3.5.05

KrankenMachHaus

Warum ist das eigentlich so? Ich mein, dass das Essen in Krankenhäusern schlecht ist - schon klar. Dass schwache Menschen dadurch noch schwächer werden - auch noch klar. Dass die Keimumgebung irre ist - gebongt. Aber warum kommen vor allem hilflose Menschen, die sich nicht selbst beschweren können, kränker raus als rein und dann auch noch vernachlässigt?

Mir ist es schon letztes Mal aufgefallen und dieses Mal wieder:

Meine Mutter ist in einem offenbar wirklich sehr sehr guten Haus untergebracht, für das mein Vater auch eine Menge zuzahlt. So traurig es dort immer wieder ist (es ist ein geschlossenes Haus ausschließlich für demente alte Menschen), sie wird sehr gut gepflegt und in Ordnung gehalten. Nun musste sie wieder einmal ins Krankenmachhaus, um eine neue Magensonde gelegt zu bekommen.

Nur durch Zufall bekamen wir mit, in welchem Zustand sie zurück in ihr Heim gebracht werden sollte.
Der Krankenwagen stand auf einmal vor unserer Tür auf der Suche nach einem Pflegeheim unter dieser Adresse. Obwohl sie ja ganz offiziell woanders gemeldet ist. Die Jungs waren etwas verzweifelt, aber B konnte so einen Blick auf sie werfen und mit ihr sprechen, oder was man dann so sprechen nennt.
Haare zu Berge, Augen verklebt, Mund verkrustet, ungewaschen, nicht vernünftig angezogen. Hallo???

Heute abend dann war sie wieder in Ordnung, im Heim kümmern sie sich - auch ohne einen hohen Pflegeschlüssel - einfach wirklich. Warum ist das in Krankenhäusern so anders?

Kommentare:

  1. Anonym4.5.05

    Ohje, das ist wirklich eine schlimme Geschichte, allerdings denke ich, dass es häufiger genau anders herum ist. Wer ein wirklich gutes Pflegeheim gefunden hat, hat unglaubliches Glück.
    Als "Insider" habe ich sehr häufig mit Patienten zu tun, die aufgrund mangelhafter Pflege in verschiendenen Altenheimen in einen derart schlechten körperlichen Zustand geraten, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Mangelnde Flüssigkeitszufuhr, wundgelegene Stellen und auch sonst mangelnde pflegerische Versorgung sind leider durch schlecht ausgebildetes und überlastetes Personal in den Heimen an der Tagesordnung. Hinzu kommt noch, dass oft wirklich wichtige Informationen über den Patienten beim aufnehmenden Arzt im Krankenhaus nicht ankommen, weil das Personal in den Altenheimen nicht ausreichend informiert ist (z.B. bzgl. Infektionen mit multiresistenten Keimen).
    Auf der anderen Seite muss man sicher auch eingestehen, dass die Krankenhäuser durch die Gesundheitsreform unter immer größerem finanziellen Druck stehen und daher die Liegedauer der Patienten minimieren müssen. Immer häufiger kommt es dadurch zu zu frühen Entlassungen.
    Hier ist die Politik gefragt. Klar ist, dass die Anforderung einer qualitativ hochwertigen Versorgung der Patienten bei Liegezeitminimierung und angespannter Personalsituation (1 Assistenzarzt für 40 Patienten, der nebenbei noch den kompletten Bürokram erledigen muss ist keine Seltenheit) nur noch schwer zu erfüllen ist.

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  2. Dagegen helfen nur regelmässige Besuche mindestens alle zwei Tage - man muss in Krankhäusern sehr gut auf seine Angehörigen aufpassen, erst recht wenn sie zu jung oder zu alt sind, sich selbst zu vertreten.

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