22.8.05

Monokultur und Vielfalt

Anlässlich der wichtigen und richtigen Aktion beim Lobbyabend von Microsoft in Berlin fällt mir ein, was ich schon lange loswerden wollte: Wie in Schulen einerseits sehr gut und andererseits eher fahrlässig mit Computern und Web umgegangen wird.

Meine beiden Großen (jetzt dritte und vierte Klasse) haben durchaus Unterricht am Computer. Vor allem der Große hat einen Lehrer, dem es auch wichtig ist, die Kinder früh an die Vorteile von Internet-Recherche heran zu führen. Auch die Schülerzeitung, die er als Wahlpflichtkurs leitet, wird komplett von den Kindern am Computer gemacht. Fein.

Was schwieriger ist, offenbarte sich, als Dan dann bei uns ins Internet gehen wollte - noch bevor ich ihm sein Blog eingerichtet habe. Er vermisste das richtige Internet, also das e auf dem Desktop. Bei uns gab es nur diesen orangen Kringel. Oder das Textverarbeitungsprogramm, das bei uns auch nicht aus einem großen W besteht, sondern aus ein paar fliegenden Vogelsilhouetten... Ähnlich ist es dann auch auf dem Mac, auf den er aber ja nicht so viel Zugriff hat.

Ich kann einerseits verstehen, dass Schulzi, sein Lehrer, nur das vermitteln kann, was er kennt - und ich bin begeistert, dass er so viel in dieser Richtung vermittelt. Andererseits finde ich es doch betrüblich, dass auf diese Weise eine weitere Generation von Kindern an die nicht einmal besten Produkte des Quasi-Monopolisten herangeführt wird. Sicher: in der dritten und vierten Klasse kann ich nicht auf einem hohen Abstraktionsniveau arbeiten. Trotzdem schließt es Kinder tendenziell aus, die in Haushalten leben, in denen verantwortlich mit der IT-Infrastruktur umgegangen wird.

Wir können das, wie wahrscheinlich die meisten Eltern, die Computer jenseits der Standard-Monokultur haben, auffangen. Es hinterlässt mich aber leicht unsicher. Fast noch problematischer wurde es für uns aber, als Dan aufgefordert wurde, einen Text zu Hause zu schreiben, und dann auf Diskette (!!) mitzubringen. Wer hat denn heute noch ein Diskettenlaufwerk? Unser Vorschlag, Dan könne dem Lehrer die Datei mailen, war nicht durchführbar, da die Schulrechner kein Mailprogramm haben (und ein Webmailer anscheinend nicht denkbar?). Immerhin konnten wir dann ein Foto für die Zeitung über flickr bereit stellen...

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