19.11.07

Mehr als nur Smalltalk

Einerseits hat Twitter und auch beispielsweise Facebook eine wichtige Funktion für die - sagen wir mal - Hygiene in meinen Sozialbezügen, zumal ich, ähnlich wie die nächste Generation ganz selbstverständlich, kaum noch einen Unterschied zwischen on- und offline stafffindendem Smalltalk sehe. Andererseits hat es bereits zu Projekten und zu Neugeschäft geführt. Und mir letzte Woche in einem konkreten privaten Problem geholfen:

Es war schon deutlich nach zehn und ebenso deutlich unter null, als wir im Vorgarten einen kleinen, bewegungslosen Igel entdeckten. Und das ohne ernsthafte Erfahrung in der Frage, was nun zu tun sei. Um die üblichen Verdächtigen anzurufen, war es zu spät, nur noch unsere anverwandten Mitbewohner waren greifbar, was schon mal eine erste Hilfe darstellte. Also hab ich die Frage getwittert und als Umfrage in Facebook gestellt. Parallel natürlich angefangen, im Web nach Ideen zu suchen - vor allem zur Frage, ob wir das Tier aufnehmen sollten oder nicht.

Wunderbar, wie schnell diejenigen, die noch wach waren, geantwortet haben. So kamen wirklich einige Ideen zusammen, die uns sicherer machten, was zu tun sei - so dass wir den Igel guten Gewissens am nächsten Morgen, nachdem er richtig gefressen hatte, wieder in die Freiheit entlassen konnten.

Für mich ein weiteres Beispiel dafür, wie diese merkwürdige Mischung aus "Broadcast" (also der prinzipiellen Sichtbarkeit für jeden) und Intimität (also der faktischen Kommunikation in einem kleineren Schwarm) die eigene Handlungsfähigkeit verändert und - so erlebe ich es - erweitert.

Kommentare:

  1. Also manchmal habe ich schon das Gefühl, zu zerfasern. Entgrenzend nannte es neulich jemand, weil eben auch Nähe (z.B. durch Twitter) entsteht, die man erstmal einordnen muss. Andererseits aber eigentlich die Evolution von Kommunikation mit neuen Mitteln.
    Es ist ja so: Es gibt Gespräche, die führe ich gerne persönlich, andere am liebsten am Telefon. Es gibt Menschen, mit denen mir der Briefkontakt wichtig und wertvoll ist (und wir uns mit jeder anderen Form von Kommunikation schwer tun). Ähnlich nutze ich diesen ganzen digitalen Kram. Meinen Kumpel in Japan erreiche ich am besten per Skype-Messenger (wenn wir grade beide Zeit und Ruhe haben switchen wir auf Voice), andere verfolge ich in ihren Blogs und kommentiere oder begleite sie mit Twitter et vice versa und neulich habe ich mit drei Kollegen gleichzeitig unsere geschlossenen Usergroup in Facebook voll diskutiert. Ist doch toll. Ich hoffe nur, dass mir ab und an der Kopf deshalb wehtut, weil ich neue Bereiche des Gehirns damit stimuliere ...

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  2. Christopher Küttner21.11.07

    haha, schöne geschichte. also den "typisch deutschen netzgegner" möcht' ich sehen, der was gegen igel hat.

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