5.10.07

Zu Hause Sterben



Mir ist klar, was die Diakonie damit sagen will. Und als großer Anhänger davon, die Lebensränder zu Hause zu verbringen (Tertius und Quarta sind beide zu Hause geboren worden, was ich immer wieder machen würde und jeder und jedem nur wärmstens empfehlen kann), teile ich das Anliegen meiner Diakonie.

Aber als ich heute früh auf dem U-Bahnhof das Plakat sah, hab ich schon geschluckt ob meiner ersten Konnotation zum "Dafür setzen wir uns ein"... Oder bin ich pervers?

Kommentare:

  1. Ich hatte dieses Plakat auch gesehen und musste auch innerlich auch schlucken. Hatte kurz gezuckt, ob ich es fotografieren sollte. Es beschäftigt einen schon...

    PS: Liegt es am Alter? Oder am Plakat?

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  2. Puh, du glaubst gar nicht, wie mich dein Kommentar erleichtert - ich dachte schon, ich wäre der einzige, der so ein komisches Gefühl damit hat. Am Alter? Will ich nicht hoffen :-)

    Mein Gedanke ging auch eher in Richtung Armut als in Richtung Pflege...

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  3. Armut? Darauf wäre ich nicht gekommen. Meine Gedanken gingen an drei Sachen: Ans Sterben an sich. Und das es nicht schön ist, alleine im Krankenhaus zu sterben. Für den Sterbenden. Und natürlich, dass wir das Sterben verdrängen.

    Es ist erstaunlich, dass ein so schlichtes Plakat all diese Assoziationen und Gedanken auslöst, Bei dir. Bei mir. Und ich mir sicher bei sehr vielen anderen auch. das Plakat ist brutal offen, direkt und ehrlich. Fast schon obszön in der heutigen Zeit :-)

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  4. Da haben die Plakatmacher die "Ökonomie der Aufmerksamkeit" gut verinnerlicht. Das muss man Ihnen lassen.

    Auch wenn ich der inhaltlichen Botschaft durchaus zustimme, finde ich die Kampagne schon ziemlich grenzwertig. Nicht jeder kann mit solchen Botschaften umgehen.

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  5. Der Matze23.10.07

    Naja - was mich beim zweiten Hinschauen eher zum Schmunzeln bringt, ist die typografische Betonung aufs Sterben (Versalien und starker Farbkontrast) statt auf zu Hause (übliche Groß-Klein-Schreibung und schwacher Kontrast): Der Setzer dieser Werbung sollte sich mal über seinen offensichtlichen Missgriff Gedanken machen und darüber, ob das ein Beispiel für'nen Freudschen Verschreiber werden sollte. ;-)

    Neben der Vermittlung der trotzdem noch gut erkennbaren Aussage, unausweichlichen Sterben einen menschenfreundlichen Rahmen geben zu wollen, werden allein durch die Gestaltung "Konnotationen" (wie von euch beschrieben) provoziert.

    Schönes Beispiel dafür, was Typografie bewirken kann!

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  6. Der Matze23.10.07

    Nachtrag: Ähm ... dass das Sterben (auch) für mich ein schwer auszuhaltendes Thema ist, zeigt sich daran, dass in meinem (vorstehenden) Kommentar sterben verkehrt geschrieben ist (genau wie im Blog-Titel), nämlich als substantiviertes Verb anstatt als Verb (im Deutschen etwas herb: Tun-Wort).

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