22.9.06

Waren wir auch mal so?

Meine Liebste wird ja nun doch noch Lehrerin und in wenigen Wochen den letzten Teil ihres Referendariats antreten. Gemeinsam mit mutmaßlich jeder Menge junger Hüpfer, die es vielleicht ganz normal finden, wie die offiziellen Papiere formuliert sind, die sie sich heute runtergeladen hat. Ich stehe kopfschüttelnd davor und muss lachen. Und frage mich erschrocken, ob wir auch mal so waren, als wir jung und ohne Lebenspraxis in scheinbarer Intellektualität vor uns hindümpelten. Leider kann ich nur einzelne Highlights zitieren:
... sollen sie das spätere Berufsfeld in relevanten religionspädagogischen sowie fachdidaktischen Bezügen wissenschaftlich erkundet haben, so dass sie von Beginn an fähig sind, in der schulischen Praxis theoriegeleitet zu agieren und zu reflektieren.
Was mich besonders befremdet, ist der weichgespülte, sanfte Grundton, der in der gestelzten Verschwurbeltheit mitschwingt. Meine Lieblingspassage aber begründet sie Hospitationen, jenen Teil der Ausbildung, der nicht nur extrem nervig für alle Betieligten (und besonders die OpferKinder) ist, sondern mit seiner piep piep piep, wia ham uns alle lieb Methodik auch sehr mühsam:
... Die Praxis der Hospitationen dient in ihrer Verknüpfung von Unterricht und Reflexion dazu, dass die Referendarinnen und Referendare fallbezogen eine "Grammatik von Handlungen" erlernen, die für die Gestaltung von Lehr-/ Lernprozessen sowie die Rolle der Lehrerin bzw. des Lehrers im Unterricht und bei der Erziehung der Schülerinnen und Schüler kostitutiv sind.
Das war ein (!) Satz. Wen wundert da noch irgendwas??

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