30.3.05

Töten oder Sterben lassen

Über Christianes Blog Behindertenparkplatz bin ich auf ein nicht mehr ganz taufrisches Interview mit Hubert Hüppe im DLF gestoßen, der im Fall Shiavo, der nun grausam zu Ende geht, noch einmal einen Schritt zurück tritt.

Besonders spannend ist die Einschätzung, dass Shiavo nicht krank sondern behindert sei oder zumindests sein könnte. Das wirft noch einmal einen wirklich neuen Blick auf die verzwickte Situation: Außer ein paar besonders Verrückten (wie den Vegetarier Peter Singer, der sich in den 80ern zu der Position verstieg, dass Menschen mit Behinderungen keine Personen seien - man sie also im Zweifelsfall töten dürfe -, Tiere dagegen schon, weshalb man sie nicht essen dürfe) würde in dem Fall wohl niemand ernsthaft über ein Einstellen der Ernährung nachdenken, oder?

Genau hier verläuft dann aber die Trennlinie zwischen Töten und Sterben Lassen. Es macht nun mal einen Unterschied, ob ich jemandem die Ernähung verweigere - oder ob ich den Sterbeprozess nicht aufhalte. Das, was nun Frau Shiavo aufgezwungen wird, ohne dass jemand wirklich weiß, was sie wollen würde (da gibt es widersprüchliche Aussagen), ist sicher für Menschen, die ihre Position vertreten können, ein gangbarer Weg. Ich selbst habe großen Respekt vor der Frau im Freundeskreis, die Verdursten als ihren Weg gewählt hat, um angesichts ihres Krebsleidens zu sterben. Aber ich kann, darf und will niemanden dazu zwingen.

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