1.3.06

Das Recht auf Unterhaltung

Ich selbst bin ja auch ein eher oft Vortragender. Und der festen Überzeugung, dass Menschen, die eine Stunde ihrer Zeit opfern, um mich anzuhören, ein verdammtes Recht darauf haben, gut unterhalten zu werden. Das gelingt mir nicht immer, aber doch hin und wieder ein bisschen, wenn ich dem Feedback glauben darf.

Aber wieder einmal stehe ich voller Bewunderung vor der großen Begabung, klare Fakten und brillante Visionen auf eine Art zu vermitteln, die pures Entertainment ist. Ja, Thomas Knüwer hat Recht, wenn er für Theaterunterricht plädiert - wobei ich denke, dass er einfach in die Ausbildung zum Verkäufer gehört.

Was ich besonders toll fand an David Weinberger: Wie er es verstanden hat, Blogger und (Noch-)Nicht-Blogger gleichermaßen mitzunehmen auf seinem Weg. Ich hätte noch stundenlang zuhören können- und er hätte auch noch stundenlang geredet, scheint mir, wenn nicht Powerpoint eine (vielleicht die einzige) gute Eigenschaft hat: Irgendwann baut man nun mal eine Thank you-Folie ein. Und dann ist erstmal Schluss.

Was ich konkret mitnehme, ist einersetis die Auffrischung von Cluetrain und der feste Vorsatz, es auch ins neue Verkaufsteam mitzunehmen. Denn Märkte sind nun mal Gespräche - und ich werde auf Dauer nichts verkaufen, wenn ich nicht als Mensch und als Person erkennbar bin. Punkt. Und andererseits noch einmal der sehr starke und wichtige Hinweis, dass es ein größeres Risiko ist, das Risiko zu fürchten als es zu suchen (jedenfalls, wenn es um Offenheit und Kommunikation geht). Nur wenn ich Kontrolle aufgebe, werde ich mich auf den Markt begeben können. Oder etwas konkreter formuliert: Während herkömmliches modernes Marketing darauf zielt, mit möglichst vielen Zielgruppen insofern ins Gespräch zu kommen, als es sie an sich zu binden sucht, wird ein neues Marketing, ein neuer Verkauf das Gespräch mit den Kunden dort suchen, wo sie bereits sind. Und zuhören.

Das ist mehr als nur Theorie...

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