17.5.05

Klaus Arnhold

Ich kann nicht sagen, dass ich ihn als den Guru erlebt habe, der er war. Dafür bin ich auch im Internet wohl zu sehr ein Spätentwickler gewesen. Immerhin musste ich mir ja erstmal die Grundzüge dessen beibringen, was Computer sind, denn meine Eltern haben, was ich ihnen ausdrücklich nicht übel nehme, ihren Kulturkampf gegen diese Kisten doch sehr auf meinem Rücken ausgetragen. Hihi.
Durch Zufall bin ich heute darauf gestoßen, dass er viel zu jung gestorben ist. Hier ein paar qualifiziertere Nachrufe. Immerhin habe ich ihn aber kennen lernen dürfen, wenigstens auf der einen oder anderen Veranstaltung auch im richtigen Leben.

Begegnet bin ich ihm das erste Mal, als es um Cluetrain ging. Rund um die Baerentatze, die ich immer noch mag irgendwie, ist er mir dann häufiger über den Weg gelaufen. Hin und wieder tauchte er in den allerersten Anfängen der inzwischen auch fast toten Mailingliste rund um Brand eins auf. Seine Radikalität und oft überraschenden Positionen und auch seine rabiate Art habe ich immer sehr gemocht. Jetzt weiß ich, warum ich lange nichts von ihm oder über ihn gehört habe.

Als alle Welt von Netzwerken faselte und davon, dass nun alles anders werde, ist er bei seiner einfachen und klaren und immer noch wahren Regel geblieben: First give, then take. Daraus habe ich viel gelernt, was mir noch heute wichtig ist und mir auch heute noch hilft: Dass ein Netzwerk nur hilft, wenn jeder Werker auch ohne das Netz gut leben und arbeiten kann. Dass zum eigenen Netzwerk nur Werker gehören sollten, die selbst bereits stark sind - und die geben ohne Berechnung. Auf Wiedersehen, Klaus.

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