9.11.05

Es muss ernst stehen um dieses Land

Denn Helmut Schmidt greift zur Feder und schreibt den Aufmacher der aktuellen Zeit, die morgen raus kommt. Unter der - wie ich finde: blöden - Überschrift Was zählt, ist Arbeit kombiniert er sinnvolle und sinnlose Gedanken. Wie immer etwas verschwurbelt formuliert. Naja, das ist halt nicht so einfach, man frage einmal in der Redaktion der Zeit nach, wieviel Spaß es macht, sich am Redigieren seiner Texte zu versuchen (und wie kooperativ er da ist)...

Nach der Überschrift dachte ich ja erst, Schmidt rede mal wieder der Vollbeschäftigung das Wort. Tut er aber nicht wirklich. Sondern zunächst liest er den Wirtschaftsdeppen der künftigen Regierung die Leviten, indem er das angeblich dringenste Problem (Haushaltssanierung) zurecht rückt. Sein Vergleich mit USA und Japan (allerdings: Muss man sich wirklich an den Schwächsten messen?) ist ganz interessant.

Und dann ganz Schmidt:
Die Große Koalition sollte vor allem auf vier Feldern handeln.
Da ist er, der Weltenlenker und Superstaatsmann, der Bescheidwisser, diese Attitüde, die ihn so anstrengend und faszinierend zugleich macht.

Seine vier Punkte: (1) Deregulierung des Arbeitsmarktes, (2) Aufholjagd des Ostens, (3) Umfinanzierng des Wohlfahrtsstaats, weg von den Löhnen, hin zu Steuern, (4) Entflechtung des Kompetenzwirrwarrs in Forschung und Bildung.

Im Grunde ist alles gut begründet, was er vorschlägt - und allemal besser begründet als der Quark, der mal wieder im Herbstgutachten gequirlt wurde. Ein bisschen oberflächlich und vor allem in Bezug auf Arbeit imho zu optimistisch und zu rückwärts gerichtet vielleicht. Aber erfrischend, wenn er am Schluss für
eine gehörige Portion Gelassenheit
plädiert. Das ist es, was ich mir auch oft wünsche. Ja, auch für mich.

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