8.3.06

endlich mal wieder im Kino: Lord of War

Ewig nicht mehr im Kino gewesen, denn das neulich mit dem Dritten zählt nicht wirklich, wenn man mal von Nachos und Popcorn absieht. Schon direkt, nachdem ich bei Don Dahlmann drüber gelesen hatte, wollte ich in Lord of War gehen, einen dieser Filme, die meine Liebste nicht mag, und mit diesem tollen Schauspieler, über den wir uns immer in die Haare kriegen. Heute bin ich dann endlich mal früh genug aus dem Büro gekommen, um rechtzeitig im Kino zu sein (denn nein, für die Spätvorstellung mitten in der Woche bin ich inzwischen irgendwie zu alt).

Don hatte Recht: Er ist wirklich toll (oder so was ähnliches). Und das Gemecker von zwei Dumpfbacken, die vor mir aus dem Kino gingen, hat mich darin bestätigt. Ich mag diese realistischen, leicht zynischen, die böse Realität anprangernden, zornig machenden Filme einfach. Und dass der hier die Kurve kriegt, den Waffenhändler am Ende wieder in das Arschloch zurück zu verwandeln, das er am Anfang ist und das dann irgendwie immer sympatischer zu werden droht - das ist grandios gelungen. Ethan Hawke bleibt leider merkwürdig blass, aber im Grunde ist der Bulle auch egal in dem Film.

Das einzige, was mich gestört hat, ist der Abspann, der noch einmal betont, dass es so oder so ähnlich in der Wirklichkeit ist und dass die fünf ständigen Mitglieder im Weltsicherheitsrat die fünf größten Waffenhändler der Welt sind. Ja, das weiß ich. Und das steht die ganze Zeit im Hintergrund des Films. Es schwächt die Aussage eher ab, finde ich, dass es noch mal demonstrativ nachgeschoben wird. Bedrückend und zornig und bestärkt im militanten Pazifismus gehe ich auch so raus und in die U-Bahn und zurück in meinen Wohnbunker.

Heute in einem Technikmeeting hatte ich ja noch gewitzelt über einen Doppelabend mit Brokeback Mountain direkt hinterher, den die echten Kerle, mit denen ich zusammen saß, alle nicht sehen wollen, weil es - nun ja, im Grunde ganz nach meinem Geschmack, werde ich also auch noch sehen - ein Mädchenfilm sei...

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