6.7.05

Mitten am Tag im Dorf

Das ist ja einer der Vorteile, wenn ich Urlaub habe und zu Hause bleibe: Ich erlebe den Alltag in unseren Dörfern hier im Speckgürtel. Beispielsweise gestern in Volksdorf...

B und die Jungs waren beim Frisör, als ein ichweißauchnichtsorecht reinkam. Ich war längere Zeit unsicher, ob es ein Bettler oder ein Schutzgelderpresser war. Vielleicht auch beides. Ein Dicker, leicht herunter gekommen, lange fettige Haare, drei Meilen gegen die Wind nach Rauchen stinkend. Er hebt nur die Hand, sagt Moin. Der Frisör geht an die Kasse und nimmt, auch nur ein Moin sagend, ein bisschen Kleingeld raus. Gibt es dem Dicken, der sagt kein Wort, sondern geht.

Später sitzt er in der Fußgängerzone mit einem anderen Mann auf der Bank. Komisch bleibt es. Für einen Bettler ist er eindeutig zu gut gekleidet - jedenfalls nach den Maßstäben dieser Stadt. Aber die örtliche Mafia wird zwar auch von einem Dicken geleitet, aber der hat ein Geschäft am anderen Ende des Dorfes. Und das ist eine andere Geschichte.

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