31.12.07

Nico hat mal wieder Recht

Wie gut, dass NIco seine Frau nicht mehr nerven wollte, sondern stattdessen das aufgeschrieben hat, was ich denke. Gestern hab ich ja noch versprochen, dass ich selbst keinen Ausblick schreibe. Darum zitiere ich nur zustimmend, ok?
- Die Konvergenz zwischen Desktop, Web und Mobil schreitet weiter voran, mit dem iPhone-SDK und dem 3G-iPhone wird ein weiterer Schritt zur Abnabelung von den Mobile Operators getan werden.
- Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung wird auch 2008 weiterhin ein nahezu unbeachtetes Nischendasein führen.
- Der nächste massive Entwicklungsschub im Mobile-Sektor wird aus Indien und China kommen und auf die Bedürfnisse der Handynutzer in Afrika und Asien ausgerichtet sein, für die das Handy der einzige Computer sein wird, den die Mehrheit der Bevölkerung jemals besitzen wird.
- Widgets werden die Innovation im Web witer vorantreiben, Inhalte werden gekapselt, damit die User sie nutzen können, in welcher Form auch immer und egal auf welcher Plattform.
- HSV wird Deutscher Meister 2008.
Ein paar Gedanken zu 2008 [Lummaland - das Weblog]

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30.12.07

Ein anstrengendes Jahr geht zu Ende

Ein gutes Jahr, alles in allem. Aber ein anstrengendes auch. Meine Liebste hat ihr Referendariat beendet und ist nun Lehrerin, die Kinder werden größer und fordern uns. Zwei Au Pairs und morgen kommt das nächste. Viel gereist. Viel erreicht. Irgendwie ist das Leben wahnsinnig schnell geworden, finde ich.

Meine Höhepunkte neben dem gemeinsamen Urlaub in Italien und dann im Herbst an der Ostsee hängen vor allem mit Social Networks und dem zusammen, was sich da drum rum gruppiert. Zum einen, würde ich auch da drin einordnen, wie ich Twitter schätzen und nutzen gelernt habe. Und zum anderen meine eigenen Gehversuche mit Social Networks (bis hin zum Netzwerk für einen Kunden) und dem Bauen solcher.

Für mich war außerdem spannend und toll, wie ich mit Freunden und Kollegen in anderen Ländern in diesem Jahr immer engeren Kontakt hielt und zusammen lebte und arbeitete. Auch, dass ich hier wieder von Freunden und Kollegen spreche, gehört zu diesen Erfahrungen: Da gibt es Überschneidungen - und immer wieder Kreuzungen. Noch mehr als im Jahr vorher ist mir bewusst gewesen, wie sehr ich es genieße, dass Leben und Arbeit so eng verwoben sind, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte und durfte, dass ich ganz ich sein kann und meistens auch bin.

In dieser Woche, die wir in der Familie ganz ruhig haben angehen lassen, ist mir so klar wie selten gewesen, wie glücklich ich bin - mit meiner Liebsten, mit den vier Kindern, mit den Freunden, mit dem, wofür ich bezahlt werde, mit meinen Kunden und dem, was ich für sie tun darf.

Die beiden einzigen Wünsche, die ich wirklich habe für die kommenden Monate, sind zum einen, dass das Leben hin und wieder einmal ruhiger sein mag, vor allem für die Familie. Und zum anderen, dass wir wieder eine Gemeinde finden, die uns geistlich anspricht und ein Zuhause werden könnte - und in der es am Sonntag parallel zum Gottesdienst ein Angebot für Kinder gibt.

Und mit Prognosen für 2008 halte ich mich wieder zurück. Obwohl ich gespannt bin, was Open Social uns bringen wird. Vor allem beruflich.

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22.12.07

Merry Christmas, gesegnete Weihnachten

I think I will shut down this blog (or at least my blogging) until Dec 27, when the two christmas days here in Germany are over. We will have a lot of familiy and since today I kind of feel like christmas as well. Thanks for joining me this year. Have some nice and quiet days.

Ich denke, ich mache jetzt hier im Blog zu bis nach Weihnachten. Wir werden eine Menge Familiensachen machen un darauf freue ich mich. Inzwischen fühle ich mich sogar halbwegs nach Weihnachten, heute hat das plötzlich begonnen. Fein.

Ich danke euch, dass ihr dieses Jahr hier vorbei geguckt habt - und wünsche euch ein paar gesegnete Tage.

Take care.

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20.12.07

Lesehinweise angesichts freier Tage

Seit langem mal wieder das Bedürfnis, auf zwei Artikel ais der Zeit hinzuweisen, die mir ausnehmend gut gefallen haben - ich hab sie bisher "nur" gehört (auf dem Fahrrad, was ich sehr genieße - ich hab ja ein Zeit-Abo bei audible):
Beides gut, beides lesenswert, beides online. Lesen!

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Human Rights Day

Vor zehn Tagen war Human Rights Day. Ich habe dazu eine besondere Beziehung. Denn 1995, als ich mein Examen machte, haben wir an diesem Tag unsere Klausur in Systematischer Theologie geschrieben - und das Prüfungsamt und das entsprechende Institut haben in einem (seltenen) Anflug von Zeitgefühl in ihrer ganzen Weisheit ein Thema über die theologische Begründung der Menschenrechte gewählt. Was im Übrigens alles andere als trivial und eindeutig ist, aber das ist eine andere Geschichte, die mit der sehr umstrittenen Handhabung des liberalen Toleranzbegriffs zu tun hat.

Am Vorabend des 59. Jahrestages der Deklaration der Allgemeinen Menschenrechte habe ich (im Rahmen einer pro bono Arbeit) als Zuhörer einer Telefonkonferenz mit einem Idol meiner Jugend, zwei anderen Elders und einer Reihe anderer Blogger teilgenommen.
six Global Voices bloggers on different continents participated in a conference call with Desmond Tutu, Mary Robinson, and Graça Machel. You can listen to an audio recording of the conversation here (thanks to Preetam Rai).
Global Voices Online » Happy Human Rights Day

Es war spannend - und bei Solana ist auch ein Link auf den Audiomitschnitt dieses Gesprächs.

Und dann, einen Tag später, sah ich zum ersten Mal das Plakat der neuen Kampagne von Pilsner Urquell (ein Bier, das ich sehr mag btw). Und das hat mich ähnlich stark geärgert wie seinerzeit die Redefreiheit-Kampagne von Eplus. Ich bin nun wirklich nicht zart besaitet. Und ich habe für Anspielungen und Wortspiele und kulturelle Meme sehr viel übrig. Aber mit Werten, die mir so wichtig sind wie Redefreiheit und Menschenwürde - und die zugleich in so vielen Gegenden der Welt, und wirklich nicht nur weit weg, mit Füßen getreten werden - so billig zu spielen, finde ich - ganz ehrlich - schäbig.

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19.12.07

Ich bin beeindruckt von meinem Kind

Wirklich - wer hätte das gedacht: Primus' Band hat ihr erstes selbstgeschriebenes Stück "veröffentlicht", also nicht wirklich, aber dafür doch richtig produziert durch ihren - wie soll man sagen? - Trainer. Die Kinder, alle zwischen 11 und 12 Jahren jung, haben das Stück auch selbst geschrieben und ihrer Band einen Namen gegeben:
Line 24, nach dem Bus, der vor der Musikschule hält...

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17.12.07

Neeee, das ist nix

Ich bin ein großer Freund der Modernisierung meiner Kirche. Und da nahezu uneingeschränkt, was das Erscheinungsbild angeht (und gar nicht, was die sperrige Botschaft angeht, aber das ist ein anderes Thema. Aber - ähnlich wie Lucas von Gwinner - bin ich alles andere als überzeugt von dem Logo, das meine Kirche (ich mein, immerhin war ich da sechs Jahre im Landesparlament und immerhin hab ich in deren publizistischem Werk meine ersten Schritte als Journalist gemacht) nun tragen will.
Und so, wie ich (wiederum) Lucas zustimme, dass es sich der liebe Alfons allzu leicht macht* mit seinem Aufgespieße, überzeugt es mich nicht. Gar nicht. Ich mochte das Schiff mit den sich blähenden Segeln sehr - denn es steht nicht nur für den Norden, sondern auch für das Schiff, das sich Gemeinde nennt. Hier kann ich keine Weiterentwicklung sehen, so sehr das von den Verantwortlichen auch behauptet wird. Mir kommt es - bin hin zu dem ja eher paganen als christlichen Kreuz mit den vier gleichen Seiten - beliebig und geschmäcklerisch vor.

Dabei geht es mir, denn ich bin kein Designmensch, gar nicht mal um das blutleere Gesamtdesign. Sondern viel mehr um das wirklich ärgerliche Aufgeben des wichtigsten Symbols, das unsere Religion (vor allem in der lutherischen Ausprägung) zu bieten hat: Das leere Kreuz, das uns an den Auferstandenen erinnern soll und kann. Das kann dieses alberne Pluszeichen nicht. Denn ein gleichschenkliges Kreuz steht eben nicht für den Foltertod, der vor der Auferstehung notwendig war.

Mich ärgert das wirklich. Ich könnte mich aufregen ohne Ende...

* Update 19.12.:
Hmm. Nach nochmaligem Lesen muss ich zugeben, dass Alfons es sich nicht zu leicht macht, sondern ich (nur) andere Schwerpunkte setze als er. Wir uns sonst wirklich ganz einig sind...

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16.12.07

Alle Jahre wieder

Jedes Jahr stehen wir, wenn wir den Jahresbrief an Familie, Paten und Freunde schreiben und vorbereiten, vor der Frage, wie wir ein halbwegs aktuelles und nicht zu schreckliches Foto beilegen können. Dieses Jahr wird es dieses sein, das ich gerade gemacht habe:

unser Weihnachtsfoto

Es ist immer etwas mühsam, alle vier auf ein Foto zu bannen. Von um die zwanzig gibt es genau eines, auf dem (1) alle die Augen offen haben, (2) diese Augen auf mich gerichtet sind, (3) keiner eine Fratze zieht, (4) niemand sich so stark bewegt, dass er oder sie völlig verwackelt ist und (5) meine bescheidenen Fähigkeiten das Bild nicht komplett versaut haben.

Mehr als ein Schnappschuss soll es nicht sein. Aber mir gefällt das hier insofern auch, weil es neben den Gesichtern auch was davon zeigt, wie die vier jeweils so sind... Alternativ hätten wir auch noch diese Orgelpfeifen gehabt:vier Kinder als Orgelpfeifen

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15.12.07

Sich gepflegt unterhalten

Small talk? Gezwitscher? Sozialkontakte? Irgendwo dazwischen liegt das, was ich gestern abend mit Twitter gemacht hab. Anlass war die Weihnachtsfeier unseres Büros im wilden Osten mit Skifahren und Après Ski. Und als ein Kollege sich am Telefon von seiner Freundin verabschiedete mit Ich ruf dann wieder aus dem Krankenhaus an, war mir klar, was ich twittere. Und daraus hat sich in meiner Abwesenheit ein weiteres Gespräch entwickelt:



Lustig war es, nicht nur dies Gespräch sondern auch das Skifahren. Und skurril hinterher der Teil der Party, bis unser Bus ging - Land ist ja schon anders. Osten ist nochmal ganz speziell. Und die Dauerwellendichte unter jungen Frauen erstaunlich.

13.12.07

Zur Graffschen Webrezeption

Wer aus dem Bahnhofskiosk nur mit Praline, Bild, Frau im Spiegel und Ein Herz für Tiere unter Arm rauskommt, sollte wissen, dass das mehr über ihn als über den Kiosk aussagt.
Vorspeisenplatte » Blog Archive » Jedem sein Web

Dem ist nichts hinzuzufügen, finde ich.

Note to myself:
Wieder regelmäßiger, vor allem aber häufiger, die Kaltmamsell lesen. Weil ihr Blog nun mal zu dem allerbesten gehört, was ins deutschsprachige Internet reingeschrieben wird. Finde ich.

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Reise in die Vergangenheit

Als ich noch zur Schule ging, war meistens irgendwie an meinem Geburtstag Schulkonzert. Und da ich zu den letzten der musikalisch "goldenen" Jahrgängen gehörte, war das immer eine große Sache. Bis heute bin ich mit meinem Musiklehrer befreundet, auch wenn meine älteren Jungs inzwischen auf dieselbe Schule gehen.

Gestern war wieder Schulkonzert, wieder an meinem Geburtstag - und wir waren zum ersten Mal seit Ende der Schulzeit wieder da, denn Secundus singt im Unterstufenchor (bei seiner Klassenlehrerin, mit der ich auch schon zur Schule gegangen bin - wir haben uns im Kurs für das große Latinum kennen gelernt, beim großartigen Lateinlehrer Wüstmann, der gestern vor uns saß mit Frau und den beiden jüngsten seiner vielen Kinder).

Mit jedem Auftritt einer Musikgruppe waren andere Erinnerungen verbunden. Das Orchester war erstaunlich gut in Form, der gemischte Chor bestand teilweise noch aus den gleichen, inzwischen uralten Leuten, die schon alt waren, als ich als Oberstufenschüler im Bass dabei war (und eines der Stücke haben wir auch schon immer gesungen, was aber klar ist, denn es ist ja nun mal eines der effektvollsten Stücke für Chor und Solo in der Weihnachtszeit: Peter Cornelius, Drei Könige).

Und erst die Big Band der Schule: Mein Freund Hanno und ich haben die damals, ein Jahr vor dem Abitur, gegründet - und es ist toll zu erleben, wie sich dieses eigene Baby entwickelt hat.

Heute als Vater wieder an der Schule zu sein, war am Anfang komisch. Aber gerade die Konzerte, die für mich immer einer der Höhepunkte des Jahres waren, sind eine schöne Reise in die Vergangenheit. Die alte Musikgang aus Schülern, Eltern und Lehrern ist inzwischen wirklich alt, aber noch da.
Nur etwas erschreckend, wie wenige der jüngeren Lehrerinnen und Lehrer zum Zuhören kommen. Irgendwie absurd aber bezeichnend, dass von den Lehrern "unserer Generation", also unseren alten Lehrern weit mehr da waren als von den aktuellen....

Es ist wieder ein Stück zu Hause.
Wirklich.
Und Secundus hat schön gesungen.

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9.12.07

de als chinesische Domain

By the way — the domain name is smart. “De” in Chinese is “of”, but this time, they’re using “de” as a bit of a “meaningless ending” — but one that every local uses. (I know it’s not easy to explain in the Anglican tongue. Just know that a lot of folks speak that way in the PRC!) So that’s why, TLD-wise, it may look a bit German… it’s actually not…
blognation China » Blog Archive » Mind the Gap Saturday: Jiwai.de or Twitter?

In blognation China bin ich (durch den Tweet von Isaac Mao) auf diese lustige Art gekommen, mit einer .de Domain zu spielen. Erinnert mich an das .nu in Schweden oder - immer noch brillant - an das .sh für Schläfrig-Holstein (beispielsweise bei Klaus Müller, mueller.sh)...

Ohne dass ich ein einziges Zeichen verstünde, ist es spannend, oder?

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7.12.07

Lebenswege

Ich bin mir immer nich so sicher, was ich von den Lebensgeschichten glauben soll, die mir Taxifahrer erzählen. Aber im Grunde ist es ja auch egal, oder? Es kommt auf die Geschichte an (womit ich mal wieder auf mein großes Thema storytelling komme, das auch in meinem Buch übers Verkaufen so eine große Rolle spielte). Diese Woche jedenfalls hatte ich die spannendste Geschichte seit langem...

Wir kamen auf Zugverspätungen (ich war überrascht, wie oft Züge pünktlich sind, meiner beispielsweise gerade kam auf die Minute pünktlich aus Wien) - und er eröffnete mir, dass er früher lokführer gewesen sei. ICE sogar. Und aufgehört habe am Tag nach Eschede.

"Das wäre eigentlich mein Zug gewesen", erzählte er mir: "Ich hatte mit einem Kollegen getauscht, an sich war ich auf diesem Zug eingeteilt." Am Abend habe er dann zu seiner Frau gesagt, er höre auf. "Mein Glück wollte ich noch weiter provozieren. Mehr kann man in einem Leben nicht haben".

Er wurde Taxifahrer und heute hat er nicht nur sechs Wagen laufen, sondern verdient auch mehr als das Dreifache von damals. Er wirkte glücklich und entspannt auf mich. Und faszinierend. Und fuhr nur 60.

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2.12.07

Den Wind in der Mähne

Es war nahezu gefährlich - denn bei Islandpferden ist es wie mit Vianne in diesem tollen Film Chocolat: Wenn der (Nord-) Wind in die Mähne fährt, wollen sie laufen, laufen, laufen...

Bei Wind in der Bahn

Und so war es für Secundus und meine Liebste durchaus ambitioniert, gerade gestern mit Perla arbeiten zu wollen. Dafür haben wir gesehen, was für wunderbare ausladende Bewegungen sie im Tölt und im Galopp zeigt. Mit ihr werden die beiden (und irgendwann auch Tertius und ich) ihre Freude haben....

Vier Adventskalender

Wie jedes Jahr - ich finde es immer wieder wunderbar:

vier Adventskalender

Und wenn dann die Kinder morgens das entsprechende Säckchen plündern und begeistert sind, dann merken wir, dass wir nicht alles falsch gemacht haben - denn sie können sich auch noch über eine kleine Süßigkeit freuen.

Mal sehen, ob die Adventszeit dieses Jahr auch hin und wieder ein kleines bisschen besinnlich wird...

26.11.07

Unser Pferd

Nun ist es uns - und wir freuen uns riesig. Ein tolles Pferd mit einem feinen Charakter, groß, schwarz, sensibel - und Secundus sieht toll drauf aus. Und nicht nur er.

25.11.07

Nach jedem guten Essen



... gehört es sich eigentlich, einen ebenso guten Schnaps zu genießen. Einen. Nicht mehr. Und weil unser Hauswodka leer ist, der gute polnische mir heute nicht zusagte, und Nico nach einem verlangte, wenn ich dem auch nicht so richtig nachkommen konnte - hier ist der Aquavit, der ans Ende des heutigen Fisches gehörte: Ein netter Jule Akvavit von Aalborg aus dem vergangenen Jahr...

19.11.07

Mehr als nur Smalltalk

Einerseits hat Twitter und auch beispielsweise Facebook eine wichtige Funktion für die - sagen wir mal - Hygiene in meinen Sozialbezügen, zumal ich, ähnlich wie die nächste Generation ganz selbstverständlich, kaum noch einen Unterschied zwischen on- und offline stafffindendem Smalltalk sehe. Andererseits hat es bereits zu Projekten und zu Neugeschäft geführt. Und mir letzte Woche in einem konkreten privaten Problem geholfen:

Es war schon deutlich nach zehn und ebenso deutlich unter null, als wir im Vorgarten einen kleinen, bewegungslosen Igel entdeckten. Und das ohne ernsthafte Erfahrung in der Frage, was nun zu tun sei. Um die üblichen Verdächtigen anzurufen, war es zu spät, nur noch unsere anverwandten Mitbewohner waren greifbar, was schon mal eine erste Hilfe darstellte. Also hab ich die Frage getwittert und als Umfrage in Facebook gestellt. Parallel natürlich angefangen, im Web nach Ideen zu suchen - vor allem zur Frage, ob wir das Tier aufnehmen sollten oder nicht.

Wunderbar, wie schnell diejenigen, die noch wach waren, geantwortet haben. So kamen wirklich einige Ideen zusammen, die uns sicherer machten, was zu tun sei - so dass wir den Igel guten Gewissens am nächsten Morgen, nachdem er richtig gefressen hatte, wieder in die Freiheit entlassen konnten.

Für mich ein weiteres Beispiel dafür, wie diese merkwürdige Mischung aus "Broadcast" (also der prinzipiellen Sichtbarkeit für jeden) und Intimität (also der faktischen Kommunikation in einem kleineren Schwarm) die eigene Handlungsfähigkeit verändert und - so erlebe ich es - erweitert.

13.11.07

Prioritäten. Respekt!

Ich mag den Münte. Und zwar schon immer. Er verkörpert alles, was ich an der alten Tante SPD mag:
Pflichtbewusstsein.
Bescheidenheit.
Askese.
Überzeugung.
Starrköpfigkeit.

Und ich finde ihn witzig.
Höre ihn sogar gerne reden.

Heute hat er meinen ganz besonderen Respekt verdient. Ich hab es zuerst in Nicos Twitterstrom gelesen.
(Wie so oft über twitter, ja, wirklich - es ist eine mir wichtige Nachrichtenquelle geworden, gefiltert durch Freunde bekomme ich vieles schneller mit als früher.)
Dass Münte nun wirklich seine Prioritäten neu setzt und sich - so klingt es - ganz seiner kranken Frau widmen wird, finde ich toll. Und das macht seinen Verlust für die Politik nur noch schmerzlicher.

Es ist die Tragik solcher Entscheidungen, dass fast immer die falschen sie treffen (müssen). Dass die, die man weniger vermissen würde, sich genau so in so einer Situation nicht entscheiden würden.

Viel Kraft und alles Gute, Münte.

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11.11.07

Wochenendende



Gestern ein langer Tag draußen (glücklicherweise - heute war ja, wie jedes Jahr zwischen dem 10. und dem 15. November der erste Schneetag in Hamburg), den Garten winterfest machen, noch einmal den Rasen mähen, Laub einsammeln und so.

Heute dann Familienfeier bei uns, obwohl wir nicht "betroffen" waren. Aber es war auch nett und nicht nur anstrengend...

Dass ein italienischer Freund meine Weinwahl für heute abend gutheißt, freut mich. Also noch schnell die Kinder ins Bett und dann die Füße hochlegen.

9.11.07

Wenn der Elternwille politisch nicht opportun ist....

Eine urkomische Episode im ewigen Kampf der Hamburger CDU mit ihrem Demokratieverständnis hat sich am Mittwoch auf der Website ihrer Bürgerschaftsfraktion abgespielt.



Nach wenigen Stunden wurde die Umfrage vom Netz genommen. Warum nur?

Screenshot im Original und Beitrag hier:
Eine Schule für alle » Blog Archiv » Umfrage zur “Einheitsschule” macht Angst…

Ein dunkler Tag für dieses Land

Wie gut, dass ich noch nicht gefrühstückt hatte, als ich die Hackfresse von Cherno Jobatey im Morgenmagazin sah, wo er ungefähr sagte (ich hatte eine Zahnbürte im Mund und keinen Stift zur Hand, darum nur ungefähr): Heute ist ja ein großes Datum in unserer Geschichte. Erst 1938 die Reichspogromnacht und dann 1989 der Fall der Mauer. Wie peinlich ihm diese bekloppte Aussage war, wurde deutlich, als er zwei weitere Male, bevor ich in den Frühstücksraum ging, auf das Verbrechen von 38 als Verbrechen hinwies. Trotzdem geht so was gar nicht - wenn es darauf ankommt, stößt der der heiterste Wecker der Nation (FAZ) einfach an seine Grenzen.

Und dann wird ausgerechnet am Jahrestag, der wie kaum ein anderer eben auch für Freiheit und den Anfang vom Ende des Spitzelstaates steht, der Spitzelstaat 2.0 beschlossen. Da hatte ich schon gegessen und konnte nur schwer an mich halten, weil ich mich professionell verhalten musste im Workshop mit einem Kunden. netzpolitik.org dokumentiert das Ergebnis der Abstimmung:
Die Vorratsdatenspeicherung wurde im Bundestag beschlossen. Hier gibt es das Abstimmungsverhalten:

Gesamt: 524
Ja: 366
Nein: 156
Enthaltungen: 2
und skizziert das weitere Vorgehen. Sicher, ich denke auch, dass das Gesetz nicht durchs Verfassungsgericht kommt. Aber dennoch ist dies ein dunkler Tag für unser Land. Und ein sehr dunkler für die SPD, bei der nur 7 (SIEBEN!!!!) Abgeordnete den Mumm hatten, die Freiheit verteidigen zu wollen. Wie skandierten meine anarchistischen und maxistischen Freunde immer, als ich noch in der SPD war (und erstmals nach den Petersberger Beschlüssen 1992 austrat, einem ähnlichen Desaster):

Wer hat uns verraten?
Sozialdemokraten.


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8.11.07

Das ist mal ein sinnvolles Seminar



Ich bin in Bonn und gebe einen Workshop für einen Kunden. Im selben Seminarhaus ist auch die Telekom mit einer Veranstaltung heute. Titel: "Kunde sein".

Ich finde es gut, dass die Telekom inzwischen ihren Kunden erklärt, wie sie als Kunden sein sollten. Das macht es doch für beide Seiten viel einfacher. Schade, dass ich da nicht mal Mäuschen sein kann. Vielleicht hülfe es mir ja auch in der Beziehung zu meinem Telefondingensanbieter.

4.11.07

Wochenendlieblingsbeschäftigung



Das Bild hier war ja nun wirklich noch nachzutragen: Die Lasagnesauce steht auf dem Herd, hin und wieder muss noch etwas von dem Barbera d'Asti nachgegossen werden. Und der Rest dann später in die Gläser.

Neben Scholle (ja wirklich!) ist dies ja das Essen, das wenigstens bei allen in unserer Familie auf große Gegenliebe stößt. Warum machen wir es dann (genau wie Scholle) eigentlich so selten???

2.11.07

Diskussionen in der eigenen Partei

Der beginnende Wahlkampf in Hamburg macht manche Parteifreunde nervös. Im Kreisverband der Grünen, zu dem ich gehöre, wird seit Wochen teilweise erbittert diskutiert - und das Flügelschlagen, von dem ich immer dachte, es wäre längst vorbei, scheint noch mal auf.

Spannenderweise hat es viel damit zu tun, dass die so genannte "Linke", die ich für reaktionär halte, aber das ist noch mal ein anderes Thema, so ein bisschen wie die Schlange ist, vor der manche Grüne kaninchengleich sitzen. Was mich mehr amüsiert als ängstigt. Ist das bei euch eigentlich an der Basis auch so, Nico?

Meine Position dazu beschreibe ich etwa so:

B90/Grüne haben sich politisch in den letzten zehn Jahren durchaus entwickelt. Ich finde, zu ihrem Vorteil. Und ihr freiheitliches Verständnis von Demokratie, auch geprägt vom Erbe, das B90 mit in die Ehe gebracht hat, sucht in Deutschland seinesgleichen. Die Programmatik, die B90/Grüne in den letzten Jahren entwickelt haben, mag nicht bis zu allen (westdeutschen Großstadt-) Grünen durchgedrungen sein - aber es gibt sie. In dem Zusammenhang ist die aufgeregte Diskussion vor der letzten Bundestagswahl interessant gewesen, als bei manchen Grünen der Wahl-o-mat nahegelgt hatte, sie seien Linke-Wähler. Dass also auf der rein rationalen Ebene (nur das Parteiprogramm und nicht noch die Kultur und die emotionale Präferenz) gerade langjährige Aktive die Weiterentwicklung der Partei nicht mitvollzogen hatten.

Inzwischen diskutieren manchen von diesen dann darüber, ob es nicht in vielen Punkten Schnittmengen mit der so genannten Linken gebe. In Bezug auf das Demokratieverständnis beispielsweise sehe ich das nicht oder zumindest nicht in wesentlichen Punkten. Während die B90/Grüne inzwischen - das war nicht immer so - bei einem freiheitlichen bis ultraliberalen Demokratieverständnis angekommen sind, sehe ich überwiegend paternalistische Positionen bei den so
genannten Linken.

Die große Schwierigkeit, die ich sehe, ist, dass die Grünen in Hamburg es schaffen müssen, den Spagat zwischen langjährigen, in einem politischen Milieu verwurzelten Aktiven einerseits und einer liberalen Wählerschaft andererseits zu schaffen. Denn signifikante Wahlergebnisse in Gegenden wie Rahlstedt, wo ich lebe, und den Walddörfern, in denen ich lange gelebt habe, sind eben auch notwendig, wenn wir einen Politikwechsel mitgestalten wollen. Möglicherweise wird auch das Häufeln der Stimmen - wir wählen ja erstmals nach einem neuen und komplexeren Verfahren - bei dem einen oder der anderen Kandidatin zu spannenden Ergebnissen führen....

Sehr kontrovers wird bei den Grünen diskutiert, ob es angemessen gewesen ist, die so genannten Linken als nicht satisfakkoalitionsfähig einzustufen. Ich persönlich bin kein strikter Gegner einer Koalition mit jeder anderen Partei, wenn unsere Kernpunkte durchgesetzt werden - und die Beispiele Schill und (in Bezug auf die so genannte Linke) Mecklenburg zeigen ja auch, dass die Entzauberung gut funktionieren kann.

Ich erlebe in den Milieus, in denen ich mich bewege, dass die Wahlentscheidung heute für viele zwischen FDP und Grünen fällt. Überwiegend zugunsten der Grünen. Glücklicherweise. Im Marketing nennt man diese Milieus zurzeit gerade die LOHAS - Leute, die eine tendenziell hedonistische (bohemienartige) Lebenshaltung haben und denen Werte wie Gerechtigkeit, Umwelt, Ethik dabei zentral wichtig sind.

Etwas holzschnittartig:
In diesen Milieus ist die so genannte Linke so akzeptabel wie eine Mitgliedschaft in der IG Metall. Eine Kuschelpolitik mit dieser als reaktionär erlebten Splittergruppe treibt sie in die Arme der FDP, die sich sicher freuen wird. Dass eine Koalition mit einer der konservativen Parteien (CDU oder SPD) nötig sein wird, ist dann notgedrungen akzeptabel. *seufz*

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30.10.07

Teufelszeug

Ja, ich weiß - für Katholiken mag es kaum einen Unterschied machen, weil beides Teufelszeug ist. Aber für uns Evangelen, erst Recht für einen orthodoxen Lutheraner wie mich, ist morgen nicht etwa dieser komische irische Totentanzdingens sondern Reformationstag. Zwar haben wir nicht mehr frei und ich bin auch stressig unterwegs, aber es ist doch immerhin der 490ste Jahrestag des faktischen Auftakts zur Reformation.

Aber weil ich zwar Fundamentalist bin aber nicht weltfremd, dürfen meine Jungs (naja, die beiden großen zumindest) trotzdem auf die Partys gehen, die die Heiden rund um diesen anderen Kommerzkram veranstalten. Sagen, was wir davon halten (also nicht von ihrem Partygehen sondern vom Anlass der Party), tun wir dennoch.

29.10.07

Da hab ich was Eigenes

Es war ein Schock, zu hören, dass Evelyn Hamann heute Nacht gestorben ist (und auch noch gleich den heute obligatorischen Link auf denwesten untergebracht. Ha). Ich finde sie immer noch großartig.

Und manches ist ja in meiner Generation derart Allgemeingut geworden, dass es zum aktiven und passiven Sprachschatz sicher nicht nur meiner Peergroup gehört. Jodeldiplom. Da hab ich was eigenes. Auch wenn der Sketch selbst irgendwie unvertraut war, als ich ihn eben sah.


Link: sevenload.com

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27.10.07

Danke, Joanne!



Ich bin ihr wirklich dankbar. Auch meine Jungs haben dank Joanne K. Rowling gelernt, dicke Bücher zu lesen. Aber nicht nur das: Zum ersten Mal seit Wochen sind die beiden Großen seit mehreren Stunden friedlich in einem Raum. Einer ist schon ganz heiser.

26.10.07

Jane Austen

Nachdem ich jahrelang Jane Austen lesen wollte, nachdem sie in der modernen Adaption (E-Mail für dich) ihres großen Liebesromans (Stolz und Vorurteil) eine so tragende Rolle spielt, bin ich dann vor einiger Zeit wirklich in ihre Welt eingetaucht. Ich liebe ihre Romane, soweit ich sie gelesen habe. Gerade bin ich dabei, Northanger Abbey zu lesen, was mir etwas schwer fiel am Anfang, weil es ein nahezu moderner Roman ist mit seiner aus ihrer Rolle heraustretenden Erzählerin und der überbetonten Ironie, die teilweise ins Klamaukhafte abgleitet (und mich dennoch oft kichern lässt).

Und für vegetarische Abende wählen wir immer häufiger die eine oder andere der Verfilmungen ihrer Romane, die wir inzwischen angesammelt haben. Während also gestern irgendwie alle eine langweilige Latenightshow gesehen oder erlitten haben, traf ich die bessere Wahl - und habe wieder einmal Persuasion gesehen. Was als Film von ein, zwei Ungereimtheiten abgesehen sehr annehmbar ist. Und was ich immer und immer wieder sehen kann.

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24.10.07

Suchen mal wieder ein Au Pair

Immer wieder spannend ist die Suche nach einem neuen Au Pair. Bisher hatten wir ja Glück, beide Male. Und nun suchen wir für irgendwannn zwischen jetzt und Weihnachten eine Nachfolgerin für unsere aktuelle Au Pair, die leider nicht bleiben kann, so sehr wir es uns wünschen würden.

Es ist immer interessant zu erleben, wie sich die Kinder auf eine neue nahezu Erwachsene im Haushalt einstellen, ob sie sie eher als "Tante" oder "große Schwester" sehen, ob sie sie mögen und umgekehrt. Vier Kinder sind ja auch für eine junge Frau eine große Heruasforderung.

Dennoch: Wenn jemand von euch eine kennt, die zu uns kommen mag (Deutschkenntnisse sind uns wichtig, der kleinen Kinder wegen) - mailt mir bitte, ja?

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22.10.07

Hansapark bei Nacht



Das macht Spaß: Im Dunkeln in den Hansapark, alles voller Lichter. Und dann noch die Lichterparade und das Feuerwerk. Lustig fand ich vor allem das Rio Dorado mit dem Blick über die dunkle Lübecker Bucht. Morgen werden wir es noch mal versuchen, dann etwas eher, damit noch mehr Geräte offen sind. (Jahreskarte sei Dank....)

21.10.07

ein Lebenszeichen aus dem Urlaub

OK, wenigstens ein kurzes Lebenszeichen aus dem Urlaub, den wir an der Ostsee verbringen. Und weil ein WLAN erreichbar ist, lade ich hin und wieder Fotos hoch. Mensch, was haben wir ein Glück mit dem Wetter...

Slideshow erstellen, Fotos kostenlos uploaden make your own slideshow view all photos

11.10.07

so wie alle

mach ich dann auch mal den Test, was ich denn sei. Und komischerweise stimmt das auch bei mir.

Egoload - Innovativer Denker


via - wie alle anderen es schreiben - alle anderen Blogs...

8.10.07

Blacky ist zurück



Zwei Tage war bei uns zu Hause helle Aufregung: Als wir aus der Rhön kamen, hatte Secundus' Hamster die Tür seines terrariumartigen Stalls geöffnet und war weg.

Dass B berichten konnte, dass ihr eigener Hamster vor hunderten von Jahren mal eine Woche im Heizungskeller überlebt hatte, war nur ein kleiner Trost.

Heute abend ist er dann wieder aufgetaucht - ich saß mit den Großen in Primus' Zimmer, als er reinmarschierte, kurz den Kopf hob - und schnell wieder die Biege machte. Aber nun sitzt er wieder im Stall. Und die Kinder sind langsam im Bett.

Folgen von Robustkinderhaltung



Was ich an Familientreffen unter anderem sehr mag: Das Insbettgehen ist kein Problem - die Kinder gehen einfach dann, wenn sie nicht mehr stehen oder sitzen können. Selten gibt es so wenige Proteste, wie mit Kindern, die es fast nicht mehr ins Bett schaffen.

Wir nennen das, was wir auf Familientreffen machen, in Anlehnung an die Art, wie wir Pferde halten, "Robustkinderhaltung" - und das meint, dass sie im Grunde machen, was sie wollen, sie werden schon gegenseitig dafür sorgen, dass es in Ordnung ist.

Eine Folge ist dann, dass die Heimfahrt insofern entspannter ist, als ein bisschen Schlaf nachgeholt wird.

5.10.07

Zu Hause Sterben



Mir ist klar, was die Diakonie damit sagen will. Und als großer Anhänger davon, die Lebensränder zu Hause zu verbringen (Tertius und Quarta sind beide zu Hause geboren worden, was ich immer wieder machen würde und jeder und jedem nur wärmstens empfehlen kann), teile ich das Anliegen meiner Diakonie.

Aber als ich heute früh auf dem U-Bahnhof das Plakat sah, hab ich schon geschluckt ob meiner ersten Konnotation zum "Dafür setzen wir uns ein"... Oder bin ich pervers?

4.10.07

Eine Einstellung zur Sonderbehandlung entarteter Entlausung

Es gibt ja den Rechtsgrundsatz Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Und den mag man doof finden, er gilt nun mal. Ähnlich ist es mit der LTI, der Lingua Tertii Imperii. Obwohl es schon vor der LTI übliche Rhetorik des Rassismus und des Anijudaismus war, Vergleiche aus der Schädlingsbekämpfung zu verwenden.

Aber wer auch nur in Spuren Bildung genossen hat, in der Sprache sensibel behandelt wurde, wird Worte wie "Sonderbehandlung", "Entartung" und "Entlausung" nicht ungebrochen verwenden. Meine Ablehnung des Wortes "Einstellung", das in seiner heutigen Bedeutung (und mechanistischen Verballhornung von Haltung) ebenfalls durch die LTI eingeführt wurde, ist zwar konsequent, - aber ich bin bereit, den Gebrauch dieses Wortes zu verzeihnen. Den der anderen nicht. Und wenn Josef Schmid sich so rausredet, wie ihn Spon im Artikel Der ahnungslose Herr Schmid indirekt zitiert:
Ihm sei nicht klar gewesen, dass der Begriff von der Entlausung als Ruf nach der Vernichtung des politischen Gegners verstanden oder mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht werden könne.
Wenn er sich so rausredet, dann ist das für mich der eigentliche Skandal. Dass ein Mann ohne Sprachgefühl und ohne Bildung (von Haltung mal ganz zu schweigen) sich anschickt, Bürgermeister in München werden zu wollen, ist mir völlig unverständlich - und hätte ich nicht mal der CSU zugetraut.

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Free Burma


Free Burma!


Dass ich dazu bisher nichts gesagt habe, liegt daran, dass ich voller Entsetzen und sprachlos davor stehe. Aber heute ist weltweiter Blogger-Free-Burma-Day. Und ich mache mit, weil es mir wirklich ein Anliegen ist. Bitte unterschreibt auch die Petition!



Free Burma! Petition


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3.10.07

dritter Oktober

Was für ein zufälliger Zufall, dass ich gerade gestern meiner impertinenten Gleichgültigkeit der deutschen Einheit gegenüber einen Beitrag gewidmet hatte. Denn es ist ja wirklich so, dass mir dieser Feiertag gerade jetzt, wo wir alle angeschlagen sind, sehr zu Pass kam, aber ich mit ihm nichts verbinde.

Dabei weiß ich noch genau, wie ich ihn damals vor 17 Jahren erlebt habe:

Ich war auf einer Sommerakademie der Studienstiftung des deutschen Volkes in Molveno im Trentino. Und nahezu allen von uns, so unterschiedlich wir waren (wir hatten im Grunde kaum mehr gemeinsam als dass man uns allen immer wieder erzählte, dass wir die kommende Elite dieses Landes seien), ging die Feier und das Feuerwerk daheim am Allerwertesten vorbei. Wir saßen am Ufer des Sees und hatten ein paar Flaschen Hauswein und etwas Grappa dabei, vielleicht waren wir an dem Abend auch oben auf der Hotelterrasse geblieben. Einige von uns Jungs haben Barbershop geprobt. Es waren zwei tolle Wochen.

Was ich witzig finde, ist, dass auch die wenigen Teilnehmer aus der DDR (als wir losfuhren, gab es die ja noch) da nicht euphorischer waren. Im Gegenteil, kam es mir sogar vor.

Heute haben wir nun ganz standesgemäß auf dem Fahrrad in einem Naherholungsgebiet verbracht, dass wir der deutschen Einheit verdanken - denn der Truppenübungsplatz Höltigbaum war ja nun nicht mehr nötig.



Die Pause hat Quarta verschlafen. Und Tertius war gar nicht erst dabei, sondern mit einem Freund unterwegs. Und abends dann Vacherin aus dem Ofen mit selbst gebackenem Baguette und ein paar Pfifferlingen. Nun aber Sauna...

2.10.07

Vorurteile

Im Grunde telefoniere ich recht gerne mit Callcentern. Ja, wirklich - denn ich finde es spannend, zu sehen, wie die ausgebildet sind und welche Methode die anwenden. Dafür habe ich selbst ja genug Telefontraining und Verkaufschulungen genossen (auch wenn ich von den meisten nichts halte). Und Stimmbildung erlebt in meiner Radiozeit.

Aber dann ertappe ich mich dabei, wie stark meine Vorurteile mein Verhalten beeinflussen, wenn ich ein Callcenter am Rohr habe. Und das macht mich nachdenklich, ob die Strategie, mit den Callcentern in strukturschwache Ecken dieses Landes zu gehen, so schlau war. So wie in globalem Maßstab die ersten Unternehmen ihre Servicecenter wieder aus Indien abziehen.

Da ist einerseits Lands' End, wo ich hin und wieder recht gerne einkaufe, immer per Telefon. Die haben alles im Saarland. Finde ich sympathisch (auch wenn ich damit sicher in der Minderheit bin). Erinnert mich immer an den Teil von Bs Familie, der da lebt. Aber: Man hört bei jeder der netten Frauen im Callcenter, dass es Saarland ist. Ich hab noch nie erlebt, dass da jemand hochdeutsch sprach. Aber das störte mich auch noch nie.

Anders ist es mit den Callcentern von Bertelsmann.
Selbst schuld, kann man sagen, dass wir irgendwie immer noch in deren Datei als Kunden geführt werden, aber um uns nicht als Kunden zu verlieren, hat der Buchclub uns zugestanden, dass wir einerseits keine Versandkosten mehr zahlen (was ohnehin ein Anachronismus ist, mit dem sie unbedarfte Kunden belästigen) und andererseits auch nicht mehr mindestens einmal im Quartal bestellen müssen.
Aber deren Callcenter! Die machen mich, so sehr es mich als liberalen, aufgeklärten Geist schmerzt, das zu sagen, aggressiv. Da würde ich nie was kaufen, schon weil ich ihren Tonfall nicht ertrage. Diese Mischung aus sächsisch und berlinerisch.

Seit Jahren überlege ich, was das bedeutet. Und seit Jahren versuche ich, diese Vorurteile, die ja aus der Ablehnung des Dialekts sprechen, abzulegen. Es gelingt mir nicht.

27.9.07

Ole von Beust hält mich für dumm

Ich habe einen Brief (pdf, 44 kb) von dem Privatmann Ole von Beust bekommen, der angeblich genau im selben Haus wohnt wie die Hamburger CDU. Lustig oder?

Und in diesem sagt er sinngemäß:
Lieber Herr Haltungsturner,
tut mir leid, aber Sie sind echt so dumm, dass ich Ihnen einfach mal einen vom Pferd erzählen werde, denn das werden sie nicht merken.
Ihr Ole
Die entscheidende Passage habe ich mir mal markiert:



Ich habe mir die Mühe gemacht, einmal nachzurechnen, ob das stimmt. Denn Oles Argument ist zwar schon demokratietheoretischer - tschuldigung - Schwachsinn (denn wer sich enthält, ist einverstanden, dass die Mehrheit entscheidet und im Gesetzentwurf der Initiative für mehr Demokratie wird selbstverständlich auch weiterhin vorausgesetzt, dass zwei Drittel die Verfassung ändern können und nicht weniger). Aber darüber hinaus auch noch falsch. Gerade er als Jurist sollte vorsichtig sein, finde ich, bevor er mit "Argumenten" kommt, die verdammt dicht an einer Lüge sind...

Also: Wie ist es zurzeit?

Zwei Drittel der Abgeordneten im Parlament können die Verfassung ändern. Das ist auch gut so, denn er verhindert, dass mit einfacher Mehrheit an der Verfassung rumgespielt wird. Wenn wir uns angucken, was zwei Drittel der Abgeordneten bedeuten, dann zeigt sich dieses Bild:

CDU und Grüne haben zusammen fast genau zwei Drittel aller Abgeordneten in der Hamburger Bürgerschaft. Die haben sie mit zusammen 490.397 Stimmen bei der letzten Wahl erreicht. Bei dieser Wahl gab es 1.214.935 Wahlberechtigte. Eine verfassungsändernde Mehrheit wird also mit 40,3% aller Wahlberechtigten erreicht. Das ist natürlich, lieber Ole, signifikant anders als die 35%, die der Volksentscheid vorschlägt. Super.

Und wenn man dann noch die Zahl in den Raum wirft, mit der völlig unseriös die CDU und ihr Frontmann Ole operieren - die 1.750.000 Menschen, die in Hamburg leben, dann bleiben sogar nur noch 28% übrig.

Lieber Ole, wenn du mir wirklich erzählen willst, dass es "demokratischer" sei, wenn die von 28% aller Hamburger gewählten Abgeordneten die Verfassung ändern, als wenn das zwei Drittel der Wähler tun, die sich an der Wahl beteiligen, wenn diese zwei Drittel mindestens 35% der Wahlberechtigten sind - dann hältst du mich entweder für dumm. Oder bist es selbst.

26.9.07

Identifikation mit dem Arbeitgeber

Eine Thema, das sich immer wieder durch meine Workshops und durch (Podiums-) Diskussionen zieht, ist die Sorge, ob und wie Mitarbeiter, die beispielsweise bloggen, sich über ihr Unternehmen äußern werden. Mein Ansatz ist dann ja oft, die Frage zu stellen, ob das denn wirklich zu erwarten sei - und ob das dann nicht bedeute, dass die Firma ein ganz anderes Problem hat als dieses...

Heute auf der Rückfahrt aus Westfalen (ich war Profiteur des Bombenalarms und der Sperrung, weil ich so im viereinhalb Stunden verspäteten IC überpünktlich in Hannover war und einen Zug früher nach Hause bekam) dann ein Erlebnis mit einem Bahnangestellten, der mit hübschem, leicht zynischem Humor auf die Nachrichtenlage des Vortages reagierte:

Auf die Frage meiner Nebenfrau, ob er ihre Fahrkarte noch mal sehen wollte, antwortete er fröhlich: "Na klar, dafür komme ich doch hier viermal auf dieser Strecke vorbei und bekomme mein riesiges Gehalt". Und schon ergab sich ein nettes und mit ihm solidarisches Gespräch mit etlichen Mitreisenden...

Nun Sauna. Und morgen wieder Büro.

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21.9.07

Warum manche manchmal weniger bloggen

...erklärte Hugh MacLeod schon Mitte August erschöpfend (ich kam heute drauf, weil ich zwar scheiße krank im Bett bin, aber doch einmal das Macbook öffnete und über den Eintrag meines Kollegen Guillaume stolperte). Sehr gelacht vor Zustimmung habe ich über diesen Punkt:

gapingvoid: "cartoons drawn on the back of business cards": why we're all blogging less
Believe it or not, some of us have better things to do than to be continually justifying ourselves to a crowd of passive-aggressive, self-loathing, loser fucktards. Thankfully these folk are a minority, but their one skill-set in life seems to be in the less-than-noble art of "using up too much oxygen". Which makes "Engaging in The Conversation" a lot less appealing for the others. Life is short.

20.9.07

Besoffen

Wie gut, dass ich keine Vorurteile gegenüber Bayern habe. Sonst würde ich Paulis Äußerungen nur mit Vollsuff erklären können. Mannmannmann - und so eine wurde letztes Jahr noch für ihr PR-Gespür gelobt (finde gerade den entsprechenden Link nicht mehr wieder). Indirekte Rede aufgrund von Agenturmaterial im SpON-Artikel Pauli will Ehen auf sieben Jahre befristen:
Sie betonte, eine Ehe sei nicht dazu da, Sicherheit zu bieten. Vielmehr gehe es dabei darum, die Liebe zweier Menschen zu dokumentieren.
Allein das schon ist ja wohl der totale Quark. Wie sagte mein Lieblingsprofessor (selbst Serienmonogamist) doch immer?
Das Elend begann mit der Liebesheirat.
OK, das gehörte in einen bestimmten Zusammenhang, schließlich ist er Kirchenhistoriker. Aber wenn der Schock über diesen Satz sich gelegt hat, stimmt er.

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18.9.07

Rettet die Verfassung

Ich habe mich richtig gefreut, als ich am Wochenende, auf dem Weg zu den Hamburger Vierkampfmeisterschaften mit Secundus, die Plakate sah:


Hat sich die CDU in Hamburg, die hinter diesen Plakaten steckt, etwa dazu durchgerungen, für die Ablösung Schäubles zu sein und das gar zu plakatieren? Im Vorfeld der Demo am Sonnabend vielleicht? Cool, dachte ich.

Leider ist es aber nicht so, sondern die CDU-Bürgerschaftsfraktion meint mit diesem Satz, dass sie gerne positiv sanktioniert haben möchte, dass sie sich über die Volksgesetzgebung hinweggesetzt hat. Das ist, im Grunde, eine rhetorische Meisterleistung - denn mit Scheinargumenten, die dazu noch latent dämagogisch daherkommen, wird verschleiert, dass genau diese Fraktion sehr lax mit den in der Verfassung verbrieften Rechten des Volksenscheids umgeht (siehe Krankenhausverkauf, Wahlrecht und Volksgesetzgebung). Solche Formulierungen auf der entsprechenden Website sind bis in die Wortwahl hinein finsterste Mottenkiste, vom Wahrheitsgehalt einmal abgesehen:


Wenn es eine Motivation gebraucht hätte, am Volksentscheid zur Rettung der Volksentscheide teilzunehmen - der CDU Fraktion ist es gelungen, sie zu liefern. In dieser Woche werden die entsprechenden Unterlagen bei allen wahlberechtigten Hamburgerinnen und Hamburgern sein, dann kann Briefwahl gemacht werden - oder ganz klassisch die Abstimmung im Wahllokal am 14.10.

Infos zum Volksentscheid bei den Initiatoren.

14.9.07

Disruptives Marketing

Ich mag so was nicht - aus dem Off und ohne Absender mit Marketing beballert zu werden an einer Stelle, an der ich es nicht erwarte. Siehe heute morgen Facebook:


Ich weiß, dass es diese "Sponsored Stories" in den Newsfeeds gibt. Das stört mich nicht an sich. Aber hier habe ich keine Möglichkeit, herauszufinden, wer da was warum wissen will. Nur dass es eine "sponsored" Umfrage ist. Und dann?

Finde ich mehr als irritierend und wirklich störend.

13.9.07

Schäuble zurückgetreten

Wer hätte das gedacht? Schneller als erwartet, ist Wolfgang-Schaeuble.de zurückgetreten, wie ich vor etwa zwanzig Minuten seinem immer noch aktiven Twitteraccount entnehmen konnte:


onlinekosten.de erklärt die Hindergründe dieses Rücktritts, der so aussieht (nur aus Dokumentationsgründen, falls er doch noch mal vom Rücktritt zurück tritt, man hat schon Pferde kotzen sehen*):



* Übrigens ist es ein Märchen, dass das nicht ginge. Zwar haben Pferde keinen Würgereflex, aber meine Süße hat neulich trotzdem eines kotzen sehen. Das war kein witziger Anblick, anders als bei Jacquline, wie da die Suppe aus den Nüstern lief. Aber das nur am Rande....)

12.9.07

Seit wann tritt Nico unter dem Namen Frank Thomsen auf?

Ich glaub ja, dass das in Wirklichkeit Nico war und dass Jens nur die Ironie nicht verstanden hat. Oder wie kommt euch dieser Spruch vor, den er von stern.de-Chef Thomsen dokumentiert:
Blogs werden sich nicht durchsetzen
Ein typischer Nico, oder? Aber naja, Diskussionsveranstaltungen werden sich eh nicht durchsetzen.

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11.9.07

9/11

Ich denke, jeder von uns wird sich erinnern, wo er am 11.9.2001 war. Ich war im Büro, damals ein Haus weiter als die "Zentrale" und jemand rief drüben an irgendeiner unwichtigen Frage wegen - es kam nur die kurze Antwort: "Hier ist keiner, die sind alle vorm Fernseher, da ist grad ein Flugzeug ins World Trade Center gestürzt". Die Newseiten im Web brachen gerade zusammen, also sind wir rüber - und kamen gerade an, als das zweite Flugzeug live in den Turm flog. Es war beängstigend. Und an Arbeit nicht mehr zu denken.

Damals hatten wir zu Hause unseren Fernseher auf der Galerie im Dachgeschoss, ich weiß noch, wie ich den späten Nachmittag und den Abend dort oben saß und immer wieder diese eine Endlosschleife durchs Bild zog. Gab ja irgendwie nichts anderes. Unheimlich war es dennoch, und das propagandistische daran gut erkennbar, trotz allem Schock (eine unglaublich furchtbare, aber ehrliche Alternative dazu ist das Privatvideo, das beispielsweise Robert eingebunden hat). Meine beiden Großen waren damals fünf und vier - und ich bin mir ziemlich sicher, dass es das erste "politische" Ereignis war, an das sich sich bis heute erinnern können.

Neulich sprach ich mit einem Kollegen aus New York, den ich sehr schätze - und der damals nur wenige Schritte entfernt war. Für Monate war er traumatisiert und hat nur schwer in sein Leben zurück gefunden.

Mein früherer Kollege Sebastian lebt inzwischen dort und ist heute wie jeden Tag am WTC vorbeigekommen.

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10.9.07

Vor der Verhaftung ist nach der Verhaftung

Unsortierte Gedanken zur aktuellen Sicherheitshysterie.

(1)
Ich wusste ja erst nicht, ob ich nicht vielleicht lachen sollte, als ich Beckstein über Konvertiten schwadronieren hörte. Was mich nachdenklich machte, war dann heute, wie defensiv Becksteins und Schäubles neuer Lieblingsfeind, der alles andere als linke Herr Stegner, auf einmal wird.

(2)
Und auf der Hinfahrt ins Büro habe ich nun endlich Heribert Prantls Der Terrorist als Gesetzgeber gelesen, in dem es unter anderem heißt:
Wer Sicherheit mit allen Mitteln gewährleisten will, der stellt alles zur Disposition, was der Rechtsstaat an Regeln zur Vorbeugung, Aufklärung und Verfolgung von Straftaten eingeführt hat. Wer hier den grossen Kehraus veranstaltet, der kehrt, angeblich oder vermeintlich zur Verteidigung des Rechtsstaats, genau das weg, weswegen dieser Rechtsstaat verteidigt werden muss. Dann stirbt die Freiheit an ihrer Verteidigung. Was die westlichen Demokratien als Kampf gegen den Terrorismus bezeichnen, ist eher eine Flucht vor dem Terrorismus. Sie stellen sich der Bedrohung, indem sie vor ihr davonlaufen und dabei die Werte wegwerfen, auf die sie einst stolz waren. Der Westen ist, im canettischen Sinn, eine Fluchtmasse. Dem Terrorismus standhalten verlangt aber: an den Grundsätzen des Rechtsstaats festhalten. Der starke Staat ist der Staat, der seine Regeln verteidigt, nicht der, der sie aufgibt.
Pflichtlektüre, denke ich - zumal es sehr unaufgeregt und nicht am Einzelfall oder einzelnen Land zusammenträgt, was gerade wirklich an Beerdigung von Freiheit in unseren Gesellschaften passiert.

(3)
Wenn die Festnahmen stattgefunden haben und ein Anschlag vereitelt werden konnte - wieso brauchen wir dann neue Gesetze? Dann hat sich doch wieder einmal gezeigt, dass es darauf ankommt, wie mit dem, was wir haben, gearbeitet wird. Ich verstehe *wirklich* nicht, wieso irgendwer den aktuellen Entwicklungen auch nur halbwegs ernsthaft als Begründung heranziehen kann. Völlig Gaga.

(4)
Mit viel Humor dafür die Jusos im Kreis Herford:

(via Maltes Twitterstrom)

Und ich mag auch den Fake-Schäuble auf Twitter sehr gern. Gute Aktion.

Letztes Sommerwochenende



Seit meine Schwiegereltern an die Ostsee gezogen sind, verbringen wir häufiger einen Tag am Wochenende dort am Strand. Und einer von uns badet auch jetzt im September noch. Gestern war es noch schöner als das Foto vemruten lassen würde, noch einmal kurze Hosen, noch einmal Spielen am Strand, noch einmal, ein letztes Mal wahrscheinlich, baden für Secundus.

Die nächsten Male wird es wahrscheinlich dann nur noch das Hansaland sein. Ein trotz allem Regen schöner Sommer an der Ostsee geht zu Ende.

5.9.07

High Text Verlag mal wieder

Thomas Pleil ist sauer. Mehr als zurecht! Denn, wie er dokumentiert, der Hightextverlag, der beispielsweise das Portal iBusiness betreibt, hat einen seiner Blogposts kopiert und in seinen Bezahlbereich gesperrt. Zwar mit dem Verweis, dass er es aus Thomas' Blog hat, aber doch unter Verletzung des Urheberrechts.

Was mich daran ärgert:
  • Ein Blog ist nun mal keine Pressemitteilung, sondern die Texte "gehören" ihren Autoren - so dass für sie die gleichen Regeln gelten, die Medien auch für sich gelten lassen wollen. Viele Blogger, so auch Thomas oder ich, sagen klar, was andere mit ihren Texten machen dürfen - in meinem Fall ist das nichtkommerzielle Weiterverwenden erlaubt, wenn die Veröffentlichung unter der gleichen Lizenz geschieht, die ich hier habe, Thomas Pleil schließt jede Weiterverwendung ausdrücklich (!) aus.
  • Ausgerechnet ein Medienabgebot, das selbst sehr klare und restriktive Regeln für die Weitergabe seiner Inhalte hat, setzt sich über die Regeln anderer einfach so, ohne zu fragen, vielleicht sogar ohne nachzudenken (?), hinweg. Das wirft kein gutes Licht auf die anderen Geschäfte des Verlags. Und schon gar nicht auf seine journalistische Qualität, die den stolzen Preis rechtfertigen sollte.
  • Die Kunden des Hightextverlags sollen für etwas zahlen, das Thomas verschenkt. Das finde ich nicht redlich, tut mir leid.

(via Thomas Pleils Twitterstrom)

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4.9.07

Tagebuch

Anke Gröners Blog darf man Tagebuch nennen, meins auch. Und in diesem mich wirklich bewegenden Eintrag schreibt sie auch, warum - und wie das mit dem ungewöhnlichen Tagebuch ihres Opas zusammenhängt. Dessen Alltagsnotizen auf Holzklötzchen wandern nun ins Museum.

Alltagsnotizen, kein Journalismus und keine Literatur. Tagebuch eben. Ich hab all die Jahre nicht verstanden, warum sich so viele Blogger gegen den Tagebuchvergleich wehren. Als ich eben Ankes Beitrag las, nachdem ich ihn aus jazzlounges Twitterstrom gefischt hatte, erinnerte ich mich daran, wie gerne ich literarische Tagebücher gelesen habe (ganz großartig die Tagebücher von Peter Rühmkorf rund um 1990) - und wie ich als Schüler und im Studium immer davon geträumt habe, selbst so eines zu führen. Welche Hybris. Und dennoch ist Bloggen dicht daran - nur dass es eben sofort veröffentlicht wird und nicht irgendwann später oder gar nach dem Tod.

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3.9.07

Politik im TV

Eines meiner liebsten Blogs zurzeit ist Prez Vid, das den Vorwahlkampf in den USA dokumentiert mit Videos, die bei YouTube zu sehen sind. Und mich freut der Stil, den ich dort oft sehe. Beispielsweise Clintons Auftritt bei Letterman:



So was wäre bei uns doch in dieser sehr leisen Art von Selbstironie ("We will finally have a president who doesn’t mind pulling over and asking for directions") bisher kaum denkbar. Das Maximum ist bisher der schenkelklopfende Klamauk der Ex-Liberalen gewesen. Aber naja, so wie Ironie ist ja auch das Internetz ist im Wahlkampf unglaublichsehr verbreitet hier.

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Advertising Age - Digital 4



OK, was ist das hier?
Ein Experiment über Widgets, das mir sehr gefällt. Die lustige Kolumne meines Kollegen Steve Rubel von heute in der Adage über unsere Jobbeschreibung hat etliche 1-Click-Dingens unten dran, unter anderem die Möglichkeit, ein Widget der Rubrik "Digital" zu erstellen, sich dann mit eineinhalb Klicks in das eigene Blog, bei Facebook, netvibes oder wo auch immer integrieren lässt. Im Prinzip auch in die Seitenleiste, wenn ich die nicht so sehr manipuliert hätte, sondern ein Standardlayout von blogger.com verwendete. Geht aber in jedem Fall gut und einfach.

DAS ist meines Erachtens ein wichtiger Baustein für die Zukunft des Web (und des Marketings im Web, aber das nur mal am Rande): Inhalte von der einen Stelle mit wenig mehr als zwei Klicks an einer anderen Stelle verfügbar machen.

Warum klingelt der nicht einfach?


Eigentlich war mir sofort klar, zu wem der will, als dieser Wagen am Sonnabend Mittag auf einmal in unserer Straße stand, nur wenige Schritte von unserer Haustür entfernt. Denn wir sind ja Kunden der allerersten Stunde. Schon lange bevor die ersten Verkäufe in Hamburg begannen (und hier gab es Bionade ja als erstes außerhalb der Rhön), haben wir das erste Mal Bionade getrunken und waren gleich begeistert:

Im Oktober 1997, vor rund zehn Jahren also, waren wir ein verlängertes Wochenende voller Regen in der Sennhütte oberhalb von Ostheim zum Wandern abgestiegen. Und zur Brotzeit gab es ein lokales Getränk, noch mit etwas anderem Etikett, aus dem Biosphärenreservat Rhön (denn ursprünglich ging es ja um dieses Reservat bei "Bio"nade, und nicht um Biolebensmittel). Als es dann bei Budni auf einmal auftauchte ein bisschen später, waren wir ernsthaft überrascht. Und begeistert.

Netter Zug vom Hersteller, sich so an uns zu erinnern. Nur warum klingelt der nicht einfach mal bei uns? Immerhin stand er heute früh, als ich Tertius* in die Vorschule brachte, noch da. Ist doch oft jemand zu Hause, unser Au Pair nimmt die Kisten gerne entgegen...


* Ich habe lange gebraucht, um diese tolle Idee, die Kinder durchzunummerieren, von Lila zu übernehmen (nachdem ich lange gebraucht hatte, bis ich kapiert hatte, dass sie es tut). Kam mir immer so nachgemacht vor. Bei Twitter tu ich es schon länger. Und heute beginne ich auch hier damit. Danke Lila, für diese Inspiration...

1.9.07

Bahnbloggen



Bestimmt sind die Verspätungen und der mangelnde Service der Bahn schuld, dass diese Woche, pünktlich zum Ende der Sommerferien, die Weihnachtsstände im Supermarkt aufgebaut wurden. Vielleicht ist ja auch Beckenbauer schuld.

29.8.07

Radio und PR

In zwei meiner früheren Leben habe ich mit Radio zu tun gehabt: Zunächst habe ich ja damals beim Evangelischen Rundfunkdienst in Hamburg und Kiel volontiert und auch als Redakteur und Moderator gearbeitet und "Kirchenfunk" gemacht. Und später für news aktuell ein Radio-PR-Distributionsprodukt entwickelt und aufgebaut, das heute weiterentwickelt als ots.audio immer noch existiert. Ich habe beide Seiten erlebt und gelebt, die seit ein paar Tagen nach einem keinem Experten jemals als Skandal erscheinenden "Enthüllungsstück" durch den Wolf gedreht werden. Und neben meiner Verwunderung, die ich mit Uwe Mommert von Landau Media teile,
wie eine Agentur seine Kunden in Bedrängnis bringen kann, wenn sie dazu dem Report Mainz (!) ein offizielles Interview gibt und Stolz ihre Clippings zeigt (Mommert » PR ist verboten).*
Neben dieser Verwunderung habe ich auch eine klare Meinung: Ich habe immer schon fertige, so genannte "gebaute" Beiträge abgelehnt. Nicht nur, weil ich der Meinung war, dass sie bei den Radiosendern nicht funktionieren, weil sie - außer bei Marketingkooperationen - von den Moderatoren, die sich als Journalisten verstehen (und ja, ich habe auch bei Privatsendern davon eine Menge kennen gelernt), nicht gespielt werden. Sondern auch, weil ich es für über der Grenze halte, die ich persönlich für vertretbar halte.

Das Produkt, das ich damals entwickelt und in vielen Vorträgen und Roadshows propagiert habe, teilweise gegen die Überzeugung mancher so genannter Fachagenturen für Radio-PR von denen ja auch einige aktuell mit im Visier sind, sah immer ein O-Ton-Paket mit einem Manuskriptvorschlag vor - aus dem, ganz wie bei Footage im TV-Bereich, eigene Beiträge gebaut werden können oder auch nur einzelne O-Töne in einen eigenen Beitrag eingebaut.

Das wiederum halte ich für eine gute und für professionelle Medienarbeit auch unverzichtbare Praxis, die allzu viele Unternehmen unterlassen. So, wie Medienarbeit mit schriftlichen O-Tönen und Pressemitteilungen arbeitet, ist es sinnvoll und hilfreich für alle Beteiligten, auch radiotaugliche O-Töne bereit zu halten.

Die gesamte Diskussion jedoch ist und bleibt bigott. Denn wie kann ein Vertreter der Landesmedienanstalt vom hohen Ross herab argumentieren, die für die Zulassung und Aufsicht dessen zuständig ist, was in NRW über UKW verbreitet wird? Bitte??

Im Übrigen noch eine Leseempfehlung: Thomas Pleil in seinem Textdepot unaufgeregt und schlau. Wie immer...

* UPDATE 3.9.:
Uwe Mommert erklärt nach einem Gespräch mit dem A&B-Chef, dass seine und meine Verwunderung keine Grundlage habe, weil es mit dem Kunden abgesprochen gewesen sei, das Interview zu geben.

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mal wieder einen Workshop



Morgen gebe ich den ersten meiner neuen Workshops - weniger rund um Blogs, mehr über den Kulturwandel und Kommunikationswandel, den das ausgelöst hat, was wir uns Web 2.0 zu nennen angewöhnt haben. Ja, etwas verschwurbelte Formulierung, aber mehr und mehr kommen wir in unserer me2revolution dazu, von genau diesen Veränderungen nicht nur online sondern auch offline zu sprechen.

Und wer so verzahnt on- und offline lebt, merkt es ja schnell, wie sich auch das "normale" Leben ändert, das Kommunikationsverhalten in seiner Kombination aus Be- und Entschleunigung (denn das finde ich weiterhin faszinierend, dass faktisch beispielsweise Instant Messenging zu einer Entschleunigung von Kommunikation beiträgt, weil die Hektik und scheinbare Allverfügbarkeit von E-Mail eingedämmt wird).

Das Hotel, in dem ich untergebracht bin - und das ist der eigentliche Anlass dieses Eintrags hier - ist nicht mal entschleunigt. Mal abgesehen vom WLAN. Und der Fahrstuhl nicht nur in der Farbgebung schräg. Aber der Fernseher geht. Und die Dusche.

27.8.07

Zivilcourage und Arbeitsverweigerung

Letzte Woche schon hat Nico via Twitter auf einen großartigen Kommentar in der FTD aufmerksam gemacht: Liebe Politiker. Ich selbst habe mich die letzten Wochen massiv geärgert über die Reaktionen nach der Nazihetzjagd auf Inder - und die Aussagen des örtlichen Bürgermeisters beispielsweise, es gebe kein Naziproblem. Wieder dieser Verlust von Koordinatensystem, wodurch Nazimeinungen als "nur normal rechts" gelten und rechte Meinungen als normal. Ich könnte kotzen.

Aber als Reaktion auf so etwas einfachg mal eben Zivilcourage einzufordern, wie es die Merkel gemacht hat, ärgert mich fast noch mehr. Dazu eben auch der eindeutige und sehr deutliche Kommentar in der FTD, in dem es am Ende heißt:
Eins noch zum Schluss: Zivilcourage ist wirklich toll. Laut zu protestieren, wenn der eigene Chef einen ausländischen Kollegen beleidigt, das ist mutig. Zivilcourage zu zeigen, auch wenn es den eigenen Job gefährdet. So etwas, da habt Ihr ja völlig recht, "muss auch mal ganz klar eingefordert werden". Aber: Sich in einer ostdeutschen Kleinstadt nachts einem marodierenden Nazi-Mob entgegenzustellen, das ist kein Fall von Zivilcourage, sondern von hochgradigem Schwachsinn.
Eben. Das, was da passiert, ist, so der Kommentator, ein Fall für die Polizei. Und die richtige Reaktion, die wir Eltern unseren Kindern beibringen werden, ist, die Polizei zu rufen und nicht selbst eizuschreiten. Am Wochenende ist mal wieder ein Jugendlicher in Hamburg gestorben beim Versuch, Zivilcourage zu zeigen.

Mich ärgert die Realitätsverweigerung, wie sie gepaart mit Arbeitsverweigerung auftritt - denn dafür zu sorgen, dass Menschen nicht vom Mob gejagd werden, ist Aufgabe der örtlichen Polizei, gesteuert von örtlichen Politikern, die kein Problem sehen. Stattdessen gefallen sich Innenminister und Bürgermeister in den Versuchen, die Verfassung auszuhebeln und vermeintlicher Terrorgefahren wegen die Schwerpunkte der Polizeiarbeit zu verändern.

24.8.07

Gänsehaut

Was für Erinnerungen an die 80er. Heute abend, als ich auf die Übertragung des HSV-Spiels auf 90,3 wartete (ich ertrage solche Sender, seit ich in den 90ern bei Alsterradio und dann bei Oldie95 moderiert habe), wurde dieses Lied gespielt. Witzigerweise in einer Gesprächssendung, in der der oberste Soldat der Stadt, wie immer sein Titel war, zu Gast war: Hans Hartz, Die weißen Tauben sind müde....



Ich hab wirklich eine Gänsehaut bekommen, denn was für Erinnerungen. Und das Lebensgefühl dieser Zeit war wieder da, das ich nicht wirklich vermisse, aber an das ich echt gerne zurück denke. Es war eine tolle Zeit.

Aufregende Wochen



Man, ist bei uns was los. Ferienende, Einschulung in die Vorschule, Schulwechsel, zweite Fremdsprache, zweites Staatsexamen, großes Kundenprojekt online.

Aber das Highlight heute ist eindeutig das Seepferdchen. Nur mal zu den Dingen, die wirklich zählen im Leben. Und der Dritte hat gleich ein Bild mit Photobooth bei den Großeltern gemacht und mir ins Büro geschickt.

Ich bin sooooo stolz auf dich.
(Und ich weiß, was einer der Programmpunkte des Wochenendes sein muss, ja)

23.8.07

Mädchenbiere

Ich bekenne: Ich mag Mädchenfilme (mal angesehen davon, dass das die Filme sind, auf die wir uns zuhause einigen können). Und ich mag Mädchenbiere. Nicht immer. Aber immer wenn meine Liebste oder ich ein neues entdecken, machen wir ganz privat das, was ein paar nette Bloggerinnen nun gemeinsam angefangen haben mit ihrem frauenbierchentesterblog.

Grandios. Lesen!

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22.8.07

iPhone überschätzt? Nein!

Als ich letzte Woche die Kolleginnen und Kollegen in NY besuchte, hab ich ja das iPhone im Massengebrauch erlebt. Und mir auch mal das eine oder andere zeigen lassen. Und seitdem bin ich anderer Meinung als die Mehrheit der FTD-Nutzer (jetzt gerade 69%) bei deren Umfrage zum Artikel Apple schröpft Telekom beim iPhone. Nein, ich halte es nicht für überschätzt.

Nicht mal so sehr, weil es vielleicht cool sein könnte oder ein Zeichen sein, dass man irgendwie dazugehörte oder so. Sondern weil es das erste Gerät ist, das mir einen Blick in die nahe Zukunft dessen erlaubt, was mit dem mobilen Internet passieren wird. Während ich immer skeptisch war, was das Zusammenwachsen von Laptop und Telefon angeht, ist hier ein erster Schritt getan, der mich anspricht.

Mail, Surfen, Bloggen, Notizen machen, ja, sogar Telefonieren - jede Menge Tätigkeiten, die die Kollegen damit bereits mehr machen als mit dem Laptop. Steve beispielsweise nimmt kaum noch sein Laptop mit, wenn er reist. Eine Always-On Vision hat sehr viel mit Geräten zu tun, von denen das iPhone nun mal das erste ist, das real verfügbar wird. Denn wer will beim Spazierengehen oder beim Stadtbummel schon sein Macbook aufgeklappt dabei haben.

(Ok, wer will immer online sein. Klar. Aber auf einmal geht es.)

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20.8.07

keine Zwillinge



Nein, meine beiden Großen sind keine Zwillinge. Noch nie gewesen. Aber wenn sie so vor mir herlaufen, wird mir manchmal klar, warum wir immer mal wieder darauf angesprochen werden, ob sie welche wären....

16.8.07

Tourist Trip durch die Bronx

Das gehörte zu den lustigsten Erlebnissen der Reise, die gerade in der wundervollen Lounge von Emirates in New York zu Ende geht: Weil wir keine Lust hatten, auf dem Rückweg vom Kunden im Stau zu stehen, haben wir den Kollegen, der fuhr, ermutigt, seinem Navi zu misstrauen, und einfach nach Westen zu fahren - dann kömen wir irgendwann nach Manhatten, hieß es (ich musste mich ja auf die anderen verlassen).

So oder so war ich gerne bereit, die Entschuldigung zu liefern für einen Trip, von dem niemand genau wusste, wo er lang gehen würde: Machen wir doch eine Touristenführung für Wolfgang....


So ging es dann durch die Bronx. Zwar weitgehend befriedet heute, aber immer noch beinahe unheimlich. Als wir an diesem Van vorbei fuhren, lachten die anderen drei laut auf und Sophy zückte das iPhone, um ein Foto zu machen. "Niemand kauft Ceviche auf der Straße. Und schon gar nicht aus einem Van." Es war auch niemand weit und breit zu sehen.

Ich weiß immer noch nicht, was Ceviche ist, kann mir auch unter der Beschreibung nicht recht was vorstellen. Und das, obwohl ich Fisch liebe.

Wir waren übrigens über eine Stunde früher auf der Dachterrasse auf der Westside als die Kollegen, die auf dem Highway geblieben waren....

Dachterrasse

15.8.07

Chicago


Mein erstes Erlebnis hier in Chicago (nachdem ich am Tag vorher von den Kollegen auf dem Rückweg vom Kunden durhc die Bronx gefahren worden war): Jemand mit blutigem Mund, der erst an mir vorbeitorkelte und dann von Leute, die aus einem Auto sprangen, zusammen geschlagen wurde, bis sehr zügig die Polizei kam.

Ansonsten sitze ich gerade da in diesem Gebäude hier am obeeren Rand der unteren Drittels (32nd floor) und lerne, beobachte, erzähle.

Es ist faszinierend, in ein Büro zu kommen, in dem rund 400 Kollegen arbeiten - unvorstellbar groß, verglichen mit "zu Hause". Und was für Möglichkeiten!

Bevor ich abflog, sagte ein Freund zu mir, ich Glückspilz würde in einer Woche zwei der schönsten Städte der Welt besuchen. Und mal abgesehen davon, dass ich es genieße, mit Menschen zusammen zu kommen und mir Gespräche wichtiger sind als das Starren auf Steine, hat er Recht. Gerade Chicago gefällt mir wirklich gut.

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