18.5.05

Missverständnis im Heu oder was?

Nee, nee. Ich mag den Vergleich nicht wirklich. Dennoch offenbart die Eigenanzeige des Handelsblattes, die Thomas Knüwer präsentiert doch ein erschreckendes Maß an mangelnder Differenzierung. Wobei zur Ehrenrettung des Blattes immerhin gesagt werden kann, dass es mit dieser Engführung nicht allein dasteht.

Aber mal im Ernst: Glaubt ihr wirklich, dass ihr eure Zeitung nur für das internationale Casinogeschäft macht? Und nicht auch für den so genannten Mittelstand?? Oder missverstehe ich da jetzt was?

Durch mein Herkommen habe ich viel zu tun sowohl mit 68ern als auch mit Unternehmern - und nicht zu selten mit der Schnittmenge aus beidem. Und spannend ist, dass viele von ihnen gerade dabei sind, wieder links zu werden. Und zwar vor allem, weil sie kotzen über das, was in den Konzernen zurzeit passiert.

Nehmen wir mal einen familiengeführten unbekannten Mischkonzern aus Hamburg. Die Erben haben keine Lust mehr, dies eine kleine, halbwegs profitable Geschäft im Hafen weiter zu führen, das zwar nicht die übliche und gewünschte Rendite abwirft, aber doch stabil liquide ist und noch nie rote Zahlen schrieb. Was sollen wir damit? Weg mit. Nehmen wir nur mal einen der Angestellten dort: Einen gut über 50jährigen Familienernährer. Weg mit.

Einer der Unternehmer oben, auch im Hafen aktiv, hat ihn übernommen. Trotz Liquiditätsengpass. Trotz einer leicht schlechteren Rendite seines Unternehmens. Nicht mal aus reiner Menschenfreundlichkeit, sondern weil der Mann wirklich gut ist. Von den Großen wollte ihn keiner, zu alt.

Es sind nicht nur die gediegenen alten Familien. Es sind auch die Unternehmer, die etwas unternehmen und dafür Menschen brauchen, die sie mitnehmen müssen. Was wir brauchen - und was, so habe ich es bisher verstanden, auch Münte und Prantl und Müller so sehen -, sind mehr Unternehmer und weniger Manager. Ich kann nicht erkennen, wo irgendwer Unternehmer als Heuschrecken bezeichnet hat. Eher schon bezeichnend war, dass es Manager aus dem so genannten Unternehmerlager gab, die das sofort auf Unternehmer bezogen haben, so wie auch das Handelsblatt mehrfach. Das ist Desinformation, meine ich, und sie wirkt, als ob sie bewusst wäre. Pfui. Was für eine Haltung...

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