur, weil Nico dort shoppero.com vorgestellt hat, das gestern in einer frühen Beta online gegangen ist und das ich vor allem mit Pressearbeit begleite.



Das, was ich an Vorträgen und Diskussionen gehört habe, war eher durchwachsen, aber das ist auf Konferenzen ja meistens so - dafür habe ich sehr viele spannende Gespräche geführt und eine Reihe neuer Projekte kennen gelernt, mit denen ich Ideen und Umsetzungen auch für Kunden entwickeln kann. Daneben hat es ein bisschen was von Familientreffen, was auch wichtig ist - mit Kollegen und Freunden austauschen, die an ähnlichen Themen in Medien und in der Kommunikation arbeiten.



Ein bisschen irritierend war für mich eine Runde mit Jugendlichen zu ihrem Medien- und Onlineverhalten, das mir nicht sehr repräsentativ für diese Generation erschien. Insbesondere die faszinierende Identität von Online- und Offlinegemeinschaften und dem entsprechenden Leben, die ich bei vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen erlebe, kam gar nicht vor. Zum anderen Beitrag, der für viel Gesprächsstoff sorgte, sei auf die zornige und gute Zusammenfassung von Dieter Rappold und die Erwiderung von Björn Ognibeni, der ich zustimme, verwiesen.



Insgesamt aber ein Tag Inspiration und der neuen Kontakte und Ideen. Fein.

UPDATE 7.5.
Weil ich heute mit Mark sprach, der langsam wieder auftaucht, und ich nicht sicher bin, dass es oben wirklich deutlich wurde: Ich fand die next07 gut. Zwischendurch hab ich mich ein bisschen zurückgezogen und gearbeitet, was WLANs wegen gut ging, und ja, ich weiß, ich bin nicht die Kernzielgruppe gewesen. Spaß gemacht hat es trotzdem....





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